Kemjalas Plan

32.

/Ich bin ein Narr! Ich bin ein Narr! Ich bin ein Narr!/ In einer ewigen Schleife tanzte Dai'thi der Gedanke durch den Kopf, durchsetzt mit Bildern von Tarlant, lachend, weinend, verzweifelt auf ihrem Bett zusammengerollt, strahlend in seinen Armen, während er durch die Arche hastete, Leute ignorierend, die ihm hinterher sahen, fragende Blicke nicht bemerkend.

/Ich sollte ihr Zeit lassen, sie wird... ich bin ein Narr! Ich kann nicht... Ich vermisse sie! Was, wenn sie mich nicht mehr sehen will? Wenn sie zu enttäuscht von mir ist? Ich bin ein solcher Narr!/ Er rannte fast in einen älteren Herrn hinein, der unvermittelt aus einer Tür heraus kam, entschuldigte sich flüchtig und stürzte weiter. Als er vor Tarlants Zimmer ankam, war er außer Atem und sich mehr denn je bewusst, was für ein Narr er war. Vielleicht war sie nicht da, vielleicht schon längst weg. Oder... Trotzdem klopfte er an.

Tarlant zuckte zusammen und ließ die Feder fallen. Sie wischte sich über die Wangen und schämte sich für diese dummen Gefühle. /Ich hätte es wissen müssen, er wird mir nicht so leicht aus dem Kopf gehen. Das geschieht mir aber auch so recht. Wieso hab ich ihn nur angelogen, verdammt!/

Eigentlich war es Tarlant egal, wer da anklopfte. Halb erwartete sie, dass es die Reinigung war, zur Hälfte, dass es sich um den Assistenten des Chefs handeln könnte, der ihr die Papiere brachte. Seufzend wischte sie sich noch einmal über die Wangen und öffnete die Tür. Erstarrt blieb sie stehen und sah Dai'thi ins Gesicht.

Sie hatte geweint, das war das erste, was Dai'thi auffiel. Ihre grauen Augen glänzten noch immer verdächtig, und verräterische Spuren, die sie nur notdürftig weggewischt hatte, glitzerten auf ihren Wangen. Ihr Haar war nass, und sie trug den Bademantel, den sie auch an dem Tag getragen hatte, an dem sie ihm das Unglaubliche offenbart hatte. Es war, als hätte er sie eben erst verlassen, als sei keine Zeit vergangen, als hätte er die grausame Zeit dazwischen mit den Sorgen und der Angst, mit der Verzweiflung und den Schuldgefühlen nur geträumt.

Er flüsterte ihren Namen, hörte seine Stimme kaum, so eng war seine Kehle. Fast schmerzhaft spürte er seinen Herzschlag in sich pulsieren. Die Worte flohen ihn, so sehr er sich auch nach dieser Gelegenheit gesehnt hatte, endlich mit ihr sprechen zu können. Er wollte sie umarmen, wagte es aber nicht. Er hatte sie verletzt, entgegen seines Versprechens.

Tarlant erschrak, als sie ihn sah. Er wirkte so müde und vollkommen ausgelaugt, fast erwartete sie, dass er im nächsten Augenblick umfallen würde. "Dai'thi!" /Oh, wie muss ich aussehen! Ich hab verheulte Augen, nur den unförmigen Bademantel an, ich bin... ach ja, ich bin keine Frau. Ob er seine Feder zurückverlangen möchte?/

Er starrte sie so merkwürdig an, als wüsste er nicht, was er sagen sollte, als ob er sie für nicht wahr hielt. Endlich nahm Tarlant seine Hand und zog ihn in das Zimmer zurück. "Was kann ich für dich tun?" Nebenbei hob sie die Feder auf und legte sie auf den Tisch, hoffte, dass er sie ihr nicht wegnehmen wollte.

Ihre Berührung war für Dai'thi wie Feuer, er war sich ihrer kleinen Hand in seiner nur zu deutlich bewusst gewesen, während sein Herz weiter Kapriolen schlug. "Ich... habe mir solche Sorgen um dich gemacht", sagte er schließlich und atmete tief durch. "Ich habe versucht, dich zu erreichen, wieder und wieder. Ich bin so froh, dass es dir gut geht."

