Feenweihnacht

12.

Es war Ejlif schon schwer gefallen, Jätte zurück zu lassen, aber eine seiner Regeln von seiner Mutter war, dass er alles zurück lassen musste, was zu feeisch war; Jätte war ein Elch, aber laut Lasse ein ungewöhnliches Fortbewegungsmittel. Offensichtlich verwendeten Menschen fast alle nur noch diese Wagen aus Metall.

Nachdem sie endlich im Auto saßen und Lasse Ejlif sowohl den Sicherheitsgurt als auch dessen Notwendigkeit erklärt hatte, angelte er das Päckchen vom Rücksitz nach vorne und legte es ihm auf den Schoß. "Hier, das habe ich völlig vergessen. Dabei sollte es doch mein Weihnachtsgeschenk für dich sein."

Zögerlich blickte Ejlif aus dem Fenster zu ihrer Postbox hin und erhaschte einen Blick auf einen seiner Brüder, der gekommen war, um Jätte und den Schlitten mitsamt der Post mitzunehmen. Er lächelte und winkte kurz, dann nickte er und flüsterte "Danke, aber fahr erst einmal."

Lasse überlegte, dass er vielleicht noch ein wenig mit dem Geschenk hätte warten sollen. Wahrscheinlich musste Ejlif jetzt erst einmal auch innerlich Abschied nehmen. Zwar war es nicht so, dass er seine Heimat nie wieder sehen würde, aber er verließ sie doch das erste Mal und dann gleich für so lange, um zu einem Ort zu gehen, an dem ihm alles und vor allem jeder fremd war. Andererseits hatte er gedacht, dass ihn der Stoffelch vielleicht ein wenig ablenken konnte.

Er griff nach Ejlifs schmaler Hand, drückte sie tröstend und zog sie kurz an die Lippen, um sie dann jedoch wieder loszulassen. Der Wagen bockte beim Anfahren in dem tiefen Schnee, und Lasse brauchte beide Hände. Besonders jetzt wollte er keinen Unfall riskieren. Nicht, wo Ejlif bei ihm war.

Ejlif schloss die Augen und spürte, wie er weiter und weiter von ihrem Land fortgebracht wurde. Zugleich spürte er seine Fähigkeiten, den Schnee und das Eis, die Winde und Wetter zu beeinflussen und konzentrierte sich mit zusammengezogenen Brauen auf dieses Gefühl. Davon hatte sein Vater gesprochen. Er hatte die Gabe, genau wie seine Schwestern, nur unwissentlich. Ein Eindruck von Freiheit entstand in ihm, während das Wissen anwuchs, dass er das Richtige tat, auch wenn dieser Wagen laut war, was ihn störte, auch wenn er nicht so frisch und lecker roch und obwohl ihm in der warmen Luft ein wenig übel wurde.

Endlich, als die Straße ein wenig dichter befahren wurde, öffnete Ejlif die Augen, um die vorbeifliegenden Häuser und Bäume zu betrachten. Er sah Lasse von der Seite an und verkündete "Das war eine gute Entscheidung. Ich freue mich, dass ich nun bei dir bin."

Lasse lächelte erleichtert und fuhr ihm rasch einmal durch das zerzauste Haar. "Und ich mich erst. Du machst mich glücklich."

 

Ein wenig ächzend schob Lasse den großen, schweren Koffer in den Flur, aus dem ihm angenehme Wärme entgegenschlug. Er ließ die Tasche von der Schulter rutschen und lehnte sie neben die Truhe, dann tastete er im Dunkeln nach dem Lichtschalter. Mehrere kleine Deckenlampen tauchten den schmalen, langen Raum in warmes Licht. Ein wenig überrascht sah Lasse sich in dem großen Spiegel gegenüber der Wohnungstür an und wunderte sich flüchtig, dass seine Augen derart grün sein konnten. Ob das noch eine Nachwirkung des Feendorfes war?

Doch der Gedanke war rasch vergessen, als er sich zu Ejlif umwandte und dessen dunklen Blick mit einem Lächeln erwiderte. "Willkommen in deinem neuen Zuhause."

