Drachenfluch

1.

Seufzend streckte Thure seine Beine aus und hob Agner und Bo seinen Becher mit heißem Wein entgegen, um ihnen zuzuprosten. Der Vorteil an seinem Fluch war und blieb der Umstand, dass sie sich betrinken konnten, ohne groß Sorge um den Heimweg haben zu müssen. Grinsend orderte er deswegen noch eine Runde und legte den Arm um Agners Schultern. "Sing uns ein Lied, Kleiner", forderte er gutgelaunt auf und trank erneut.

Einige Dorfbewohner rückten dichter auf zu ihnen, Agners Lieder erzählten herrliche Geschichten. Doch der glockenhelle Gesang des Jungen erstarb, als die schwere Tür zur Schenke sich öffnete und Fremde den Raum betraten.

Neugierig musterte Thure sie, während er Agner in die Rippen stieß, um ihn zum Fortfahren zu bewegen. Unbewusst hatte Agner das Lied gewechselt. Sehr stimmig zu den beiden Neuankömmlingen sang er nun anstelle von der Seefahrt von der Reise in die märchenhaften Südlanden.

Die beiden Gestalten waren von Tüchern verhüllt, deren helle Farben in dieser Gegend nur zu Hochzeiten getragen wurden, zudem waren sie bis auf die Knochen vom Regen durchweicht. Ein Junge und sein Lehrer oder Wächter, so wie sie sich zueinander verhielten. Dunkelhäutig waren sie und sahen sich aus großen, fast schwarzen Augen um. So schwarze Haare, wie unter den nassen Tuchhüten zu Tage kamen, gab es hier sonst nie zu sehen.

Der Wirt übernahm sich freudig die Hände reibend das Regiment über die Begrüßung. "Willkommen, willkommen, meine Herren! Wünscht Ihr, Euch bei uns aufzuwärmen, wollt Ihr übernachten?"

Selim verneigte sich, ignorierte all die Blicke, die auf ihnen ruhten und die er mittlerweile in diesem kalten, unfreundlichen Land gewohnt war. Schon seit Wochen fielen er und sein Wächter Melik auf, gleichgültig wohin sie reisten. Die Menschen im Norden waren so hell mit ihren Haaren wie Wüstensand und den Augen wie Himmel und Wasser, dass es ihm selber am Anfang schwer gefallen war, nicht unhöflich zu starren; doch der Anblick war mit der Zeit vertrauter geworden.

"Beides, Herr Wirt. Und etwas Warmes zu essen", antwortete er und freute sich ein wenig darüber, dass die nordische Sprache ihm schon leichter fiel, wenngleich er auch den harten Ton nicht traf, der sie auszeichnete.

Sie wurden zu einem Tisch in einer Ecke gebeten, nachdem sie ihre nassen Umhänge nahe dem Kamin aufgehängt hatten, und nur wenig später stand dampfender Eintopf und eine große Kanne heißen Tees vor ihnen, den sie wie üblich gesondert hatten ordern müssen. Meistens bekam man Bier in den Gasthöfen, doch weder schmeckte es Selim, noch vertrug er es sonderlich gut.

"Er hat eine schöne Stimme", stellte Bo fest und linste neugierig in die Nische hinüber, in der die Gäste sich niedergelassen hatte.

"So? Hat er das wohl?" Verschnupft schob Agner sich dichter an Thure heran, legte ihm eifersüchtig und besitzergreifend eine Hand auf das Knie.

"Hat er in der Tat, Agner." Entschieden nahm Thure Agners Finger von sich.

"So?" Sich wütend den Umhang über die Schultern werfend rief Agner "Bis nachher auf dem Hof!" Stürmisch verließ er die Wirtsstube und überließ Bo, der leise lachte und Thure, der von der Szene verärgert schwieg, ihrer Neugierde.

Bo erhob sich und beugte sich dichter an seinen Herrn. "Sollen wir ihn bitten, uns von seiner Heimat zu erzählen, wenn er zuende gegessen hat, Thure?"

