Die Alten Geister

8.

Rho fühlte sich herrlich, als er ausgeschlafen vom Rascheln des Haushälters erwachte. Er grüßte ihn und ließ sich einen großen Becher Tee bringen, während er die Kleidung aus leichtem Leder überwarf, jedoch ohne die Lederschoner für Knie und Arme zu wickeln. Anstelle der Stiefel zog er sich auch nur Sandalen an. Es war im Licht viel zu warm für anderes.

Nachdem er seinen einzigen Schmuck, das feine, vergoldete Lederband, auf die Stirn geschoben hatte, brachte der Junge ihm den Tee und frisches Brot. Rho ging damit zu einem der Balkone über dem Laden, um die Morgensonne zu genießen und den Jungen bei der Arbeit nicht zu stören. Auf dem Balkon saßen jedoch bereits der Heiler und sein Schmuck auf den weichen Polstern. Nur kurz überlegte Rho, ob er stören sollte oder nicht, dann trat er über die kleine Stiege näher.

Es war nicht das erste Mal, dass Rho bei sich dachte, dass der Schmuck und sein Herr miteinander verwechselt werden konnten. Yami hatte mit dem weißen Haar und seinen tiefblauen Augen schon seltene Attribute an sich. Sein zartes, immer freundliches Gesicht tat aber ein Übriges.

Tsusu wirkte gegen die feinen Linien genauso gewöhnlich, wie Rho es immer an den Schmuckgeliebten bemängelt hatte. Runtergehungert auf eine künstliche Zierlichkeit, mit zu schmalen Wangen und antrainierter Schönheit. Die schwarzen Kleider hoben Tsusus prächtiges Haar jedoch hervor, auch wenn die unter seinem bauchfreien Oberteil hervorsehenden Rippen Rho fast schon so sehr zusammenzucken ließen wie Shen.

Während er sich vor Yami verbeugte, wich Tsusu hinter seinen Prinzen aus und vertiefte sich mit gesenktem Kopf in die Arbeit, einen breiten schwarzen Gürtel mit unzähligen farbigen Fransen und Perlen zu besticken. Offensichtlich hatte er sich die Dinge, die er brauchte, von Shen geben lassen.

"Guten Morgen, Yami. Hast du dich erholt und ein wenig umgesehen?"

Yami hob überrascht den Kopf, dann nickte er Rho zu und lächelte. "Dein Freund hat ein hübsches Heim. Ich mag den Blick." Er wies mit einer kleinen Geste auf die Brücken und Bögen, die sich von Haus zu Höhle spannten, auf die zierlichen Treppen, die sich um schlanke Äste wanden und zu verschiedenen Ebenen führten. Sogar den Palast konnte man hoch oben in der Krone sehen. "Magst du dich ein wenig zu mir setzen?"

Einladend klopfte er mit der Hand auf das Polster neben sich. Er wollte Rho Fragen stellen, und er fand, dass er ein Recht dazu hatte.

Rho nickte und ließ sich mit gehörigem Abstand neben Yami auf den Polstern nieder. "Ja, mir gefällt seine Wohnung auch viel besser als meine Zimmer im Palast."

"Sie ist ungewöhnlich." Mit halb geschlossenen Augen hielt Yami sein Gesicht den Sonnenstrahlen entgegen, die durch die lichte Belaubung fielen. Das hier war so viel besser als die Stille. Er verstand nicht, wie man in dem ewigen Zwielicht dort glücklich sein konnte. "Erzähl mir von deiner Krone, Rho. Sie ist groß, das kann ich spüren. Größer als meine, und sie reicht tiefer. Aber ich kann auch den Zerfall spüren und ihre Schwäche. Wie viele Hauptäste sind betroffen? Wie weit ist das Gelb in den Blättern vorangeschritten? Wir sind hier so nahe am Stamm, und trotzdem ist das Grün schon nicht mehr kräftig. Wann habt ihr gemerkt, dass sie krank ist?"

