Das dunkle Licht

9.

Jae-Sun fühlte sich hilflos und auf unangenehme Weise nicht vorhanden, als ihm zwei Karkaesen seinen Partner entführten. Niemand empfing ihn, führte ihn an einen Ort, an dem er warten konnte, niemand außer den beiden schien überhaupt zu existieren. Nicht einmal der Bote, der ihn angekündigt hatte, war zu sehen. /Was für ein ungastliches Volk!/

Unsicher sah er zu dem Torbogen hin, durch den sie Ka'Simiro getragen hatten, dann erinnerte er sich, dass dieser ihn gebeten hatte, dort zu sein, wenn er aufwachte. Also konnte es nicht verboten sein. Unbehaglich zog er die Schultern hoch und sah sich in dem dunklen, höhlenartigen Landeplatz um, dann betrat er den Gang.

Vor sich konnte er verzerrt die Schritte der anderen hören, sah sie jedoch durch die Windungen nicht mehr. Diffuses Licht erhellte den schroffen, feuchtglitzernden Stein; er konnte nicht sagen, woher es kam. Es nahm jedoch nicht das Gefühl der Bedrückung, das mit jedem Schritt tiefer in den Berg zunahm. Allmählich änderte sich der Stein, wurde heller und weniger scharfkantig, bis Jae-Sun das Gefühl hatte, durch einen unterirdischen Flusslauf zu gehen. Langsam wurde das Licht intensiver, erhellte grüne Adern, ab und an unterbrochen von einer anderen Schicht wie dunkles Band.

Jae-Sun spürte, wie der Druck von ihm abfiel, je heller es wurde, und eine eigenartige Ruhe umfing ihn. Er lächelte sogar, als der Gang sich weitete und er den Ursprung des Lichts erahnen konnte. Doch dann blieb er erst einmal stehen und konnte nur schauen, als sich eine der Grotten, von denen Ka'Simiro gesprochen hatte, vor ihm auftat. Wie ausgespült war auch diese natürliche Halle, an deren Rand der Gang zu einem weichen Sims mit Buchten und Zungen wurde, die in einen leuchtenden See ragten. Das Wasser zeichnete leuchtende Reflexe an die Decke und überzog alles mit einem geheimnisvollen Schimmer.

"Wunderschön", hörte sich Jae-Sun flüstern und erschrak über seine eigene Stimme. Es weckte ihn ein wenig aus der Versunkenheit, gerade genug, um endlich die Karkaesen zu bemerken, die Ka'Simiro ausgezogen hatten und langsam in das helle Wasser gleiten ließen. Als es den so furchtbar dünn gewordenen, kraftlosen Körper umschloss und schließlich auch über das Gesicht floss, machte Jae-Sun einen hastigen Schritt zu ihm hin. Alles in ihm wollte hinterher springen und ihn wieder herausholen, und er musste sich bewusst sagen, dass die Karkaesen den Sohn des Generals nicht ertränken würden. Schweigend beobachtete er, wie die dunkle Silhouette tiefer sank und schließlich vom Licht derart eingehüllt wurde, dass sie nicht mehr zu erkennen war.

Seine Kehle wurde eng. Er schickte ein inniges Gebet zu dem Drachen dieses Planeten, dessen Äußeres so hässlich und abweisend, der dafür innen um so schöner war und bat um Ka'Simiros Leben und seine Gesundheit.

"Wie lange wird es dauern?", wagte er endlich die Karkaesen in ihrer Sprache zu fragen.

"Zeit spielt hier keine Rolle. Willst du warten?" Der Karkaesenwächter in der Grotte folgte Miro mit Blicken und wandte sich dann Jae-Sun zu. "Du kannst auch zum Eingang kommen mit uns, wir haben Tee dort und etwas zu Essen."

"Ich möchte hier sein, wenn er... zurückkommt. Er hat mich darum gebeten. Woran werde ich merken, dass es soweit ist?" Wieder sah Jae-Sun zu dem schönen See hin.

"Die Quelle ist unser Bewusstsein. Wir alle werden es wissen, wenn er wieder auftaucht..." Der Wächter lächelte und legte den Kopf schief, lauschte offensichtlich. "Jae-Sun", endete er dann mit einer kleinen Verneigung. "Hoheit, wollt Ihr mir bitte folgen?"