Thure hob nur die Schultern und wandte den Blick zum Fenster, an dem der kalte Herbstregen in Bächen herabrann.

Selim stellte fest, dass ihm sogar der Eintopf wieder schmeckte, selbst wenn er sich nach einem simplen Dattelbrot oder Hammelfleisch mit Hirse sehnte. Doch das Schild des Gasthauses, das einen gelben Drachen zeigte, hatte ihm die gute Laune zurückgebracht, die in den letzten Wochen stetig gesunken war. Es war der erste wirkliche Hinweis, den sie gefunden hatten, seit sie von zu Hause aufgebrochen waren, mit nichts anderem zur Hilfe als einer uralten Karte, die einen verblassten Drachen zeigte, der einmal golden gewesen sein mochte. Melik hatte über seinen kleinen Freudenschrei gelacht, als sie das Schild entdeckt hatten.

Selim sah zu seinem großen Wächter hin, dem der Appetit trotz der scheinbaren Erfolglosigkeit ihrer Suche bisher nie vergangen war. "Meinst du, es ist wirklich ein Zeichen? Es muss ein Zeichen sein, nicht?"

Schmunzelnd nahm Melik einen kleinen Schluck Tee und lehnte sich auf seinem Stuhl zurück. Die Wärme des Feuers tat ihm gut; er vermisste die trockene Hitze der Wüste. "Selbst, wenn ich anderer Meinung wäre, würdest du dich nicht davon abbringen lassen." Mit einer kleinen Neigung seines Kopfes wies er in Richtung des Wirtes. "Wir sollten ihn fragen, warum sein Gasthaus diesen Namen trägt, wenn er das nächste Mal kommt."

Selim nickte. Selbst wenn der Wirt es nicht wusste, kannte er bestimmt jemanden, der ihnen würde weiterhelfen können. Auch ohne derart offensichtliche Zeichen waren Wirtshäuser immer gut, um Neuigkeiten zu erfahren, das hatte er mittlerweile gelernt. Bevor er sich auf diese Reise begeben hatte, war er nie mit Herbergen in Berührung gekommen.

Seufzend beobachtete Thure, wie Bo sich vor dem Tisch der Fremden verneigte und sich vorstellte. 'Ich bin Bruder Bo, vom Drachenorden, zu Euren Diensten', lautmalte er und grinste, weil die beiden erstaunt aufsahen.

"Drachenorden!" Selim setzte sich ruckartig gerade, dann erst erinnerte er sich an seine Manieren und stand auf, um sich ebenfalls zu verneigen. "Ich bin Selim Ben Ishak Ibn Abadan, siebenter Sohn des Sultans mögen die Götter allzeit über ihn wachen. Mein Begleiter ist Melik Ben Nasir Ibn Djedim. Mögen die Götter mit Freude auf Euch sehen, Bruder Bo."

"Ja, das wäre schön, nicht wahr? Du bist von weit her gekommen. Mein Herr und ich würden uns freuen, wenn ihr zu uns an den Tisch kommen und davon berichten würdet." Bo sprach nun laut genug, dass Thure ihn verstehen konnte. Seufzend glättete er seine Kleider und band die noch ein wenig feuchten und daher mehr als sonst gewellten Haare neu zusammen. Er verpasste die Antwort der Fremden, aber Bo kehrte zu ihm an den Tisch zurück.

"Sie sind sehr interessiert und kommen nach ihrem Mahl zu uns. Das Wort 'Drache' scheint sie aufzuregen." Die Lachfältchen um Bos hellblauen Augen vertieften sich ein wenig.

"Tut es das? Wo kommen sie her?"

"Das wirst du sie selber fragen müssen, Thure. Starr den Jungen nicht so an, er scheint ein Fürstensohn zu sein."

Thure lachte. "Eine Art Prinzessin? Soll er etwa den Fluch brechen, Bo?"

"Scht! Es schadet nicht, die Hoffnung nicht aufzugeben, du dummer Junge!"