Rho drehte seinen Teebecher in den Händen. Unsicher warf er einen Blick auf das noch immer von den Anstrengungen gezeichnete schöne Gesicht des Prinzen. "Ich weiß, dass du mir diese Bitte verwehren kannst, aber würdest du mich vielleicht einmal zu dem Gebiet begleiten, das vor allen Dingen betroffen ist?"

Yami wandte sich Rho zu. Die Sorge in seiner Stimme spiegelte sich auch in seinen schmalen Augen wieder, deren Grün tiefer war als das der dunkelsten Blätter.

"Ich könnte euch sogar meine Heilkraft verwehren, Rho", sagte er sanft. "Ich könnte auch vorgeben, dass ich versuche zu heilen und in Wahrheit nichts tun. Warum seid ihr so sicher gewesen, dass ich euch helfe, wenn ihr mich entführt?"

Er sah einen Ausdruck wie wütenden Schreck in Rhos rundem Gesicht und stand auf, um an die Brüstung zu treten. Das Holz war warm und lebendig unter seinen Händen, als er sich darauf stützte und die Krone betrachtete. Sie war wunderschön und alt, selbst in ihrer Schwäche. Über die Schulter blickte er wieder zu Rho hin. "Ich werde tun, was ich kann. Bring mich hin."

Mit einem Lächeln trat Rho zu dem Prinzen an die Brüstung und blickte über das Astgewirr hinweg zum Palast. "Ich habe von Anfang an darauf vertraut, dass du uns nicht verraten kannst." Er legte den Kopf schief. "Du bist viel zu warm und mitfühlend. Ich entschuldige mich nicht dafür, dass ich es ausnutze, aber ich hoffe, dass du verstehst, warum ich es einfach versuchen muss."

Yami versuchte ein finsteres Gesicht, aber musste dann doch lächeln. "Wir Heiler sind einfach zu leicht zu durchschauen. Ich verstehe dich sehr gut. Aber ich sage dir noch einmal, es wird nicht viel sein, was ich tun kann. Ich kann deine Krone nicht heilen, nur ihren Zustand ein wenig verbessern."

"Allein dafür, dass du es versuchen willst, danke ich dir schon." Rho verbeugte sich angedeutet, dann meinte er mit Blick auf Tsusu: "Dein Schmuck sollte vielleicht hier bleiben, dann fallen wir nicht unnötig auf. Ich habe zwar das Glück, dass ich selbst in meiner Krone nicht unbedingt von jedem als Prinz erkannt werde, aber vielleicht ist die Kunde von deinem Verschwinden schon so weit getragen worden und Tsusu ist... sehr auffällig, vor allem an deiner Seite."

Er ging mit seinem Becher in der Hand die Treppe zu den Schlafkammern hinauf. "Ich hole dich in einer Weile ab. Bevor wir los können, muss ich noch mit Shen reden."

Yami wollte ablehnend protestieren, doch dann fiel sein Blick auf seinen Geliebten. Tsusu war noch erschöpft von der langen Wanderung, und solange sie beieinander waren, würde er sich immer und immer wieder zuerst um seinen Prinzen kümmern. Es widerstrebte Yami, ohne seinen Schmuck irgendwohin zu gehen, aber Tsusu konnte Zeit für sich brauchen. Schließlich nickte er.

Als Rho gegangen war, lehnte Yami sich dichter zu Tsusu und küsste ihn zart auf die Wange. "Ruhe dich aus, Sonnenstrahl. Wirst du mit Shen zurechtkommen? Du hat keine Scheu vor ihm, oder?"

Tsusu schüttelte den Kopf. "Nein, er war gestern sehr freundlich zu mir. Mach dir keine Sorgen, Yami." Er hob den Gürtel an. "Ich werde sticken und später ein wenig in der Sonne ruhen, bis du wieder zurück bist und mich brauchst."

Die Sonne würde bei ihrer Wanderung gewiss am Nachmittag erneut auf diesen Balkon fallen und Tsusu freute sich auf die Gelegenheit, ihre Kraft und Wärme wieder spüren zu können.