Entsetzt starrte Jae-Sun ihn an. Hatte er gerade auf den See gelauscht? Bis eben hatte er noch nicht gewusst, wen er vor sich hatte. Hieß das, dass alle Karkaesen nun all das wussten, was Ka'Simiro über ihn wusste? Über Won und die Ji-Won wusste? /Ich habe ihm gesagt, dass wir keine Angriffswaffen haben, weil ich ihm vertraue. Aber ich hätte es keinem der anderen gesagt. Ich habe ihm einiges über mich verraten, was niemand sonst wissen soll. Verdammt, wissen sie das jetzt alle?/

Mühsam kontrollierte er seine Mimik und nickte. Steif folgte er dem Wächter, während sich seine Gedanken nur darum drehten, und mit einem Mal schien der See nicht mehr schön, sondern düster und bedrohlich. Jae-Sun wusste nur noch um so mehr, dass er niemals dort hinein steigen würde. /Wie soll ich Ka'Simiro irgendetwas anvertrauen können, wenn ich weiß, dass er es preisgeben wird, sobald er dieses Wasser berührt?/

Sie nahmen einen anderen Weg vom See weg, und Jae-Sun bemerkte trotz seines düsteren Grübelns, dass die Wächter doch nicht die einzigen Karkaesen waren. Seitengänge und kleine Grotten zweigten ab, und überall sah er Karkaesen in ihren formellen Uniformen, auf kleinen Vorsprüngen sitzend, sich unterhaltend oder Tätigkeiten nachgehend, von denen er keine Ahnung hatte, was sie darstellten. Einmal konnte er sogar ein Kind sehen, das eher gelangweilt mit einem Ball spielte.

/Werden wir Kinder seines oder meines Volkes haben?/, fragte sich Jae-Sun, um gleich im nächsten Augenblick zu denken /Werden wir überhaupt Kinder haben? Werden wir auch nur zusammen leben können?/ Mit einem tiefen Atemzug versuchte er, seine aufgewühlten Gedanken zu beruhigen. Vielleicht konnte Ka'Simiro kontrollieren, was er mitteilte. Vielleicht war es nicht so schlimm. Aber gleichgültig, wie es war, der See begann Jae-Sun Angst zu machen.

Der Wächter führte Jae-Sun in einen Raum oberhalb eines großen Sees, in dem niemand schwamm. Er deutete zu einem Tisch aus dem hellen Stein, um den man auf dicken Polstern sitzen und Tee trinken konnte. Während er Jae-Sun einen schlichten, großen Becher hinstellte, erklärte er "Ka'Simiro teilt nur die Dinge mit uns, die er zu teilen wünscht. Er hat uns gezeigt, wie du zu ihm gehalten und ihm vertraut hast. Du bist der Prinz, auch das hat er uns wissen lassen."

Der Wächter ließ sich am Tisch nieder und schob einen Zuckerspender zu Jae-Sun hinüber. "Mehr nicht. Ich habe gesehen, dass dir Geheimnisse wichtig sind. Du hast mich durch die Kraft des Wassers sehen lassen, dass du gern verbirgst, was dir viel bedeutet." Er lächelte und blickte Jae-Sun an. Sein Gesicht war deutlich älter als das der gewöhnlichen Karkaesen, die Fältchen um die Augen und den Mund betonten das kleine Lächeln, als er versicherte "Ich bin einer der wenigen Karkaesen, der das Bewusstsein Fremder erforschen kann, ich bin einfach schon zu lange hier beim Wasser. Mach dir um deine Geheimnisse keine Sorgen, Junge."

"Danke." Jae-Sun nickte langsam und entspannte sich ein wenig, wenngleich er nicht genau wusste, inwieweit die Worte des anderen nun beruhigend oder noch weiter beängstigend waren. Immerhin schien Ka'Simiro nicht zwangsläufig alles mitzuteilen, was er wusste, und das war gut.

Er konnte nicht sagen, wie lange sie dort saßen, Tee tranken und sich über einige Feinheiten der karkaesischen Sprache unterhielten. Der alte Mann war geduldig und beantwortete seine Fragen, deutete ihn auf Dinge hin, auf die er nie geachtet hätte, und alles in allem hatte Jae-Sun das Gefühl, dass er mehr lernte als in vielen Tagen davor. Es kam überraschend für ihn, als der Wächter ihm mitteilte, dass Ka'Simiro bald wieder auftauchen würde. So viel Zeit schien ihm gar nicht vergangen zu sein. Andererseits hatte er auch keine Ahnung, wie lange eine Heilung dauerte.

