Abschleppdienst

9.

Frank blinzelte, dann nippte er rasch noch einmal von seinem Kaffee; der Milchschaum war mittlerweile zu einem platten See zusammengesunken, was es einfacher machte. "Dann hatte ich doch das richtige Bild von dir, nur heute Abend ist es ein wenig verrückt worden." Die lange Rede von Matthias hatte ihm gezeigt, dass auch der auf der Heimfahrt nachgedacht hatte. Langsam schob er sein Glas hin und her, dann erklärte er "Ich hab mir vorher überlegt, dass du verdammt gut Bescheid weißt und Erfahrung hast. Du bist immer so sicher an alles rangegangen. Heute Abend hab ich mich dann erschrocken, hätte doch sein können, macht ja auch Sinn. Ich bin hier auf Urlaub, ich lebe über eine Stunde Fahrt mindestens entfernt, und wir würden uns nach dem Urlaub nicht mehr so oft begegnen. Da hätte es doch sein können, dass du halt Lust hattest, mich zu trösten und so, um mich dann wieder loszuwerden." Er warf einen kleinen Blick auf Matthias' entsetztes Gesicht und grinste. "Hätte, hab ich gesagt. Nach eben gerade weiß ich doch auch, dass dem nicht so ist."

Matthias grinste ebenfalls und schüttelte den Kopf. "Weißt du, nur um noch ein wenig mehr Bilder gerade zu rücken, ich bin kein Supermann. Bin auch nicht immer sicher. Aus all den Gründen, die du gerade genannt hast, hab ich Angst gehabt, dass du nur ein wenig Trost wegen deinem Ex suchst. Jemanden, der ein bisschen kuschelt und kümmert und weg damit." Er hob ein wenig die Schultern. "Jetzt fürchte ich das nicht mehr. Danke für deinen kleinen Ausraster."

Frank wurde rot, aber lächelte seinen Freund an. Hatte er das richtig verstanden? Seine Zickigkeit wurde ihm positiv ausgelegt? "Ich bin so froh über diesen versauten Abend, das hätte ich nicht gedacht", gestand er dann endlich und legte seine Hand über Matthias' Finger. "Ich hoffe, dass ich es in Zukunft schaffe, nicht so empfindlich zu sein, ja?"

"Och, wenn das immer so nett endet wie heute, kann ich das, glaube ich, einmal pro Woche überleben. Aber wenn es sich machen ließe, nicht allzu oft häufiger." Matthias lachte leise, drehte die Hand und umfing Franks, dann zog er seinen Freund an sich und schloss ihn in die Arme. "Aber ich will ja auch meine Maus behalten und nicht plötzlich ein Panzernashorn haben." Er grinste und erstickte alle Kommentare von Frank mit einem Kuss.

 

Den nächsten Morgen verbrachten sie wunderbar geruhsam mit einem Frühstück im Bett und viel Geschmuse, dann musste Matthias seinen Freund leider wieder an dessen Großeltern abtreten, zumal er selber noch ein paar Dinge für die Weihnachtsfeier bei seinen Eltern besorgen musste.

Am Abend telefonierten sie lange, und am Heiligen Abend rief Matthias ebenfalls an, um Frank ein schönes Fest zu wünschen. Viel lieber hätte er es mit ihm verbracht, aber da er keinen zweiten Jahrhundertkrach wie den zu seinem Coming Out riskieren wollte, gab es leider keine Möglichkeit dazu. Unstimmigkeiten gab es in der Familie ohnehin schon wieder, da Matthias sich nach wie vor weigerte, in die Kirche mitzukommen und stattdessen das Raclette vorbereitete.

Dennoch wurde es ein nettes Fest, selbst wenn er den Fragen nach seinem Wohlbefinden ein wenig auswich, um nichts über Frank zu erzählen und damit den Frieden gleich wieder zu stören. Doch seine Gedanken wanderten immer wieder zu seinem Freund. In einer ruhigen Minute nach dem Essen schickte er ihm eine schnelle SMS. 'Feier schön. Ich denk an dich. Hab dich lieb, Matze'

 

Frank hatte den Heiligabend wie immer mit den Großeltern zunächst beim Kaffeetrinken, dann in der Kirche und endlich mit geschmückter Tanne und leckerem Essen verbracht. Die Wiener Sängerknaben gaben vom altersschwachen Plattenspieler im Hintergrund ihr Bestes.