Er zog Jacke und Schuhe aus und half Ejlif beim Aufhängen seiner Jacke an der für ihn zu hohen Gardarobe, während er sich gedanklich eine Notiz machte, dass er sie niedriger würde anbringen müssen. Dann küsste er Ejlif kurz, nahm ihn bei der Hand und führte ihn durch sein kleines Reich, wobei er ein wenig beschämt feststellte, dass er vergessen hatte, vor seiner Abreise aufzuräumen.

In der kleinen Kiefer-Einbauküche stand noch das Geschirr des letzten Essens und ein ungespülter Topf, während im Bad ein buntes Handtuch nach wie vor auf dem Rand der Badewanne lag; der Rosmarinbadezusatz war nicht zugeschraubt, und ein Hemd und eine Bluejeans knäuelten sich mit einem Paar benutzter Socken vor statt in dem blauen Wäschekorb. Hastig behob Lasse zumindest diesen Zustand.

Erleichtert stellte er fest, dass er jedoch immerhin das Bett gemacht hatte und sich die Decke in Übergröße nicht als blaugrüner Wust über die gesamte Fläche der beiden Matratzen verteilte. Einen Moment lang blieb er stehen und überlegte, welche Seite des hohen Kieferschrankes er seiner Fee am günstigsten frei räumen sollte, entschied dann aber, das danach zu richten, wie viel Kleidung sich überhaupt in dem Truhenkoffer befand.

Im Wohnzimmer, das er bewusst als das Ende der kleinen Besichtigungstour geplant hatte, da sie es sich gleich ein wenig bequem machen konnten, schob er Ejlif zu der von zwei Bäumchen und einer ausladenden Kletterpflanze umrahmten Couch, die vollkommen unter der bunten Flickendecke verschwunden war, die seine Großmutter ihm nach reichlich Betteln überlassen hatte. Noch bevor sie sich setzten, zog er ihn in den Arm, als wären sie lange getrennt gewesen. Und so fühlte er sich auch. Immerhin hatten sie sich dank der langen Autofahrt stundenlang nicht richtig küssen können. "Und? Meinst du, du kannst hier leben?"

Ejlif lachte noch immer verhalten, weil Lasse ihm so eifrig vorweg geeilt war, um aufzuräumen, dabei sah und spürte Ejlif doch genau, wie sein Geliebter die Wohnung nutzte. Er spürte an den Möbeln, welchen Schrank er am liebsten benutzte und welche Tasse, die ungespült noch da stand nämlich. All dies stammte von seinen neuen Gefühlen für die Fähigkeiten, die sein Vater ihm hinterlassen hatte.

Die Frage überraschte ihn, doch er dachte darüber nach und schüttelte dann resolut den Kopf. "Nein, so sicherlich nicht, Lasse. Das geht so nicht."

Er befreite sich aus Lasses Armen und legte das Geschenk, das er eigentlich nun hatte öffnen wollen, auf den kleinen Tisch, um zu seiner Truhe zu gehen. Er wusste, dass seine Mutter gut für ihn gesorgt haben würde. Anders als Alvar war er immerhin eine Vinterfee und brauchte einige Dinge.

Zuerst musste er kramen, doch dann fand er ganz links hinten den Teekessel und einige Beutelchen mit Kräutern. Er stellte beides nach einem sorgsamen Umherblicken in der Küche zum Herd, der ihm merkwürdig klein und unvorsichtigerweise erkaltet erschien. "Lasse, dein Herd ist ausgegangen! Du musst das Feuer besser hüten, oder hast du noch keines entfacht?" Verwirrt blickte er in den Brennraum und fand ihn leer und sauber vor.

Lasse grinste amüsiert. "Offenes Feuer ist ein wenig unpraktisch in einer Wohnung wie dieser. Der Herd funktioniert anders. Sobald du an einem der Schalter hier vorne drehst, geht eines der Kochfelder an." Ejlif sah so aus, als würde er das entweder für unvernünftig halten oder nicht verstehen, und so beschloss er, es ihm bei Gelegenheit zu zeigen.