Da er nicht auf den Weg geachtet hatte, geleitete ihn der Wächter wieder zurück, und Jae-Sun blieb in respektvollem Abstand zu dem Wasser stehen. /Tut mir leid, Ka'Simiro. Aber ich fürchte, ich werde nie mit dir dort hineingehen./

Miro tauchte auf und ließ sich noch einen kostbaren Moment lang in den Armen des Wissens aller treiben, dann kam er an die Oberfläche und brachte hustend das Wasser aus seinen Lungen. Sein erster Blick fiel auf den Wächter, der ihm eine Robe reichte, sein zweiter auf Jae-Sun. Lächelnd hob er den Kopf. "Du bist hier."

Das Lächeln und das Leuchten in den dunklen Augen ließen Jae-Suns Herz springen und machten ihm deutlicher als die Sorge und die Angst der letzten Tage bewusst, dass Miro ihm endlos viel bedeutete. Noch immer war sein Partner zu dünn, aber er war nicht mehr grau und ausgemergelt, sondern strahlte wieder Leben aus. Die Erleichterung, die Jae-Sun durchflutete, war grenzenlos. /Ich liebe ihn. Es ist nicht nur irgendeine nette Zuneigung, es ist... ich hätte ihm auch dann nicht fernbleiben können, wenn er dem See alles verraten hätte./

Jae-Sun erwiderte das Lächeln, überrascht von der plötzlichen Klarheit seiner Gefühle, und trat zu ihm hin. "Du hast mich darum gebeten."

Miro hatte das Gewissen und die Erfahrung aller im Wasser befragt, was er denn tun sollte, um bei Jae-Sun keine Fehler mehr zu begehen. Die Ratschläge waren leider sehr verwirrend gewesen und hatten ihm nicht weiter geholfen. Jae-Suns Lächeln und das Leuchten in seinem Gesicht waren schon wieder Verwirrung genug. Eines jedoch wusste Miro mit Sicherheit. Er umarmte Jae-Sun und meinte leise "Ich will keine Trennungszeit mehr, darf ich dir etwas schenken, das wir zusammen finden können?"

Jae-Sun drückte Ka'Simiro fest an sich und schmiegte für einen Moment das Gesicht an den feuchten Hals, ehe er zu ihm aufsah. "Wir waren lange genug durch das Gift und deinen Schlaf getrennt. Das muss ausreichen. Die Sorge dabei zählt bestimmt für zwei Trennungszeiten. Damit es richtig ist, muss ich dir auch etwas geben, nicht?"

"Es ist von meinem Volk so gedacht, dass man Geschenke austauscht, aber du hast mir mein Leben geschenkt. Du hast mich hergebracht. Du hast mir dein Vertrauen geschenkt, indem du mit mir in mein Land geflogen bist. Das muss mir reichen, das kann ich kaum erwidern."

Sachte küsste Jae-Sun ihn auf den Mund, ehe er antwortete "Wenn es von deinem Volk so gedacht ist, dann wirst du auch von mir etwas bekommen. Du hättest das gleiche für mich getan. Du schuldest mir nichts."

"Gut, ich widerspreche dir nicht. Willst du gleich wieder fort von Karkas, oder können wir noch ein wenig in der Siedlung hier bleiben?" Miro ließ Jae-Sun los, um den dunklen Umhang mit dem Gürtel um seine Taille festzubinden.

Jae-Sun sehnte sich nach weiten Wiesen und Bergen am Horizont, nach einem offenen Himmel und der Luftigkeit seiner Gemächer, aber sein Partner war eben dem Tod entronnen, aus einem seltsamen Teich entstiegen und seit langer Zeit wieder einmal zu Hause. Zudem lag vor Won noch ein langer Flug in seinem engen Schiff, was zwar leichter zu ertragen war als die unterirdischen Gänge auf Karkas, aber diese boten immerhin Platz, um sich zu bewegen, bevor er sich wieder beschränken musste. "Lass uns ruhig noch eine Weile hier bleiben."

Miro freute sich, dass Jae-Sun ihm dieses Zugeständnis machte. Sie folgte dem Wächter der Grotte langsam auf den Hauptweg hinaus und gingen im Strom der Kinder und Gäste, der Geheilten und noch kranken Karkaesen und anderer Wesen über immer breitere und hellere Gänge, bis sie tief im Inneren der Grotte zur Herberge gelangte.