Es war friedlich und auf eine vollgefressene langweilige Art festlich. Der Opa rauchte zur Feier des Tages eine Zigarre, die Oma und Frank kümmerten sich um das Tischdecken, während er den Kamin beaufsichtigte und noch einmal rausging, um Schnee auf der Einfahrt zu schippen, damit es am Morgen nicht zu viel Arbeit würde.

Endlich tauschten sie ihre Geschenke aus. Frank wurde von dem Geschenk seiner Eltern überrascht. Seitdem er aus dem Haus war, hatte er nur noch Geld erhalten. In diesem Jahr schenkten sie ihm genau den Garderobenspiegel, den er sich schon seit einer Weile gewünscht hatte. Misstrauisch blinzelte er Ernestine an, die endlich auch gestand, dass sie ihrem Sohn sehr resolut mitgeteilt hatte, was sie von Geld an Weihnachten halten würde.

Von Matze erhielt er zur Vermehrung der Vorfreude eine liebe SMS, auf die er rasch antwortete, bevor sie zu ihrem nächtlichen Weihnachtsspaziergang aufbrachen, den seine Großeltern immer so gern machten, um den anderen Leuten in die Fenster auf die festlichen Bäume sehen zu können. Sie hatten Glück, der Schneefall ließ sogar ein wenig nach, so dass sie zwar durchgefroren, aber nicht komplett nass wieder im Haus waren.

Da Frank und Matthias verabredet hatten, dass sie sich in der Stadt in Franks Wohnung treffen würden, weil sie ohnehin beide mit dem Wagen fahren würden, trank Frank nicht so viel, um am nächsten Morgen schon sehr früh losfahren zu können. Er legte sich vor Mitternacht ins Bett und war dementsprechend am anderen Morgen schon vor acht auf und ausgeschlafen. Die Tasche war gepackt, und seine Großeltern hatten das Frühstück vorbereitet. So war Frank lange vor zehn auf der Autobahn in Richtung seiner Wohnung unterwegs, den Wagen mit dem Spiegel und einem überreichlichem Vorrat an Lebensmitteln vollgeladen.

Er kam an, noch bevor ihn Matthias' SMS erreichte, dass er sich auf den Weg machen würde und sich auf seine kleine Maus freute. Mit roten Wangen schrieb Frank zurück: "Ich bin schon da. Warte sehnsüchtig. Lieb dich", womit er mal wieder seine Zeichen fast überzogen hätte.

Die Wohnung war sein ganzer Stolz, auch wenn sie sehr stylisch von Peter mit ausgesucht worden war. Sie war über die Firma organisiert. Ein Dachgeschoss in einer sehr netten, ruhigen Wohngegend. Die Wohnung bestand neben einem kleinen Windfang praktisch nur aus einem Zimmer und dem Badezimmer, die Schrägen konnte man bis in die Spitze des Dachs hochschauen. Die Holzlamellen und die Balken hatte Frank in Eigenarbeit und mit seinem Opa weiß lackiert.

Aus dem Dach war an der einen Seite ein Balkon rausgesetzt, hier befand sich auch die Küchenzeile und der große Esstisch für acht Personen, den Frank ohne Peters Freunde sicherlich nicht gebraucht hätte. Er mochte den Tisch mit seinen Klotzbeinen und den schlichten Bänken zum Sitzen dennoch sehr und war froh, dass er die Unsummen dafür ausgegeben hatte.

Im Wohnzimmerbereich hatte er zwei niedrige Tischchen in knalligem Grün auf einem extraflauschigem, weißen Fusselteppich. Als Sitzgelegenheit gab es jedoch nur dicke Sitzkissen, ebenfalls in Grün. An einer Seite hatte er seinen großen Schreibtisch mit zwei Computern zur Bearbeitung seiner Entwürfe und einem Zeichenbrett.

Zufrieden brachte Frank seine Sachen in den Schlafbereich, der hinter einem Bücherregal und einem hohen Paravant aus Messing versteckt lag. Die Wohnung war natürlich eisig, aber die Fußbodenheizung würde das schnell ändern. Rasch räumte er die Lebensmittel in den Kühlschrank ein und verteilte eilig die Weihnachtsdekoration, die er von seiner Oma bekommen hatte, in der sonst wirklich unweihnachtlichen Wohnung.

