Das dunkle Licht

8.

"Die Mönche versammeln sich offensichtlich in dem neuen Tempel. Den sie mit unserer Hilfe gebaut haben." Miro schlug gegen einen Baumstamm. "Wir waren so dumm und naiv! Ich hatte so hohe Hoffnungen in diese Art des Kennenlernens und dann war alles Lüge, alles war..." Er unterbrach sich und drehte sich zu Jae-Sun um, der im Dämmerlicht gerade noch soweit beleuchtet wurde, dass man erkennen konnte, wie elegant er in den körperbetonten Sachen der Senechen aussah. Der weite Mantel mit der Kapuze, die Jae-Sun gerade einmal probehalber aufsetzte, trug zu dem geheimnisvollen Aussehen bei, zudem verstärkte es den Effekt, den die dunklen Blicke von Jae-Sun auf Miros Herzschlag hatten.

Miro schüttelte den Kopf. "Nein, es war nichts umsonst, entschuldige, dass ich es überhaupt gesagt habe." Rasch trat er einen Schritt auf seinen Partner zu und griff ihm in die Haare, um seinen Mund zu küssen. "Nichts kann jetzt noch umsonst gewesen sein." Ebenso rasch trat er wieder zurück und kniff die Augen zusammen. "Meinst du, dass dieser Pfad hier zum Weg hinüber führt, den wir hergekommen sind?"

"Huh." Jae-Sun stieß die Luft mit diesem Laut aus und grinste versonnen. Er freute sich schon jetzt darauf, mit Ka'Simiro das erste Mal in Sicherheit zu sein und Ruhe und Zeit für all das zu haben, was ihm mehr und mehr im Kopf herum ging. So abweisend und kühl sich die Karkaesen gegenüber Fremden gaben, um so leidenschaftlicher schienen sie zu werden, wenn sie aufzutauen begannen. /Wohoo, das kann ja noch was werden!/

Er musste sich zusammenreißen, um seine Gedanken wieder auf das im Moment Wesentliche zu richten. Er blinzelte, sah den Pfad an, orientierte sich und nickte dann. "Ich bin mir sicher, dass er zumindest vorerst in die Richtung führt. Lass uns gehen."

Er behielt Recht. Im Licht einer Taschenlampe konnten sie dem Pfad gut folgen und erreichten bald die Schneise zum Landeplatz. Während es unter dem Dach des Waldes ohne die Lampe so dunkel war, dass sie einander nicht einmal schemenhaft hätten erkennen können, erhellte der sternenklare Himmel und ein ferner Planet die Schneise weit genug, dass man auch ohne zusätzliche Lichtquelle laufen konnte.

"Siehst du?" Jae-Sun wandte sich zu Ka'Simiro. "Unser Weg."

Miro nickte bloß, er war damit beschäftigt, gegen die Schmerzen anzuatmen, die sich wieder und wieder in seinen Muskeln sammelten und ihm Krämpfe durch den Körper schickten. Zum Glück war Jae-Sun voran gegangen und hatte die Lampe gehalten. Die Rolle als Waldwegkundschafter war offensichtlich wie für ihn gemacht.

Zu Miros Glück konnte er seine Gedanken soweit von den Schmerzen fortlenken, dass es ihm gelungen war, die Beine zum Wandern zu bringen, ohne aufzufallen. Sie hatten nur eine kurze Pause gemacht, um etwas zu trinken, und es regnete, die Sicht war schlechter, so dass Jae-Sun ihn nicht allzu deutlich hatte sehen können unter der tiefen Kapuze.

Betont burschikos hatte Miro seinen Partner abgewiesen, als dieser zum ihm gekommen war, um ihm näher zu sein. Es tat ihm weh, aber er wollte keine Sorge, wenn sie eine Mission hatten, die wichtiger war. Und seine resolute Art, sein Wille zahlten sich aus.