Ein runder Platz öffnete sich, von exotischen kleinen Blumen umgeben. Überall verbreiteten kleine Bäche und Springbrunnen das diffuse Licht der Quelle, und dazwischen unregelmäßig verteilt waren die Zimmer der Herberge, von denen ihnen ein großes zustand, weil Miro immerhin zum Generalsstab gehörte. Neben den Zimmern gab es noch Restaurants von den unterschiedlichsten Rassen; rund um den Platz, in die Blumen eingebettet und ebenso bunt fanden sich eine Vielzahl Verkaufsstände.

Der Wächter verabschiedete sich von ihnen und überließ sie einer Frau von fremder Rasse, die hier in der Grotte ihre Bestimmung gefunden hatte. Sie war ebenso exotisch und kostbar in ihrer Erscheinung wie die Blumen, wie das Wasser hier. Freundlich lächelnd führte sie Miro und Jae-Sun über einige schmale Stufen und eine kleine Brücke zu einem entlegenen Zimmer hin, das unter einer Blumenlast versteckt lag. Sie entriegelte die Tür und bat sie beide, sich wohl zu fühlen und zu erholen. Nachdem sie erklärt hatte, wie sie sich Essen auf das Zimmer bestellen konnten, verabschiedete sie sich.

Miro hielt Jae-Sun die Tür auf und bat ihn in das Zimmer, in dem sich neben einem Esstisch nur noch ein ausladendes Bett fand. Die Tür zum Bad stand offen und gab den Blick auf einen kleinen Pool frei.

"Es ist größer als der Flieger, und wir können hier in der Herberge noch ein wenig einkaufen, Kleidung fertigen lassen und etwas essen gehen. Hier treffen alle von uns verbündeten Kulturen aufeinander", sagte Miro schnell, um das Durcheinander auf den Wegen und dem großen Platz zu erklären, dann schloss er die rege Umgebung und den Lärm von dem Platz mit der schweren Tür aus.

"Es lässt beinahe vergessen, dass ich unter der Erde bin", gestand Jae-Sun dem bunten Treiben zu und streckte sich. "Es gefällt mir." Er öffnete die schräge Knopfleiste seiner Jacke und warf diese auf eines der Sitzpolster, um dann dem Bad einen misstrauischen Blick zu widmen. "Das ist Wasser aus dem See, nicht?"

"Alles hier ist von der Quelle, Jae-Sun. Heißt das, du wirst nicht baden?" Miro konnte das amüsierte Lächeln nicht verbergen, während er zum Fenster ging, um die Läden zu schließen. Dämmerung kehrte in das Zimmer ein. Sie verlieh Jae-Sun wieder diese geheimnisvolle Aura, die Miro schon von Anfang an so gemocht hatte.

Jae-Sun verzog das Gesicht. "Wahrscheinlich", sagte er gedehnt, dann drehte er dem Bad den Rücken zu und sah zu Ka'Simiro hin, musterte ihn ausgiebig von oben bis unten und spürte wieder dieses erleichterte Glück, dass er lebendig und bei ihm war. "Wie fühlst du dich? Bist du jetzt wieder vollkommen geheilt? Mal abgesehen davon, dass du wieder etwas Fleisch auf die Rippen kriegen musst."

Miro zog den Umhang aus und warf ihn von sich. Nachdenklich ging er in das Bad, um sich in dem großen Spiegel zu betrachten. "Ja, das muss ich wohl. Das Gift ist verzehrend, ich habe richtig gespürt, wie es mich verbrauchen wollte." Dann lächelte er Jae-Suns Spiegelbild zu. "Ich habe in der Quelle schon Kontakt mit einem Boten gehabt, der sich in der Sache der Senechen auskannte. Es ist wirklich eine Frau der Senechen aufgetaucht, es war auch ihr Gift, das wir in uns getragen haben. Sie ist allerdings geflohen. Mehr wusste der Bote nicht, aber unseren Völkern geht es gut, sie sind nicht im Krieg. Im Gegenteil gibt es einige Eheversprechen, die nun tatsächlich eingelöst werden." Miro lachte auf und drehte sich um. "Eines wird jedenfalls eingelöst, nicht wahr?"