"Wenigstens der Tisch ist jetzt nett", murmelte er schließlich zufrieden, als er die rote Decke von seiner Oma zu dicken grünen Kerzen darauf verteilt hatte und in die Lampe darüber noch einige Engelchen gebaumelt hatte. Endlich schob er noch eine CD in den Spieler und duschte sich schnell. Er hatte länger geräumt, als er gedacht hatte. So war er noch nicht mit dem Anziehen fertig, als Matthias bereits an der Tür klingelte.

"Bis zum Dachgeschoss hoch laufen!", rief er in die Gegensprechanlage und freute sich darüber, wie es in seinem Bauch kribbelte und krabbelte, weil sie sich einen Tag nicht gesehen hatte. Eilig schaltete er die Kaffeemaschine ein und stellte den Ofen an, in dem ein Hähnchenauflauf von der Oma wartete.

Allein Franks Stimme machte, dass Matthias die Treppen hoch rennen wollte, nur um schnell bei ihm zu sein. Doch er zwang sich, sie ruhig empor zu steigen, um die Vorfreude und das erwartungsvolle Kribbeln noch länger zu spüren.

Seine Tante hatte gelacht und sich mit ihm gefreut, als er am Morgen zum Weihnachtsfrühstück voller Begeisterung von seinem Freund geschwärmt hatte, nachdem er ihn bei seinen Eltern ja nicht hatte erwähnen dürfen. Außerdem hatte sie ihm leckeren Gewürzkuchen für seinen Freund mitgegeben, und selbst wenn Frank den nicht mögen würde, würde er nicht alt werden. Der Duft stieg Matthias schon die ganze Fahrt in die Nase und umwehte ihn auch jetzt.

Die Tür war nur angelehnt, und so trat Matthias direkt ein. "Wow", entfuhr es ihm erst mal, als er seinen Blick durch die schöne Dachwohnung gleiten ließ. Das passte zu seiner Maus, keine Frage. Er stellte die Reisetasche auf dem Boden ab und lehnte den Beutel mit dem Kuchen und Franks Geschenk daneben, dann hängte er seine Jacke auf. "Frank?"

Das Vermissen setzte noch heftiger ein und wurde dann durch ein bestimmt idiotisches Grinsen ersetzt, als sein Freund aus einer Tür kam.

Frank hatte schnell das Handtuch von seinem Kopf gerissen und seine Haare noch ein wenig verwuschelt. Nun sah er aus dem Badezimmer heraus und nölte gespielt "Du bist viel zu früh, ich konnte mich gar nicht mehr schön machen." Bezeichnend fuhr er sich mit Wuschellookgel in die blonden Haare, um sie kunstvoll in Unordnung zu bringen.

Ohne auf die Frisierversuche seines Freundes Rücksicht zu nehmen, kam Matthias ihm nach, umarmte ihn von hinten und begann seinen Hals zu küssen. "Mmh, du siehst immer gut aus. Und du riechst auch toll." Über den Spiegel sah er ihm in die Augen, ohne die Lippen von der weichen Haut zu nehmen und grinste. "Überhaupt möchte ich jetzt erst einmal richtig begrüßt werden, Maus. In kleinen Löchern verstecken gilt nicht, wenn ich komme."

Frank lachte auf und wusch sich die Hände. Eine Gänsehaut überzog deutlich sichtbar seinen Körper, und diese ging sehr sicher von Matthias' Lippen aus. Mit noch leicht feuchten Händen fasste er hinter sich und zog seinen Freund, die Finger über seinem Hintern, noch enger an sich heran. "So? Ich verkrieche mich? Aber du lässt mich ja gar nicht zum Anziehen kommen."

Matthias gab einen wohligen Laut von sich, als das Kribbeln und Sehnen in ihm stärker wurde. Mit den flachen Händen streichelte er über Franks nackten Bauch und die Brust, die wieder wunderbar glatt rasiert war, und neckte dann die von der Gänsehaut ebenfalls aufgerichteten Brustwarzen.

