Im Sturm

11.

Liam war die Zeit wie im Flug vergangen, obwohl er seinen süßen Schatz sofort ein wenig vermisste. Aber so viele Dinge mussten erledigt werden, damit alles an diesem Abend perfekt war. Das Schlafzimmer musste er vorbereiten, sein Bett wurde neu bezogen, das Bad durchgesehen. Er warf einen Blick auf den Bestand an Kondomen in seiner Nachttischschublade, ob sie vielleicht schon abgelaufenes Datum hatten, und grinste über seine Aufregung.

Dann machte er eine Lasagne fertig und holte Rotwein aus dem Keller. Während die Lasagne und das Kräuterbrot im Ofen waren, wirbelte er durch das Wohnzimmer, wo er den Esstisch deckte und den Kamin sauber machte, um neues Holz in Brand zu stecken. Endlich, als alles soweit war, sprang Liam unter der Dusche durch, rasierte sich fix und zog sich eine schwarze engere Hose, einmal keine Jeans, und ein weißes Hemd an. Kleidung, mit der er eigentlich immer alle seine Dates hatte beeindrucken können.

Sein Herz schlug gleich ein wenig schneller, als er das Garagentor vernahm und gleich darauf das Schlagen der Autotür. Hastig lief er Keith entgegen, um ihm die Tasche nach einem langen Kuss abzunehmen.

Keith spürte einen kleinen, sehr angenehmen Stich im Magen, weil Liam sich nur für ihn schön gemacht hatte und sein trainierter Körper durch die Kleidung noch einmal so aufregend wurde. "Das steht dir wirklich gut." Er bewunderte den festen Hintern in der engen Hose, als Liam vor ihm das Haus betrat. Leicht errötend ertappte er sich dabei, dass er ihn gerne genau jetzt genau dort berührt hätte und war froh, dass seine Gesichtsfarbe sich wieder normalisiert hatte, als sie den Flur erreichten, wo Liam ihm erneut aus dem Mantel half.

Natürlich hatte auch Keith sich Gedanken über seine Kleidung gemacht, doch er fragte sich nun ein wenig unsicher, ob Liam die wenn auch engere, braune Cordhose und den naturweißen, anliegenden Kaschmirpullover nicht zu spießig finden würde. Gleich darauf ärgerte er sich über sich selbst, denn bis eben hatte er sich noch wohl gefühlt.

Liam hängte den Mantel fort und stellte die Tasche in den Durchgang zu den Schlafzimmern. "Hm, du sieht aber auch zum Anbeißen aus, Keith." Schnell ließ er seinen Worten Taten folgen und knabberte seinem Schatz einmal unter den Haaren über den Nacken. Er bemerkte lächelnd, wie eine Gänsehaut sich über Keiths Hals zog, dann legte er jedoch, um von seinen unartigen Gedanken ein wenig abzulenken, den Arm um ihn und führte ihn zum Wohnzimmer, wo er den Tisch für zwei bereits gedeckt hatte. Dieses Mal hatte er auch an Musik gedacht und genoss es, wie Keith die Augen aufreißen konnte, wie er sich über die Atmosphäre freuen konnte. Das Kindliche in diesen Gesten machte so viel seines Charmes aus. /Gott, ich liebe ihn./

Keith stellte fest, dass er es auch unendlich romantisch fand, mit Liam zu essen, wenn sie sich nicht dauernd berührten, sondern sich gegenüber saßen, sich ansahen, miteinander redeten oder auch mal nur schwiegen. Er liebte es, wie attraktiv das weiche Kerzenlicht seinen Freund wirken ließ, wie aufmerksam dieser war, wie seine Augen funkeln konnten. Und er spürte, wie das Begehren in ihm langsam, aber stetig anwuchs, mit jedem Blick, den Liam ihm schenkte, mit jedem Kompliment, das dieser ihm machte. Als er die Füße unter dem Tisch irgendwann ausstreckte und dabei an Liams Beine stieß, zog er sie nicht wieder zurück, sondern reichte eher noch ein wenig weiter vor, um ihn spüren zu können.

Liam streifte einen Hausschuh ab und begann, Keith mit den Zehen über den Fußrücken zu streicheln. "Weißt du, ich habe schon gedacht, dass du sehr attraktiv bist, als ich dich mit einer dicken Backe im grellen Licht auf meinem Behandlungsstuhl zum ersten Mal richtig gesehen habe. Aber hier im Kerzenlicht finde ich dich unwiderstehlich." Sie hatten ihr Essen beendet und so schlug er vor "Wollen wir zum Feuer runter gehen? Schau einer an, die Katze ist auch mal da."