 

Rho fand Shen in seinem Lager und berichtete ihm, dass Yami zugestimmt hatte, ihn zu dem kranken Teil der Krone zu begleiten. "Wir werden heute Abend wieder zurück sein, weil ich ihn mit der großen Gondel mit hinüber nehmen werde. Bist du so gut und hast ein Auge auf den Schmuck vom Prinzen? Wir werden ihn hier lassen."

Shen grinste und nickte. "Ich bin mir sicher, dass er es selbst mit einer Gondel schaffen würde, langsam genug zu sein, um einen Ausflug auf das Doppelte der Länge zu dehnen." Dann verzog er ein wenig den Mund. "Ich werde sehen, dass er mal etwas Anständiges isst. Er kann gar nicht schneller sein, sonst fällt er um."

"Aha?" Rho grinste. "Du wirst es schon hinbekommen." Es erheiterte ihn, dass sein Freund sich offensichtlich den nutzlosesten aller Schmuckgeliebten zum neuen Zeitvertreib erwählt hatte. Nachdem er sich aus Shens Vorratskammer bedient hatte, damit der Prinz und er auf der Gondelfahrt über die Krone etwas zu essen haben würden, holte Rho Yami vom Gästezimmer ab.

"Wir werden die große Gondel nehmen. Es dauert zwar länger, aber ist dafür schonend für deine Glieder", erklärte er dem Prinzen auf dem Weg über die Treppen.

Yami nickte nur unbehaglich. Er war schon lange nicht mehr ohne Tsusus Begleitung gewesen, und noch viel weniger ungeschmückt. In der Stille war es ohne Bedeutung, aber hier würde er von anderen beobachtet sein. Er war froh, dass er an das leichte Tuch gedacht hatte, das er sich wie einen Schutz vor Blicken umlegen konnte. 'Es wird niemand seltsam schauen. Niemand kennt mich hier.'

Rho hatte sich Sorgen gemacht, dass jemand vielleicht doch den Heilprinzen erkennen würde, denn Shens Wohnung war in der Nähe des Marktplatzes gelegen und dieser war nicht gerade leer. Aus dem offenen Café, in dem fast alle Plätze an den niedrigen Tischchen belegt waren, grüßten ihn einige der reicheren Leute, die Rho auch von Audienzen kannten.

Ein befreundeter Jäger winkte ihm und rief: "Rho! Wir müssen mal wieder auf die Vogeljagd gehen! Nie lässt du dich blicken!"

Rho winkte nur zurück und erwiderte: "Ich hab viel zu tun! Io braucht meine Hilfe, aber ich melde mich bald bei euch!" und bog hastig auf einen ruhigeren Seitenast ab.

"Entschuldige, gerade in diesem Teil der Krone bin ich mit fast jedem bekannt." Er erzählte Yami auf dem Weg zur Gondelstation und während sie dort auf eine leere Gondel warteten, wie ihre Krone aufgebaut war und wo die ersten Anzeichen der Krankheit begonnen hatten. Auf der Fahrt zeigte er ihm dann den Palast, an dem sie von den eifrigen Kapuzenaffen vorübergezogen wurden, und den Palastgarten mit den angrenzenden Ästen, in denen sie Affen und Vögel sowie Flughörnchen züchteten.

Eine Weile betrachtete Yami nur neugierig die Umgebung, über die sie hinweg und durch die sie hindurch schwebten. Es gab wenig Unterschiede zu seiner eigenen Krone, aber allein die kleinen Dinge machten es sehenswert. Was auffiel war, dass sich hier mehr wehrhafte Lichte befanden als daheim. Seine Heimat war eher dem Handel und den Künsten verschrieben als dem Krieg, aber sie konnten es sich auch leisten, umgeben von starken Bündnispartnern.

Es war angenehm, durch die Sonne zu fahren, und Rho war eine ebenso angenehme Gesellschaft, weder aufdringlich noch langweilig, und er ließ Yami selbst Tsusus Abwesenheit als nicht gravierend empfinden. Yami mochte sein dunkles Lachen genauso wie die Ernsthaftigkeit in seinen Augen.