Die Sonne würde sich bald durch die Zweige des Urwalds gegen die Nacht durchsetzen, aber noch war es dunkel und zum Glück seit einer kurzen Weile wieder trocken, als sie den steilen Pfad von der letzten Pagode im Wald zum Landeplatz hinunter gingen. Jae-Sun hatte Recht, sie waren am Ziel. Nicht nur das, Miros Sicht verschwamm hin und wieder, aber er konnte die ovale schwarze Scheibe hinten am Waldrand erkennen. Ein Shuttle seines Heeres. "Jae-Sun... dort hinten, wir müssen uns beeilen! Ich muss..." Ächzend hielt Miro sich die Seite.

Jae-Sun presste die Lippen zusammen. Es war nicht mehr länger zu ignorieren. Ihm war durchaus aufgefallen, dass Ka'Simiro Schmerzen hatte; immer wieder war sein Partner unsicher gelaufen, war ab und an gestolpert, was man nicht auf das wenige Licht hatte zurückführen können. Nicht, weil auch noch der schwere Atem und die erschöpfte Stimme dazu gekommen waren. Jae-Sun hatte darüber weg gesehen, weil Ka'Simiro nichts sagte und sie es eilig hatten, auch wenn es ihm weh tat. Wenn die Shuttle der Karkaesen da waren und keine der Ji-Won würde er ihn brauchen. Einem Ji-Won würden die Soldaten nicht glauben.

Er trat zu ihm, um ihm mit einem Ruck die Kapuze herunter zu ziehen. Das helle Gesicht war grau, und unter die geröteten Augen hatten sich Ringe gegraben. Sein Partner sah schlimmer aus, als er befürchtet hatte.

"Drachenfeuer! Warum hast du nichts gesagt?" Erschrocken griff er nach ihm, um ihn zu stützen. "Wirst du krank? Bist du verletzt?"

Miro schüttelte den Kopf. "Dafür war keine Zeit, dafür ist noch immer keine Zeit, Jae-Sun. Hilf mir lieber, damit wir in das Shuttle kommen." Es war mehr eine Bitte denn ein Befehl, Miro spürte bereits, wie ihn der Schneid verließ, nicht jedoch der Mut.

Jae-Sun wollte widersprechen, aber gleich darauf begriff er, dass sie entweder laufen oder Ka'Simiro reden konnte, so schlecht wie es ihm ging. Es war eine gute Ausrede für seinen Partner, um nichts sagen zu müssen, auch wenn zwei erklärende Sätze nichts waren, was ihnen Zeit gestohlen hätte. Das drückende Gefühl in seinem Bauch weitete sich zu Angst. Es konnten keine Nachwirkungen des Giftes mehr sein, oder? Ihm ging es schließlich auch gut.

Dennoch gab er Ka'Simiro nach und fragte nicht weiter. Gleichgültig, was es war, hier konnte er ihm nicht helfen, und sie mussten den König und den General warnen. Er zog Ka'Simiros linken Arm um seine Schultern und schlang den rechten um die schlanke Taille. "Du hast Recht. Komm."

 

Das Team im Shuttle befolgte Ka'Simiros Befehle ohne Nachfrage. Sie starteten sofort, und Miro war froh, dass er sich in einen der tiefen Sessel verkriechen konnte, die sich um ihn zu schließen schienen, als sie senkrecht in den Himmel schossen. Der Flug war kurz, der Kampfstern war schon fast direkt vor Senech angelangt.

Mit Jae-Suns Hilfe ging Miro über die schmalen, effizient beleuchteten Gänge zur Kommandobrücke, um dort auf den obersten Befehlshaber zu treffen. Miro hoffte, dass Jae-Sun sich nicht wie ein Gefangener fühlte, auch wenn die Waffen überall auf sie gerichtet wurden, weil niemand die Zeit gehabt hatte, anzukündigen, dass der Heeresführer nicht allein kam.

Im Kommandodeck wurden sie dann von einem Offizier begleitet, bis sie an die kristallene Tür zur Zentrale gelangte. Die Schmerzen nahmen zu, aber Miro feilte zugleich mit dem Gehen an seiner Rede vor dem General. Als sie sich gegenüberstanden, salutierte er zunächst, dann sagte er "Jae-Sun, Prinzensohn aus dem Königshaus. Wir sind verbunden, die Ji-Won sind keine Feinde mehr."