"Ja, gerne. Gleich." Keith drehte sich nach der Siamkatze um, deren hellblaue Augen im Feuerschein geheimnisvoll leuchteten, und lächelte. "Sie ist eine sehr eigensinnige Dame, nehme ich an? Vielleicht ist sie mir böse, weil ich so viel von deiner Zeit bekomme." Er stand auf und räumte die Teller und das Besteck zusammen, um es in die Küche zu bringen. Er fand es ungemütlich, wenn er wusste, dass es im Hintergrund stand und ihn fast belauerte, bis es weggetragen wurde.

Liam lachte auf und nahm Keith schnell die Teller weg. "Nein, nein. Das will ich heute hier gar nicht sehen. Ich bin die Hausfrau. Lass mich das hier rasch in den Geschirrspüler räumen. Nimm du doch stattdessen unsere Gläser mit runter."

Keith lächelte und balancierte die noch halb vollen Gläser vorsichtig in einer Hand aus, um mit der anderen nach der Weinflasche greifen zu können. Ein leises Kribbeln der Vorfreude machte sich in ihm breit, als er zum Kamin ging und Gläser und Flasche auf dem teppichfreien Stück Boden davor abstellte. Er fragte sich, ob Liam nicht vielleicht eher die Sitzecke gemeint hatte, aber er wollte so gerne direkt am Feuer sitzen.

Die Katze folge Liam in die Küche, und er fütterte sie mit besonders gutem Weihnachtsfutter. Er programmierte die Maschine, das Geschirr ab fünf am Morgen zu spülen, damit sie die Atmosphäre nicht noch zerstören konnte. Leise ging er ins Wohnzimmer zurück, um seinen Schatz anzusehen, der im Schneidersitz auf dem weichen Teppich saß, ein wenig nach hinten gelehnt und auf die Arme aufgestützt, und mit einem leichten Lächeln auf den Lippen ins Feuer sah.

Liam schlich sich an, auch wenn er sich sicher war, dass Keith ihn hören musste. Langsam kniete er sich hinter seinen Freund und umarmte ihn, strich ihm mit den Finger über die Brust, während seine Lippen vom Ohrläppchen zur Kehle des anderen Mannes wanderten. "Hm. Das ist das schönste Weihnachtsfest seit langem."

Er ließ seine Finger über Keiths Körpermitte wandern, aber hörte noch vor dem Hosenbund auf, griff stattdessen an ihm vorbei nach seinem Glas. /Nicht zu eilig. Erst mal das Essen sacken lassen und ein wenig Streicheleinheiten verteilen. Gestern Nacht ist er dabei auch immer kuscheliger geworden./ Mit einem kleinen Lächeln hielt er Keith das Glas für einen kleinen Schluck an die Lippen, statt selber zu trinken. Das Glas noch in der Hand küsste er ihn gleich darauf und murmelte "Habe ich mir doch gedacht. Mit dir zusammen schmeckt der Wein mir viel, viel besser."

Eine warme Gänsehaut kribbelte über Keiths Körper hinweg, und er lachte leise, während er sich an ihn lehnte und nach hinten griff, um einen Arm um Liams Hals zu legen. "Und du schmeckst mir mit ganz egal, was es ist, immer und zudem so unwiderstehlich wie nichts anderes."

Liam hinter sich so eng und so dicht an sich zu spüren, ließ das flatternde Begehren in seiner Magengrube noch weiter ansteigen. Er streichelte mit der freien Hand über seinen Oberschenkel, drehte den Kopf erneut zu ihm und murmelte mit halb geschlossenen Augen direkt auf seinen Lippen "Dass es mein schönstes Weihnachten ist, weißt du ja ohnehin schon. Und mit dir habe ich das wundervollste und das atemberaubendste Weihnachtsgeschenk bekommen, dass es nur geben kann." Voller Zärtlichkeit küsste er ihn.

Liam schaffte es nur mit einem Übermaß an Konzentration und aus Angst vor dem Temperament seiner Putzfrau, das Glas wieder sicher abzustellen, bevor er Keith mit beiden Armen dichter an sich zog, um ihn zu küssen, um seinen Mund mit der Zunge zu erkunden, während er ihn zugleich liegend auf den Teppich unter sich beförderte. Er schob einen Arm unter Keiths Kopf und streichelte ihm mit der freien Hand über die Haare, das Gesicht, aber wollte sich und ihn nicht zu sehr von dem Kuss ablenken.

