Oh du Fröhliche

11.

Tore erwachte an Nathan gekuschelt und seufzte leise. Sein Troll lag auf der anderen Seite des Bettes, unbeachtet und nicht gebraucht, was ihn glücklich machte. /Wenn Nat so weiter macht, werde ich den Troll bald selber weiterschenken./ Er küsste Nathans Schläfe einmal schnell.

Leise kramte Tore sich eine warme Hose, ein besonders schrilles T-Shirt und ein Kopftuch mit blauen Blümchen aus der Tasche heraus, ehe er zuerst ins Bad huschte, dann in die Küche, um Kaffee aufzusetzen. Schließlich schnappte er sich Dunja, bevor sie einen der beiden Brüder wecken konnte und ging mit ihr die kleine Straße entlang zu dem nahe gelegenen Park, in dem er sie von der Leine losmachte, damit sie sich ein wenig austoben konnte.

Der Schnee war hier weniger dick, dafür aber überfroren, was den Spaziergang abkürzte, auch wenn Tore durch die vielen Hunde, die spazieren geführt werden wollten, gleich drei von Nathans Nachbarn kennen lernte. Als er wieder in die Wohnung zurückkehrte und Dunjas Pfoten mit dem dafür bereitliegenden Tuch abgewischt hatte, stieß er im Wohnzimmer auf Chris.

Verschlafen unter der Decke zusammengekauert blinzelte sein Studienfreund ihn an. Müdigkeit, die nicht nur von einem Mangel an Schlaf herrührte, strahlte von ihm aus. Tore lächelte ihm unsicher zu, dann holte er zwei Becher mit Kaffee. Viel Milch für ihn, reichlich Zucker und ein Schuss Milch für Chrissi. /Er dachte, er kennt mich. Er dachte, er kennt seinen Bruder. Jetzt ist seine Welt mit einem Mal komplett falsch, als hätte er die ganze Zeit etwas nicht kapiert. Hoffentlich fühlt er sich nicht verarscht./

"Morgen." Tore stellte den Becher vor Chris hin und hockte sich vorsichtshalber in einiger Entfernung zu ihm auf die Fensterbank, die dank Heizung angenehm wärmte.

"Morgen." Christian setzte sich auf und strich sich mit beiden Händen durch die Haare, eher eine hilflose Geste, als dass sie bei seiner Frisur etwas gebracht hätte. Er sah ihn nicht an, als er nach dem Kaffee griff und vorsichtig einen Schluck trank. "Danke..." Einen Moment herrschte Schweigen. "Schläft Nathan noch?"

Tore nickte und beobachtete die Nachbarn von ringsum, die von irgendwoher mit Brötchentüten die Straße raufkamen. /Wo der Bäcker wohl ist?/ "Er war ziemlich tot nach der ganzen Aufregung", sagte er dann sich zu Christian zurück drehend.

"Hm... Na ja. War spät." Wieder trank Christian einen Schluck, ehe er auf- und zu Tore schaute, ein kleines, schiefes Grinsen versuchend. "Ist die Fensterbank bequem?"

Tore erwiderte das Grinsen leicht. "Sie ist warm." Er ruckelte sich ein wenig zurecht und sagte dann mit der sonst nur für seine unartigen Kids in den Camps bestimmten Festigkeit "Ich entschuldige mich nicht, das habe ich mir abgewöhnt."

"Dafür, dass du schwul bist oder dafür, dass du es so ewig nicht gesagt hast?" Christian seufzte und starrte wieder in seine Kaffeetasse. "Wenn du das mit dem Schwulsein meinst, he, ganz blöd bin ich nicht, selbst wenn das gestern so wirkte. Immerhin habe ich einen schwulen Onkel. Der hat sich das auch nicht ausgesucht."

Tore senkte den Kopf. "Es klingt immer wie eine Strafe oder wie eine Krankheit. So wie meine Tante meinte, dass es ja nicht meine Schuld sein könnte, wenn ich schwul bin. Genauso wenig wie sie Schuld an ihrer Zuckerkrankheit tragen würde. Aber nur zur allgemeinen Information, ich leide nicht darunter, wenn ich einen Mann attraktiv finde, kein Stück. Ich fühle mich wohl." Er lächelte leicht. "Jetzt sowieso. Und es beim Vorstellen zu sagen, finde ich äußerst bescheuert. 'Guten Morgen, ich bin Tore, und ich bin schwul', sehr geil."