/Er wollte mich erreichen, ist froh, dass es mir gut geht. Aber warum? Wegen seines Gewissens? Wegen der Gedanken, die er sich sonst machen würde? Weil ich nur so wäre wie ein anderer Mann, der zum Opfer geworden ist, weil er ihn geliebt hat. In seinen Augen bin ich doch jetzt ein Mann, nicht?/ Tarlant senkte den Kopf und seufzte leise, konnte nicht wirklich in Worte fassen, was sie ausdrücken wollte.

Dai'this Blick glitt zu der Feder, die sie auf den Tisch gelegt hatte, und er fragte sich, ob sie ihm damit etwas sagen wollte, ob er sie wieder nehmen sollte. Oder ob sie ihm zeigte, dass sie ihr nach wie vor etwas bedeutete. Blicklos starrte er das zarte, weiße Gebilde an, weich wie ihre Haut, schön wie sie, das Symbol dessen, was er für sie empfand. Noch einmal atmete er tief durch, ehe er den Mut fand, Tarlant wieder direkt anzusehen. "Ich bin hier, weil ich mich bei dir entschuldigen wollte, dass ich dir weh getan habe. Weil..."

Es fühlte sich nicht richtig an. Es war, als würde er es nebenbei machen, doch er wollte, dass sie wusste, dass es von Herzen kam, tief aus ihm und jedes Wort vollkommen ernst gemeint. Er beugte das Knie vor ihr und griff nach ihrer Hand. Behutsam zog er sie näher, küsste erst ihren Handrücken, dann drehte er sie sacht, um die zarte Haut des Gelenks und schließlich die Innenfläche zu küssen, ehe er wieder aufsah und in ihr in die Augen.

"Vergib mir, Tarlant. Ich wollte dir nicht weh tun. Ich war zu sehr auf das konzentriert, was ich dachte, dass es mir die Herrin Kemjala vorschreiben würde. Aber es war falsch. Ich liebe dich nach wie vor mehr als alles andere. Mir ist gleichgültig, was für einen Körper du hast, ob es der eines Mannes oder der einer Frau ist. Du bist noch immer meine Botin, noch immer meine Ta'ari, und ich hoffe, dass du mir verzeihen kannst."

Tarlant hörte die Worte, der Sinn kam jedoch nur sehr langsam zu ihr durch. "Aber... aber..." Sie schwankte und fiel ungeschickt auf die Couch hinter ihr. Nun konnte sie ihm wenigstens in das hoffnungsvolle Gesicht sehen, in seine hellen Augen, die vor Freude zu tanzen schienen.

"Ich... damit habe ich nicht gerechnet, Dai'thi." Leicht lächelnd wagte sie es, seinen Worten und Gesten Glauben zu schenken und küsste ihn vorsichtig auf die Wange. "Dabei bin ich es doch, die einfach verschwunden ist. Es ist meine Schuld und tut mir leid. Ich hätte dich nicht einfach im Ungewissen lassen dürfen."

"Das heißt, du verzeihst mir?" Dai'this Glücksgefühl ließ sich nicht in Worte fassen. Es war, als hätte die Göttin sie in einen warmen Frühlingstag versetzt, als würden Vögel singen, als würde die Sonne hell und warm direkt über ihnen scheinen.

Noch ehe er darüber nachdenken konnte, saß er bei Tarlant auf dem Sofa und zog sie in seine Arme. Sacht streichelte er ihre Haare, ihren Rücken, küsste sie vorsichtig auf die Schläfe, auf die Stirn, wieder und wieder, behutsam und zart, als würde sie sich sonst auflösen. "Du hast ja nicht gewusst, ob ich es überhaupt wissen wollte. Und wie lange ich brauchen würde."

Er ließ ein wenig von ihr, um in ihr schönes, strahlendes Gesicht zu sehen, das trotzdem noch immer leicht verwirrt wirkte, als könnte sie es nicht glauben, dass er hier war. Mit den Fingerkuppen fuhr er zart ihre Züge nach, ihren Mund entlang, wischte die letzten nassen Spuren aus ihren Augenwinkeln. "Du bist so wunderschön, meine Ta'ari, und obwohl ich weiß, was du bist, noch immer so sehr Frau."