Doch das Lachen wurde weniger, je näher sie den kranken Ästen kamen. Selbst ohne den direkten Kontakt zum Baum konnte Yami die Schwäche spüren, und sie ließ ihn schaudern. Als er die Region, von der Rho gesprochen hatte, schließlich zu Gesicht bekam, konnte er nur entsetzt starren.

"Oh, Sterne...", flüsterte er und hob eine Hand vor den Mund.

Es war verheerender, als er es sich vorgestellt hatte. Die Region war beinahe tot. Äste waren gebrochen, nur noch wenige Blätter vibrierten matt im Wind, und diese waren kränklich gelb. Man konnte bis zu den untersten Regionen des Lichts sehen, wo die verwobenen Äste einem trügerischen Boden glichen, und selbst dort fehlten sie an einigen Stellen, so dass der Blick in die Stille fiel.

Rho betrachtete den Ast vor ihnen bekümmert. "Es war einmal die Heimat für unseren großen Markt gewesen, hier haben auch die Blumengärtner mit ihren kinderreichen Familien gelebt. Nicht die reichste Gabelung, aber einer meiner liebsten Teile dieser Krone. Bunt, fröhlich, lebendig. Jetzt weißt du, warum ich es dir nicht erzählen konnte."

Die grauen Kapuzenaffen kamen an der Endplattform an und zogen die Gondel mit lautem Kreischen und aufgestellten Backenbärten auf den Ast, bevor ihnen der dort ansässige Fährmann ihre Belohnung gab und sie vom Geschirr befreite.

Er war schon ein älterer Lichter, aber sonst immer sehr freundlich gewesen. Nun sah er bekümmert aus und müde. "Prinz Rho. Es ist eine Ehre." Er half Yami zuvorkommend aus der Gondel und nickte lächelnd. "Du hast einen schönen Schmuck mitgebracht. Wenn mir das Urteil erlaubt ist, der schönste, den ich je an deiner Seite habe sehen dürfen."

Rho lachte auf. "Das ist kein Schmuck, sondern ein Heiler. Ein sehr hübscher Heiler, das Urteil ist erlaubt." Er grinste, als der Alte leicht errötete, aber winkte Yami in Richtung eines Astes, von dem aus der Heiler das Ausmaß der Erkrankung sehen konnte.

Mit einem Schmuck verwechselt zu werden, hatte Yami in unangenehme Verlegenheit gebracht, aber Rhos lachend ausgesprochenes Kompliment ließ ihn erröten. Natürlich war es nicht das erste Mal, dass ihn jemand schön nannte, doch Rho wirkte so unverschämt frech dabei. Gleich darauf hatte er es vergessen. Diese Krone war weitaus schlimmer betroffen als jede andere, die Yami gesehen hatte. Er kniete nieder und berührte mit den Fingerspitzen die Rinde.

Mit geschlossenen Augen konnte er mehr sehen als zuvor. Die blattlosen Äste waren dunkel, viele bereits tot, so dass sie sich als schwarze Flecken in dem Pulsieren der lebendigen Kraft wiederfanden, das er ertastete. Er hatte nur fühlen wollen, ob der Zerfall dieser Region noch aufzuhalten war. Doch er konnte keine Grenze finden.

Es gab Ebenen, aus denen das Leben beinahe vollständig gewichen war und andere, die eben erst von dem schleichenden Tod berührt wurden. Aber je weiter Yami vordrang, umso sicherer wurde er, dass es keinen Zweig, kein Blatt mehr gab, das noch gesund war. Er konnte spüren, wie der Baum starb, langsam und unaufhaltsam. Es war wie giftige Kälte, die direkt aus dem Nichts in der Finsternis zu kommen schien, vor dem die Bäume sie doch beschützten. Aber sie fraß sich in die Wurzeln, kroch empor, setzte sich überall fest...

