Feenweihnacht

6.

"Bis dann. Ich freue mich." Bedauernd und nur sehr zögerlich ließ Lasse die Hand los und trat einen Schritt zurück. Mit einem leisen Brummen wandte der Elch sich ab und trabte davon. Lasse blieb stehen und sah ihm nach, wollte den Abschied irgendwie nicht wirklich wahrhaben. Doch viel zu schnell verschluckten die Dunkelheit und das sachte Schneetreiben die kleine Gestalt auf dem massigen Tier. Beinahe augenblicklich begann Lasse sich schmerzhaft nach dem jungen Mann zu sehnen, nach seiner Wärme, dem Lachen, dem Weihnachtswinterduft und dem Gefühl der schlanken Hand in seiner.

Das Gefühl war neu für ihn und lange und verzweifelt herbeigewünscht, auch wenn es kein Mensch war, der es geweckt hatte. Mit einem tiefen Seufzen wandte er sich endlich ab und kehrte zum Wagen zurück. Doch langsam begann ein leichtes Lächeln seine Lippen zu umspielen. In den Märchen, die seine Großmutter ihm manchmal erzählt hatte, erfüllten Feen Wünsche. Ejlif hatte ihm seinen bestimmt größten erfüllt. Die Melodie kam ihm wieder in den Kopf, die Ejlifs Schwestern am Lucia-Abend gespielt hatten, und leise begann er sie zu summen, während er von ihrem Wiedersehen träumend in den Wagen einstieg und losfuhr.

 

Die Zeit schlich nur so dahin. Dass es nicht allzu viel für Lasse zu tun gab, trug das Seinige dazu bei. Er wurde nur zu kleineren Unregelmäßigkeiten gerufen; die meisten Telefonanlagen hatten sich offensichtlich kurz vor dem Fest vorgenommen, ordentlich zu funktionieren. Dennoch fiel es ihm schwerer noch als sonst, seine wenigen Termine pünktlich wahrzunehmen. Mehrfach rettete ihn nur die Kalenderfunktion seines Handys samt durchdringendem Signalton davor, sich hoffnungslos zu verspäten. Lieber noch als sonst verbrachte er seine Freizeit damit, stundenlang durch den Schnee zu wandern. Er ertappte sich dabei, dass er versuchte, in dem Wirbeln der Flocken Feen zu suchen und im Heulen des Windes auf Stimmen zu lauschen.

Als er von einem Treffen mit Freunden zurückkam, entdeckte er in dem Schaufenster eines Spielzeugladens Stoffpuppen, hübsch angeordnet in einer Schneelandschaft im Schlitten eines Weihnachtsengels. Ihre Gesichter waren bis auf die aufgestickten Augen leer, aber eine von ihnen hatte weiße Wollhaare und schwarze Knopfaugen.

Lange blieb er davor stehen und betrachtete sie, und früh am nächsten Morgen, noch bevor er zur Arbeit fuhr, kam er zu dem Laden zurück, um sie zu kaufen. Er nahm zudem eine mit gelbem Haar und grünen Augen mit und einen großen Elch aus Frottee, der einen bunten Schal um den Hals trug. Auf ein hübsches Kärtchen schrieb er eine kurze Nachricht 'Bis Weihnachten. Lasse' und band sie der gelbhaarigen Puppe an eine Knubbelhand, an die andere ein kleines Tütchen mit selbstgebackenen Plätzchen. Sorgfältig verpackte er beide in einem Karton, auf den er in großen Buchstaben 'Ejlif' schrieb.

An seinem nächsten freien Tag stand er besonders früh auf, um zum Feendorf zu fahren. Erst auf halber Strecke erinnerte ihn sein Handy daran, dass er eigentlich bei seinen Eltern zum Essen eingeladen war. Als er anrief, um abzusagen, konnte er beinahe hören, wie seine Mutter am anderen Ende der Leitung die Augen verdrehte. "Junge, das nächste Mal werde ich dich stündlich daran erinnern. Wo steckst du?"

Lasse lächelte schuldbewusst. "Im Niemandsland, auf dem Weg zu einer Fee. Kannst du mir verzeihen?"