Verwirrt murmelte Tarlant "Damit habe ich... nicht..." Sie riss sich zusammen und sah in seine Augen, wollte wissen, ob er wirklich das meinte, was er sagte. "Ich selber sehe mich als Frau, deswegen habe ich vielleicht zu Beginn auch vergessen zu warnen. Deshalb und wegen deiner Krankheit natürlich. Die ist überwunden, nicht?"

Besorgt suchte sie seinen Körper nach Verletzungen oder anderen Zeichen ab, die sie nicht fand. Erleichtert lehnte sie sich dichter zu ihm und strich ihm auf den Schultern entlang. Erst in dem Moment wurde ihr klar, dass nicht nur jemand ihr in den vergangenen Tagen gefehlt hatte, sondern wirklich er, nur er.

"Ja, sie ist überwunden", bestätigte er leise und schloss die Augen, um Tarlant nur noch zu spüren, ihre behutsamen, fast zaghaften Berührungen, ihre Wärme, ihre weiche Haut unter seiner Hand, als er zärtlich ihren Nacken zu streicheln begann. Ihr weicher Duft hüllte ihn ein und machte ihn glücklich. "Seit ich dich kennen gelernt habe, hatte ich keinen einzigen Anfall mehr. Ich glaube, es war einfach eine Reaktion aus Feigheit. Ich wollte vor mir selbst davon laufen." Es tat so gut, sie im Arm zu halten, so gut, sie endlich wieder zu spüren. Zu wissen, dass es ihr gut ging, dass sie ihn noch immer liebte.

Tarlant ließ den Kopf leicht sinken und lauschte auf seine warme Stimme. Leise und vertraulich, vertraut. Es war ihr, als würden sie sich schon seit Ewigkeiten kennen, als würde nichts zwischen ihnen stehen.

Sanft fuhr er mit den Lippen über ihre Schläfe, berührte ihr Ohr und ihren Wangenknochen und küsste dann ganz leicht nur ihren Hals. "Es war auch Feigheit, die mich hat vor dir davonlaufen lassen." Er küsste sie erneut auf die zarte Haut, konnte nicht genug von ihr haben, um zu wissen, dass sie wirklich bei ihm war. "Als ich dich gesehen habe... deinen Körper, so weiblich einerseits und doch der eines Mannes... ich habe Begehren gespürt. Obwohl ich zu wissen meinte, dass es falsch war."

/Begehren.../ Die Art, wie sein Atem ihre Haut streifte, wie er das Wort betonte, seine Gefühle hineinlegte, so dass Tarlant sein Begehren förmlich auf sich entlang streichen spüren konnte, ließ sie erschaudern. Sie schmiegte ihr Gesicht näher an seins und flüsterte "Und ich habe solche Angst gehabt, abstoßend zu sein."

Er öffnete die Augen, um sie ansehen zu können und küsste sie hauchzart und scheu auf den Mund, als wäre es das erste Mal. "Du bist nicht abstoßend, du bist so wundervoll, Ta'ari. Ich habe niemals jemanden so sehr begehrt wie dich. Die ganze Zeit über, immer mehr mit jeder Stunde, die verstrich. Und als ich dich dann vor mir gesehen habe, warst du so perfekt, dass ich erschrocken bin."

Wieder küsste er sie, länger dieses Mal. "Ich dachte, die Göttin wollte mich strafen, hätte es getan, um mich weiter für mein Begehren leiden zu lassen. Deine Perfektion, deine Verlockung, um mir meine Fehler vor Augen zu führen. Meine Krankheit, ich dachte, auch sie wäre ein Teil der Strafe. Ich habe schon einmal begehrt, Ta'ari. Den jungen Mann, der sich umgebracht hat. Noch in der Nacht nach dem ersten Kuss. Deswegen habe ich mich so schuldig gefühlt. Aber du hast mir eine andere Sicht gezeigt, und ich bin dir unendlich dankbar dafür."