Keith erwiderte den Kuss innig, während er mit einer Hand nach Liams Nacken tastete, um ihn noch enger an sich zu ziehen und dieses Gefühl weiter vertiefen zu können. Atemberaubend war kein Ausdruck für das, was Liam mit ihm anstellte; er war sich im Gegenteil sicher, nie wieder atmen zu müssen, so lange sein Freund ihn nur nicht losließ und nur nicht mit diesem Zungenspiel aufhörte. Wieder und wieder eroberte er ihn zurück, wann immer Liam auch nur den Anschein erweckte, sich von ihm entfernen zu wollen.

So wild hatte Liam seit seiner Schulzeit nicht mehr geküsst. Keith wurde auf eine aufregende Art vereinnahmend, wollte ihn gar nicht gehen lassen, während ihre Zungen sich umeinander bewegten und sie sich in einem fließenden Hin und Her zwischen den Lippen mal eher bei Liam, dann wieder in Keiths Mund trafen.

Nach einer Weile hielt Liam es nicht mehr aus und rollte sich ein wenig weiter auf Keiths schlanken Körper, um ihre Hüften in Kontakt zu bringen. Er war erregt, und die Berührung ließ ihn unbewusst aufstöhnen, während er mit seiner freien Hand um Keiths Hüfte herumstrich und mit den Fingern unter den Pullover auf die Haut über seinem Hosenbund glitt.

Der Laut, den Liam von sich gab und das unmissverständliche Gefühl an seinem Schoß, das ihm zeigte, wie sehr sein Freund ihn begehrte, ließ Keith schwindlig werden und Wolken von Schmetterlingen durch seinen Körper ziehen, die von der warmen Hand an seiner Hüfte zusätzlich durcheinander gewirbelt wurden.

/Wir sind erst seit gestern zusammen/, ging es ihm flüchtig durch den Kopf, doch im nächsten Moment war der Gedanke schon wieder vergessen, davon geschwemmt von dem Verlangen nach dem Mann, der ihn so zielsicher um den Verstand zu bringen wusste. Ein wenig ungeduldig fast zog Keith das Hemd aus der engen Hose und glitt mit beiden Händen darunter, um den durchtrainierten Rücken zu erkunden. Es fühlte sich beinahe zu gut an, ihn so direkt zu spüren.

Liams Gedanken gingen vage in zwei Richtungen. Zum einen dachte er leidenschaftlich und begehrlich /Ja! Endlich! Jubeltag! Er fühlt sich herrlich an!/ zum anderen und fast gleichzeitig fuhr ihm durch den Kopf /Verdammt, nein! Falsche Planung! Alles, was wir gleich brauchen werden, ist im Schlafzimmer, Liam!/ Er beschloss nach einem leisen Stöhnen von Keith, dass es zunächst egal war und begann, ihm den Pullover über den Kopf zu ziehen.

Keith ließ von Liam ab, um die Arme über den Kopf zu nehmen und es ihm leichter zu machen, suchte jedoch sofort wieder nach dem Mund seines Freundes, kaum dass sein Gesicht frei war und noch bevor er den Pullover gänzlich los war. /Zu gut... viel zu gut.../ Als er endlich seine Hände wieder benutzen konnte, zerrte er Liams Hemd höher, um mehr von ihm zu spüren, nur kurzfristig verwundert darüber, dass er den Mut dazu aufbrachte, sein Begehren überhaupt so offen zu zeigen.

/Hoppla, aus dem Häschen ist ja ein richtiger Wolf geworden. Und hungrig ist er dazu. Wie lange sein letztes Mal wohl her ist?/ Amüsiert und erfreut ließ Liam nach und nach von seinem Schatz ab, um sich das Hemd auszuziehen, bevor er sich wieder auf ihn legte und das Gefühl der warmen weichen Haut an seiner ausgiebig genoss, während er noch einmal auf Keiths Drängen reagierte und sich in einen weiteren Taumel wilder Küsse ziehen ließ.

Nach einer Weile wollte er jedoch mehr, mehr spüren, mehr sehen dürfen. Das erhitzte Gesicht, die geröteten, feuchten Lippen und der sich unter seinen Fingern windende schlanke Körper waren zwar schon fast zuviel für ihn, erregten ihn unwillkommen heftig, aber dennoch konnte Liam sich nicht davon abhalten, mehr zu wollen.