Christian musste lachen. "Hi, ich bin Christian, und ich bin hetero. Klingt auch nicht besser." Doch unvermittelt wurde sein Gesicht ausdruckslos; seine Hände schlossen sich fester um die Kaffeetasse. "Und ist auch nicht zwangsläufig besser. Entschuldige noch mal wegen der blöden Dinge, die ich gestern gesagt habe. Es war nur... der letzte Tropfen in dem berühmten Fass. Lyddi will abtreiben lassen."

Tore blinzelte und fragte leise "Wirklich? Oder war sie nur... im Schock?"

"Sie hat mir eine ganze Reihe Argumente aufgezählt. Wir sind beide noch nicht mit dem Studium fertig, noch zu jung für eine Familie, noch nicht bereit dafür, das Geld wird nicht reichen. Und so weiter." Christian atmete tief durch, schien seiner Gefühlswelt Herr werden zu wollen und es doch nicht ganz zu schaffen. "Aber... das ist unser Kind da in ihrem Bauch. So klein das Wesen noch ist, das ist doch unser Kind! Sie kann doch nicht einfach... Zum Schluss hat sie mich angeschrieen. Und ich bin gegangen, bevor ich etwas sagen konnte, das mir hinterher nur leid tut. So wie gestern haben wir uns noch nie gestritten. Wir haben überhaupt fast nie..." Verstummend starrte er wieder nur blicklos in seine Tasse.

Tore hüpfte von der Fensterbank runter und ging zu ihm hin, drückte kurz seine Schulter. "Ruf sie an. Das geht so nicht. Auch wenn sie noch so schreit, das will sie nicht wirklich, nicht bei all den Kinderbücher, die sie jetzt schon gehortet hat."

Christian schenkte ihm ein kleines, unsicheres Lächeln. "Du hast recht. Danke." Er schob die Decke beiseite, stellte die Tasse auf den Tisch und stand sich streckend auf. "Ich hoffe, ich wecke sie nicht. Andererseits will ich mir nicht ihren Zorn auch noch deswegen zuziehen, dass ich sie nicht angerufen habe, wenn sie jetzt schon wach ist."

Tore ging weiter durch das Wohnzimmer und tätschelte Dunjas Kopf. "Ich werde mal zu Nat gehen und ihn fragen, woher all seine Nachbarn die Brötchen haben."

Als er die Schlafzimmertür öffnete, wurde er von einem müde den Kopf hebenden Nathan begrüßt, der ihn ziemlich zerknautscht ansah, um sich dann wieder ganz in die Matratze sinken zu lassen. "Morgen", nuschelte er, während ihm bewusst wurde, dass er verschlafen hatte und dass Dunja vermutlich schon ziemlich ungehalten sein würde. Gleichzeitig erinnerte er sich, dass sein Bruder auf seinem Sofa lag, dass dieser jetzt wusste, dass er schwul war, dass Lydia anderer Meinung als Christian war, was das Kind betraf, und dass er keinen Guten-Morgen-Kuss erhalten hatte, bevor Tore aufgestanden war.

Zumindest dem letzten Zustand beschloss er abzuhelfen, als Tore unvorsichtigerweise einen Schritt auf das Bett zu machte. Er richtete sich kurz auf, griff sich eine Handvoll von Tores Shirt und zog ihn daran mit einem kräftigen Ruck auf sich und in seine Arme, um ihm dann einen energischen Kuss auf den Hals zu drücken.

Tore quietschte vergnügt und lachte, während er sich sehr wenig effektiv gegen die Hände und Lippen seines Freundes wehrte. "Guten Morgen", brachte er schließlich atemlos hervor. Dann rappelte er sich jedoch auf und entkam Nathans kräftigen Armen geschickt. "Ich wollte Brötchen holen gehen, woher bekommen deine Nachbarn die?"

Nathan beschrieb ihm den Weg, während er sich endlich aus dem Bett quälte und von Tore darüber aufgeklärt wurde, dass er erst einmal in Ruhe duschen und sich um seinen Bruder kümmern konnte, da er mit Dunja bereits draußen gewesen war. Als er aus dem Schlafzimmer kam und an Christians Stimme hörte, dass dieser offensichtlich mit seinem Schatz telefonierte, beschloss er, ihm erst einmal nicht guten Morgen zu sagen und verschwand gleich im Bad.

Während sie dann gemeinsam frühstückten, nachdem Tore mit frischen Brötchen zurückgekommen war, erzählte Christian, dass Lydia ihn mit dem Wagen ihrer Eltern abholen würde und bat gleichzeitig etwas schuldbewusst darum, dass sie vielleicht nicht unbedingt offenkundig machen mussten, dass sie ein Paar waren. "Ich hätte gerne erst mal das eine geklärt, bevor ich mit dem nächsten über sie herfalle." Nathan lachte und sagte ihm auf den Kopf zu, dass sie vermutlich weniger Probleme damit haben würde als er, versprach es aber.

