Oh du Fröhliche

10.

Mit einem Lächeln streckte Nathan die Hand aus und schaltete das Licht aus, froh darüber, dass er es vom Bett erreichen konnte. Dann bemerkte er, dass er das im Flur vergessen hatte und beschloss schon im gleichen Moment, dass es ihm egal war. Der kleine Streifen, der durch die Tür herein fiel, würde sie nicht vom Schlafen abhalten. Aber in dem Augenblick wollte er sich wirklich nicht von Tore wegbewegen, nicht einmal die wenige Schritte zum Schalter.

Er vergrub das Gesicht in den Haaren seines Freundes, genoss es, bei ihm zu sein und ihn halten zu dürfen, genoss seinen Geruch und seine Nähe, seine Wärme und das Gefühl der weichen Haut an seiner. /Er ist herrlich, selbst wenn er austickt./

Langsam drifteten seine Gedanken weg, während er auf Tores gleichmäßigen Atem lauschte. Der Wind ließ die Bäume draußen rauschen, gedämpft drang Motorenbrummen herauf, eingehüllt in die weiche Watte seiner Müdigkeit. Irgendwo klirrte etwas, dann bellte Dunja einmal kurz und holte ihn damit wieder etwas weiter zurück in die Welt der Wachen.

/Hm, nein, sie kann jetzt nicht raus wollen. Wir waren vorhin/, dachte er schläfrig und blinzelte dann verwirrt, als er Schritte hörte, die nicht von Hundepfoten stammten. Doch bevor er die Eindrücke richtig sortiert hatte, wurde die Schlafzimmertür aufgestoßen.

"Nathan, bist du noch wach? Tut mir leid. Ich..."

Die Stimme verstummte abrupt, und Nathan fühlte sich, als hätte ihm jemand Eiswasser über den Kopf gekippt, als er alles in einem Moment registrierte. Christians Stimme, Christians Stocken, Christians aufgerissene Augen und den fassungslosen Ausdruck in dem blassen, vom Flurlicht erhellten Gesicht. /Oh Gott, Scheiße!!/

Tores Schlafunterlage zuckte und warf ihn ab. Unsanft landete er auf der Matratze, während er langsam wach wurde. "Wasnlos?" Grummelig wollte er Nathan wieder an sich raffen, aber bemerkte dann den anderen Mann im Schlafzimmer. /Chris ist hier, wie nett... Nett?/ Er grübelte schlaftrunken, dann hob er abrupt den Kopf. "Shit. Chris?"

Christian tastete nach dem Schalter, ohne den Blick vom Bett zu lassen, dann ging das Licht an und ließ Nathan in der unerwarteten Helligkeit blinzeln. "Tore? Nathan? Gott verdammt, was... Das ist..."

Das erste, was Nathan auf der Zunge lag, war ein Spruch in der Art wie 'Es ist nicht so, wie du denkst'. Aber das war es sehr wohl. Stattdessen schlug er die Decke beiseite und stand auf. "Na großartig; dass du es so erfährst, hatte ich nicht geplant. Auch gut. Jetzt weißt du es. Halt die Luft an, atme tief durch und dann sag mir, warum du eigentlich hier bist. Ist alles okay? Ist etwas mit Lydia?"

Dass Christian einen Schritt zurückwich, als er auf ihn zukam, ließ Nathans Herz tiefer rutschen, und die Mischung aus Verwirrung, Abscheu, Wut und Fassungslosigkeit bewirkte, dass sich etwas Kaltes in seinem Bauch zu sammeln schien, hart, schwer und unverdaulich. /Hätte ich ihm nur nicht den Ersatzschlüssel gegeben!/

"Du bist eine gottverdammte Schwuchtel!"

Nathan blieb stehen und presste die Lippen aufeinander. Sehr deutlich merkte er, dass es ihm sehr wohl etwas ausmachte, von seinem Bruder so bezeichnet zu werden. Dass ihn dieser abfällige Blick durchaus verletzte, auch wenn er sich wieder und wieder gesagt hatte, dass es sehr unwahrscheinlich war, dass Christian mit einem Schulterzucken darüber hinweg ging. "Ich bin schwul, richtig, aber weder gottverdammt, noch Schwuchtel."