Zu seinem Glück klinkte sich sein Verstand gleichzeitig mit dem Begehren ein. Sie waren noch immer im Wohnzimmer auf dem Fußboden. Keine weichen Decken in der Nähe und all die anderen Dinge, die er bereitgelegt hatte, ebenso wenig. Er lachte ein wenig auf, dann schob er einen Arm unter Keiths Schultern und zog ihn an sich, brachte ihn dazu, mit ihm aufzustehen. "Das ist zwar schön hier, aber lass uns trotzdem rübergehen, Liebling", flüsterte er ihm ans Ohr.

Liams Lachen und die Unterbrechung holten Keith gerade weit genug aus seinem Taumel der Erregung zurück, dass er wieder klar denken konnte. Schwer atmend lehnte er sich an ihn, das Gesicht an seinem Hals verborgen, registrierte, dass sie beide nackte Oberkörper hatten, dass Liam sich unter seinen Händen und an ihm wundervoll anfühlte, dass er ihn unendlich begehrte und mehr von ihm wollte.

Gleichzeitig fragte er sich, ob Liam das abstoßend fand, dass er sich so hatte gehen lassen, zu wild, zu unkontrolliert. Dass er ihn auch wollte, war nicht zu übersehen, doch offensichtlich nicht so sehr wie umgekehrt. /Oh wie peinlich! Ich muss mich zusammennehmen. Ich will nicht, dass er ausgerechnet das erste Mal in schlechter Erinnerung behält./ Ein kleiner Schauer lief durch ihn, und anstatt an Liams Hals zu knabbern und ihn dort gleich noch mal leidenschaftlich zu küssen, nickte er.

Liam lenkte Keith in sein Schlafzimmer und schob ihn auf das Bett. /Jetzt hab ich die Stimmung offensichtlich ein wenig zerstört, verdammt./ Statt sich darum länger Sorgen zu machen, begann er Keith von seiner Hose zu befreien, hielt aber inne, um seinen Schatz vorsichtshalber zu fragen "Ich würde dich gern ansehen dürfen. Lässt du mich, Liebling?"

Keith war sich nicht ganz sicher, was es gewesen war, aber er hatte das Gefühl, einen Fehler gemacht zu haben. War es nicht offensichtlich, dass er weitaus mehr wollte? Warum fragte Liam? Er hatte auch nicht gefragt, ob er ihm den Pullover ausziehen durfte. Die plötzlich erwachende Unsicherheit begann, die Erregung beiseite zu schieben. /Vielleicht ist es doch noch zu früh. Vielleicht will er doch nicht so sehr, wie ich es mir eingebildet habe, und er meint nun, er muss es tun, weil ich so darauf reagiert habe, dass er mich nur... einfach geküsst hat. Oh Gott, vielleicht denkt er sogar, dass ich ihn nur will, weil ich so lange keinen Freund mehr hatte!/ Mit einem Mal fühlte er sich nackt, obwohl er noch halb angezogen war.

Eine Bewegung der Augenbrauen, dann verzog sich der schöne Mund eine Spur. Es war nicht überdeutlich, aber dazu kam eine fröstelnde Bewegung der Arme, die Liam stutzen ließ. "Schatz, ist etwas nicht in Ordnung?" Hastig ließ er die Finger von der Knopfleiste der Hose über den Oberkörper von Keith zu dessen Schultern gleiten.

/Bitte mach, dass er es sich nicht anders überlegt hat, bitte, bitte.../ Langsam küsste Liam Keith auf die Schulter, dann erneut auf seiner Wange zum Mund hin. "Sag mir, was dir fehlt, egal was, Keith. Wenn du es mir nicht sagst, dann kann ich auch nicht machen, was du möchtest, denn hellsehen kann ich nicht, Liebling." Er stützte sich neben Keith auf und strich mit der flachen Hand über dessen Bauch auf und ab. Als er das Zögern bemerkte, lehnte er sich dichter zu ihm hin und flüsterte "Ganz egal, ich tue es. Vertrau mir, so wie eben, so wie gestern Nacht."

Keith atmete zweimal tief durch, ehe er ihn ansehen und antworten konnte. Liams Gesicht war ruhig, nicht ärgerlich, seine Wangen waren gerötet, und das gleichmäßige Streicheln auf seinem Bauch, zusammen mit der dunklen, leicht heiseren Stimme ließen ihn sich wieder etwas besser fühlen.

"Du musst... musst nichts tun, nur weil du meinst... nur wegen mir", murmelte er nervös. "Ich würde das schon überleben, weißt du?"