Hastig legte Tarlant ihm zwei Finger auf die Lippen. "Sch.. das ist vorbei, und du bist nicht schuld, dass er so verzweifelt war, Ta'ari." Es war ihr rausgerutscht, aber sie meinte es. Liebling... Mitte, das war er für sie. /Perfekt findet er mich? Mich? Das sagt er nur, das kann er nicht wirklich denken./ "Perfektion... Das bin doch wirklich nicht ich. Wirklich nicht."

Dai'thi küsste ihre beiden Finger, berührte sie sacht mit der Zunge und lächelte. "Es hat mich immer wieder verwirrt, dass die wundervollste Frau, der ich je begegnet bin, so wenig von sich hält." Dann griff er nach ihrer Hand und küsste ausgiebig ihre Innenfläche, liebkoste sie, ohne den Blick von Tarlants Augen zu nehmen, um ihr zu zeigen, wie ernst er es meinte und wie sehr er sie liebte.

"Ich habe Männer immer mehr begehrt als Frauen, bis ich dich getroffen habe. Aber das Geschenk der Göttin habe ich immer mit Frauen geteilt und es jedes Mal genossen. Und du... du bist beides. Andere mögen es anders sehen, doch für mich, Ta'ari, bist du perfekt. So wie du bist." Er stockte für einen Moment, dann fuhr er sehr leise fort "Ich würde dir gerne zeigen wie sehr, wenn du mich lässt."

Tarlants Herz machte einen kleinen Satz. Da war er, der Moment, in dem sie es wirklich beweisen sollte. In dem sie sich selber zeigen musste, dass sie ihm vertraute, so sehr, wie sie behauptet hatte. Tarlants Blick schweifte unsicher zum Bett, dann wieder zurück auf sein Gesicht. Wortlos lehnte sie sich zu ihm und begann ihn zu küssen, die Finger strichen von allein über seine Schulter zu seinem Nacken und verschränkten sich in den Haaren.

Mit geschlossenen Augen erwiderte Dai'thi ihren Kuss, kostete ihren süßen Geschmack aufs Neue, den er viel zu lange vermisst hatte. Ihre Zungen streichelten einander, und er konnte gar nicht genug bekommen von ihr. Doch schließlich mussten sie sich trennen. Atemlos zog er eine Spur mit den Lippen zu ihrem Ohr.

"Dann lass mich dort beginnen, wo ich beim letzten Mal versagt habe", flüsterte er.

Er legte einen Arm um ihre Schultern, schob den anderen unter ihre Kniekehlen und stand mit ihr auf, um sie zu ihrem Bett zu tragen. Vorsichtig legte er sie dort ab und küsste sie erneut. Dann erst richtete er sich auf, um sie anzusehen, so wunderschön mit ihren nassen, nun zerzausten Haaren, ungeschminkt und nur für ihn.

Er griff nach ihren Händen, küsste sie zärtlich, ehe er sie losließ und neben sie legte. "Ta'ari, wenn du möchtest, dass ich aufhöre, musst du nur ein Wort sagen. Hab keine Angst davor." Seine Finger fanden den Knoten und öffneten ihn. Er spürte das trockene Frottee unter seinen Händen und schob es langsam beiseite, ohne den Blick von ihrem zarten Gesicht zu nehmen. So schön war sie, ruhig und vertrauensvoll, wenn sie auch erfüllt schien von unterschwelliger Nervosität, die er ihr nehmen wollte. Der raue Stoff wich warmer, weicher Haut. Dai'thi zögerte einen Herzschlag lang, dann lächelte er.

"Ich liebe dich", flüsterte er, ehe er den Blick auf ihren Körper senkte.

Tarlant war von seiner Art, sie einfach zum Bett zu tragen, überrascht worden, und nun wollte ihr Herzschlag sich gar nicht mehr beruhigen. Ihre Atmung ging ebenfalls schneller, sie wusste nicht genau, ob sie ihre Hände in sein Hemd oder lieber in die Bettdecke unter ihr verkrampfen sollte. Voller ängstlicher Erwartung sah sie zu ihm auf.

