Die Alten Geister

14.

Die einzige Art, die Tsusu kannte, um Dank und Zuneigung auszusprechen, war Gesang. Er beschloss, Shen ein Lied in der alten Sprache zu singen, das Lied für die Heilung, auch wenn es eher Rho war, dem er es widmete.

Als die ersten klaren Töne erklangen, runzelte Shen die Stirn. Er hatte dem Kleinen schon auf der Reise zu ihrer Krone gesagt, dass es nur unnötig Aufmerksamkeit auf sie lenkte! Dann bemerkte er jedoch den Seitenblick zu Rho, sah wie sich Yami deutlich entspannte und entschied, dass es tolerierbar war, solange Tsusu so verhalten blieb.

Er legte die unbenutzten Tücher zurück und setzte sich dicht beim Ausgang auf seine Decke, das Gesicht den anderen zugewandt, seine Aufmerksamkeit nach draußen gerichtet. Doch bald lullte Tsusus Gesang seine Wachsamkeit ein; Shen verstand die Worte nicht, vielleicht waren es auch nur Silben ohne Sinn. Aber es war angenehm, der weichen klaren Stimme zu lauschen, das hübsche Gesicht zu betrachten, das von innen zu leuchten schien und zu spüren, wie auch aus ihm die Spannung wich. Es war wie ein Zauber, der ihn einhüllte, der ihm Sicherheit gab und das Gefühl, als könnte es keine Bedrohung geben, solange nur Tsusu nicht verstummte.

Lächelnd bemerkte Tsusu, wie Shens Kopf immer wieder ein wenig wegsackte. Er sang leise weiter, weil er seinen Rhythmus gefunden hatte. Die Lieder der Alten waren meist zur Erholung oder inneren Beruhigung gedacht und bestanden aus ganz einfachen Wortfolgen der vergessenen Sprache. Er sang in diesem Heillied nur davon, wie die Ruhe in den Körper einkehren und die Schmerzen der Ruhe erliegen sollten.

Sachte, um Shen nicht aufzuschrecken, legte er ihm den Umhang um und kniete sich dann neben Yami. Er sang leise weiter, während er seinen Kopf an die Schulter des Prinzen legte und seine Augen schloss.

Yami war froh, dass Shen den Gesang nicht gleich wieder verbot. Er erinnerte ihn an Zuhause, brachte Licht und Wärme und ließ ihn leichter arbeiten. Ein Lächeln schlich sich auf seine Lippen, als er seinen Geliebten bei sich spürte. Auch das beruhigte ihn.

Er brauchte nicht mehr lange. Mit einem leichten Streifen der Fingerspitzen über Rhos Brust und Bauch öffnete er die Augen und sah auf den Prinzen hinab. Die Wunden waren verschwunden, neue hellere Haut überspannte die Stellen, aber mit der Zeit würden sie unsichtbar werden.

Die kritische Betrachtung führte zu einer anderen; müßig und beinahe gedankenlos ließ Yami seine Blicke über den kräftigen Körper streifen. Rho war durchtrainiert und gut gebaut, überall konnte er schön geformte Muskeln bewundern. Fast wäre er der Versuchung erlegen, sie mit den Händen nachzufahren. Er erschrak ein wenig darüber und beugte sich nur leicht nach vorne, um die Decke über den nackten Körper zu ziehen.

Rho seufzte leise und umfing die warme Hand, die ihn so herrlich verwöhnt hatte. Er lächelte und zog ein wenig daran, dann erst erwachte er und realisierte, dass es nicht sein Geliebter war, der sich zärtlich um ihn kümmerte, sondern der Heiler, der ihm das Leben rettete.

"Oh." Rho ließ die Hand nicht los, aber hörte auf, Yami zu sich ziehen zu wollen. "Für einen Augenblick dachte ich, dass du mein Schmuck bist, der mich weckt."

Die weiche Stimme, die im Hintergrund gesungen hatte, fiel ihm nun noch mehr auf und sein Blick glitt weiter. Tsusu hatte die Augen halb geschlossen, aber war an Yami geschmiegt. Der Heilprinz hatte ihn wirklich nur heilen, nicht berühren wollen. Rho ließ die Hand los und seufzte. "Entschuldige."