Jae-Sun verneigte sich höflich und war sich kurz der sehr unstandesgemäßen Kleidung bewusst, die für einen Staatsbesuch und ein erstes Kennenlernen alles andere als angemessen war. Aber gleich darauf vergaß er es wieder, während er darauf hoffte, dass sie die Formalitäten schnell hinter sich bringen konnten. Das letzte Stück des Weges war anstrengender gewesen als der gesamte Marsch durch die Minen, allein, weil es Ka'Simiro so schlecht ging und er ihn schon bald mehr hatte tragen als stützen müssen, während die Angst um ihn weiter gestiegen war. "Zu Euren Diensten, General", sagte er in der Sprache der Karkaesen.

Der Mann ihnen gegenüber hatte dunkelviolette und aggressivrote Strähnen in den sehr kurzen Haaren. Ungemütlich wurde Miro sich bewusst, dass seine Haare in der Zeit auf Senech ein wenig zu lang geworden waren. Ansonsten könnten sie Brüder sein, das gleiche Kinn, die selben Augen, und auch die Stimme und die Rede waren ähnlich, als der andere sich knapp und angedeutet in Richtung von Jae-Sun verneigte, um sich vorzustellen.

"Eure Hoheit, oberster General der Karkaesen, Ka'Sahlem, zu euren Diensten." Der General verwies die Offiziere vor die Tür, dann erst wandte er sich Miro zu und fragte besorgt "Was machst du für Sachen, Junge?"

Miro ließ sich ächzend auf einem der Stühle nieder. "Es ist das Gift der Senechenfrauen, Vater. Ich kann mich kaum noch auf den Beinen halten."

"Du stirbst. Das ist ein wenig zu jung und zu früh. Deine Rolle ist nicht ausgespielt, Miro. Wir bringen dich zur Grotte. Aber es ist schon interessant, wie sich die Vorhersage erfüllt. Ein dunkles Licht." Er lächelte und blickte auf Jae-Sun, betrachtete und erforschte den fremden Mann, den Miro so gern in Schutz genommen hätte, wenn auch nur vor dem Blick. Dann jedoch endete sein Vater "Zu einem hellen Licht."

Jae-Sun hielt sich gerade, fühlte sich wie auf dem Prüfstand, als würde hier und jetzt entschieden, ob er würdig war, dass der Sohn des obersten Befehlshabers ihm anvertraut werden konnte. Er zweifelte daran, dass Ka'Simiro bei ihm bleiben würde, wenn sich der General gegen ihn entschied. Den bedingungslose Gehorsam der Karkaesen hatte sein Partner ihm schon einmal erklärt. Als die Worte kamen, die von Licht sprachen, wie auch Ka'Simiro ihn schon genannt hatte, fühlte er eine endlose Erleichterung und mit ihr kam die Frage, bevor er sie zurückhalten konnte. "Werden wir rechtzeitig dort sein? Wird die Grotte wirklich helfen?"

Der General blickte aus dem Fenster, von dem aus nun für kurze Zeit der grüne Planet zu sehen war. "Vielleicht. Es liegt in deinen Händen. Du wirst ihn bringen, wir werden einen Boten mitschicken, mehr können wir hier nicht entbehren. Berichte mir aber erst, was auf Senech vorgefallen ist."

"Dann wird Euer Sohn sterben, General. Ich kann Eure Schiffe nicht fliegen. Zudem werdet Ihr mich benötigen, um mit meinem Vater Kontakt aufzunehmen. Er weiß von nichts und hat keinen Grund, Euch Glauben zu schenken." Der Moment der Hoffnung war vorbei, und Jae-Sun spürte erschreckend, wie viel ihm Ka'Simiro bedeutete. Aber wie sollte er ein Schiff der Karkaesen fliegen? Er konnte die der Ji-Won lenken und war sogar ziemlich gut darin, wenngleich er auch nicht wusste, wie sie funktionierten. Und aus diesem Grund hatte er vom allgemeinen Aufbau einer Steuerungskuppel und deren Bedienung wenig Ahnung. "Oder ist König Jae-Hyong bereits nah genug, dass ich mit Ka'Simiro eines unserer Schiffe nehmen kann?"

