Feenweihnacht

8.

Sie lachte auf und ging schwingend auf Lasse zu. "Bei euch zwei... hm. Lasse muss fragen, mein Kleiner. Also, setz dich dort her auf den Stuhl und sei hübsch und still. Also Lasse, frag ihn." Sie zwinkerte dem verwirrt wirkenden Mann zu und verließ mit einigen ihrer Töchter das Haus. Draußen erklangen Glöckchen, und lachende Stimmen begrüßten einander. Unruhig rutschte Ejlif auf dem Stuhl hin und her und schielte zu Lasse hinüber.

Lasse sah der Fee hinterher und versuchte, aus den wenigen Sätzen herauszulesen, was von ihm erwartet wurde, dann schaute er zu dem nervösen Ejlif. /Begleiter auf dem Fest. Es klingt wie eine Art... Gefährte. Und ob es mir so ernst ist, ob ich ihn das Jahr mitnehme? Noch viel länger, wenn man mich fragt./ Ein wenig Sorge rieselte durch ihn, als er überlegte, dass es vielleicht wirklich nur ein Jahr sein könnte, das Ejlif in der Stadt verbringen sollte, doch er schob es beiseite. Das hatte noch Zeit. Sie mussten aufbrechen, sonst würden sie bestimmt zu spät kommen.

Rasch trat er zu seiner Vinterfee, griff nach den schlanken Händen und hauchte einen Kuss darauf. "Verzeih mir, wenn ich Fehler mache. Aber wenn ich es richtig verstanden habe, wäre ich sehr glücklich, dein Begleiter sein zu dürfen. Willst du mich denn?"

Ejlif seufzte auf und sprang vom Stuhl direkt Lasse in die Arme. "Ja, sehr gern!", rief er aus. Wenn schon nicht die Anfrage so war wie üblich, dann konnte er auch in seiner Antwort ein wenig von der verlegenen Zusage abschweifen. Glücklich drückte er sich an den kräftigen Körper, bei dem er sich so wohl zu fühlen begonnen hatte.

Lasse umarmte ihn und hielt ihn fest, vergrub das Gesicht in dem hellen, weichen Haar. Der Duft, die Nähe und die Wärme, das alles fühlte sich wundervoll an. Einen zeitlosen Moment standen sie einfach nur da, doch dann ließ er bedauernd von seiner kleinen Fee ab. "Ich glaube, wir sollten los, nicht?"

Nachdem er den Reißverschluss seiner Jacke zugezogen und den dicken Wollschal noch einmal zurecht gerückt hatte, nahm er Ejlifs Hand in seine und ging mit ihm nach draußen, wo bereits die Schlitten warteten. Während sie einstiegen und das warme Fell über ihre Beine breiteten, fragte er "Was genau bedeutet es denn, dass ich dein Begleiter bin?"

Ejlif nahm die Zügel auf, obwohl Jätte den Weg auch so finden würde. Er schnalzte leicht und wartete, bis ein Schlitten mit seinen Schwestern vorbeigefahren war, um sich dann einzureihen. "Was es heißt?" Unsicher warf er einen kleinen Seitenblick, doch dann erinnerte er sich, wie Lasse ihn gehalten hatte, seine Hand geküsst sogar, und er lächelte. "Das heißt, dass wir heute zusammen sein werden." Vorsichtig legte er seine Finger unter der Decke auf Lasses Hand.

Lasse erwiderte das Lächeln und drehte seine Hand, so dass er seine Finger mit Ejlifs verschränken konnte. "Das klingt wundervoll."

Die Schlittenfahrt führte sie immer über denselben Pfad. Im Grunde war es Ejlif ein bekannter Weg, den er im Sommer wie im Winter sehr häufig entlang lief oder ritt. Doch an diesem Tag im Jahr war es stets etwas besonderes, aufregendes. Nach etwa der Strecke, die er auch hinter sich bringen musste, um zum Postkasten zu gelangen, wichen die hohen Nadelbäume einer Gruppe kleinerer, kahler Birken, die durch vereiste Zweige hindurch den Blick auf den See freigaben.