Sie war so schön, wie er sie in Erinnerung hatte. Auf ihrem flachen Bauch hoben sich die drei Narben blass wie weiße, zarte Linien ab, ihre perfekte Schönheit eher unterstreichend, als sie zu zerstören. Sein Blick glitt weiter zu ihrer flachen, so verlockend glatten Brust, deren helle Ebenmäßigkeit einzig von den dunkleren Erhebungen der Brustwarzen unterbrochen wurde. Dai'thi konnte nicht wiederstehen, als er den Kopf senkte und einen vorsichtigen Kuss in die Kuhle zwischen ihren zarten Schlüsselbeinen platzierte.

Tarlant fühlte sich in dem Moment schon nicht mehr so schutzlos und nackt, sondern mit einem Mal glaubte sie, dass er sie begehrte. Leise seufzend lehnte sie den Kopf zurück und zog ihn dichter zu sich heran, um ihn einmal schnell zu küssen.

Dai'thi ließ sich von ihr leiten und legte sich neben sie, erwiderte ihre Küsse zart, während er sich stumm ermahnte, nicht zu schnell, zu hastig vorzugehen, nur weil er sie so sehr begehrte. Er legte einen Arm um sie, streichelte liebevoll ihre Schultern, während er sich von ihren Lippen löste, um ihr Gesicht mit Liebkosungen zu bedecken, federleicht nur, nippte an ihrem Ohrläppchen, an der weichen Haut dahinter, fuhr zart über ihre geschlossenen Lider und kehrte immer wieder zu ihrem Mund zurück.

Tarlant war sich bewusst, dass ihre Finger zitterten, während sie verzweifelt versuchte, ihn wenigstens von dem Hemd zu befreien. Mit einem Mal fühlte sie sich hilflos und lächelte ihn entschuldigend an. "Ich... bin zu ungeduldig, aber ich fühle mich so nackt neben dir."

"Die Sachen sind etwas kompliziert, wenn man sie nicht gewohnt ist. Verzeih mir meine Unachtsamkeit, Ta'ari." Dai'thi ließ von ihr ab und kniete sich neben sie, zog sich mit einer geschmeidigen Geste das hautenge, mattgrüne Oberteil über den Kopf und ließ es achtlos auf den Boden fallen, um sich anschließend die Schuhe von den Füßen zu streifen. Rasch schlüpfte er aus der Hose, die auch nur noch notdürftig verborgen hatte, wie sehr er Tarlant begehrte.

"Besser, meine Botin?", frage er flüsternd, als er sich wieder zu ihr legte und begann, mit der Spitze des Zeigefingers kleine Muster auf ihren flachen Bauch zu zeichnen, während er sie liebevoll ansah.

Tarlant lächelte und zog ihn an sich, umarmte ihn fest und verbarg das Gesicht an seinem Hals. "Du bist wundervoll, die Göttin ist mit Sicherheit sehr stolz auf dich." Sie streichelte seine warme, um einiges dunklere Haut und genoss es, ihn zu spüren; seine Erregung zu sehen und an sich zu spüren machte sie stolz. /Er liebt mich, begehrt mich./

Ein prickelnder Schauer fuhr durch Dai'this Körper, als er sie der ganzen Länge nach an sich spürte, Haut an Haut, ihre Liebkosungen; ihr Kompliment, dass so sehr nach seiner Heimat klang, ließ ihn lächeln. "Du hast schon viel von meiner Sprache gelernt, meine Ta'ari. Auch wie man ernsthaft schmeichelt."

Seine rechte Hand wanderte ihren schlanken Körper hinab, streichelte ihre Hüfte, ihre Oberschenkel, um wieder nach oben zurückzukehren und ihren Weg dann erneut aufzunehmen, dieses Mal über ihren Bauch. Zart fuhr er die Narben nach, die so sehr ein Zeichen dafür waren, dass sie bei ihm war, dass sie noch lebte, so dass er nur mehr dankbar sein konnte, als sie als hässlich zu empfinden.

Er genoss es, die weiche Haut zu fühlen, genoss es, sie endlich so berühren zu dürfen, wie er es die ganze Zeit schon gewollt hatte. Mit zarten Küssen entfernte sich sein Mund von ihrem Ohr, streifte über ihre Wange, ihr Kinn und glitt zu ihrer empfindlichen Kehle. Er zeichnete kleine Kreise mit der Zungenspitze über ihren Hals, knabberte vorsichtig mit Zähnen und Lippen. Ihr Erbeben, als er ein wenig forscher wurde, schien sich direkt auf ihn zu übertragen und ließ ihn leise seufzen.

