Illusionen

31.

Shayde blinzelte, als Schatten auf ihn fiel, und sah von dem Handgerät auf, um in Mejdans ärgerliches Gesicht zu schauen. Sein Lächeln, das gerade seine Mundwinkel berührt hatte, verschwand sofort wieder; erschrocken setzte er sich auf, suchte nach etwas, mit dem er sie wütend gemacht hatte. Doch er konnte sich an nichts erinnern, selbst ordentlich gefrühstückt hatte er. Dann lag es nicht an ihm, beschloss er und versuchte nun doch ein Lächeln, um sie aufzumuntern, während er die Arbeit beiseite legte. Mit einer kleinen Geste wies er auf das gekühlte Zitronenwasser. "Magst du etwas trinken?"

Mejdan lachte leise und strich ihm über den Kopf "Danke, mein Kleiner, aber ich hatte einen schrecklichen Tag. Sitzungen, Sitzungen. Najib und ich werden schwimmen gehen." Sie deutete mit dem Daumen hinter sich und verkündete "Aber der attraktive neue Gärtner wird dir sicherlich für eine Erfrischung dankbar sein." Rasch ging sie durch die Eingangshalle davon.

Timm konnte es nicht fassen. Sie drohte ihm? Nicht nur das, es war mehr als eine Drohung, es war so fest und sicher gesprochen, dass er nicht daran zweifelte, dass Mejdan ihn verkaufen würde. Nicht nur, um Shayde zu beschützen, sondern auch, um ihn aus ihren Augen zu bekommen. Langsam ging er zu dem kleinen Männchen an den Tisch und legte sein Hemd über einen Stuhl, bevor er sich ihm gegenüber niederließ. 'Ich werde heute Abend bei meinem Sprachkurs sein', tippte er rasch auf das Lesebrett, das er hatte liegen lassen. Eine Feststellung, aber er sah Shayde dabei fragend in das noch immer verwundert wirkende Gesicht.

Verwirrt darüber, auch in Timms Miene Ärger zu sehen, nickte Shayde. Er schenkte ihm von dem Zitronenwasser ein und schob ihm das Glas zu, während er sich bemühte, nicht bewundernd auf die kräftigen Schultern, die sonnengebräunte Haut und überhaupt den ganzen herrlichen Körper zu achten. Es gelang ihm schon besser als zu Anfang, und er war zuversichtlich, dass er es irgendwann schaffen würde, seine Gefühle soweit unter Kontrolle zu bekommen, dass sie einfach nur Freunde sein konnten, wie es im Log gewesen war. Nicht, dass er aufhören würde, für ihn zu empfinden, aber wenigstens soweit, dass er nicht ständig daran denken musste, wie es wäre, wenn...

Dann wurde ihm bewusst, was Timm gesagt hatte. Der Sprachkurs? Er war nicht mehr dort gewesen, seit er aus dem Krankenhaus entlassen worden war. Plötzlich ergaben sowohl die Verärgerung als auch Mejdans Worte Sinn. Er sah zum Haus hin, doch seine Frau war bereits im Inneren verschwunden. Mit einem kleinen, bekümmerten Seufzen fragte er "Hat sie dir das befohlen?" Gern hätte er ihm gesagt, dass er nicht hingehen musste, wenn er nicht wollte, aber wenn es Mejdans Wille war, würde Timm sich beugen müssen.

'Nein', tippte Timm und berührte Shaydes Wange leicht mit zwei Fingern und lautmalte 'Hör auf, dich zu sorgen', und lächelte leicht. Er fühlte sich schon wieder so schmutzig und grob gegen Shaydes Zartheit, dass er seine Finger hastig zurück zog. Dann beugte er sich über sein Schreibbrett und tippte ein 'Der Lehrer hat zu seiner Geburtswoche eingeladen. Soll ich hier bleiben?'