Liam sah ihn verwirrt an, dann lachte er leise. "Du machst mich wahnsinnig. Nicht nur wahnsinnig glücklich, auch vor Verlangen. Ich will Dinge tun, einige, mit dir vor allem. Aber nicht, wenn du nicht willst. Und eben, eben gerade im Wohnzimmer hatte ich das Gefühl, dass du willst. Hat sich da etwas geändert?"

Keith sah mindestens ebenso verwirrt zurück, ehe ihm aufging, dass er wegen eines Missverständnisses fast alles ruiniert hätte. Er errötete, fiel aber in das Lachen mit ein und schlang Liam die Arme um den Hals. "Nein, ganz bestimmt nicht. Außer, dass du plötzlich aufgehört hast und dann Fragen zu Sachen gestellt hast, von denen ich dachte, dass sie ganz logisch sind, und... Oh egal!" Erleichtert zog er ihn zu sich herunter, um ihn erneut in einen Kuss zu verstricken, während das Kribbeln in ihm sprunghaft wieder anstieg. /Wie soll ich nicht wollen, wo ich dich so sehr begehre./

"Logisch... entschuldige, Keith. Ich höre sofort mit dem Fragen auf."

Keith küsste nicht nur gern, sondern auch wirklich gut. Liam hoffte, dass er mit dem Geschick seines Freundes mithalten konnte, während er kaum zu Atem kam, es aber auch gar nicht wollte, weil jede kleine Windung gegen seine Zunge erneut heiße Schauer durch ihn sendete.

Lediglich sein Wunsch, diese Schauer noch zu verstärken, brachte ihn dazu, sich Keith erneut zu entziehen, um ihn endlich von der Hose und seiner Unterwäsche zu befreien. Er selber schaffte es gerade so, sich die Hose abzustreifen. Liam kniete sich über seinen Schatz und küsste ihn rasch einmal auf den leicht geöffneten Mund, dann strich er ihm forschend und bewundernd über die Seiten bis zu seinen Hüften. Die helle Haut fühlte sich erhitzt an und weich. Nicht von endlosem Training gestählt, sondern einfach normal. Keith war sehr schlank dabei und zudem gelenkig, immerhin konnte er sich ohne weiteres in den Schneidersitz begeben.

Liam lächelte zufrieden, dann senkte er seinen Mund auf Keiths Hals und begann von dort eine Wanderung über den Körper seines Schatzes. Mit den Fingern, mit den Lippen, der Zunge, den Zähnen. Es war herrlich, sich für so etwas einmal wieder Zeit zu nehmen und nicht gleich durchzuzischen zum eigentlich Akt. Am Bauch angekommen ließ er seine Hände über Keiths Oberschenkel und ein wenig fragend dazwischen streicheln, dann rückte er zurück und begann das zu tun, was er schon von Anfang an vorgehabt hatte. Er hielt ihn mit einer Hand sachte fest, dann senkte er seinen Mund über Keiths Erektion und begann, sich seiner Gemeinheit bewusst mit der Zunge daran entlang zu spielen.

Keith stöhnte auf und griff nach ihm. Seine Finger gruben sich in Liams Haar, hatten jedoch nicht genug Kraft, um ihn dazu zu bringen, von ihm zu lassen oder mehr zu tun, wobei er auch nicht gewusst hätte, was von beidem er eigentlich wollte. Was Liam mit ihm machte, war weitaus besser als alles, was er sich in den vergangenen Jahren selber hatte geben können. Köstliche Schauer rannen durch seinen Körper und raubten ihm die Sinne. Er wand sich unter ihm, hob ihm die Hüfte entgegen, immer wieder lustvolle Laute von sich gebend, wenn Liam eine besonders empfindliche Stelle fand.

Liam erfreute sich an Keiths Reaktion auf seine eigentlich noch nicht so intensiven Bemühungen. Er fragte sich, während er den Geschmack seines Schatzes genoss und auch die Laute, die er ihm entlocken konnte, wie weit er gehen, ob er ihn kommen lassen wollte, wobei er dann in Kauf nehmen musste, dass Keith sicherlich zufrieden, aber auch träge in seinem Arm einschlief. Das wollte er nicht wirklich riskieren, dazu war er selber zu sehr erregt. Andererseits wollte er es nicht übertreiben mit seinem Liebling. Seine Finger strichen über die feuchte Haut und dann zwischen Keiths Beine. Fragend schob er sie weiter auseinander.