Als nächstes brachte Ejlif noch seine Waschschale in das Schlafzimmer und den Krug dazu, damit er frisches Wasser würde schöpfen können und legte auch gleich sein Handtuch dazu. Auch hier ein kalter Ofen, der dazu noch viel zu schmal für die Wasserschale war. Nachdenklich blickte er erneut in die Truhe und holte eine Lampe und ein Windspiel für das Fenster heraus. "Es ist nicht leicht, wenn man in so einem kleinen Hüttchen wohnt, Lasse. Aber du hast ja nicht einmal die kleinsten Dinge. Wie hast du denn vorher gelebt?"

In diese Überlegungen verstrickt hüpfte Ejlif nach einem Kleiderbügel und stülpte seinen roten Umhang gegen stärkere Stürme darüber, um ihn durch erneutes Hüpfen oben anzubringen, bevor er seine Stiefel dazu stellte und aus den Tiefen seines Truhenkoffers eine in den Schlaf gebannte, schlohweiße Katze holte. "Oh. Liska hat schon gewusst, dass du keine hast. Wie hast du nur die Ratten und Mäuse aus deiner Vorratskammer fernhalten können? Lasse? Wo ist deine Vorratskammer?"

Nachdenklich drehte Ejlif sich endlich nach Lasse um und erweckte die Katze, um sie in Richtung der Schlafkammer zu entlassen. "Lasse? Hast du... bist du..." Zögerlich sah Ejlif sich um. "Du bist hier ganz allein gewesen, nicht wahr?"

"Eine... Katze? Mit dir zieht eine Katze hier ein?" Lasse hatte mit einem kleinen, warmen Gefühl im Bauch dabei zugesehen, wie Ejlif seine Wohnung in Besitz nahm und ihr mit einigen wenigen Dingen einen kleinen Hauch des Feenzaubers verlieh. Doch diese verwirrend aus dem Koffer gekommene Katze gefiel ihm nicht so richtig. Er dachte an seine Pflanzen im Wohnzimmer und dass sie sehr schnell nicht mehr üppig und grün, sondern angefressen und halb tot sein würden, dachte an die Tapete in der Wohnung seiner Großmutter und wollte eigentlich nicht, dass seine genauso aussah.

Vielleicht würden sie sich später irgendwie einigen können. Er wollte Ejlif eigentlich nicht gleich zu Anfang, wenn er sich noch mit so viel Fremden auseinandersetzen musste, etwas des Vertrauten nehmen. Er seufzte leise und zeigte auf die Küchentür, vage in Richtung des Kühlschranks. "Dort sind die Vorräte, da kommen keine Mäuse hin. Ich habe auch kein Katzenfutter, das müssen wir wohl morgen gleich kaufen." Dann lächelte er und legte den Kopf schief. "Ja, ich war hier allein. Warum auch nicht? Ich bin nicht in einer solchen Großfamilie groß geworden wie du. Ich habe nicht mal Geschwister. Mich hat das nicht gestört."

Ejlif lachte. "Das ist eine Feenkatze, mach dir keine Sorgen, sie wird verschwinden, wenn sie nicht gebraucht wird. Sie sind sehr eigen, und ich weiß nicht, ob sie dich mag." Zweifelnd sah er dem Tier hinterher, das zielstrebig in die Küche verschwand. Langsam ging Ejlif auf die Couch zu und ließ sich erneut vor dem Päckchen nieder.

"Ein Geschenk, und ich bin... viel zu abgelenkt, um mich darauf konzentrieren zu können", entschuldigte er sich, aber zupfte das Papier vorsichtig auseinander. Als er den Stoffelch erblickte, der zu ihm aufsah, musste er lachen und presste die Finger vor den Mund. "Oh. Oh. Hat er schon einen Namen? Ich glaube... ich weiß sonst einen", kicherte er und sah zu Lasse auf, um sich an dem Lächeln in seinen frühlingshaften Augen zu freuen.

Lasse fand den beinahe kindlichen Ausdruck der Freude in dem runden Gesicht einfach nur zu niedlich; er ließ ihn ebenfalls auflachen, erfreut auch darüber, dass sein Geschenk offensichtlich gut angekommen war. "Nein, hat er nicht. Natürlich nicht. Du musst ihm einen geben, er ist ja deiner."