Seine Mutter lachte. "Eine Fee? Bring sie mit und stelle sie mir vor!"

"Mama!" Der empörte Ausruf war reiner Reflex. Lasse war froh, dass sie nicht verärgert war. Aber sie hatte lange genug Zeit gehabt, sich mit seiner Unpünktlichkeit abzufinden. Zeit, hatte er manchmal das Gefühl, existierte für ihn genauso wenig, wie sie es in dem Feendorf tat.

Auch wenn er so früh aufgebrochen war, kam er doch erst weit nach Mittag an der Kiste an, die als Briefkasten diente. Sie war leer, und Lasse seufzte leise, als seine heimliche Hoffnung, Ejlif vielleicht sogar heute schon wieder zu sehen, unwiederbringlich zerstört wurde. Er legte sein Packet hinein, schloss sie sorgfältig und stand noch eine ganze Weile im Schnee und sah in den Wald, ehe er endlich zum Wagen zurückkehrte, weil seine Füße einzufrieren begannen. So lange wie möglich behielt er die Kiste im Rückspiegel im Blick, doch Ejlif zeigte sich nicht.

 

Die Vorbereitungen für die Feier waren schon fast beendet. Ihr Haus war von Ejlifs Schwestern mit gestickten Bildern geschmückt worden; Liska hatte, für eine Höstfee sehr typisch, Wein und Speisen vorbereitet für die Familie, aber auch für ihren Gast, denn Lasse wurde fest mit eingeplant.

Natürlich hatte Ejlif noch am Abend, nachdem er an der Straße mit Lasse geredet hatte, mit seiner Mutter gesprochen. Sie freute sich offensichtlich und schien auf ihre Art zu wissen, was nun alles in Ejlifs Leben passieren würde. Immerhin holte sie schon einige Tage später einen schweren Truhenkoffer vom Speicher, stellte ihn in der Diele neben dem Schuhschrank auf und begann, ihn nach und nach mit Dingen zu füllen, wie sie es auch bei Alvar gemacht hatte.

Ejlif selber hatten der Kummer und das Vermissen gepackt. Er fühlte sich müde und lustlos, wollte im Bett liegen bleiben und auf das leere Lager starren, auf dem nur vor wenigen Tagen noch Lasse gelegen hatte. Als er in dem Postkasten ein Paket für sich fand, in dem zwei Puppen miteinander zu feiern schienen, wurde seine Stimmung nicht unbedingt besser.

Die Kekse waren nicht schlecht, aber einer der Hunde fraß sie Ejlif weg, als er nicht darauf achtete. Die Puppe, die ihm glich, fiel Liska in die Finger, die sie mit einem strahlenden Lächeln und ein wenig ihrer Feenkraft noch mehr wie Ejlif aussehen ließ, indem sie die Wollhaare zu Berge stehen ließ. Daraufhin begannen sich die Schwestern, um das Püppchen zu streiten, und Ejlif sah es nicht wieder, bis es dann auf dem Herdsims auftauchte, haargenau wie er angezogen und fast schon zu sehr wie er aussehend.

Aber die Puppe, die sicherlich Lasse sein sollte, behielt er eisern in seinen Händen. Er versteckte sie in seiner Kammer in seinem Bett und verbrachte die letzten Tage bis zum Tag vor dem Fest damit, verträumt zu sein und auf Lasse zu warten.

Am Abend vor Weihnachten spannte er Jätte vor den Schlitten. Es würde eine sternklare Nacht werden, ein wenig Nordlicht schimmerte hier und dort, um den Himmel zu verschönen. Ejlif gab sich extra viel Mühe mit seiner Kleidung, zog sich einen besonders schönen, neuen Pullover aus schwarzer Wolle über und versuchte, seine Haare wenigstens etwas in Form zu bringen. Schließlich war die Zeit passend, und mit dem warmen Fell und einer Decke neben sich lenkte Ejlif den Schlitten wieder zur Straße hin, an der er Lasse nun schon zwei Male getroffen hatte.