Als jedoch Lydia eine Stunde später ankam, verstand er Christians Sorge, so blass und verheult wie seine zukünftige Schwägerin aussah. Sie wurde umarmt und mit einem heißen Tee zu ihrem Schatz ins Wohnzimmer verfrachtet. Nathan und Tore zogen sich diskret in die Küche zurück, und Nathan schloss die sonst nie benutzte Klappe der Durchreiche, um den beiden Ruhe zu gewähren.

Immerhin schien es zu helfen. Nach zwei Stunden wurde es ruhiger im Wohnzimmer, und als er vorsichtig nachsah, ob die beiden noch lebten, konnte er feststellen, dass sie sich auf dem Sofa sitzend nur noch fest im Arm hielten und alles andere als zerstritten wirkten.

Unauffällig zog er den Kopf zurück und grinste Tore zu. "Alles wieder im Lot, soweit ich das sehen konnte. Sie schmusen und sehen um Klassen besser aus als vorher."

Tore erwiderte das Grinsen und flüsterte ihm zu "Schmusen, das klingt jetzt wirklich gut." Er lauschte nach drüben und küsste Nathan dann vorsichtig und so weich er konnte. /Wenn erst mal Chris und Lyddi weg sind... endlich.../

In der Tat verabschiedeten sich die beiden nach einem eher schweigsam eingenommenen Essen zu viert. Lydia fragte nicht, wieso Tore da war, aber sie schaute zwischen ihm und Nathan hin und her und legte den Kopf ein wenig schief.

/Frauen./ Tore spießte ein Stück Kartoffelkloß auf, von der Oma gespendet. /Wissen immer Bescheid, ätzend. Aber sie schaut nur, sagt nichts. Ob sie denkt, dass Chris es nicht rafft?/ Fragend sah er Nathan an, der neben ihm saß.

Nathan erwiderte seinen Blick kurz, dann grinste er und zuckte unauffällig mit den Schultern. Er konnte sich denken, in welche Richtung Tores Gedanken gingen, aber er würde nichts sagen. Weder, um irgendetwas zu bestätigen, noch um etwas abzustreiten. Einerseits hatte er es seinem Bruder versprochen und zum anderen hatte er keine Lust mehr auf Fragen und Diskussionen; erst recht nicht nach diesem vielversprechenden Kuss, den Tore ihm in der Küche... ja, geschenkt hatte. Sein Grinsen wurde zu einem Lächeln, und er wandte sich wieder seinem Teller zu.

Christian und Lydia fuhren direkt nach dem Essen, und Nathan amüsierte sich über sich selber, als er die Erleichterung registrierte, mit der er darauf reagierte, dass sein Bruder ihn zum Abschied wie immer umarmte und auch Tore kurz drückte. Er schloss die Tür hinter ihnen, lehnte sich dann dagegen und sah zu Tore hin, ihn einfach nur an, ohne ein Wort zu sagen. /Weg sind sie. Ich habe ihn wieder ganz für mich./ Und im Moment wollte er auch nicht im Geringsten teilen. /Herrlich... allein die Augen. Und dieser weiche Mund./

Nathans Blick ließ sofort ungeahnte Hitze in Tore entstehen. /Verdammt, das kann doch eigentlich nicht wahr sein. Es ist doch schon einmal schief gegangen, soll das etwa... egal! Sehr egal!/ Mit einem Grinsen ging Tore auf Hände und Knie und krabbelte schnell und Nathan nicht aus den Augen lassend auf ihn zu, um ihn dann spielerisch anzuspringen und mit den Händen auf den Oberschenkeln an die Tür zu pressen.

Er sah kurz in das ein wenig verwunderte Gesicht seines Freundes hoch, dann grinste er wieder und murmelte "So? Endlich allein?" Langsam und bedächtig rieb er seine Wange auf dem einen Oberschenkel entlang und erfreute sich an der Reaktion, die sich daraufhin deutlich an Nathan zeigte.

Wärme durchflutete Nathan, die sich gleichermaßen in seinem Herz und seinen Lenden sammelte, und er gab einen leisen Laut des Wohlbehagens von sich. Sacht streichelte er ihm durch die Haare und lächelte auf ihn hinunter. Eine Weile genoss er die Berührung, dann ließ er sich an dem glatten Holz langsam in die Hocke sinken, während seine Hände über Tores Nacken, seine Schultern, seinen Rücken glitten, bis sie seinen Po erreichten. Er umfasste ihn und zog ihn leicht gegen sich, zwischen seine Beine, während er seine Lippen für einen langen, weichen Kuss suchte.