Shayde errötete, einerseits wegen der kleinen Berührung, andererseits weil Timm ihn ertappt hatte. Doch das Zurückzucken ließ ihn wieder deutlich spüren, dass es einfach keine Hoffnung gab und dass er mit dem Träumen aufhören musste. Es war immerhin gut, wenn es Timm besser ging. Damit sollte er sich zufrieden geben; Mejdan hatte ihn ja gewarnt, und er wollte gerne auf sie hören, selbst wenn es schwer war. Er seufzte leise und las die Frage auf dem Brett ein zweites Mal. "Du weißt, dass ich dich gerne hier habe. Aber es ist deine Entscheidung."

Rasch griff er nach seinem Glas, um seine Hände beschäftigt zu halten, und trank einen kleinen Schluck, ehe er Timm in seine viel zu schönen Augen sah. Blau wie die See, in der sich der Himmel spiegelte. Vielleicht wäre es sogar gut, wenn er mal für einige Zeit gar nicht hier wäre, vielleicht würde es helfen. "Wenn du hinwillst, solltest du gehen. Wochenfeste sind etwas besonderes, und bis du hier das nächste erleben kannst, ist es noch eine Weile hin."

Nachdenklich beobachtete Timm, wie Shayde sich benahm. Er blickte beschämt auf den Tisch, dann wieder viel zu direkt in seine Augen, um zu erröten und den Blick rasch wieder abzuwenden. Er wurde nicht schlau aus Shaydes Art, sich in seiner Nähe zu benehmen. Zudem wurde er nicht schlau aus seinen Gefühlen dabei. Eine merkwürdige Mischung aus Wut über seine hilflose Lage und Sehnen, noch tiefer in diese Lage zu geraten, etwa so tief, wie Jack sich hineinbegeben hatte.

/Er kann mich nicht wollen, es muss ein Irrtum sein, den er aus Mitleid und um seinen Teil der Schuld abzutragen vielleicht, an mir und an sich selber begeht. Er muss eines Tages doch sehen, dass ich nur ein grober Mensch bin, der von Gartenarbeit und Bierausschenken etwas versteht, aber sonst gar nichts kann. Nicht einmal reden kann ich doch. Als Gesellschafter eigne ich mich überhaupt nicht./

Timm wurde durch ein kleines hasenartiges Tier mit geschecktem Fell abgelenkt, das über den Rasen hastete, als Jack und Hilel von einem Spaziergang zurückkehrten. Eine ganze Weile fragte er nach dem Tier, und darüber kamen Shayde und er zu anderen Tieren der Gegend, bis der kleine Gartentisch schließlich bei Dämmerung von Büchern und Tafeln der heimischen Tiere und Pflanzen fast zusammenbrach und Timm sich sputen musste, um noch rechtzeitig zu dem kleinen Dorf zu gelangen, in dem sein Lehrer feierte.

"Viel Spaß!" Shayde hob die Hand, um ihm hinterher zu winken, als Timm davon hastete, ließ sie dann jedoch auf halbem Weg wieder sinken. Während er die Bücher zusammenräumte und in sein Zimmer zurückbrachte, dachte er darüber nach, dass er Timm bewunderte. Er war ohne Sprache in eine vollkommen andere Welt gerissen worden und versuchte nun hartnäckig, dennoch seinen eigenen Weg zu gehen und viel zu dickköpfig alles selber zu schaffen.

Wehmütig warf er dem unbenutzten Bett einen Blick zu und beschloss, dass er Jack bitten würde, es am nächsten Tag abzubauen. Es war Dummheit, den Platz noch länger zu vergeuden und sich in Träumen zu verlieren. Eine hübsche Pflanzeninsel würde sich an der Stelle besser machen. Dann würde Timm sich auch nicht mehr gedrängt fühlen.

Nachdem auch noch die Tafeln an ihren Platz zurückgestellt worden waren, setzte er sich an den Computer und ließ sich die Häuser anzeigen, die in den umliegenden Menschensiedlung zum Verkauf standen. "Ob du nun magst oder nicht, das wirst du annehmen müssen, Timm", murmelte er und lud sich die, die in Frage kamen, auf sein kleines Handgerät herunter. "Carol kann dich nicht auf ewig beherbergen. Es war lieb genug, dass sie es über eine so lange Zeit getan hat."