Yami legte den Kopf leicht schief und lächelte, auch wenn er es bedauerlich fand, von Rho verwechselt zu werden. "Ich habe wohl etwas an mir, das dazu verleitet, wenn ich keine Zeichen meines Ranges trage. Der alte Mann an der Gondel hat es ja ebenfalls gedacht. Also musst du dich nicht entschuldigen. Ich denke, ich werde es als Kompliment betrachten. Wie fühlst du dich? Hast du Durst oder Hunger?"

Ein Blick nach hinten zeigte ihm, dass noch Tee da war, und in dem Topf über dem Hitzestein dampfte die Suppe. Yami küsste Tsusu auf die Stirn, dann stand er auf, um Rho von beidem zu holen.

Mit Tsusus Hilfe konnte Rho sich aufsetzen. Der Schmuckgeliebte half ihm, ohne eine Miene zu verziehen, mit dem Anziehen und entwand Yami recht resolut die Schale mit der Brühe, um sie Rho zu reichen.

Rho war verwirrt. Seine Verletzungen schmerzten noch leicht, aber waren schon nahezu unsichtbar geworden. Mit einem kleinen Lächeln nahm er auch den Tee und stellte ihn neben sich. Offensichtlich wollte der Schmuckgeliebte nicht, dass sein Herr beim Bedienen erwischt wurde.

"Danke, Yami. Du hast wundervolle Kräfte." Er studierte die dunkelblauen Augen des anderen Prinzen. "Alles in Ordnung? Hoffentlich hast du nicht zu viel von deiner Kraft verschwendet."

Mit einem leisen Auflachen setzte sich Yami zu ihm. Natürlich spürte er eine gewisse Erschöpfung; in der Sicherheit des Lichts heilte er selten bis zur vollkommenen Genesung, zu viele beanspruchten seine Hilfe. Aber hier im Schimmern, wo sie alle bei Kräften sein mussten und bei jemandem, den er gerne mochte, war es keine Frage gewesen, wie weit zu gehen er bereit war.

"Wie kannst du von Verschwendung sprechen, Rho? Für was wäre mein Talent gut, wenn ich es nicht einsetzen würde? Auch wenn es mich an den Rand meiner Kräfte getrieben hätte, hätte ich dir geholfen. Ganz besonders dann." Sein Blick streifte über das runde und doch so energische Gesicht des Mannes, und Yami wurde ernst. "Du hast uns das Leben gerettet. Wie könnte ich mich zurückhalten, wenn deines auf dem Spiel steht?"

Rho grinste. "Das war Reflex. So schöne Lichte würde ich niemals im Stich lassen." Er zwinkerte einmal und widmete sich dann lieber der Brühe.

Yami grinste ebenfalls, aber fragte sich gleichzeitig, ob Rho ihn nicht ernst nahm. Der grünhaarige Prinz mit den schönen dunklen Augen war ein Krieger, vielleicht erwartete er ein ähnliches Können von jenen, die er respektieren konnte. Wie Shen. Er sah zu dem Stillen hin, der sich mit geschlossenen Augen gegen die Steinwand gelehnt hatte und einmal nicht wachsam aussah.

'Eine Steinwand!' Yamis Augen weiteten sich, als er das erste Mal bewusst registrierte, wo sie sich befanden. Was für ein unglaublicher Reichtum! Und wie faszinierend zu sehen, dass die Uralten wirklich so gelebt hatten, wie Shen in seinen Legen erzählte.

"Sterne! Es ist alles aus Stein!" Bestimmt konnten sie noch mehr solcher Spuren der Uralten finden. Vor Aufregung rötete sich sein Gesicht.

Rho nickte. "Ja. Hier haben die Uralten einmal gelebt. Sie haben nicht in den Bäumen wohnen können, sondern sich aus Steinen Höhlen gebaut. Dies sind die Reste, genau wie in den Sagen beschrieben." Er nickte zu Tsusu, der auf der Seite das Schlaflager für sich und den Prinzen herrichtete. "Er hat in ihrer Sprache gesungen."