Tore schloss die Augen und tastete mit der Zunge über Nathans Mund, ertastete die feinen Bartstoppeln und den Unterschied zu der zarten Haut auf den Lippen. Lächelnd öffnete er schließlich seinen Mund und lockte Nathan zu sich, während er einen Arm um seine Schultern schlang und ihn über sich zog.

Sie küssten sich eine ganze Weile, und Tore genoss es, einfach nur da zu liegen, das Gewicht, die Wärme und Sicherheit von Nathans Körper zu spüren. Er war gleich erregt und gab sich keinerlei Mühe, das zu verstecken, sondern presste Nathans Hüfte eher noch enger gegen seinen Schoß, um trotz der weiten Hose aus dem festen Stoff noch genug fühlen zu können.

Ihr Spiel wurde unangenehm durch eine schlabberige Zunge unterbrochen, die sich einmischte und Tore und Nathan über die Wangen fuhr. "Dunja!" Über Kopf sahen die Hündin und Tore sich in die Augen, und er musste lachen.

Nathan fiel in das Lachen ein, während er erst sich, dann Tore das Gesicht mit dem Ärmel abwischte, froh darüber, dass Tore deswegen nicht sauer war. Nicht unbedingt jeder hatte in so einer Situation für einen Hund Verständnis. Dunja wedelte mit dem Schwanz, schien sich über die Aufmerksamkeit zu freuen, und Nathan hatte den Eindruck, dass sie grinste. "Romantikkiller!"

Er sah auf seinen noch mehr lachenden Freund hinab und schüttelte grinsend den Kopf, während er nicht anders konnte, als das vergnügte Blitzen in den grauen Augen zu genießen. /Gott, so verliebt war ich schon lange nicht mehr. Wie wundervoll kann ein Mann sein?/ Er küsste sein Kinn und einen Mundwinkel, ehe er aufstand und ihn mit sich zog, nicht bereit, ihn loszulassen. "Wenn wir jetzt schon unterbrochen worden sind, können wir auch einen bequemeren Platz suchen."

Tore warf seine Arme um Nathans Hals und sprang ihn an, schlang die Beine um seine Hüfte und begann, die Umgebung ignorierend seinen Hals und sein Gesicht zu küssen. "Mir egal, wo wir sind, solange du dabei bist."

"Mmh, da hast du momentan auch keine andere Wahl. Ich lass dich nämlich nicht los." Nathan umfasste seinen Hintern und hielt ihn fest, während er ihn ins Schlafzimmer trug. Er genoss es unendlich, dass sein Geliebter so stürmisch war, gleichzeitig fürchtete er sich jedoch davor, dass es das gleiche Ende wie am Vortag nehmen könnte. /Wenn er dann wieder so traurig, so enttäuscht ist.../ Hastig schob er den Gedanken beiseite. /Dann kann man nichts machen. Dann versuchen wir es wieder. Und wieder. So lange, bis es klappt./

Rasch trat er hinter sich die Tür zu und verhinderte damit erfolgreich, dass Dunja ihnen folgte. Leicht grinsend erklärte er "Ich lasse mich nun mal nicht gerne von Frauen küssen.", während er sich mit Tore auf dem Schoß setzte und den Kopf ein wenig zur Seite legte, um ihm mehr Raum zu geben. Mit beiden Händen wanderte er von seinem Po unter das Shirt, um den nackten, warmen Rücken zu streicheln, zu den Schultern empor und wieder hinab, dann über die Seiten und zu seiner Brust. /Hm, er fühlt sich so gut an... Vielleicht geht es, wenn ich... wenn er sich gar nicht auszieht? Wenn ich ihn einfach... nur mit der Hand... wenn er wenigstens kommen würde.../

Mit geschlossenen Augen streichelte Tore Nathan und genoss die sanfte Berührung auf seinem Rücken. Nur einmal zuckte er leicht, als sein Freund aus Versehen die Schramme streifte. /Wenn wir einfach so weitermachen könnten. Einfach weiter und immer weiter... ohne das Eis, ohne dass ich schreie oder aus dem Bett springe oder.../ Nathan stöhnte leise, und Tore schob seine Gedanken beiseite und zog stattdessen an dem Hemd, um darunter zu gelangen, während er mit einer Hand fahrig an den Knöpfen fummelte.

Als er schließlich die Brust nackt vor sich hatte, noch damit beschäftigt war, den störenden Stoff von Nathan herunter zu streifen, begann er gleich, ihn mit der Zunge zu erkunden und liebte den leicht salzigen Geschmack nun noch viel mehr als beim ersten Mal. Geschmeidig ließ Tore sich von Nathans Schoß rutschen und drückte seinen Mund einmal gegen den Bauch, um leicht hinein zu beißen, dann waren seine Finger schon mit der Hose beschäftigt und befreiten die Erektion hastig.