Tore wurde kalt. Chris war doch immer so freundlich und gleichmäßig ruhig gewesen bislang. Und nun, wie er allein da in der Tür stand. Anklagend und seinen Bruder wütend anbrüllend. Ihm wurde bewusst, dass er nicht würde helfen können, nur alles schlimmer machen. Deswegen setzte er sich still an das Kopfende und zog die Decke um sich. Zum Wärmen, aber auch als Schutz. Schweigend beobachtete Tore, wie Nathan und Chris sich gegenüber standen und anstarrten, dann wandte Chris sich ab, offensichtlich um das Haus zu verlassen. /Shit./

Nathan ballte die Hände zu Fäusten und kämpfte gegen den Schmerz und die hilflose Wut. "Was ist, willst du jetzt einfach gehen? Ohne ein weiteres Wort? Willst du es machen wie Papa? Wirst du erklären, du hättest keinen Bruder mehr? Scheiße, Chris! Das kannst du nicht!" Er folgte ihm auf den Flur, hätte ihn am liebsten festgehalten und durchgeschüttelt. "Ich bin schwul, nicht pestkrank! Das ist weder ansteckend, noch tut es jemandem weh!"

Er war drauf und dran, ihm zu erklären, dass Schwule nicht automatisch jeden Mann anmachten und dass Tore ihn bestimmt auch in Ruhe gelassen hatte, hielt sich dann aber zurück. /Lass ihn aus dem Spiel. Noch ist er nur auf dich sauer, Mann./

"Du bist pervers!" Es klang, als hätte Christian ausgespuckt. Er drehte sich nicht noch einmal um, als er die Tür öffnete, nach draußen ging und sie regelrecht behutsam hinter sich schloss. Nathan starrte ihm hinterher und fühlte sich leer, während sich in ihm lauter kleine Stachel ausbreiteten, die sich überall festsetzten und zu stechen begannen. Erst nur leicht, doch dann immer schlimmer werdend.

"Scheiße", flüsterte er. Er lehnte sich gegen die Wand, schlang frierend die Arme um seinen Oberkörper und schloss die Augen. "Das kannst du doch nicht machen, Chris."

Tore hörte das verdächtig leise Klicken der Tür, nachdem die beiden sich nur wenig angeschrieen hatten. Er seufzte und holte den Troll aus seiner Tasche. Den würde er sicherlich brauchen. Dann zog er sich ein weites, langarmiges Shirt und seine geringelten Stricksocken über und nahm für Nathan ein T-Shirt mit in den Flur. Er küsste seinen Freund leicht auf die Schulter und drückte es ihm in die Hand, dann ging er schweigend weiter in die Küche durch, um einen Kakao zu kochen.

Erst als er Milch in die bauchigen, grünen Becher gegeben hatte, rief er leise nach Nathan. "Komm her zu mir und lass dich trösten, ja? Er muss das erst mal verkraften. Jetzt fühlt er sich betrogen und belogen und schnappt deswegen so, aber morgen tut es ihm bestimmt schon wieder leid, Nat."

Endlich stieß sich Nathan von der Wand ab und zog das Shirt über, ehe er zu Tore in die Küche tappte. Er umarmte ihn von hinten und lehnte den Kopf an seine Schulter, froh darüber, nicht allein zu sein. "Idiot... Er hätte ja nicht einfach so reinkommen müssen. Im Normalfall klopft oder klingelt man, selbst wenn man einen Ersatzschlüssel hat. Idiot. Scheiße."

Eine Weile standen sie einfach so da, und Nathan ließ Tore nicht los, bis er registrierte, dass seine Füße langsam die Temperatur der Bodenkacheln anzunehmen begannen. Mit den Tassen gingen sie ins Wohnzimmer und setzten sich aufs Sofa. Nathan griff nach der Wolldecke und breitete sie über ihre Beine, ehe er seinen Freund wieder an sich zog. Er trank einen Schluck Kakao, starrte dann eine Weile in die braune Flüssigkeit, auf der kleine Schaumbläschen ihre Bahnen zogen.