Keith sah zu ihm hin und versuchte, wieder zu Atem zu kommen. /Wie kann er nur... wie kann er mich mit nur ein paar Berührungen so weit bringen?/ Er wollte nicht, dass es zu schnell ging, wollte alle Zeit der Welt mit Liam verbringen, sich von ihm streicheln lassen, seinen Körper erkunden, ihn schmecken, riechen, erforschen. Nur schien sein eigener Körper anderes vorzuhaben. Aber Keith hatte nicht vor, sich darum betrügen zu lassen, selbst wenn sein Verstand ihm sagte, dass auch später noch Zeit war, wo er all das ausprobieren konnte, wozu er dieses Mal nicht kommen würde.

"Nicht ganz so schnell, Liebling", flüsterte er und richtete sich halb auf, um Liam auf sich zu ziehen und dann auf ihn zu rollen. Sacht küsste er seinen Freund auf den Mund, um dann mit der Zungenspitze einen Weg seinen Hals hinunter zu finden, bis er die muskulöse Brust erreichte. Während er die leichte Brustbehaarung zu streicheln begann, suchte er mit Lippen, Zungen und Zähnen selber nach Stellen, die Liam Vergnügen bereiteten. Nebenbei fand er heraus, dass jeder Part des trainierten Körpers unvergleichlich wundervoll schmeckte.

Liam war von der Initiative seines Geliebten ein wenig erschreckt worden, aber schloss dann seufzend die Augen, während seine Finger durch Keiths Haare zur kraulen begannen. "Hm, du bist wirklich voller Überraschungen." Durch unangenehme Enge wurde ihm nun deutlich bewusst, dass er seine Shorts noch anbehalten hatte. Während er die Zunge seines Geliebten auf seiner Brust und seinem Bauch mit einem träge verhangenen Blick verfolgte, begann er, mit einer Hand daran zu zerren, um sie irgendwie loszuwerden.

Keith folgte der Hand und schob sie dann beiseite, um Liam durch den Stoff hindurch zu küssen und vorsichtig mit Zähnen und Lippen zu knabbern. Dann zog er ihm die Shorts die Beine herunter und befreite ihn davon. Forschend neckte er ihn mit dem Mund überall, an den Hüften, den Oberschenkeln, wieder am Bauch und der Brust, wagte sich jedoch nun nicht mehr zum Schoß vor. Stattdessen kehrte er zu Liams Lippen zurück, schmiegte sich der Länge nach an ihn und genoss das Gefühl, ihn an seinem kompletten Körper zu spüren, erhitzt, feucht und deutlich erregt.

Liam stöhnte leise auf, als Keith ihn so erregend mit dem Mund und den schlanken Händen berührte, doch es wurde noch viel schöner, als sein Schatz sich ganz auf ihn legte. Damit konnte Liam ihn wieder küssen, und zudem hatte er die Möglichkeit, die hinreißende Rückseite seines Lieblings zu erkunden.

Er strich mit beiden Händen über den Rücken auf den Hintern hinunter und begann, Keith leicht von dort auf die Beine und wieder hinauf zu massieren und zu streicheln. Ab und zu ließ er die Finger zwischen die Pobacken streichen, aber konzentrierte sich eher darauf, Keith gegen sich zu pressen. /Mit ihm schlafen kann ich sicherlich auch ein anderes Mal. Bin auch so schon kurz davor./ Seine Gedanken drifteten fort, als Keith seine Lage ein wenig verschob und sie noch enger aneinander gedrückt wurden.

Keith hatte aufgehört, irgendetwas zu denken oder zu wünschen, was jenseits von Liams Nähe lag, als sich sein Freund immer härter und schneller gegen ihn zu reiben begann. Er klammerte sich an ihn, nahm seine Bewegungen auf, während die Welt um ihn in dem Taumel an Lust verschwand. Für einen winzigen Moment schien die Spirale, die Liam ihn emportrieb, anzuhalten, als sich Feuer in ihm ausbreitete, dann ging alles um ihn in Licht und Flammen auf.

Liam erschauderte, als er spürte, wie Keith aufstöhnend kam; er hatte sich ohnehin schon so lange auf der Grenze zum Höhepunkt befunden, dass ihn dies ebenso nach nur einer kurzen Weile, die er sich gegen Keith presste, über die Klippe sendete. Eine ganze Weile lang versuchte er, keuchend seinen Atem wiederzufinden, dann küsste er Keith, auf die Wange, seine Stirn, auf den Mund, überallhin, wo er ihn erreichen konnte. "Ich liebe dich."


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by Jainoh & Meike "Pandorah" Ludwig