"Hab ich gesagt, dass ich will, dass du dich anziehst? Ich finde dich so, wie du bist, perfekt", grinste er. Er strich mit einer Hand weiter und legte sie auf Franks Wange, drehte dessen Gesicht leicht zu sich, während er sich über den Kiefer zu Franks Lippen hinküsste und lockend an diesen knabberte und zupfte, obwohl er sich eigentlich nur danach sehnte, den Mund in einem leidenschaftlichen Kuss einzunehmen.

"Das ist schön, mach weiter", flüsterte Frank. Innerhalb von wenigen Momenten hatten Matthias' Berührungen ihn vergessen lassen, wo sie waren und was er eigentlich vorgehabt hatte.

Überrascht davon, wie schnell Frank auf ihn reagierte, hielt Matthias inne, nahm seine Liebkosungen jedoch gleich wieder auf. Sie waren nicht verabredet und hatten keinen sonstigen Termin; es gab nur sie beide, und er hatte seinen Freund ohnehin viel zu sehr vermisst, um dieser leisen Aufforderung widerstehen zu können. /So hingebungsvoll, so lieb.../ Während er mit den Fingerspitzen erneut die Brustwarzen zu umkreisen begann, löste er sich von Franks Mund, um seinen Hals, seine Schultern und ganz besonders seinen zarten Nacken mit Küssen und Bissen zu verwöhnen.

Wieder fiel ihm die Rune auf, die dort tätowiert war. Die letzten Male hatte er schlicht vergessen, danach zu fragen, weil er immer in gänzlich anderes verwickelt war. Jetzt fuhr er die Linien mit der Zungenspitze nach. "Was bedeutet sie?"

Seufzend hatte Frank sich nach vorn sinken lassen und die Zärtlichen und zugleich doch immer wieder so erregenden Berührungen genossen. Matthias' Frage brachte ihn in die Realität zurück; mit einem Lächeln in Richtung Spiegel, aber noch immer halbgeschlossenen Augen murmelte er "Hauptsächlich bedeutete es eine Rache an meine Eltern. Ich hab mich tätowieren lassen, als sie mich rausgeworfen haben. Raido, die Schutzrunen der Reisenden. Ich hab gedacht, dass es für mich passend war, weil ich ja raus musste." Er lachte. "Im Orakel bedeutet es eine gute Zeit für die Seele, auf Wanderschaft zu gehen. Vielleicht hat meine Seele das ja getan." Er drehte sich um und schmiegte sich eng an seinen Freund, schob die Finger direkt auf seine Haut über den Rücken. "Zu dir."

Über sein Sexleben konnte Frank sich, seitdem er diesem Mann begegnet war, wirklich nicht beklagen. Sie schafften es für die nächste halbe Stunde nicht wieder aus dem Bad raus, und Frank war nur froh, dass er eine Packung Kondome auch dort auf der Ablage verstaut hatte, so dass sie es auch nicht mussten. Endlich ließ er sich auf den Badezimmerteppich sinken und ächzte "Jetzt muss ich noch mal duschen." Ausgelassen zwinkerte er seinem Freund zu und küsste ihn auf die verschwitzte Schläfe. "Und du kommst mit drunter."

Schließlich saßen sie beide frisch geduscht und angezogen am Esstisch. Frank hob nach dem ersten Bissen jedoch die Finger an den Mund, der sich von der wilden Knutscherei unter der Dusche noch ein wenig strapaziert anfühlte. "Ich hab vergessen, dir meine Wohnung zu zeigen. Das ist ja peinlich!"

Matthias lachte auf. "Ach was, ich hab dich auch nie offiziell durch meine geführt. Aber zugegeben, bei deiner lohnt sich das mehr. Ist echt schick." Als er sich noch mal umsah, blieb sein Blick an der Reisetasche hängen, die nach wie vor bei der Tür stand. "Und was wir auch vergessen haben, sind die Weihnachtsgeschenke. Du bist Schuld, was musst du auch so schrecklich verführerisch sein, Tigermaus!" Denn wieder einmal hatte er festgestellt, dass Frank beim Sex gar nicht mehr mauseleise und scheu war.

"Tigermaus." Frank kicherte fröhlich, dann sprang er auf. "Du hast aber so Recht! Ich hab ja noch zwei Weihnachtsgeschenke für dich!" Er lief ins Schlafzimmer, während Matthias zu seiner Tasche ging. "Bring deine Tasche gleich hier rein, Matze! Ich hab schon Platz im Schrank für deine Sachen gemacht. Immerhin bleibst du bis Neujahr, nicht?"