 

Lasse hatte sich selten derart danach gesehnt, sein Ziel zu erreichen, wie an dem Tag vor Weihnachten. Natürlich hatte es noch einen Notfall geben müssen, der in einer Fabrik sämtliche Telefone und Computer lahmgelegt hatte, und so war er nicht annähernd so früh weggekommen, wie er gewollt hatte.

Im Kofferraum standen zweimal sechs Liter Met, verpackt in unscheinbare, braune Flaschen ohne Etikett und sicher verstaut in Korbhaltern, die er extra gekauft hatte. Er wollte keine Plastikkisten mitbringen. Sören hatte lachend gefragt, ob er seine Fee mit Honigwein bestechen wollte und hatte ihm jede Flasche zusammengesammelt, die er entbehren konnte. Lasse hoffte, dass es genug war. Seine Großmutter hatte ihn zudem mit einem Zwinkern mit viel zu viel Plätzchen versorgt und ihm erklärt, dass jede Fee gerne Süßes aß.

Lasses Gedanken wanderten wie so oft in letzter Zeit verträumt zu Ejlif, und ehe er es sich versah, fuhr er viel zu schnell für die verschneiten Straßen. Dennoch schien es eine Ewigkeit zu dauern, ehe er endlich im Licht der Scheinwerfer die Postkiste sehen konnte. Noch während er an den Rand fuhr und den Motor ausschaltete, kam die mittlerweile vertraute, massige Gestalt Jättes aus dem Wald getrabt, einen großen Schlitten hinter sich herziehen. Hastig zerrte Lasse die warme Jacke vom Beifahrersitz und sprang aus dem Wagen, noch ehe er sie angezogen hatte. Ein sprudelndes Glücksgefühl ergriff Besitz von ihm, als er endlich Ejlif in den Decken des Gefährts ausmachen konnte, und zauberte ein strahlendes Lächeln auf sein Gesicht.

Ejlif wurde von Erleichterung erfasst, als er seinen schönen, großen Menschen entdeckte. Er winkte wild und sprang aus dem Schlitten, noch bevor Jätte angehalten hatte. Leichtfüßig überwand er einige Schneehügel und Eisschollen und kam am Straßenrand schlitternd vor Lasse zum Stehen.

Doch genau in dem Augenblick, in dem er ihn gern umarmt hätte, sich an ihn gedrückt und den warmen, vermissten Körper, seinen Geruch in sich aufgenommen hätte, wurde ihm mit einem Mal bewusst, dass Lasse ihre Freundschaft sicherlich anders sah als er durch sein tagelanges Träumen. Mit roten Ohren, die zum Glück unter seiner Kappe und den Haaren verschwunden waren, hielt er vor Lasse an und sagte mit kleiner Stimme "Willkommen zurück." Unsicher sah er vom Auto zu Lasse, zu Jätte und zum Wagen zurück.

Ejlif klang so unsicher, so schüchtern, dass Lasse, selbst wenn er anderes vorgehabt hätte, sich nicht mehr hätte wehren können. So machte es das nur einfacher. Er trat noch einen Schritt nach vorne und umarmte die schlanke Gestalt. Es fühlte sich so wundervoll an und Ejlif duftete so gut, dass er beinahe vergessen hätte, ihn loszulassen.

"Ich bin froh, wieder hier zu sein. Die Zeit ist mir lang geworden, und das passiert nicht oft", sagte er leise, als er sich wiederstrebend von seiner kleinen Fee löste und ihn anlächelte. Einen Moment zögerte er noch, dann strich er ihm kurz über die Wange. "Ich habe dich vermisst." Rasch drehte er sich um und ging mit großen Schritten zu seinem Wagen, um den Kofferraum zu öffnen. "Der Met sollte nicht zu lange im Kalten sein, sonst gefriert er am Ende und sprengt die Flaschen."

Ejlif hob seine Finger an die Wange und starrte Lasse hinterher, bevor er sich nach einigen Augenblicke gefasst hatte. Es war so schön gewesen und auf eine unvertraute Art richtig. Als würde etwas seit Ewigkeiten so sein müssen, als müsste er sich bei Lasse im Arm sicher und aufgehoben fühlen, obwohl es doch keinerlei Beweise dafür gab.