Grinsend sah Tore zu Nathan hoch, dann flüsterte er "Letztes Mal bin ich genau hier unterbrochen worden." Er zog seinem Freund die Hose unter dem Hinter fort. "Ausgerechnet in dem Moment, in dem ich dir sagen wollte, wie sehr es mich anmacht, dich so zu sehen." Bewundernd ließ er seine Finger über die Muskeln streifen und kraulte dann über die Brust und den Bauch durch die feinen Härchen bis zum Schoß.

Wieder stöhnte Nathan auf. Die Berührungen, die Blicke, die Worte, alles trug dazu bei, dass seine Erregung wuchs, mehr als er sich eigentlich zugestehen wollte. Er vergrub seine Hände in Tores Haaren und ließ eine Weile zu, dass sein Freund ihn verwöhnte. Dann beugte er sich vor und küsste ihn auf die Schläfe, auf den Nacken, ehe er sich dagegen wehrte, weiter in den Wahnsinn getrieben zu werden.

Er zog ihn wieder zu sich auf das Bett und rollte halb auf ihn, um seine Lippen einzufangen, während er mit einer Hand Tores Hosenknopf suchte, um ihn zu öffnen. "Du bist atemberaubend", flüsterte er auf seinem Mund, als seine Finger ihren Weg in die Hose des anderen Mannes fanden und er ihn durch die Shorts hindurch zu streicheln begann. "Wunderschön... Herrlich..."

Träge wehrte Tore seine Finger ab, bevor er sich die Shorts von den Hüften zerrte und Nathans Hand mit seiner umschloss. Er begann ganz leicht, sich mit seinen Fingern zu streicheln. Langsam, zögerlich, wartend, ob sein Freund dies zulassen würde. Aus schmalen Augen beobachtete Tore Nathans Gesichtsausdruck, dann lächelte er und küsste seine Unterlippe entlang. "Lass mich das einfach mal ausprobieren." Dann streckte er sich noch länger aus und umfasste die Finger fester, bevor er damit kreisförmige Spuren über seinen Bauch und seine Beine zog. Zugleich streichelte er Nathan eher aus Reflex im selben Tempo über die Beine und den Schoß.

"Mach du weiter", flüsterte er schließlich, bevor er seine Zunge über den Hals und das Ohr seines Freundes schickte. Er ließ die Finger nicht los, aber hörte auf, zu führen.

Nathan war weit davon entfernt, sich ihm zu widersetzen oder eigene Ideen auszuprobieren. Zwar war es schwer, nicht einfach zu tun, was ihm in den Sinn kam, nicht ungehemmt über seinen Freund herzufallen, aber trotz aller Erregung, trotz aller Leidenschaft wollte er, dass es für ihn schön war. Dass er vielleicht endlich das finden konnte, was er so lange vergeblich gesucht hatte. /Mit mir.../ Er nahm die Bewegungen wieder auf, die Tore ihm zuvor vorgegeben hatte, streichelte ihn erst langsam und gleichmäßig, bevor er allmählich schneller wurde, mehr auf Tore als auf sich konzentriert.

Tores Atmung beschleunigte sich rapide, während er mit geschlossenen Augen verfolgte, wie Nathan ihn berührte. Er streckte sich zu Beginn aus, machte sich so lang er konnte, um seinem Geliebten noch mehr Fläche zum Streicheln zu gewähren. Besonders empfindlich waren die Innenseiten seiner Oberschenkel, was Nathan natürlich recht bald herausgefunden hatte. Nachdem Tore es zuließ, konzentrierte Nathan seine Bemühungen darauf, während er Tore nun mutiger umfasste und ihn, sehr offensichtlich mit dem Ziel, ihn zum Höhepunkt zu bringen, schnell und fest streichelte.

Doch als Tore kurz davor war, begann es wieder. Altvertraut, wenn auch irgendwie neu im Gefühl. Die Kälte und die Steifigkeit. Er zuckte zusammen, als das Eis seinen Bauch auszufüllen schien. Er stöhnte unwillig auf und wendete sich abwehrend von Nathan fort. Mühsam kontrolliert verhinderte er, dass er vom Bett sprang, während sein Herz zu rasen begann und sich seine Finger in Nathans Handgelenk gruben. Mit zitternder Stimme flehte er tonlos "Bitte... nicht..."


Kommentare, Kritiken, Lob?
 
by Jainoh & Meike "Pandorah" Ludwig