Im Sommer war dies ein Badesee, aber nun konnte man auf seiner Fläche laufen. Die Schneedecke war unangetastet, lediglich der leichte Wind spielte damit, zeichnete seine Bilder darauf. Obwohl Ejlif sich sonst immer bei seiner Mutter in der ersten Reihe postierte, um einen guten Blick auf den von ihm angehimmelten Höst zu bekommen, blieb er mit Lasse nun in den hinteren Reihen. Dadurch, dass das Ufer sachte abfiel, konnte man ohnehin von jedem Platz aus gut sehen.

Ejlif zupfte Lasse am Ärmel und flüsterte "Sie werden gleich hier erscheinen und die Feen freigeben, die sie sich im letzten Jahr als ihre Gefährtin erwählt haben. Danach begrüßen sie ihre Kinder. Bitte sei so gut und geh mit meinen Schwestern. Vinter und Varen mögen einander nicht. Vinter würde sich nicht freundlich verhalten, wenn du zu ihm kämst."

Lasse fühlte sich ein wenig unbehaglich, während gleichzeitig die Aufregung in ihm wuchs. Er fragte sich, ob er überhaupt mit jemandem gehen und nicht vielleicht besser einfach am Rande warten sollte. Auch wenn er immer wieder mit dem Gedanken spielte, zweifelte er doch ernsthaft daran, ein Sohn von Varen zu sein. Dennoch nickte er, ohne aber den Blick von der Eisfläche zu lassen, um nichts zu verpassen. Wie viele Menschen konnten schon die Fürsten der Jahreszeiten sehen?

Stürmische Luftwirbel begannen zunächst im Himmel über dem See, dann verteilten sie sich auf dessen Fläche, griffen den Schnee, der zuvor so friedlich dagelegen hatte, um ihn aufzuwerfen, bis eine dichte Wolke entstand. Blitze zuckten durch die Luft, die mit einem Mal düsterer erschien und schwerer.

"Das muss Höst sein, er ist immer der ungeduldigste und erscheint zuerst", flüsterte Ejlif zapplig und drückte Lasses Hand vor Aufregung fester.

Die Schneemassen umwirbelten einander fauchend. So plötzlich, wie es begonnen hatte, hörte es gleich darauf einfach wieder auf. In der Mitte der Schneewirbel knieten Höst und die Fee seiner Wahl im letzten Jahr. Ejlif atmete einmal auf und seufzte verhalten. Höst war schon immer sein Schwarm gewesen, und ihn nun anzusehen, brachte das alte Herzklopfen wieder.

Verwirrt hob er den Kopf. Es war fast so wie die Sprünge, die sein Herz tat, wenn er Lasse in die Augen sah. Und doch... das Kribbeln und Krabbeln in ihm fehlte, dieses Sehnen danach, gestreichelt zu werden. Bei Höst hatte es ihm immer gereicht, seine Blicke über die Pracht der kastanienfarbenen Locken gleiten zu lassen. Mit einem Mal fröhlicher jubelte er Höst und der kleinen Vinterfee zu, die von den Höstdotters eingekleidet und zu Schlitten geleitet wurden.

Lasse konnte nur atemlos zuschauen und fühlen. Das Jubeln der Feen hörte er nicht wirklich. Mit dem Auftauchen des Herbstfürsten schien die Luft ein wenig wärmer geworden zu sein und gleichzeitig ein wenig stürmischer. Feenlichter tanzten in Hösts Haar wie Sonnenstrahlen in rotem Herbstlaub, und von ihm aus ging ein Dufthauch nach reifen Äpfeln, nassen, fallenden Blättern und schwerer Erde, der sacht über die Wartenden hinwegstrich.

Ejlif beobachtete, wie Höst seine Kinder, darunter auch seine Mutter Liska, begrüßte, doch schon wenige Momente, nachdem er die Fläche verlassen hatte, wirbelten Varen und Sommar herein. Gemeinsam, wie sie es immer taten. Sie mochten einander und arbeiteten gern zusammen, was man von Vinter und Varen oder Höst und Sommar nicht wirklich behaupten konnte.