Selim hatte keine Ruhe mehr, nachdem er von dem Drachenorden erfahren hatte. Er beeilte sich mit dem Essen und wartete ungeduldig darauf, dass auch Melik fertig wurde. Dann ließen sie noch einen Anstandsmoment vergehen und tranken ihren Tee aus, ehe sie zu Bruder Bo und seinem grimmig aussehenden Begleiter an den Tisch traten. Erneut stellte Selim sie mit einer Verneigung vor und dankte für die Einladung.

Bo erhob sich galant und bot dem aus der Nähe betrachtet sogar noch viel hübscheren exotischen Jungen einen Platz direkt Thure gegenüber an. Der kräftige Wächter ließ sich, nachdem alle wieder saßen, am Kopfende nieder, die Tür im Visier, als erwartete er Unheil aus dieser Richtung.

Redselig stellte Bo Thure als den Fürsten des Landes vor und erwähnte, dass die vielen Drachen hier direkt mit diesem Fürstenhaus etwas zu tun hatten. Er erzählte gern und musste von Thure unterbrochen werden, der nach einer Weile Angst bekam, dass sie würden gehen müssen, bevor der Fremde überhaupt auch nur zu Wort gekommen war.

Er hob eine Hand in Bos Richtung, der sogleich schwieg, dann beugte er sich vor und fragte "Woher kommt ihr zwei? Habt ihr Ziele in meinem Land?"

"Wir kommen aus dem Süden, von weit jenseits der Grenze des Nachbarreiches", antwortete Selim, weil der Namen seines Reiches immer unbekannter geworden war, nachdem sie sich weiter und weiter davon entfernt hatten, bis er nur noch ein verständnisloses, nettes Nicken und im besten Fall ein undefinierbares Aha hervorgerufen hatte. "Wir sind auf der Suche nach einem goldenen Drachen, und es scheint, als seien wir unserem Ziel nun näher gekommen."

Vorsichtig sagte er lieber nicht, was genau sie wollten. Vielleicht war er heilig und man gab ihm gerne, was er begehrte. Sie hatten viel Seltsames erlebt auf ihrer Reise, so dass ihm das nicht unmöglich erschien.

Erstaunt sah Thure die beiden an und blinzelte, während er überlegte, was dies bedeuten könnte. "Seid ihr auf dem Weg, den Drachen zu töten?"

Selim wechselte einen Blick mit Melik, und erst, als der ältere Mann nickte, mit leicht schief gelegtem Kopf dennoch zur Vorsicht mahnend, antwortete er. "Der Drache hat etwas gestohlen, das meinem Volk sehr wichtig ist. Wir wollen es zurückholen. Ihr wisst etwas über diesen Drachen?" Die Frage klang zu dringlich, zu aufgeregt, und Selim ärgerte sich deswegen, aber es war so wichtig für ihn.

Mit einem kleinen Lächeln nickte Thure. "Das kann schon sein. Wir wünschen euch jedenfalls viel Glück." Damit erhob er sich und nahm seinen Umhang. Hinter dem Rücken des hübschen Jungen nickte er Bo einmal zu, dann verließ er mit ausgreifenden Schritten die Gaststube.

Bo seufzte und wandte sich wieder den Gästen zu. "Vergib ihm, er hat viele Sorgen", versuchte er die Wogen zu glätten. Dann rückte er dichter an die beiden heran und erzählte ihnen von der Drachenhöhle, in der er selber vor langer Zeit auch schon einmal gewesen war. Er berichtete von dem Weg in die Berge und der Wachsamkeit des Drachen, wie man herausfinden konnte, ob dieser schlief und wie man in die Schatzkammer und vor allen Dingen auch wieder aus ihr heraus gelangen konnte.

Nur knapp verpasste er deswegen die Uhrzeit, zu der er sich vorsehen und nach Hause zurückkehren musste. Entschuldigend lächelte er und verbeugte sich vor den beiden, die ihm so geduldig gelauscht hatten. "Kommt morgen über den markierten Weg durch den Wald zum Fürstensitz, dann kann ich euch eine Karte von dem Gebirgsweg mitgeben. Läutet einfach vorn am Tor, dann komme ich zu euch." Hastig nahm er seinen Umhang und verließ das Gasthaus, um sich mit gegen den schüttenden Regen gesenkten Kopf in Richtung des Waldes zu wenden.