 

Timm kam recht spät in der Nacht erst zu Carols Haus, und sie weckte ihn auf, als sie am anderen Morgen aus ihrem Zimmer in den Wohnraum trat. Er winkte ihr schlaftrunken zu und entschuldigte sich dann bei ihr, als sie mit einem Becher Tee zu ihm an das Schlafsofa trat.

Wie es ihre Art war, kam sie recht schnell auf das Thema zu sprechen, das sie schon eine Weile mit ihm hatte klären wollen. "Shayde hat ein Bett in seinem Zimmer, Timm. Ein zweites Bett, gegenüber von seinem. Ich habe es bezogen, als du hergekommen bist, und so ist es noch heute."

'Ich weiß. Ich gehe dir hier auf die Nerven.'

"Nein, nicht wirklich. Ein attraktiver, junger Mann in meinem Haus kann mir gar nicht auf die Nerven gehen, aber du kostest Shayde Nerven. Er will dich um sich haben, und ich sehe, wie gern du um ihn bist. Versuch es doch einfach mal. Übernachte wenigstens einmal bei ihm."

Sie erhob sich nach einem Blick zur Uhr. "Na gut. Ich werfe dich nicht raus, Timm. Aber ich finde, dass du dir und ihm zu wenig vertraust. Ich geh gleich los, kommst du mit?"

Timm folgte Carol zum Bus und saß auf der Fahrt nachdenklich neben ihr. Da er ohnehin immer schwieg, fiel es nicht auf, dass er nachdachte und ihr nicht lauschte, aber dennoch kam er zu keinem richtigen Ergebnis bei den Überlegungen. Stattdessen bog er im Haus in Richtung Shaydes Zimmer ab. Leise klopfte er an.

Shayde hatte Timm beim Frühstücken vermisst und sich erschreckt eingestanden, dass er sich sogar an diese begrenzte, aber zuverlässige Nähe schon viel zu sehr gewöhnt hatte. Es war höchste Zeit, dass er bewusst etwas unternahm, und so hatte er den sichtbar verwirrten Jack darum gebeten, im Laufe des Tages das zweite Bett bei ihm auszubauen. Entschlossen hatte er gerade die Kissen auf sein eigenes Bett umgeladen und war dabei, die Decke zusammenzufalten, als es klopfte und nach einer Aufforderung Timm eintrat.

"Guten Morgen, Timm." Shayde lächelte ein wenig nervös, ließ sich aber nicht davon abbringen, die Decke erst noch auf das Fußende seines Bettes zu legen. "Hat dir die Wochenfeier gefallen?"

Timm nickte unter einem Lächeln, das eigentlich mehr Shaydes Aufmachung in einer leichten, dunkelbraunen Bluse und kurzen Hosen, galt. Der Stoff und der Schnitt betonten Shaydes Zierlichkeit und die Tiefe seiner Augen. Er war wunderschön, vor allen Dingen war er barfuss, dafür hatte Timm schon immer eine Schwäche gehabt, schlanke, nackte Zehen. Es war schrecklich und machte es so schwierig, sein Anliegen vorzubringen, dass er froh war, es schon im Vornherein getippt zu haben.

Rasch hielt er Shayde das Brett vor die Augen. 'Carol braucht ihre Wohnung für sich. Wäre es zu vermessen, um eine Nacht hier im Haus zu bitten?' Höflich, altmodisch, nicht aufdringlich und dazu noch indirekt. Der Sprachlehrer wäre stolz auf ihn gewesen. Gespannt blickte er in Shaydes Gesicht.