"Geh zu deinem Vater hin, Lasse!" Mit einem kleinen Schups schickte Ejlif seinen Begleiter in Richtung des Eises, auf dem Varen nun seine Lockenpracht vom Schnee frei schüttelte, um sich von seinen Töchtern, sehr vielen darunter von Liska immerhin, in die hellgrünen Sachen kleiden zu lassen.

Ein wenig benommen folgte Lasse dem Stoß und gesellte sich am Rand zu den Varenstöchtern. Er wusste nicht, wie er sich verhalten sollte, hatte weder Kleidung und Schmuck für diesen fremden Mann, der nach frischem Grün und Frühlingsblumen roch, noch glaubte er daran, dass es sein Vater war. Und dennoch, etwas schien vertraut, dieses Lächeln in den grünen Augen, das hellblonde Haar, die Größe, die an seine eigene herankam. Kein Wunder, dass sie ihn für einen seiner Söhne gehalten hatten. Unwillkürlich musste Lasse lächeln, als ein warmer Hauch ihn streifte, der Licht mit sich zu bringen schien.

Ejlif hatte sich an Lasses Lächeln erfreut und daran, dass sein Freund Teil ihrer Feier sein konnte. Doch dann, ganz am Rande des Trubels um Varen und Höst vor allen Dingen, kehrte Vinter zu ihnen heim. Ein leiser, eiskalter Hauch strich die Schneedecke glatt und ließ ein eisblumenverziertes Feld entstehen, in dessen Mitte Vinter mit seiner diesjährigen Gefährtin, einer zierlichen Sommardotter, erschien.

Sofort sprang Ejlif mit einigen anderen zu ihnen, um sie anzuziehen. Vinter lächelte ihm zu und strich ihm, ernst in der Runde umherblickend einmal leicht über den Kopf, bevor er sich das weiße, bestickte Hemd und die schwarze Hose anzog. Ejlif kam die Ehre zu, das Feenkind halten zu dürfen, während die anderen noch Mäntel bereithielten. Ebenso wie er hatte das kleine Mädchen die schwarzen Augen seines Vaters und das feine, helle Haar.

Leider kamen dann einige andere, nahmen ihm das Kind weg und drängten ihn ab. Unter dem Lachen und Erzählen der Gruppen wurden die Fürsten zu den Schlitten gebracht. Nun sehnte Ejlif sich natürlich wieder nach Lasse und lief, so rasch er konnte, zu Jätte hin, um bei ihrem kleinen Schlitten auf ihn zu warten.

Lasse hatte mit den anderen, die ihn in dem Trubel zum Glück reichlich wenig beachteten, den Frühlingsfürsten und dessen Fee begleitet; er fühlte sich unerwartet wohl in dessen Gegenwart, warm und fröhlich. Doch dann war er etwas zurückgefallen, um sich nach Ejlif umzusehen. Offensichtlich war Vinter auch schon gekommen, denn er entdeckte Ejlif bereits bei Jätte, neben dem er noch zierlicher und kleiner wirkte als gewöhnlich. Die Wärme in ihm wurde stärker und ließ ihn mit großen Schritten zu dem Schlitten zurückkehren.

Fest umarmte er Ejlif einmal, um ihm dann in die Augen zu sehen und zu lächeln. "Ich danke dir, dass du mich eingeladen hast. Das war..." Ihm fehlten die Worte, um seine noch immer verwirrten Gefühle auszudrücken, und er verstummte.

Ejlif lachte auf und drückte ihn rasch einmal an sich, dann verkündete er "Das war doch erst der Anfang! Jetzt fahren wir zum Dorf und feiern." Er sprang in den Schlitten und kuschelte sich in die Decke ein, dann hielt er Lasse die Hand hin. "Komm schon, wir wollen nicht die letzten sein."

In dem Augenblick fing er einen Blick von Vinter auf, der nachdenklich, wie es schien, auf ihm und Lasse ruhte. Gleich darauf wendete sich der Fürst ab, färbte die Renntiere vor seinem Schlitten strahlend weiß, bevor er die Zügel übernahm, um den Wagen in rasanter Fahrt zum Wald zu lenken. Verwirrt sah Ejlif ihm nach. /Ob er enttäuscht ist, weil ich einen Varenson gern habe?/

Lasse griff nach der Hand und ließ sich gern ein wenig helfen, wenn auch nur, um Ejlif berühren zu dürfen. Während er zu ihm unter das Fell rutschte, fiel ihm der eigenartige Blick seiner Fee auf. "Alles in Ordnung?" Nach einem kurzen Zögern schob er einen Arm um Ejlifs schmale Gestalt, um ihn ein wenig näher an sich zu ziehen und ihn halten zu können.