Zögerlich folgte Ejlif seinem Menschen und half ihm mit der Tasche und den Kisten mit den Metflaschen. Damit kannte er sich aus, denn Liska braute diesen ebenfalls, wenn sie die Zeit dafür fand. "Da wird meine Mutter sich aber freuen, denn in diesem Jahr hat sie noch nicht allzu viel Met herstellen können."

Sprudelnde Vorfreude überkam ihn, als er den Schlitten sah, in dem sie gleich nebeneinander sitzen würden, unter einer Decke zusammen, und er die Wärme des großen Körpers neben sich würde genießen können. Ejlif kletterte schon unter die Decke und beobachtete von dort, wie Lasse sein Auto noch ein wenig günstiger abstellte und die Scheiben mit Planen vor Eis und Schnee schützte, bevor der Mann zu ihm zurückkam.

Als sie nebeneinander saßen, wagte Ejlif es endlich wieder, Lasse ins Gesicht zu sehen und ihm mit normaler Stimme für das Paket zu danken. "Ich hab dich auch vermisst und jeden Tag gezählt, Lasse. Es ist wirklich schön, dass du bei uns feiern kannst in diesem Jahr."

"Ja, das ist es." Lasse lächelte und fühlte wieder dieses Glück in sich, das ihn mehr wärmte als das dicke Fell, das über ihren Beinen lag. /Jeden Tag gezählt...?/ Er wartete, bis Jätte sich in Bewegung gesetzt hatte, dann legte er seine Hand über die des anderen Mannes, auch wenn sie in einem Handschuh verborgen war. Und auch wenn seine Finger beinahe taub vor Kälte wurden, ließ er ihn lange Zeit nicht los.

Sie sprachen nur wenig auf der Fahrt zum Dorf. Es reichte, dass sie beieinander waren, und Lasse spürte, wie die Hektik des Tages, das Warten und Sehnen langsam von ihm wich, um einer friedlichen, glücklichen Ruhe zu weichen. Es war wie Heimkommen.

Als sie ins Dorf einfuhren, kamen ihnen schon einige der anderen Feen entgegen, die von dem Dorfhaus nach Hause gingen. Überall konnte man Braten und Gewürze riechen, und Ejlif bemerkte, dass er in den letzten Tagen nicht viel gegessen hatte. Er entließ Lasse nur ungern aus seiner Nähe, aber wollte den Mann nicht länger frieren lassen.

"Geh schon rein, Lasse. Du kannst deine Sachen in meine Kammer bringen. Ich komme gleich nach. Ich glaube, meine Mutter und meine Schwestern sind noch unterwegs, aber wir können erst mal etwas Heißes trinken."

Rasch lenkte Ejlif Jätte zum Stall und beeilte sich an diesem Abend besonders, allen Tieren dort noch eine Futter- und Wasserration zukommen zu lassen, bevor er durch den festgetretenen Schnee zum Haus lief.

Bereits der Duft nach Holzfeuer, weihnachtlichem Gebäck und Kräutern ließ Lasse lächeln, als er das Haus betrat. Es war ungewohnt still ohne die Stimmen von Ejlifs Schwestern und Liska, doch trotzdem freundlich und einladend. Er brachte den Met und die Plätzchendosen in die Küche, anschließend seine unförmige Tasche in die kleine, vertraute Kammer. Dort hängte er den Schlafanzug über das Ofenrohr, damit er nachher schön warm war, und fühlte sich ein wenig, als sei er nach Hause gekommen.

Als er sein Hemd auszog, fiel sein Blick auf Ejlifs Bett. Gelbe Wollhaare sahen unter der ordentlich aufgeschüttelten Decke hervor. Rasch stopfte er das Hemd in die Tasche und zog sich Alvars bunten Pullover über, den er natürlich mitgebracht hatte, dann schlug er die Decke neugierig beiseite. Sein Lächeln vertiefte sich noch, als ihm die Puppe mit grünen Knopfaugen entgegen sah. Einen Moment lang spürte er der Wärme nach, die er empfand, weil Ejlif ausgerechnet diese mit sich ins Bett nahm, ehe er sie sorgfältig wieder versteckte.