"Ich hoffe, du hast recht", murmelte er schließlich. "Aber Onkel Johannes hat das auch gehofft, als meine Eltern ihn rausgeworfen haben. Und seitdem reden sie nicht einmal mehr von ihm. Als hätte Papa keinen Bruder." Er seufzte und lehnte sich gegen Tore. "Immerhin ist Christian kein so verbohrter Religionsspinner. Scheiße. Aber dass er mir einfach den Rücken zugedreht hat. Dass er einfach gegangen ist..."

Tore hatte seinen Kakao ausgetrunken und befand für sich, dass es ohnehin Zeit für Schokolade gewesen war. Gähnend kuschelte er sich an Nathan an und murmelte nachdenklich "Warum ist er überhaupt hergekommen? Meinst du, etwas mit Lydia ist schiefgelaufen?"

"Ich weiß es nicht." Nathan vergrub das Gesicht in Tores zerzausten Haaren und starrte durch die blonden Strähnen zum Fenster hin, das abweisend und kalt in der Schwärze der Nacht wirkte. /Verdammt. Verdammt, verdammt, verdammt. Wenn er hierher gefahren ist, ist es ernster. Er hat kein Auto, und jetzt steht er draußen in der Kälte. Der letzte Bus muss der sein, mit dem er gekommen ist. Scheiße. Ich hätte ihn nicht gehen lassen dürfen. Aber ich habe ihn ja schlecht aufhalten können. Dafür hätte ich mich wohl mit ihm schlagen müssen. Scheiße. Idiot! Komm zurück./

Nathan hatte seine noch halbvolle Tasse irgendwann in die Küche gebracht, als Tore beschlossen hatte, dass Christian wohl doch nicht mehr zurückkommen wollte. Er ging gähnend ins Badezimmer, um sich noch einmal die Zähne zu putzen. Die Schramme auf seinem Rücken war schon bläulich und von leicht abgeschabter Haut bedeckt.

Da Nathan noch die Tassen spülte, was Tore wie eine Entschuldigung für das alleine in der Küche rumstehen vorkam, sah er überhaupt noch einmal aus dem Fenster. "Du, dein Bruder steht da unten an der Straßenecke und starrt zum Haus rüber." Christian schien nachzudenken, zu zögern. Eine Haltung, die Tore ziemlich bekannt vorkam. "Ich glaube, dass er sich nur nicht mehr rein traut. Geh doch mal runter und zeig ihm, dass du nicht sauer bist, Nat."

Nathan ließ die Bürste ins Spülwasser fallen und stürzte zu Tore hin. Er warf nur einen kurzen Blick nach draußen und auf die Gestalt, die frierend den Kopf zwischen die Schultern gezogen hatte, dann war er auch schon wieder im Flur. Ohne Socken schlüpfte er die Stiefel, warf sich den Parka über und war schon fast unten, bevor er auch nur halbwegs zum Nachdenken kam. /Was sag ich ihm? Was, wenn er mir nur wieder vorhält, ich bin pervers?/

Die Schlafanzughose war eindeutig zu dünn für das Wetter, stellte er fest, als er das Haus verließ und die Kälte schneidend durch den Stoff drang. Gänsehaut überzog seinen Körper, und für einen flüchtigen Moment musste Nathan grinsen, als er daran dachte, dass es auf jeden Fall jedes Begehren im Keim erstickte und Tore sich nicht in der Nacht mit einem überaktiven Freund plagen musste. Dann wandte Christian den Kopf und sah zu ihm hin, und die Gedanken an Tore waren vergessen.

Sekundenlang starrten sie sich über die Straße hinweg an, ohne dass einer von beiden sich gerührt hätte. Nathan wollte etwas sagen und hatte doch Angst, dass es das Falsche war, dass Christian sich wieder einfach nur wegdrehen würde. /Gott, das ist albern! Ich stehe im Schlafanzug mitten im Winter nachts auf der Straße und traue mich nicht, meinen eigenen Bruder anzusprechen./

"Chris, mir ist saukalt. Wie wäre es, du kommst mit hoch, lässt mich wahlweise Kaffee, Tee oder sonst was Warmes machen, und wir setzen das Anstarren dann oben fort?"