Auf diese Frage hin folgte eine kurze Debatte, dann nickte der General. "Wir werden eines unserer Schiffe vorweg schicken. Ihr müsst ihm nur folgen und werdet sicher nach Karkas gebracht. Während wir die Schiffe der Ji-Won kontaktieren, um die Diplomaten auszutauschen, solltet ihr euch für die Fahrt bereit machen. Wir werden Ka'Simiro besser in ein Koma versetzen, damit er lebendig auf Karkas ankommt."

Miro konnte geschwächt und von Krämpfen immer wieder geschüttelt nur noch zusehen, wie die Shuttle bereit gemacht wurden, wie Verhandlungen geführt und Diplomaten ausgetauscht wurden. Am Ende einigten sich die Nationen darauf, sich auf einem neutralen Planeten zu treffen, wenn die Gruppe der Adligen und oberen Offiziere von Senech gerettet waren.

Miro wurde gemeinsam mit Jae-Sun in eines der Schiffe der Ji-Won gebracht. Neugierig sah er sich um, wenn auch nur von der Liege aus, über die sich die Beatmungshaube bald senken würde, damit er schlafen konnte. Angestrengt versuchte Miro, sich Details in Jae-Suns Gesicht zu merken und atmete auf, als die andere Ji-Won sie endlich allein ließen.

Er haschte nach Jae-Suns Hand und hielt ihn auf, bevor dieser die Haube über ihn senken konnte. "Ich weiß, ich... verlange viel zu viel. Aber komm mit mir in die Grotte; wenn du auch nicht ins Wasser gehen magst, so sei wenigstens dort, wenn ich wieder erwache. Wenn ich dort sterben muss, dann geh nicht mit hin, dann versuch zu vergessen, dass ich so schrecklich ausgesehen habe."

Jae-Sun hockte bei der Liege nieder und umfing die kalte Hand mit seinen. "Du wirst nicht sterben", sagte er fest. "Und wenn ich mich zu dem Drachen eures Planeten vorgraben und ihm das persönlich erklären muss." Er zögerte, dann fragte er leise "Würde es deiner Genesung helfen, wenn ich mit dir ins Wasser gehe? Wenn es... knapp wird?"

Er wollte es nicht, alles in ihm sträubte sich davor, sich jemandem komplett zu öffnen, selbst wenn dieser Jemand Ka'Simiro war, ebenso wie er niemanden bis in die Tiefen seines Selbst kennen lernen wollte. Aber wenn es keinen anderen Weg geben sollte, wollte er wenigstens die Zeit haben, mit sich darüber ins Reine zu kommen, ob er es trotzdem konnte.

"Nein, es hilft nicht, aber wir könnten uns dann gleich verbinden." Miro schenkte Jae-Sun ein schiefes Lächeln, dass unter neuen Krämpfen schneller erlosch, als er gewollt hatte. "Ich sollte jetzt besser schlafen. Weck mich, wenn wir zurück im normalen Flugmodus sind, ja?"

"Ja, Sonnenschein." Jae-Sun stand auf und küsste Ka'Simiros Hand, ehe er sie auf die Brust des anderen legte. Dann senkte er die Haube über ihn und beobachtete, wie sich das schmale, graue Gesicht entspannte, als er in den künstlichen Schlaf versank. Es erleichterte ihn, dass Ka'Simiro nun die Schmerzen zumindest nicht mehr spürte.

Aber die Angst, die seine Brust eng werden ließ, hielt an. Sorgfältig überprüfte er die Geräte, die ihm so wenig sagten, dann erst kletterte er über eine Leiter in die Kuppel, in der die Steuerkanzel lag. Es war ein kleines Schiffchen, fast nur ein Shuttle, ausgesucht wegen seiner Geschwindigkeit und der Gewandtheit. Zudem war es natürlich, wie alle Schiffe der Ji-Won, mit einer guten Verteidigung ausgestattet. Selbst wesentlich größere Schiffe konnten ihm nicht gefährlich werden.

Er justierte die Monitore, schaltete auf Sichtkontakt zu seinem Vater und dem General der Karkaesen, berichtete, dass Ka'Simiro ruhig schlief und verabschiedete sich. Dann stellte er die Verbindung zu dem Karkaesen her, der sein Führer sein würde. Er war bereit.