Jae-Sun hatte antworten wollen, dass er wusste, dass die Völker nicht im Krieg waren. Immerhin hatten sie dem General von dem Attentat erzählt, und er hatte vor seiner Abreise nach Karkas mit seinem Vater gesprochen. Aber als sich Ka'Simiro zu ihm umwandte, waren politische Belange mit einem Mal unwichtig. Das weiche Licht des Pools umspielte den hellen Körper, verlieh ihm etwas unerreichbares, überirdisches, das Jae-Suns Sehnsucht, ihn im Arm zu halten und sich davon zu überzeugen, dass er hier war, noch ansteigen ließ. Einen Moment lang konnte er ihn nur ansehen und war auf ihn zugetreten, ehe er sich daran erinnerte, dass er ihm zugesagt hatte, vor einer Hochzeit nicht mehr zu versuchen, als ihn zu küssen.

"Ja, wird es auf jeden Fall", meinte er heiser und atmete tief durch, dann ging er in die Hocke, um die Robe aufzuheben. Es war ein Fehler, wenn auch ein aufregender, denn damit war er in genauer Hüfthöhe seines Partners, und der Anblick war keiner, der zu braveren Gedanken führte. So starrte er auch erst einmal und rang mit sich, ehe er sich dazu bringen konnte, nach der Robe zu greifen und sich wieder aufzurichten. Er legte sie unordentlich um Ka'Simiros Schultern und zog sie vorne zu, dann sah er ihm ins Gesicht und grinste schief. "Wenn du traditionsbewusst bleiben willst, solltest du mich nicht so in Versuchung führen."

"Will ich das? Sollte ich das nicht?" Mit einem kleinen Lächeln bemerkte Miro, dass es ihn freute, wenn Jae-Sun ihm diese hitzigen Blicke zuwarf. Er ignorierte den Umhang, der bei der nächsten Bewegung schon wieder zu rutschen anfing und umarmte Jae-Sun, zog ihn an sich. "Wie lange muss ich noch auf dich warten? Wann können wir denn endlich heiraten, Jae-Sun?", neckte er schließlich und beugte sich zu seinem Angetrauten herunter, um den Kopf auf seine Schulter zu lehnen. Der exotische Duft der Haut und der Haare war genau wie in seiner Erinnerung, tief einatmend festigte Miro seinen Griff.

Jae-Sun erwiderte die Umarmung mit geschlossenen Augen, lauschte auf das leise Rauschen, als die Robe erneut zu Boden glitt und lächelte, weil Ka'Simiro wohl nicht mehr warten wollte und damit das Necken Spaß machte. "Nun, nach den Regeln der Ji-Won müssen wir in eine Feuerhöhle, um Won so nah wie möglich zu sein, und uns dort unter Zeugen die Ehe versprechen. Euer Drache scheint mir aber eher ein Wasserdrache zu sein, daher dürfte all das hier vollkommen ausreichen. Also könnten wir meinetwegen auf der Stelle heiraten, auch wenn wir es vor Won noch einmal wiederholen sollten. Doch nach euren Regeln ist es aufwändiger, nicht? Wie lange muss denn also ich noch warten?"

Er küsste den Hals, der sich so verlockend nah an seinem Mund befand und berührte ihn mit der Zungenspitze, um einen kleinen Kreis darauf zu zeichnen. Ka'Simiro schmeckte beinahe neutral, als hätte er sich durch das lange Bad im See selber aufgegeben, um nur langsam wieder zurückzukehren. Bestimmt würde es sich schneller ändern, wenn er einen Grund zum Schwitzen bekam.

Jae-Sun ließ seine Hände den trainierten Rücken hinabgleiten und genoss das Gefühl von weicher, ein wenig kühler Haut, wobei ihm mit einem Mal bewusst wurde, dass sein Partner gänzlich nackt, er selber hingegen noch vollkommen bekleidet war. Ob es ihn störte? Jae-Sun musste ein wenig grinsen. Nun, dann sollte er etwas dagegen unternehmen.

"Aufwändiger, weil wir uns nach dem Versprechen trennen, um dem anderen ein Geschenk zu bringen, das uns repräsentiert und das seiner würdig ist." Unglücklich blicke Ka'Simiro sich um, dann gestand er "Ich will mich nicht von dir trennen müssen, Jae-Sun. Wir waren schon so lange getrennt." Er überlegte, dann fragte er zögerlich "Meinst du, wir können den Teil erst einmal überspringen?"


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by Meike "Pandorah" Ludwig & Jainoh