Überrascht drehte sich Yami zu Rho um. "Du hast ihn verstanden? Tsusu kennt ein paar Lieder in ihrer Sprache, aber nicht einmal er versteht sie alle. Woher weißt du so viel über sie? Hast du es von den Stillen? Versteht Shen es auch?"

Rho schüttelte den Kopf. "Es gibt nur sehr wenige Lehrer, die einem noch die alten Worte und ihre Bedeutung erklären können. Ich weiß nicht, ob die Stillen vielleicht mehr darüber wissen, aber ich glaube nicht, dass Shen Tsusu verstanden hat."

"Aber du." Yamis Blick war voll Bewunderung, er mochte die neue Seite an Rho, die er eben entdeckt hatte. "Nicht nur ein guter Krieger, sondern auch in der alten Sprache bewandert." Er lächelte. "Welche interessanten Geheimnisse verbirgst du wohl noch?"

Verwirrt blinzelte Rho ihn an, er spürte, wie er ein wenig errötete. "Keine Geheimnisse. Ich habe mich einfach für das Jagen und die Alten interessiert. Es hat Spaß gemacht, mit den Meistern der Sprache zu lernen. Io hat sogar einmal einen entführen lassen, um mich zu lehren." Er grinste entschuldigend. "Wir haben ihn mit einem sehr angenehmen Schmuckgeliebten entlohnt."

Yami lachte hell auf. "Es scheint eine der beliebtesten Praktiken deines Bruders zu sein. Ich glaube, ich möchte mit deiner Krone ein Bündnis schließen, wenn wir zurück sind. Damit ich verhindern kann, dass er die Bewohner meiner Krone öfter entführt, anstatt um Hilfe zu bitten und einen angemessenen Austausch zu geben." Obwohl er noch immer schmunzeln musste, fügte er ernst gemeint hinzu: "Meine Krone ist dafür bekannt, dass sie sich dem Wissen und den Künsten widmet. Dennoch habe ich keine Kenntnisse der Sprache, bis auf das eine oder andere Wort, das Tsusu mir genannt hat. Willst du mich nicht lehren, Rho? Ich wäre dir dankbar."

"Ein Bündnis zwischen unseren Kronen?" Rho musste grinsen, auch wenn er gern versucht hätte, Yami hinters Licht zu führen und das nächste todernst zu sagen. "Das geschieht am effektivsten durch eine Verbindung der Königsfamilien, nicht wahr? Wie weit würdest du gehen, Yami, um den Frieden unserer Kronen zu gewähren?"

Yami genoss das freundschaftliche Necken und entschied, dass es der schönste Abend war, den er bisher auf ihrer Reise verbracht hatte. Es war verwunderlich, da er so erschreckend begonnen hatte, doch diese Wendung war angenehm. Yami legte mit einem kleinen Augenaufschlag den Kopf zur Seite und lächelte.

"Nun, ist die Höhe des Preises nicht Teil des Spiels?", neckte er zurück. "Du könntest probieren, es herauszufinden. Schmuck und die anderen üblichen Geschenke sind hier zwar schwierig aufzutreiben, aber da du ein attraktiver Mann bist, könnte ich mich vielleicht auch rein durch Wissen bezaubern lassen. Wäre es nicht einen Versuch wert?"

Erstaunt stellte Rho fest, dass Yami auf sein Spiel eingegangen war. Wäre er nicht noch von Schmerzen und der Müdigkeit durch die Heilung geplagt gewesen, hätte er sich noch mehr ins Zeug gelegt. In diesem Moment blickte er Yami nur in die Augen und sagte ihm eine Zeile an die Schönheit in der Sprache der Alten auf. Er lächelte. "Es klingt nach nicht so viel, aber es bedeutet, dass die Schönheit im Herzen lebt und durchs Auge von einem Herz in ein befreundetes leuchtet."