Obwohl sie sich noch nicht lange getrennt hatten, fühlte er das ziehende Sehnen nach dem Feenmann erneut. Er schob seine Tasche mit dem Fuß unter das Bett und verließ die Kammer, um in der Stube auf Ejlif zu warten.

Als Ejlif das Haus betrat, war es noch immer viel zu still für all seine Schwestern. Aufatmend beeilte er sich, um aus den dicken Sachen zu kommen und seine Hände zu waschen. Dann trat er leise in den Wohnraum und stockte in der Tür. Das Feuer im Herd warf rötliche Lichter auf das schmale Gesicht seines Gastes und ließ die Locken golden aufleuchten. /Er weiß nicht einmal, wie schön er aussieht./ Stumm seufzte Ejlif auf, aber riss sich dann los, um in den Raum zu treten.

Lasse hatte sich noch nicht einmal einen Becher Tee genommen, wieso nur war er so bescheiden? /Oder ob er nicht zurechtkommt in so einer Küche?/ In einem Brief hatte Alvar geschrieben, dass seine Küche nun kleiner war, nur für eine Person zugeschnitten, denn er lebte allein. Rasch lief Ejlif zum Herd, auf dem der große Teetopf warm gehalten wurde. "Magst du auch einen Tee trinken? Ich wollte gleich ein paar Brote zurecht machen, wir essen am Abend vor der großen Feier nicht mehr so viel."

Lasse sah auf und fühlte sich beinahe sofort noch wohler, nachdem Ejlif wieder bei ihm war. Er nickte leicht und lächelte still in sich hinein. "Gerne. Kann ich dir helfen?"

Ejlif wollte zwar ablehnen, ein Gast half nicht, aber andererseits würde Lasse dann zu ihm herüber kommen, neben ihm stehen. Das war eine Entscheidung gegen die Gastfreundlichkeit wert. "Könntest du das Brot schneiden? Du bist sicherlich kräftiger als ich, das wäre nett. Wir brauchen viele Scheiben, für all meine Schwestern mit."

Sie fertigten die Brotteller für die Familie, und Ejlif begann, sich wieder an den Mann zu gewöhnen, ihn um sich zu haben, immer gleich ansehen zu können, wo er sonst hatte die Augen schließen und träumen müssen. Bald konnten sie sich an die Ecke der langen Tafel setzen und mit dem Essen beginnen. Längst musste Lasse Ejlif wieder ungezählte Fragen beantworten, eine Antwort schien verwirrenderweise zu zehn neuen Fragen zu führen. Was war eine Schule? Schreiben lernen? Warum musste man Papiere haben, um zu beweisen, wer man war? Warum reichte es nicht, wenn man sagte, dass man ein Vinterson war? Warum er das besser nicht sagen sollte und wieso die Menschen nicht an Feen glaubten.

Als Ejlifs Schwestern das Haus mit ihren Stimmen zu erfüllen begannen und nach und nach auch an den Tisch traten, bot Ejlif seinem Gast Glögg an, den er in der Zwischenzeit vorsichtig mit den Gewürzen hatte seihen lassen.

Nach den zahlreichen Begrüßungen durch die Feen, nach den Umarmungen und einigen Scherzen hatte Lasse sich wieder daran gewöhnt, dass er hier als groß galt, hatte sich auch an das eigenartige Gefühl gewöhnt, das ihm sagte, er sei nach Hause gekommen. Die Varenfeen unter Ejlifs Schwestern machten es ihm noch leichter, indem sie ihn wirklich als einen lieben, wenn auch nutzlosen Bruder zu betrachten schienen.

Lasse fragte sich, ob es wirklich sein konnte, dass er ein Varenson war, doch er vergaß den Gedanken wieder, als Ejlif ihm einen dampfenden Becher reichte. Zwar befürchtete er, dass ihn der Gewürzwein noch müder machen würde, als er es durch die lange Fahrt und den Stress am Morgen ohnehin schon war, doch um abzulehnen war er einfach zu lecker. Lasse war der Meinung, nie besseren Glögg getrunken zu haben. Und er kam von Ejlif.


by Jainoh & Meike "Pandorah" Ludwig