Christian zögerte, dann kam er zu ihm, hielt seinen Bruder jedoch am Arm fest, als dieser sich stumm umdrehen und zum Haus gehen wollte. Angst schoss durch Nathan hindurch, Angst, dass er ihm lediglich sagen wollte, dass er genau das machen würde, was sein Vater getan hatte. Sich nur noch mal verabschieden. Oder ihn bitten, ihn in die Stadt zu fahren und sich dann nie wieder zu melden. Oder...

"Es tut mir leid wegen eben, Nathan. Ich habe den Kopf verloren. Ich hatte mit gar nichts gerechnet, wollte einfach nur zu dir und mich auskotzen und dann war da... ich... und ausgerechnet Tore!" Christian verstummte, ließ seinen Arm aber nicht los. Er wirkte verwirrt, halb erfroren und am Ende seiner Kräfte.

Nathan hatte das Gefühl, als hätte ihm jemand die Finger von der Kehle genommen und als würde sein Herz wieder normal seine Arbeit leisten, ohne Stolpersteinen ausweichen zu müssen. "Es ist okay, Chris. Komm einfach mit hoch. Ich bin nicht sauer. Es war alles etwas überraschend und mit Sicherheit nicht die Art, wie du es erfahren solltest."

Er wollte noch mehr sagen, wollte ihn fragen, warum er überhaupt mitten in der Nacht bei ihm einfiel. Doch ein Blick in Christians Gesicht zeigte ihm, dass sein Bruder erst mal Wärme brauchte, einen Platz auf dem Sofa und etwas Ruhe. /Und dann kann er erzählen. Ich glaube, danach ist er wieder aufnahmefähiger./ Dann erst fiel ihm auf, dass Christian für das Wetter auch nicht die richtige Jacke anhatte und nach wie vor die Schuhe trug, die er sich eigentlich für die Kirche herausgesucht hatte. /Scheiße, und damit stiefelt er stundenlang durch den Schnee!/

Energisch machte er sich frei und schob seinen Bruder in den Hausflur und dort in den Aufzug. "Morgen hast du eine Erkältung wie seit Jahren nicht mehr", prophezeite er ihm, während sich der Fahrstuhl in Bewegung setzte. "Das nächste Mal, wenn du vorhast, stundenlange Wanderungen zu machen, leih dir wenigstens meine Stiefel - und wenn du schon dabei bist, nimm auch noch Dunja mit. Der tust du damit zumindest einen Gefallen."

Immerhin entlockte das Christian ein kleines Grinsen. Als sie in die helle Wohnung traten, registrierte Nathan besorgt die blauen Lippen und Christians zitternde Hände, als dieser seine Jacke an die Gardarobe hängte und sich dann irgendwie unsicher umdrehte, um Tore anzusehen, der in der Tür zum Wohnzimmer stand. "Tut mir leid wegen vorhin..."

"Ich koche Kaffee. Ich glaube, den brauchen wir jetzt mehr als Tee. Gibst du ihm die Decke, Tore? Und vielleicht noch ein paar dicke Socken von mir. Die Schublade unter dem Spiegelschrank im Schlafzimmer. Andererseits..." Ein weiterer Blick auf seinen Bruder überzeugte Nathan davon, dass es keine schlechte Idee war. "Baden wäre jetzt wohl besser. Sonst taust du gar nicht mehr auf."

"Du bist eine Glucke, Nathan." Christian musste grinsen. "Ich hätte es eigentlich wissen müssen. Das warst du schon immer, und dazu diese pinken Kacheln!"

Dennoch schien er die Idee für gut zu befinden, denn er verschwand erst einmal im Bad. Nathan schnitt eine Grimasse, als er das charakteristische Geräusch des sich drehenden Schlüssels hörte.

"Das hat er vorher nicht gemacht", murrte er leise genug, dass Christian es nicht würde hören können. "Aber immerhin ist er wieder hier und wird auch die Nacht über bleiben, selbst wenn ich ihn dafür einsperren muss."