Mit einem Aufschrei zuckte Yami zurück, seine Hände lösten sich von der Rinde. Ihm war kalt, schrecklich kalt. Er zitterte so sehr, dass er kaum stehen konnte. Aber er wagte es nicht, sich zu setzen oder Halt zu suchen, aus Angst, das eisige Gift wieder zu spüren.

Rho war zu Yami gestürzt, als er den Schrei hörte und sein mit einem Schlag bleiches Gesicht sah. Vorsichtig umfing er die Schultern des Heilers mit den Händen und sah ihm ins Gesicht.

"Es ist schlimm, nicht? Die Krone stirbt, oder?" Er hatte nur geflüstert und erschauderte. "Es ist schlimmer geworden in der kurzen Zeit, die ich fort war."

Yami nickte benommen und sehnte sich mit einem Mal nach Tsusu. Nach seinem warmen Körper, seiner beruhigenden Art, seiner treuen, zuverlässigen Nähe. Er wollte sich gegen Rho lehnen, aber Rho war fremd. Dennoch gaben ihm die Hände Sicherheit, und er konnte nicht verhindern, dass er seinerseits eine Hand ausstreckte und sie ihm auf die Brust legte, um ihn zu spüren. Er berührte ihn mit seiner Kraft, fühlte Wärme und Stärke, keine Spur von Krankheit und Zerfall. Langsam ließ sein Beben nach, sein rasendes Herz beruhigte sich wieder. Zurück blieb eine tiefe Angst.

Yami wandte den Blick nicht von den dunkelgrünen Augen, als er wisperte: "Es ist wie ein Gift, das aus der Finsternis kommt. Es verteilt sich überall, setzt sich fest und vertreibt das Leben und das Licht. Ich kann... ich kann die Krone nicht mehr überall sehen, Rho."

"Aus der Finsternis?" Zögerlich ließ Rho den anderen Prinzen los, als dieser zu beben aufhörte. "Das klingt wie aus den Sagen um die Wurzeln."

Er ließ sich auf einer gedrechselten Wartebank nieder und sah zu Yami auf, der noch immer bleich und unruhig die Arme um sich geschlungen hatte. Wie zum Schutz zog der Heiler das leichte Tuch enger um sich, als wollte er sich vor der Krankheit der Krone abgrenzen.

"Die Stillen haben eine Sage, in der es heißt, dass etwas in der Finsternis ist. Dass dort die Wurzeln unserer Kronen liegen. Sie sagen, dass alles, was die Kronen nicht aus dem Himmel erhalten können, aus der Finsternis kommt. Stille Seher haben meinem Vater und auch meinem Bruder Io gesagt, dass er nicht in einer anderen Krone nach Heilung suchen soll, sondern in der Finsternis. Das war, als es begann." Rho senkte den Kopf. "Es klingt zu phantastisch. Hast du dich schon einmal bis zum Schimmern gewagt? Unter die Grenze der Stille? Dort ist nichts mehr. Da kann nichts sein."

Yami schüttelte den Kopf. "Ich war bei der Reise hierher so tief in der Stille wie niemals zuvor. Ich weiß nicht, ob in der Finsternis etwas ist. Aber was immer die Krone tötet, kommt von unten, den Stamm empor." Wieder durchlief ihn ein Beben; er fühlte sich elend.

"Lass uns zurück fahren", bat er leise.

Er brauchte Tsusu, seine Nähe und Zuneigung, um die Angst und die Verlorenheit zu vertreiben. Nach anstrengenden Heilungen hatte er das oft, und er begann, sich vor dem kommenden Tag zu fürchten. Wie würde es werden, wenn das Gefühl bereits jetzt so stark war, wo er noch gar nicht versucht hatte zu heilen?

"Shen kennt die Sage und kann sie besser erzählen als ich. Am besten kehren wir wirklich um." Rho bot Yami vorsichtshalber seinen Arm an, um ihn ein wenig zu stützen. In seinem Kopf geisterte eben diese Sage herum. Nachdenklich blickte er auf die toten Zweige, bis sie nicht mehr in ihrer Sichtweite waren.


© by Jainoh & Pandorah