Mit einem kleinen Seufzen nickte Ejlif, dann lenkte er Jätte hinter den anderen her, um nicht den Anschluss zu verlieren. Der Fahrtwind entband ihn einer Antwort. Auf dem Dorfplatz halfen einige einander, die Renntiere und Elche von den Geschirren zu befreien, während die anderen schon mit den Fürsten in das Dorfhaus gingen, wo Speisen und Getränke aufgebaut waren und wo sie die Nacht über feiern würden. In dem großen Raum spendeten etliche weiße Kerzen in Glaskelchen ein festliches Licht. Der Duft von Wein und Braten erfüllte das Haus schon bald genauso wie das Gelächter und die singenden Stimmen der Feen.

Eine kleine Gruppe holte, nachdem sie ihre Plätze gefunden und mit dem Essen begonnen hatten, Instrumente hervor und begann, leise und langsam zunächst noch, für alle zu spielen. Ejlif hatte Lasse mit sich an einen kleinen Ecktisch gezogen, an dem auch Liska saß, an diesem Abend wie eine richtige Höstdotter in prächtigen Farben gekleidet. Die Fürsten suchten sich ihre Plätze nach den eigenen Wünschen. Zuerst verabschiedeten sie sich von ihren Gefährtinnen des Vorjahres und von ihren Kindern, dann wanderten sie umher, um mal mit dieser, dann wieder mit der anderen Gruppe zu sprechen.

Liska reckte den Hals und knuffte Ejlif, als er gerade etwas trinken wollte, in die Seite. "Er schaut, er schaut!" Aufgeregt richtete sie ihre Haare und zupfte das Kleid noch eine Idee gewagter herunter. Es war im Dorf kein Geheimnis. Liska war die von den Fürsten am Allerliebsten zur Gefährtin erwählte Fee, immerhin hatte sie schon neun Kinder. Doch der, den sie meinte, war nicht Varen, von dem sie immerhin sieben Mädchen und einen Jungen hatte, sondern Vinter, der sich seit Ejlifs Geburt nicht mehr für sie interessiert hatte.

"Vielleicht schaut er auch einfach nur, weil ich mit Lasse zusammen bin. Er schien nicht begeistert zu sein. Lasse ist ein Varenson, liegt es daran, Modra?"

Verwirrt blickte Liska ihrem Sohn in das Gesicht. Sehr offensichtlich hatte sie nicht in Erwägung gezogen, dass es auch einen anderen Grund für Vinters Blicke zu ihrem Tisch geben konnte. Doch dann schüttelte sie den Kopf. "Das... warum sollte es ihn stören, mein Kleiner? Nein." Sie lächelte in Richtung des schwarzäugigen Fürsten, der sich jedoch nach einer Weile abwendete, um an einem Tisch mit einer anderen Familie zu sitzen.

Lasse konnte nicht sagen, dass ihn die Antwort beruhigte, und er musterte seinerseits den stillen Fürsten, dessen Ankunft er nicht einmal mitbekommen hatte. Nachdem weder Liska noch ihre Töchter etwas dabei zu finden schienen, dass er und Ejlif sich näher gekommen waren, hatte er sich keine Gedanken mehr darum gemacht, dass es irgendjemanden stören könnte.

Doch jetzt kamen ihm wieder Ejlifs Worte in den Sinn, als dieser ihm erklärt hatte, dass Vinter und Varen sich nicht sonderlich mochten. Ob der Wintersfürst versuchen würde, seinem Sohn eine Beziehung mit ihm zu verbieten? Lasse merkte, wie allein die Vorstellung Unbehagen und eine gewisse Angst durch ihn hindurch schickte. Hastig schob er die unerwünschten Gefühle beiseite, doch ein kleines, dumpfes Nagen der Unsicherheit blieb.