Tarlant streckte sich und zog ihn fester an sich heran. Jede Berührung ließ sie erschaudern, jedes Bisschen Haut, das er berührte, schien besonders empfindlich zu sein und empfindsam gerade für die Art, in der er sie berührte. Mutiger und neugierig auf ihn ließ sie ihre Hände über seinen Rücken und die Hüften entlang gleiten, während sie ihn um Küsse fast schon anbettelte. Tarlant hatte sich noch nie so sehr nach mehr Nähe gesehnt wie mit ihm und zeigte es ihm auch in jeder Hinsicht, so gut sie konnte.

Dai'thi wollte sie schmecken, jedes Stück ihrer Haut, doch er konnte ihrer stummen Bitte nicht wiederstehen und kehrte zu ihrem verlockenden Mund zurück, um ihn in einem tiefen Kuss einzunehmen. Ihre tastenden Hände erregten ihn gerade durch die Zaghaftigkeit ihrer Berührungen, die er nicht gewohnt war, noch mehr und ließen sein Herz schneller schlagen. Er schob ein Bein zwischen ihre und drückte sich enger an sie, ließ sie spüren, wie sehr er sie wollte, als er sich langsam gegen sie bewegte.

Forschend glitten seine Finger von ihrem Bauch weiter nach unten, in ihren Schoß, streichelten sie nur kurz und ein wenig unsicher, um dann wieder nach oben zu wandern und in kleinen, immer enger werdenden Kreisen um eine Brustwarze zu streichen, erregt von der flachen Brust, die sie umgab. Als er sie erreichte, war sie klein und hart und lud ihn ein, zärtlich mit ihr zu spielen. Auch hier war Tarlant fremd und glatt und dadurch nur um so verlockender. Wieder trennte er sich von ihren weichen Lippen, um seinen Mund über ihre zweite Brustwarze zu senken und leicht an ihr zu saugen, sie mit der Zunge zu necken.

Leise stöhnend presste Tarlant sich an ihn heran und griff nun doch mit einer Hand nach seinem Hintern. Sie bewegte sich gegen ihn, dachte nicht mehr nach, genoss nur die Gefühle, die durch sie schauerte, achtete auf seinen Körper, auf seinen Herzschlag, auf die Wege seiner Hände und seiner Lippen auf ihrem Körper.

"Hör nicht auf...", flüsterte sie atemlos mit geschlossenen Augen.

Die lustvollen Laute, die sie von sich gab, erregten Dai'thi; er wollte sie lauter hören, wollte, dass sie die Welt vergaß. Von ihrer Brust ablassend zeichnete er feuchte Spuren mit der Zunge auf ihre Haut, als er weiter an ihr herab glitt, immer wieder kleine Bisse auf ihrem Körper platzierend, während seine Hände ihre Seiten und ihre Brust kraftvoll streichelten. Ihre Finger verließen seinen Hintern und wanderten seinen Rücken empor, als sie nicht mehr hinunter reichen konnte, und hinterließen ein Prickeln, das seinen Atem beschleunigte.

Kurz vor ihrem Schoß hielt er inne, zögerte kurz vor der so offensichtlichen Männlichkeit; verunsichert stellte er fest, dass sie seine Berührung zwar zu genießen schien, aber dennoch nicht wirklich erregt war. Doch dann platzierte er einen Kuss direkt darauf, sich fühlend, als würde er etwas Verbotenes tun, ehe er knabbernd die weichen Innenseiten ihrer Schenkel zu erkunden begann, sich nur noch darauf konzentrierend, was ihr gefiel, wie er ihr noch mehr Freude bereiten konnte.

Bald begann sie sich unter seinen Liebkosungen zu winden, und Dai'thi genoss mehr und mehr ihren Geschmack, ihre Laute, ihren keuchenden Atem, das Gefühl der schweißnassen Haut an seiner. Doch etwas schien falsch; so sehr sie sich ihm auch hingab, reagierte ihr Körper einfach nicht wirklich. /Oh Herrin, was mache ich falsch? Sind Menschenmänner so anders?/

Tarlants Atem hatte kurz gestockt, als er ihren Schoß erreicht hatte. Männlich sah alles untenherum schon aus, aber sie war doch, seitdem sie sich im Geiste und weitgehend auch vom Körper her als Frau verstand, nicht fähig, Erregung deutlicher zu zeigen.