"Dann heißt er jetzt Dvärg, da würde Jätte sich freuen!" Ejlif sprang auf, um Lasse zu umarmen. "Das war wirklich ein besonderes Fest in diesem Jahr für mich. Ich danke dir!"

Lasse musste noch mehr lachen, als er Ejlif an sich drückte. "Riese und Zwerg, na, das passt. Ja, ich glaube, dass ihm das gefällt."

Doch dass er seinen Schatz endlich festhalten durfte und dessen Unruhe für einen Moment ausgesetzt hatte, nutzte er aus, indem er ihn gleich küsste, nur kurz erst, dann nach einem Blick in die halb geschlossenen, leicht verschleierten Augen und auf die weichen, feucht glänzenden Lippen noch einmal länger und inniger.

"Du bist wirklich eine Fee wie aus dem Märchen", murmelte er noch auf seinem Mund. "Gekommen, um mir meinen größten Wunsch zu erfüllen. Was kann man mehr wollen?"

Mit einem leisen, zufriedenen Seufzen löste er sich von ihm, nicht ohne noch einmal sacht einen Kuss auf beiden Augenlidern platziert zu haben. "Hast du Hunger?", fragte er, auch wenn er daran zweifelte, bei dem Wegproviant, den sie dabei gehabt hatten.

Ejlif drückte den Stoffelch an sich und ließ die Augen noch einen Moment lang geschlossen; als nichts weiter folgte, öffnete er sie und nickte. "Ja, auf mehr von dir." Resolut reckte er sein Kinn.

Mit einem Kribbeln im Bauch und einem kleinen Grinsen kam Lasse der Aufforderung nach; das war das einzige, auf das auch er Appetit hatte. Dafür jedoch um so mehr. Er ließ sich Zeit mit diesem Kuss, als er seinen Geliebten mit geschlossenen Augen erforschte, liebkoste, kostete. Aufs Neue ertastete er, wie weich die Lippen waren, wie perfekt sie auf seinen lagen, und er spürte, wie perfekt sich Ejlif in seinen Armen anfühlte. Das machte, dass er mehr von ihm wollte; die dicke Winterkleidung war zu hinderlich, trennte sie viel zu weit.

Lasse zog den bunten Strickpullover ein Stück nach oben, fuhr mit den Händen darunter und begann, sacht, Ejlifs Rücken zu streicheln. Gemächlich wanderten seine Finger über die Seiten, an den Rippenbögen entlang und nach vorne, um Brust und Bauch zu erforschen. Es gestaltete sich etwas schwieriger, denn Ejlif presste den Elch noch immer an sich. Unwillkürlich musste Lasse erneut grinsen. Er umarmte Ejlif wieder und drückte ihn an sich, während seine Lippen über die weiche Haut der Wange bis zu dem zierlichen Ohr streiften. "Hm, was meinst du, wir könnten mal ausprobieren, ob dir mein Bett behagt."

Mit einem Nicken streckte Ejlif seine Arme aus. Dass Lasse kräftig genug war, um ihn zu tragen, hatte er schon festgestellt, und auf diese Art musste er seine Augen gar nicht erst öffnen, sondern konnte weiter nur fühlen, dass es richtig mit seinem Geliebten war. "Hm.... wir passen viel zu gut zusammen, wie kann ich mich nur fernhalten, wenn du einmal wieder reisen musst."

Lasse hob seinen kleinen Mann hoch, küsste ihn erneut und lächelte auf das entspannte, zufrieden Gesicht hinab. "Ich bin doch nie lange weg. So gut wie nie länger als zwei Tage. Das schaffen wir. Ich verspreche auch, ich ruf dich an." Im gleichen Moment überlegte er, ob Ejlif wusste, was telefonieren ist, doch er hatte ja Briefe von seinem Bruder bekommen. "Und gerade jetzt bin ich ja eindeutig hier."

Mit einem kleinen Lachen trug er ihn ins Schlafzimmer, schaltete mit einem Ellbogen das Licht ein und legte ihn dann auf dem Bett nieder. Rasch dimmte er die Lampe auf ein schummriges, gemütliches Maß, dann schmiegte er sich zu Ejlif und küsste ihn wieder, während er ihm den Elch wegnahm und diesen ans Kopfende des Bettes verbannte.