Tore kam mit den Socken und einer warm aussehenden Trainingshose aus dem Schlafzimmer zurück und bemerkte leise "Das wirst du nicht müssen. Hier. Ich... geh euch aus dem Weg." Er sah forschend in Nathans Augen. "Bis nachher, hm?"

Nathan erwiderte den Blick einen Moment, ehe er sich vorbeugte und Tore küsste. "Bis nachher, Schatz." Er nahm ihm die Kleidung ab, zögerte kurz und tat dann doch, wonach ihm zumute war. Rasch zog er Tore in seine Arme und drückte ihn fest an sich. "Danke, dass du aus dem Fenster geschaut hast. Ich bin so froh, dass er zurück ist."

Nach einem weiteren Kuss schickte er seinen Freund dann doch mit einem kleinen Klaps auf den Hintern und einem Grinsen dabei ins Bett, ehe er die zweite Bettgarnitur aus dem Schlaf- ins Wohnzimmer brachte und anschließend endlich den Kaffee aufsetzte. Während die Maschine gemütlich vor sich hin blubberte und Nathan Tassen, Milch und Zucker zusammensuchte, begann er nahezu automatisch, seine Liste an Argumenten, die er schon unzählige Male gedanklich für den Fall des überraschenden Outings erstellt hatte, durchzugehen.

Als er mit dem Tablett ins Wohnzimmer kam und sein Blick auf den Kleiderhaufen auf dem Sofa fiel, musste er grinsen. Immerhin war sein Bruder nicht in die noch im Flur verstreuten Sachen gerannt... andererseits wäre er davon wenigstens gewarnt gewesen. /Warum ist er überhaupt hier? Die Autofahrt ist schon lang genug. Warum hat er mitten in der Nacht diese halbe Weltreise mit dem Bus auf sich genommen?/

Christian sah wesentlich besser aus, als er schließlich in Nathans dicken, blauen Frotteebademantel gehüllt ins Wohnzimmer kam. Die unnatürliche Blässe war aus seinem Gesicht gewichen, und seine Lippen hatten wieder ihre normale Farbe angenommen. Dennoch zog er sich dankbar zusätzlich die Hose und die Socken an und verkroch sich auch schon halb unter dem Federbett, ehe er nach der Kaffeetasse griff. Er nahm einen kleinen, vorsichtigen Schluck und lehnte sich mit einem leisen Seufzen zurück.

Dann wandte er den Kopf, sah Nathan eine Weile an und stellte die erste der unvermeidlichen Fragen. "Seit wann weißt du es denn?"

/Das klingt, als sei ich krank oder schwanger./ Nathan wickelte sich in die Wolldecke, die er sich zuvor schon mit Tore geteilt hatte, ehe er antwortete, obwohl ihn viel mehr interessierte, warum sein Bruder hergekommen war. Immerhin hatten sie die ganze Nacht Zeit, und er war viel zu froh, dass Christian nicht einfach wirklich gegangen war.

Allzu lange dauerte es dann aber doch nicht. Christian war von dem Auf und Ab des Tages, den diversen Hoch und Tiefs derart erschöpft, dass er trotz des Kaffees ziemlich schnell begann, immer wieder wegzunicken. Nathan nahm ihm mit einem Grinsen die Tasse ab, versprach ihm, dass sie am nächsten Morgen weiterreden würden und kehrte, nachdem er das Licht ausgeschaltet hatte, zu Tore zurück.

Er konnte nicht anders, als ihn einen Moment zu betrachten, wie er entspannt und mit zerzausten Haaren in seinem Bett lag, die Augen geschlossen und tief und gleichmäßig atmend. Wärme erfüllte Nathan und machte ihm wieder einmal bewusst, dass es unmöglich falsch sein konnte, was er empfand. /Jemanden zu lieben, mit ihm zusammen sein und ihn beschützen zu wollen, ist nicht pervers. Das wirst du begreifen, wenn du darüber nachdenkst, Chris. Auch wenn es dir jetzt komisch vorkommt./ Vorsichtig, um ihn nicht zu wecken, krabbelte er zu ihm, um sich unter der Decke an ihn zu schmiegen.


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by Jainoh & Meike "Pandorah" Ludwig