Selim sah ihm hinterher, bis sich die Tür hinter ihm geschlossen hatte, dann drehte er sich strahlend zu Melik um. "Das ist besser gelaufen, als ich gehofft habe! Zum Glück ist Bruder Bo nicht genauso wortkarg und unfreundlich wie sein Fürst. Melik, wenn es wirklich unser Drache ist, dann wären wir so nahe an unserem Ziel!"

"Falls es unser Drache ist." Bedächtig wiegte Melik den Kopf. Er konnte die Begeisterung seines Schützlings nicht wirklich teilen. Zum einen war es natürlich gut, dass sie endlich zumindest einen greifbareren Anhaltspunkt hatten als eine alte Karte und eine Prophezeiung. Zum anderen hieß es aber auch, dass die Gefahr für das Leben seines Prinzen rasant anstieg.

Melik wusste, dass er gut war, sowohl mit dem Schwert wie auch mit der Lanze, aber dass sein Talent ausreichte, um gegen einen leibhaftigen Drachen zu bestehen, bezweifelte er. Im Geheimen gestand er sich ein, dass er zu einem Teil gehofft hatte, dass sie das Ungetüm nie finden würden, auch wenn es für das Bestehen des Reiches unabdingbar war, dass sie das gestohlene Kleinod zurückbrachten. "Und falls uns diese Leute die Wahrheit gesagt haben."

Selim winkte ab. "Du vergisst die Prophezeiung, Melik", entgegnete er, obwohl er wusste, dass sein Wächter das bestimmt nicht tat. Seit Monaten lebten sie damit. "Ich bin in den Norden geschickt worden, um den Quellstein zurückzuholen. Wir sind im Norden, so weit, wie ich nie geglaubt hätte, dass wir kommen würden, so wie es mir vorhergesagt worden ist. Und jetzt häufen sich die Anzeichen nicht nur auf einen Drachen, sondern auch noch auf einen goldenen! Dass Bruder Bo unseren Weg gekreuzt hat, kann kein Zufall sein." Er lächelte und beugte sich vor, als er in dem energischen Gesicht die Sorge erkannte, die der andere zu verstecken versuchte. "Genauso ist es mir vorherbestimmt, dass ich Erfolg habe, wenn ich mein Bestes gebe. Vielleicht muss der Drache nicht getötet werden, sondern es gelingt mir wirklich, zu ihm zu schleichen, wie Bruder Bo es beschrieben hat, um den Quellstein mit mir zu nehmen, während er schläft."

Melik nickte ergeben. Eine Wahl hatten sie ohnehin nicht, und er würde sein Bestes und mehr tun, um das Leben seines Prinzen zu schützen.

 

Die Nacht verbrachte Selim unruhig, er schreckte immer wieder aus wilden Träumen empor, die von Drachen heimgesucht wurden. Dennoch war er zeitig am nächsten Tag wach, noch bevor die Sonne aufging. Er weckte Melik, zu ungeduldig, um zu warten, und nach einem schnellen Morgenmahl, während dem sie sich bei dem noch müden Wirt nach dem Weg durch den Wald erkundigten, holten sie ihre Pferde aus dem Stall und brachen auf.

Aber als die hohen Bäume sie umschlossen und immer näher an den ohnehin nur schwer erkennbaren Pfad rückten, legte sich Selims optimistische Aufregung langsam. Die trotz des fortgeschrittenen Jahres noch dicht belaubten Kronen neigten sich bedrohlich über sie und nahmen das Licht des fahlen Himmels fort. Ab und an konnte man hinter den knorrigen Stämmen feines Wispern hören, das wie helles Kichern klang. Lichter blitzten im dunklen Gehölz auf, wenn man nicht genau hinsah und verblassten, sobald man den Kopf wandte.