Shayde bekam heftiges Herzklopfen, noch ehe er die Frage richtig zuende gelesen hatte, und spürte, wie zeitgleich mit seinen sich rötenden Wangen all die törichten Wünsche zurückkamen. /Nein, er fragt nur, weil Carol wieder Ruhe haben will, aus keinem anderen Grund! Aber ich wollte doch... das Gästezimmer. Bestimmt wird Mejdan nicht erfreut sein, es einem Menschen zur Verfügung zu stellen, aber... Nein, das geht nicht, dann wird sie noch ungehaltener, sie ist ohnehin nicht mehr gut auf ihn zu sprechen./

Schließlich nickte er und seufzte leise. "Ja, natürlich. Ich werde Jack sagen, dass er seinen Kräutergarten doch schon heute anlegen kann." Er ging zu seinem Schreibtisch und nahm sein kleines Handgerät auf. "Ich habe schon vermutet, dass es Carol bald ein wenig eng wird und ein paar Angebote für Häuser gesucht. Lass uns nach draußen gehen, dann können wir durchschauen, was dir am besten gefällt."

Timm hielt ihn an der Schulter auf. Er ließ ihn gleich wieder los, aber spürte schon, wie ungern seine Finger diesen Befehl ausführten. Shayde nicht berühren zu wollen, war undenkbar, und damit hatte Timm sich schon abgefunden, sein Körper leider noch nicht. 'Nein. Ich mag kein Menschenhaus.' Frustriert über die Langsamkeit, mit der er sich ausdrücken konnte vertippte er sich einige Male, bevor zu lesen war 'Sie haben keine Gärten dort.' Er schämte sich, weil er so viele Umstände machte und senkte den Blick betreten auf den weichen Boden, unglücklicherweise auf Shaydes süßen Füße. Noch schlimmer. Die Hitze in ihm stieg in seinen Kopf hoch.

"Aber..." Frustriert stellte Shayde fest, dass er seinen Hoffnungen erneut Raum zuzugestehen begann, allein wegen der Tatsache, dass Timm rot wurde, obwohl es wirklich genügend Gründe dafür gab, die wesentlich vernünftiger waren als das, was er sich nur zu gerne ausmalte. /Und weil er mich angefasst hat. Das hat er im Log nie absichtlich getan. Er muss wieder damit aufhören, aber hier bin ich kein Priester mehr./ Und neben aller Vernunft wusste er, dass er es eigentlich auch gar nicht wollte.

Er gab ihm das Tablett zurück und tat, was er sich fest vorgenommen hatte, nicht zuzulassen, als er Timms kräftige Hand umfasste und ihn auffordernd mit sich zog. "Du fühlst dich hier nicht wohl, Timm. Bei Carol kannst du nicht bleiben. Wir werden ein Haus finden, mit dem du dich anfreunden kannst. Bestimmt ist auch irgendwo ein Garten dabei. Und selbst wenn nicht, kannst du noch immer hier im Garten arbeiten, hm?"

Erstarrt folgte Timm Shayde, die Berührung seiner Hand behinderte sein Denken, alles was er wusste, war, dass Shayde ihn nicht mehr bei sich haben wollte. Nun kam er schon zurück wie ein treuer Hund und machte Männchen, benahm sich durch und durch peinlich, und Shayde gab ihm einen Schubs und schickte ihn wieder fort. 'Du willst mich nicht... willst mich nicht... schickst mich fort...' Er flüsterte lautlos, nicht einmal ein Zischen brachte er zustande, aber der Gedanke ging in ihm um wie ein Kreisel, um und um.

Als Shayde die warme Hand wieder losließ, die seinen Druck in keiner Weise aufgenommen und erwiderte hatte, fühlte er Traurigkeit. Doch als er sich zu Timm umwandte, machte sein Herz einen entsetzten Satz. Sein Freund war derart blass, dass Shayde fürchtete, dass er auf der Stelle umfallen könnte, die Augen waren geweitet, und seine Lippen bewegten sich unablässig in nur einem Satz.

"Nein", flüsterte er erschrocken und legte ihm die zitternden Finger auf die Lippen, um ihn zu unterbrechen. "Das ist nicht wahr. Ich will dich bei mir haben, viel zu sehr will ich das, Timm."