Endlich wurden die Tische von den Tellern befreit und enger zusammen an die Wände gerückt, um Platz zum Tanzen zu schaffen. Nachdem einige Gruppen aufgetreten waren, gab es nach einer Weile die Gelegenheit, als Paar zu tanzen. Liska zog Ejlif auf die Tanzfläche und zeigte sich auf diese Art geschickt im Mittelpunkt. Doch Ejlif hätte lieber mit Lasse getanzt, dem er ab und zu kleine Blicke zuwarf.

Lasse beobachtete ihn gerne, die anmutigen, geschmeidigen Bewegungen und sein Geschick, sich zur Musik zu bewegen, und wann immer sich ihre Blicke begegneten, schenkte er ihm ein kleines Lächeln. Die Tänze waren volkstümlich, und es freute ihn, als er einen wiedererkannte, der ähnlich im Dorf seiner Großeltern getanzt wurde. Er hoffte, dass er keinen Fehler beging, als er aufstand und sich durch die ausgelassenen Paare schob. Doch Ejlif war sein Begleiter, und daraus leitete sich hoffentlich das Recht ab, mit ihm tanzen zu dürfen. "Liska, darf ich dir deinen Sohn entführen?"

Liska drehte sich lachend um sich selber, um mit einigen anderen Feen einen neuen Kreis zu schließen; während sie auf diese Art Varen näher gekommen war, stand Ejlif nun allein vor Lasse. Sie sahen sich in die Augen, und mit einem schüchternen Lächeln nach einem Blick in der Runde herum nahm Ejlif die ihm angebotene Hand und ließ sich dann führen.

Der bekannte Tanz ging in einen über, der Lasse fremd war, doch er ließ sich von Ejlif die Schritte zeigen und lachte gemeinsam mit ihm, wenn er über seine eigenen Füße stolperte. Schnell hatte er aber den richtigen Rhythmus gefunden, und sie tanzten eine ganze Weile zusammen, bis Lasse schließlich das Gefühl hatte, langsam vor dem Verdursten zu stehen. Ohne Ejlif aus seinen Armen zu entlassen, dirigierte er ihn von der Tanzfläche und zu ihrem Platz zurück.

Dann ließ er sich von seinem Begleiter sagen, was dieser wollte und schlängelte sich bis zu einem der Tische durch, auf denen Getränke standen. Mit je einer Kanne Most und Glögg kam er zurück und schenkte erst einmal ihm ein, ehe er sich selber nahm.

Ejlif war dankbar für den kleinen Augenblick, den er sich abkühlen konnte. Nicht äußerlich, schwitzen musste er als Vinterfee eigentlich nie, sondern innerlich. Fröhlich grinste er Lasse an und genoss den Neid, den sein Begleiter nicht nur bei seinen Schwestern erzeugte. "Das ist sicherlich die schönste Feier, die ich je gehabt habe, Lasse. Danke, dass du hier bist."

Lasse lachte und nahm einen großen Schluck von dem Glögg, den er sich nach zwei Bechern Most eingeschenkt hatte. "Ich bin auch froh, hier zu sein." Er beugte sich ein wenig vor, näher an Ejlif heran, um den Gedanken leiser fortzusetzen. "Bei dir zu sein."

Sie tranken einige Schlucke von dem Glögg, und erneut begann dieses Kribbeln und Krabbeln in Ejlifs Bauch, wie immer, wenn er Lasse in die Augen sah, wenn sie so dicht beieinander saßen. In dem Moment mehr als zuvor wünschte er sich, dass Lasse ihn küssen würde. /Wie er wohl schmeckt?/ Ejlif musste grinsen, als ihm einfiel, dass es Wein sein würde, den man schmecken konnte. /Genau wie bei mir./

Ejlif merkte, wie sehr ihn der Alkohol anzugreifen begann. Er wollte sich gerade bei Lasse für seine Trägheit entschuldigen, sich einen Becher Wasser holen und ein wenig frische Luft atmen gehen, als sich schlanke, helle Hände auf seine Schultern legten.


by Jainoh & Meike "Pandorah" Ludwig