Sein Rapphengst wurde zunehmend nervöser, was auch Selim unruhig werden ließ. Stumm verfluchte er die undurchdringlichen Wälder des Nordens, sehnte sich nach der Übersichtlichkeit und Weite der Wüsten seiner Heimat. Als hätte er es gespürt, begann Melik, der vor ihm ritt, mit leiser, tiefer Stimme von den Göttern zu singen, und Selim war wie schon so oft auf dieser Reise dankbar und glücklich über seine Gesellschaft. Er fühlte sich, als könnte ihm nichts gefährlich werden, solange der große, kräftige Mann, der seit seiner Geburt sein eingeschworener Wächter war, ihn begleitete.

 

Frek fluchte leise und huschte schneller als ein Nachtvogel zwischen den Unterhölzern hindurch. Er suchte die Fremden. Schon bald spürte er die Stimmen, wenig darauf den Tritt der leichten Pferde. Er beobachtete ein wenig besorgt, wie die zwei sich dem falschen Weg zuwandten. Hastig rief er sich eines der wilden Pferdchen von den Hügeln herbei und ritt ohne Sattel und Zügel zur nächsten Kreuzung der Wege, um die beiden abzufangen. Dort schob er die Kapuze zurück, so dass sein heller Schopf von weit her zu sehen war und wartete.

Mit einem Mal verstummte Melik und richtete sich auf. Neugierig versuchte Selim, an ihm vorbei zu schauen und erhaschte zwischen dem breiten Rücken seines Wächters und einem weit in den Weg geneigten Baum einen Blick auf eine schlanke, hochgewachsene Gestalt, die auf einem der erstaunlich hässlichen Pferde des Nordens saß. Reglos verharrte sie dort, wie eine Statue, und die hellen Haare wirkten, als habe sich ein Sonnenstrahl unter das Blätterdach verirrt und sich niedergelassen, um zu ruhen.

"Mögen die Götter über Euch wachen", grüßte Melik mit freundlicher Wachsamkeit und zügelte sein Pferd. "Wir suchen den Weg zum Sitz des Fürsten. Könnt Ihr uns sagen, ob wir richtig sind?"

Frek lächelte. "Ich weiß, wohin ihr wollt, aber das ist nicht der richtige Weg. Ich komme, um euch zu führen. Kommt!" Er winkte den beiden und nahm ihnen mit einer Geste ganz sanft die Kontrolle über die Pferde. "Folgt mir!", rief er noch einmal, dann versetzte er sein Pferdchen in zügigen Trab.

"Was...!?" Erschrocken versuchte Selim, seinen Hengst zu zügeln, doch dieser sträubte sich und folgte wie von Geisterhand gelenkt dem seltsamen Mann. Melik schien dieselbe Erfahrung zu machen. Ein Schauder rann Selims Rücken hinab und setzte sich dann als kühles Drücken in seinem Bauch fest. Sein Rappe würde nicht einmal einen Fremden tragen ohne seine Erlaubnis, doch mit einem Mal hatte Selim das Gefühl, dass er ihn für den Mann vor ihnen sogar verlassen würde. /Ist er real? Oder ist er ein Geist? Er hat auf uns gewartet, sagt er. Vielleicht ist er ein Dschin, der uns ins Verderben locken will!/

"Wer seid Ihr?", rief er an Melik vorbei.

"Mein Name lautet Frek. Ich bin der Jäger des Fürsten!" Mehr sagte Frek auf all die anderen Fragen nicht, auch wenn er die Stimme des jungen Herrn gern hatte, weich war sie, und er betonte die Worte fremd, schien ihnen damit beinahe eine neue Bedeutung beizumessen.

Sie durchquerten den Wald auf dem geheimen Pfad, der an all den für normale Menschen so tödlichen Hindernissen vorbei führte, und Frek gab die Pferde der beiden frei, als sie das weiße Anwesen des Fürsten auf den grünen Hügeln vor dem Gebirgszug im Nordwesten sehen konnten.

"Ich verlasse euch hier, seid vorsichtig und habt eine gute Reise!", wünschte er noch, dann verschwand er auf dem Pferdchen in den Wald, um nach seinen Fallen zu sehen.


© by Jainoh & Pandorah