Matthias folgte seinem Freund und stellte sein Gepäck vor dem Bett ab. "Mindestens. Aber wenn ich mir das so anschaue, dann bleibe ich gleich ganz hier." Er grinste und zwinkerte ihm zu. "Deine Wohnung und mein Audi passen fast genauso gut zusammen wie der Frank und der Matze."

Frank lachte und lief gleich erst einmal zu ihm hin, um ihn noch einmal fest an sich zu drücken und zu küssen. "Sehr gut passen die zusammen!" Er hielt zwei Geschenke in den Händen, von denen eines die typische Flaschenform nicht verbergen konnte. "Das hier ist von meinen Großeltern. Ich hoffe, dass du den Wein wirklich lecker gefunden hast an dem Abend bei uns." Er hielt das andere hoch. "Und das ist was Kleines von mir. Ich kenne dich ja noch nicht so lange, aber hoffe mal, dass ich was Gutes getroffen habe."

Matthias küsste Frank erneut liebevoll, aber aus Rücksicht auf die strapazierten Lippen nur auf den Mundwinkel. Sein Freund schien in allem empfindlicher zu sein als er. Oder Matthias hatte sich weniger gut rasiert. "Danke." Er nahm die Geschenke entgegen und stellte die Flasche gleich beiseite. Der Wein war gut gewesen, und genauso wie der Gewürzkuchen seiner Tante würde er seinen Urlaub nicht überleben. Es freute ihn, dass die alten Leutchen an ihn gedacht hatten und ihn genug mochten, um ihn ebenfalls zu bedenken.

Einen Moment lang bewunderte er das hübsche Papier und die kreative Schleife, dann öffnete er das Päckchen, wenn auch nicht mit der gebotenen Vorsicht. Die Doppel-CD ließ ihn fröhlich grinsen, als er auf dem Rücken die Interpreten durchlas. "Supergut. Hast meinen Geschmack perfekt getroffen. Ist nur ein Titel dabei, den ich nicht so mag, was ein guter Durchschnitt für einen Sampler ist. Ich weiß, was wir die nächsten Male hören werden, wenn wir mit dem Auto unterwegs sind." Er legte die CD zu dem Wein, reichte Frank sein eigenes Geschenk und umarmte ihn dann von hinten.

Nur kurz ließ Frank die erneute Schmuseattacke zu, dann zupfte er Matze einmal am Ärmel und nölte kindisch "Wie soll ich denn so vernünftig auspacken können?" Er machte sich nach einem Kuss frei und ließ sich auf sein Bett fallen, das er in Vorbereitung auf seinen Freund ebenfalls frisch bezogen hatte. Er hatte keinerlei Vorstellung, was sein Geschenk sein könnte, aber noch kurioser kam es ihm vor, als er es auspackte und zunächst noch immer keinerlei Ahnung hatte, was es sein sollte. "Du? Matze? Was ist das?"

Matthias lachte auf und setzte sich zu ihm. Da es der letzte Artikel gewesen war, war natürlich weder die Pappe, noch die Plastikverpackung dabei gewesen. Er zog das Gummiband von den schwarzen Sitzauflagen und breitete sie aus, so dass auch die Kabel zu sehen war. "Für eine kleine Eismaus zum Autofahren. Auf die Vordersitze gespannt und an den Zigarettenanzünder gesteckt ist das fast so gut wie in meinem Wagen. Hat allerdings nur drei Stufen, aus, warm und sehr warm."

"Tigermaus, Eismaus." Frank lachte auf und drückte Matthias an sich. "Das ist ja total toll! Dann wird mir auch nicht kalt, wenn ich in Zukunft am Wochenende zu dir fahre und mal ein wenig im Graben auf dich warten muss, nicht?"

Matthias nickte grinsend, und ehe er es sich versah, waren sie schon wieder dabei, sich zu küssen, einander fest im Arm haltend. Aber sie waren auch einfach zu lange getrennt gewesen für seinen Geschmack. Ein ganzer Tag, das war zu viel.


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by Meike "Pandorah" Ludwig & Jainoh