Sie betete einen Augenblick lang stumm, dass Dai'thi nun nicht auf einen deutlicheren Beweis warten, sich gar enttäuscht zurückziehen mochte, doch er tat eher das Gegenteil, fand mit seinen Lippen, mit der Zunge und den Zähnen ihre sensibelsten Stellen. Verhalten aufstöhnend erreichte Tarlant ihren Höhepunkt und griff ihm hart in die Haare, während die lange vermissten Gefühle durch ihren Körper rasten, sie mitrissen, ihr die Kontrolle nahmen.

Vollkommen ermüdet fiel sie auf das Bett zurück und blieb schweratmend liegen, die Finger lösten sich allmählich aus seinen Haaren, vorsichtig begann sie, seine Schultern zu streicheln, während er zu ihr glitt, seinen Rücken hinab zu den Hüften. Errötend schmiegte sie ihr Gesicht mit geschlossenen Augen an seine Schulter. "Verzeihung..."

Dai'thi lächelte und schmiegte sich enger an sie, küsste ihren Hals und strich ihr langsam und gleichmäßig über den Körper, um ihre Erregung sanft aus- und seine abklingen zu lassen. "In deiner Lust bist noch einmal so begehrenswert, Ta'ari, auch wenn sie sich anders zeigt, als ich gedacht hatte." Er war froh, dass es ihr so gefallen und er nicht versagt hatte.

Tarlant seufzte einmal leise, erschrak selber ein wenig darüber, wie zufrieden sie klang, schon nahe am Schnurren einer der Katzenkreationen. Dann murmelte sie an seinem Gesicht "Es tut mir leid, ich konnte deinen Fähigkeiten nichts entgegensetzen, Ta'ari." Sachte küsste sie von seinem Ohr zum Mundwinkel und vertiefte den Kuss dann doch, genoss seine Ruhe und die Selbstverständlichkeit, mit der er ihre Bedürfnisse über die eigenen gestellt hatte.

"Ich... man sieht es mir nicht an, wie erregt ich bin. Es tut mir leid, wenn ich dich mit meinem Körper in die Irre geführt habe." Mehr wollte sie nicht sagen, es würde andere Momente geben, in denen man ihren merkwürdigen Körper und dessen Funktionen diskutieren konnte.

Entgegen Tarlants Vermutung stand Dai'thi nach einer Weile, die sie einander geküsst und gestreichelt hatten, langsam auf und streckte sich, bevor er vorschlug, ihr bei dem Umzug zu helfen. Sie genoss es, ihn ansehen zu können, sich ihm zeigen zu können und genoss seine Blicke auf dem Körper, die ihr zeigten, dass er wirklich keine Abscheu empfand.

Dai'thi war einfach nur glücklich. Die Anspannung der vergangenen Tage war gewichen und durch eine andere, wesentlich angenehmere ersetzt worden. Während sie Tarlants restlichen Sachen in die Tasche räumten, konnte er nicht anders, als seine Ta'ari immer wieder bewundernd anzusehen, sie in die Arme zu nehmen und von der Arbeit abzuhalten, indem er sie küsste. Und sich fast ungläubig zu fragen, wie es sein konnte, dass er es geschafft hatte, die Liebe einer so wundervollen Frau zu erringen.

Gerne hätte er sie wieder direkt zum Bett gezogen oder einfach auf dem Boden oder der Couch wieder angefangen, ihren verlockenden Körper zu erkunden, doch weder wollte er Forderungen an sie stellen oder zu viel von ihr verlangen, noch wusste er, wann sie das Zimmer verlassen musste. Für solcherlei Dinge war später genug Zeit, in aller Ruhe, wenn auch sie wieder wollte. Lächelnd genoss er das verzehrende Prickeln, das sie mit jeder Berührung und jedem Blick weiter in ihm entfachte.


by Jainoh & Meike "Pandorah" Ludwig