 

Der Flug war lang, und Jae-Sun konnte beobachten, wie es Ka'Simiro trotz des künstlichen Komas immer schlechter ging. Er ließ das System des Karkaesen so sehr verlangsamen, wie er es wagte, doch viel schien es nicht zu helfen. Es war lange her, dass Jae-Sun das letzte Mal geweint hatte, doch in der Einsamkeit seiner Steuerungskanzel, mit dem Bild des langsam sterbenden Ka'Simiro vor Augen, konnte er die Tränen nicht zurückhalten. Ab und an schaltete er den Autopiloten ein, auch wenn er wach war, um zu ihm zu gehen und bei ihm zu sitzen, mit ihm zu reden, selbst wenn er nicht wusste, ob der andere ihn überhaupt hörte.

Als der Karkaese des anderen Schiffes ihm mitteilte, dass sie nahe an Karkas waren, war es fast so wie der erste Lufthauch, den sie gespürt hatten, als sie aus den Höhlen entkommen waren. Jae-Sun schickte ein Stoßgebet nach dem anderen zu allen Planetendrachen, dass es noch nicht zu spät war, während er die Beschleunigung zurücknahm und sich dem Traktorstrahl anvertraute. Dann eilte er in den kleinen Raum, in dem Ka'Simiro schlief, um ihn wie versprochen zu wecken, auch wenn er ihn lieber schlafen gelassen hätte.

Karkas war kein schöner Anblick, aber Jae-Suns Gesichtsausdruck zeigte nicht Enttäuschung wegen des Heimatplaneten seines Angetrauten, sondern tiefe Sorge. Vorsichtig bewegte Miro seine Hände und versuchte ein kleines Lächeln, aber er spürte schon, dass ihm wirklich nicht mehr viel Zeit blieb. "Wir haben es rechtzeitig geschafft." Er drehte den Kopf ein wenig und erhaschte den Ausblick auf graue Wolkenschleier über schwarzen Gebirgszügen.

Auf Karkas gab es nur das Wasser der Grotte und sonst gar nichts. Das Wasser führte zu den Karkaesen, und die Karkaesen kehrten dorthin wieder zurück. Alles, was sie sonst zum Leben brauchten, fanden sie in den Welten, die sie belagerten und denen sie sich anschlossen, nachdem sie den Belagerungskrieg gewonnen hatten.

"Es ist leer hier auf Karkas. Wir... stammen von hier, aber wir leben hier nicht, nicht wirklich. Nur bis zum fünften Lebensjahr, bis wir aus dem Wasser gehen müssen", versuchte Miro Jae-Sun zu erklären, warum es so öde und wüst auf Karkas war.

Das Shuttle wurde direkt zur Grotte gelenkt, um dort in der Vorhalle auf einem der Stellplätze zur Ruhe zu kommen. Zu ihrem Glück war der Botschafter bereits vorweggereist, und so war schon alles vorbereitet. Zwei Karkaesen kamen mit einer Trage und brachten Miro zur Grotte, beachteten Jae-Sun nicht, obwohl Miro seine Hand gehalten hatte, bis sie zur Tür traten.

"Wartet!" Miro hob eine Hand, sein Atem ging schnell und flach, aber er wollte Jae-Sun nicht einfach so verlassen. "Ich will ihm noch... etwas sagen!" Doch die beiden Offiziere schüttelten den Kopf und durchtraten das Tor. Eine junge Karkaesin meinte endlich "Er kann uns folgen, wenn er es wagt."

Mehr wurde auf dem Weg durch den hohen Gang, in dessen Wänden bereits das blaue Licht des Wassers schimmerte, nicht geredet. Sie entkleideten Miro und ließen ihn in einer Bucht der Grotte ohne weitere Worte in die schimmernde Flüssigkeit gleiten, die ihn flüsternd begrüßte, umarmte und in die Tiefe zog. Miro sah die Oberfläche schwinden und ließ seinen Geist fallen, öffnete sich und teilte seine Erfahrungen mit allen, die sich bei ihm im Wasser befanden.


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by Meike "Pandorah" Ludwig & Jainoh