Ejlif genoss es, von Lasse so angesehen zu werden, als sei er der Mittelpunkt seiner Welt. Er aalte sich in dem bewundernden Blick, der von einem ebenso bewundernden Streicheln gefolgt wurde. Während Lasse sein Gesicht sachte mit den Fingern berührte, entdeckte Ejlif die weiße Katze unter der Decke und verdrehte die Augen. Er hätte seine Mutter bitten sollen, ihm ein derartiges Geschenk zu ersparen. Die Katze zwinkerte ihm aus gelben Augen zu und lief unter der Decke aus dem Zimmer hinaus. Hastig sprang Ejlif auf und rief "Ich schließe nur schnell die Tür, Lasse." Was er dann auch tat, um sich an die Tür gelehnt zu seinem Geliebten umzudrehen, um ihn betrachten zu können.

Die langen Glieder ausgestreckt lag Lasse auf dem Bett und sah sich ein wenig erstaunt zu ihm um. Das gedimmte Licht ließ seine Haare schimmern, und seine Augen trugen noch immer den typischen hellgrünen Farbton, den Varen seinen Kindern und Kindeskindern gern einmal vererbte. Nur um die Augen herum konnte man einige Fältchen sehen, ein Beweis, dass Lasse ein Mensch war und keine Fee. Mit einem zufriedenen Lächeln stellte Ejlif fest, dass zwar dieses Kribbeln zu ihm zurückkehrte in seinen Bauch, aber nicht mehr die Angst davor.

Lasse hatte ihm eigentlich sagen wollen, dass hier keine Schwestern zu erwarten waren, die man aussperren musste, doch der Blick seines Geliebten brachte ihn zum Verstummen, noch ehe er den Mund hatte öffnen können. Das Lächeln schien die ganze schlanke Gestalt zu durchdringen, und seine Haare und die helle Haut leuchteten beinahe in der Dämmerung, so dass die schwarzen Augen um so tiefer wirkten. Eine Welle der Liebe überschwemmte Lasse, die ihn schwindelig werden ließ und sein Herz dazu brachte, schneller zu schlagen. Er wollte ihn wieder spüren, wollte ihn in seinen Armen halten und streckte auffordernd die Hand mit nach oben gerichteter Handfläche nach ihm aus.

Mit einem Satz war Ejlif wieder bei seinem Geliebten auf dem Bett, nahm seine Finger zwischen die Hände und drängte sich dicht an ihn heran. "Du bist so schön, so fröhlich und so warm wie Varen. Wie konnte ich nur für Höst schwärmen, das war vollkommene Zeitverschwendung, Lasse Varenson. Aber vielleicht..." Lächelnd küsste Ejlif Lasse auf die Wange und freute sich, dass er es einfach so zu tun wagte. "... Vielleicht hat jemand unser Treffen so geplant. Der Sturm, dein Wagen, meine Neugierde auf die Post. Es waren so viele Zufälle und dann auch noch zu Weihnachten. Glaubst du nicht auch, dass jemand unser Zusammensein wollte und geplant hat?"

Lasse seufzte zufrieden, schlang den freien Arm um seinen Geliebten und rollte sich auf den Rücken, so dass Ejlif auf ihm zu liegen kam. Das leichte Gewicht auf sich zu spüren gefiel ihm.

"Ich glaube eher an den Zufall", sagte er und sah in das hübsche Gesicht auf, während seine Hand streichelnd zu den Schultern empor wanderten. Mit einem Grinsen stahl er sich einen schnellen Kuss. "Aber wenn mich dennoch jemand zu dir geführt und dafür gesorgt haben sollte, dass wir uns auch wirklich begegnen, dann bin ich ihm derart dankbar, dass ich es nicht in Worte fassen kann."

Seine Hand erreichte Ejlifs Nacken, glitt weiter empor und wühlte sich in das weiche, zerzauste Haar. Lasse zog Ejlifs Kopf zu sich herunter und nahm ihm mit einem innigen Kuss für eine lange Zeit jede Möglichkeit, etwas zu erwidern. Und danach war eine Antwort ohnehin nicht mehr wichtig.


by Jainoh & Meike "Pandorah" Ludwig
 
~ Ende ~