Verwundert blickte Timm ihn an. Seine Lippen prickelten von der leichten Berührung, und er hatte vergessen, weiter zu atmen, was er mit einem tiefen Luftzug nachholte. Sie starrten sich stumm an, und Timm wagte es nicht, sich zu rühren.

Shaydes Wangen begannen zu glühen, als er bemerkte, wie dicht er vor Timm stand, was er gesagt hatte und dass er... vorsichtig zog er die Hand zurück, spürte die weiche Haut viel zu bewusst unter seinen Fingerkuppen, die Wärme, die Nähe. Er konnte ihm nicht mehr in die Augen sehen, auch wenn er sich danach sehnte, in ihnen zu versinken. "Weißt du das denn nicht? Warum sonst hätte ich gewollt, dass du bei mir unterkommst und nicht woanders?"

Timm hob die Schultern, dann tippte er rasch und fast wieder wütend über seine Lage 'Weil ich dir gehöre' auf sein Schreibbrett ein.

Shaydes Schultern sanken herab, seine Ohren ebenfalls. "Du gehörst Mejdan, nicht mir, aber das macht wohl auch keinen Unterschied für dich. Wäre es dir denn lieber gewesen, wenn dich jemand anderes bekommen hätte? Es geht hier nicht anders. Wenn du niemanden gehörst, kommst du in ein Heim. Es tut mir so leid."

Timm hätte sich am liebsten die Haare gerauft und Shayde erzählt, für wie dumm er ihn in diesem Augenblick hielt. Es reichte jedenfalls aus, um seinen Ärger, den er über sein Leben, seine Lage gefühlt hatte, hoch kochen zu lassen zu Wut. Mit einer unwirschen Bewegung griff Timm Shaydes Arm und zerrte ihn zu seinem Zimmer zurück, um die Tür zu knallen. Dann tippte er mit schmalen Augen und sich nur mühsam beherrschend 'Das wird länger dauern. Setz dich.'

Shayde betete stumm, dass Mejdan das nicht mitbekommen hatte, während er sich unsicher auf der gemütlichen Bank in der Sitzecke niederließ. Dann seufzte er resigniert, nur um im nächsten Moment selber Verärgerung zu spüren. "Du hast keinen Grund, sauer zu sein. Ich versuche seit Wochen, deine Gedanken zu erraten, um dein Leben hier irgendwie erträglich werden zu lassen. Ich bin nicht gut darin, mag sein, aber ich gebe mir zumindest Mühe. Und alles, was zurückkommt, ist Distanz, ein wenig Nähe und noch mehr Distanz, damit ich mich auch bestimmt frage, was ich nun schon wieder falsch gemacht habe. Wenn ich nichts richtig machen kann, dann sag was du willst."

Es dauerte in der Tat lange, und Timm taten die Finger weh, er hatte sich die Haare zerrauft, aber sein Herz war unendlich leichter geworden. Alles hatte er sich endlich von der Seele geschrieben. Er war sein eigener Herr gewesen, hatte seinen Gasthof allein geführt und das gut gemacht, hatte mit Jack ein zufriedenes Leben gelebt und war selber glücklich, und von einem Moment auf den nächsten hatte sich all dies in eine Lüge verwandelt. Er besaß nichts, nicht einmal sich selber, er durfte nichts tun, Jack liebte ihn nicht und hatte es nie getan, er hatte weniger als nichts, er hatte nur Verlust erlebt. Der schlimmste Verlust war der seiner Stimme.

Er saß auf dem Fußboden vor der Sitzecke und wagte es nicht, zu Shayde hoch zu sehen, nachdem er die letzten Worte getippt hatte. Es war sicherlich kein leichter Nachmittag für das kleine Abd-Jabir-Männchen gewesen, auch wenn Timm ihm wieder und wieder versichert hatte, dass Shayde als letzter Schuld an dieser Lage der Menschen trug. Müde rieb Timm sich über das Gesicht und warf das Schreibbrett aus dem Handgelenk von sich, für eine lange Zeit wünschte er, nichts mehr tippen zu müssen.


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by Meike "Pandorah" Ludwig & Jainoh