Yami bemerkte die Erschöpfung in Rhos Stimme und ein leichtes Zusammensinken. Eine Heilung war nicht nur für den Heiler anstrengend, und Rho war schwer verletzt gewesen. Yami entschied, dass es genug für den Abend war.

"Ein poetischer Satz, Rho. Ich danke dir dafür." Er kniete sich hin und zog die Decke zurecht, auf der Rho liegen würde, auch wenn er dafür die ungehaltenen Blicke von Tsusu förmlich im Rücken spüren konnte. "Wenn wir morgen unser Lager aufschlagen, will ich gerne mehr davon hören. Aber jetzt sagt dein Heiler dir, dass du ruhen musst."

Im Aufstehen griff er nach dem Becher und der Schale und trug sie zum Hitzestein, wo er Tee nachfüllte und ihn zu seinem Patienten zurückbrachte. Er lächelte Rho zu, dann ging er auf die andere Seite des Raumes, um sich zu Tsusu zu legen. Shen hatte sich noch immer nicht gerührt, und Yami fragte sich, ob er im Sitzen eingeschlafen war. Doch dann blinzelte der Stille und stand auf. Yami vergrub sein Gesicht in Tsusus Haar und schloss die Augen.

 

Rho war erschöpft eingeschlafen und hatte eine traumlose Ruhezeit hinter sich, als leises Klappern ihn weckte. Die Umgebung war vom bläulichen Schimmern erhellt wie zuvor, aber er hatte das Gefühl, dass er sich besser auf die Lichtverhältnisse eingestellt hatte. Er konnte im Gegensatz zum Vortag nun die Struktur an den von Flechten und Moosen überwucherten Mauern erkennen.

Auf der anderen Seite des Raumes schlief Yami. Sein Gesicht war entspannt und fast noch schöner als sonst. Tsusu wusch sich daneben mit von Shen abgewendetem Körper. Er warf hin und wieder einen kleinen Blick zu seinem Herrn und auch auf den Tee, den er auf dem Hitzestein aufgesetzt hatte. Fasziniert bemerkte Rho, dass Tsusu in der Dunkelheit nicht so gut sehen konnte. Er blinzelte lediglich einmal in Rhos Richtung, aber bemerkte nicht, dass er schon wach war, bis Rho sich aufsetzte.

Es tat noch weh in der Schulter und im Rücken, aber Rho wusste, dass er sich bewegen musste, um die Verletzungen gänzlich vergessen zu machen. Seine Glieder mussten gleich lernen, dass sie nicht an Ruhe denken durften. Er streckte sich und ließ sich mit vorsichtigen Bewegungen neben Shen am Hitzestein nieder.

Sie schwiegen einen Moment, dann sagte Rho: "Du hast dein Leben schon wieder bei mir gut. Danke."

Shen hob eine Braue, dann grinste er. "Dein Vertrauen in meine Fähigkeiten ehrt mich. Bin ich der General, der dir befohlen hat, die Schleichkatze zu bekämpfen und Yami, dich zu heilen? Nein, mein Freund. Alles, was ich getan habe, war dich die kurze Strecke hierher zu tragen." Kurz berührte er mit den Fingerspitzen erst seine Brust, dann Rhos, eine Geste der Stillen, die Vertrauen und Dank unter Freunden bekundete. "Du hast dein Leben bei mir gut."

Rho grinste. "Du bist immer so schrecklich ernst." Um seine Rührung zu verstecken, umarmte er den Stillen einmal fest. "Dann will ich auf dein Leben achten wie auf meines ", sagte er leise an Shens Ohr.

Shen erwiderte die Umarmung ebenso fest. Es war nicht nötig, anders zu antworten. Nach einem rauen Klopfen auf die Schulter erhob er sich, um Tsusus Tee abzuseihen. Schweigend füllte er zwei Becher und reichte einen davon Rho, während seine Gedanken zu dem zurückkehrten, was ihn schon den ganzen Morgen über beschäftigt hatte.

"Wir sind fast an der Stelle, ab der ich mich nicht mehr auskenne", sagte er nach einer Weile, in der sie nur gemütlich beieinander gesessen hatten. "Etwas tiefer ist mein letzter Unterschlupf, nah genug, um ihn in einer knappen halben Tagesreise zu erreichen. Weiter habe ich mich nie gewagt, und ich bin nicht oft dort gewesen. Es mag sein, dass sich die Wege geändert haben, wenn Äste geborsten oder Lianen verrottet sind."

Er schauderte bei dem Gedanken an die Finsternis, die man dort bereits sehen konnte. Es war kein Wunder, dass die Lichten sie als eine Art Nichts sahen. In der Stille konnte man bei Tage hervorragend sehen, und auch im Schimmern gab es genügend Licht, um sich zu orientieren, selbst wenn man keine Spinnwebkugel bei sich trug. Nicht jedoch in der Finsternis.

Unwillig schüttelte er den Kopf, als könnte es seine Beklemmung vertreiben, aber fügte dennoch leise an: "Ich bin froh, dass du dieses Mal an meiner Seite sein wirst."

"Es heißt, dass sogar die Luft finster wird, schwer zu atmen." Rho senkte den Kopf und bewegte die Schultern. "Wir werden erst später weitergehen. Yami muss sich nach der Heilung sicherlich noch erholen. Er zeigt es nicht, aber ich glaube, dass es ihn ausgelaugt hat."

Tsusu hatte seine täglichen Tätigkeiten beendet und kam zu ihnen an den Hitzestein, ohne Yami geweckt zu haben. Sein Blick glitt leicht und ausdruckslos einmal zwischen Rho und Shen hin und her, dann ließ er sich am weitesten von Shen entfernt nieder, nahm sich eine Schale mit Tee und trank wortlos.

Rho blinzelte und blickte zu Shen hin, dann streifte er die Finger des Schmuckgeliebten mit einem Blick und erhob sich, um sich dichter bei ihm hin zu knien.

"Tsusu, deine Hände sind noch zerschunden. Es tut mir leid, dass ich die Kräfte deines Herrn aufgebraucht habe. Das habe ich nicht gewollt." Er lehnte sich noch dichter und umfing eine der kleinen, runden Hände mit seiner, so dass Tsusu gezwungen war, die Teeschale abzustellen.

Rho lächelte und meinte mit seiner besonders weichen, nur für Schmuckgeliebte bestimmten Stimme. "Du hast so kleine Hände, nicht einmal die Teeschale kannst du mit einer halten, nicht wahr? Komm, ich verbinde dich neu, so kannst du dich nicht gut an den Lianen festhalten, wenn es darauf ankommt."

Listig beobachtete er, wie Tsusus Wangen sich leicht erhitzten und sein Blick unglücklich und unentschlossen zu dem Stillen huschte, dann wieder zu Rho. Offensichtlich kämpfte Tsusu zum einen gegen die Schüchternheit und zum anderen damit, dass er den Prinzen nicht unhöflich behandeln wollte.

Dann siegte die Erziehung, und Tsusu entzog Rho sachte die Hand und nickte leicht. "Danke, das ist sehr freundlich. Ich hole frischen Verband."

Shen zog die Brauen zusammen, als der heiße Stich von Eifersucht ihn überraschte. War ein Prinz nicht genug, der Tsusus Aufmerksamkeit beanspruchte? Immerhin ein Prinz, an den er sich nicht binden wollte, doch vielleicht würde es bei Rho anders aussehen. Rho war kein Thronfolger und dennoch von höchstem Stand, er sah gut aus und von dem, was Shen unfreiwillig von einem der Schmuckgeliebten gehört hatte, war er gut im Bett. Er konnte charmant sein, aufmerksam...

Shen stand auf, um verärgert den Unterschlupf zu verlassen und vielleicht zu jagen. Stattdessen ging er bei Rho in die Hocke, ohne den nervös in einem Beutel wühlenden Tsusu aus den Augen zu lassen. Leise und nur für Rho verständlich sagte er: "Wenn dein Herz nicht für ihn schlägt, lass ihn in Frieden, mein Freund."


© by Jainoh & Pandorah