Kemjalas Plan

34.

Tarlant konnte mit dem Lächeln nicht mehr aufhören, während er wieder zu ihr trat, um mit ihr gemeinsam auf das Essen zu warten. "Dai'thi... ich, wollte dir sagen, wie... dankbar ich bin, dass es dich gibt, dass deine Göttin deinen Weg so gelenkt hat, dass du mich gefunden hast. Sonst wäre mein Leben jetzt schwarz und leer. Ich danke dir!"

Dai'thi setzte sich zu ihr und erwiderte ihr Lächeln voll des Glücks, sich von ihr geliebt zu wissen. Er nahm ihre Hand in seine, fuhr jeden einzelnen Finger nach und bewunderte ihre gleichmäßigen, ovalen Nägel, die Weichheit ihrer Haut, ehe er sie umdrehte und das Spiel auf der Innenfläche wiederholte.

"Ich muss mich bei der Herrin Kemjala entschuldigen", sagte er reumütig und sah auf. "Ich habe sie gehasst für das, was sie mir angetan hat – und auch für das, was sie dir angetan hat. Jetzt sehe ich, wie perfekt ihr Plan war."

Doch Tarlants Blick wischte seine Sorgen einmal mehr beiseite. Er beugte sich vor, um ihren weichen Mund zu küssen, dessen Lächeln ihre Augen leuchten ließ und ihr ganzes Gesicht verzauberte. "Ich bin auch dankbar. Dafür, dass ich dich glücklich machen kann und die Leere in dir vertreiben, denn du vertreibst die Leere in mir."

Er ließ ihre Hand los, um sie ganz in die Arme zu ziehen und sie an sich zu drücken, sein Gesicht an ihrem Hals geborgen. "Ich will dafür sorgen, dass du nie wieder unglücklich und einsam sein musst, Ta'ari. Ich kann dir nicht versprechen, dass wir uns immer einer Meinung sein und uns nie streiten werden, aber ich weiß, dass ich dich immer lieben werde und immer für dich da sein will, wenn du es mir nur erlaubst."

Tarlant schmiegte sich an ihn an und schloss die Augen. /Und ich werde immer für dich da sein. Solange der Chip mich lässt./ Sie blieben so sitzen, bis der Service das Essen brachte. Erneut ein kicherndes Mädchen, das sich versprach und errötend um Dai'thi herumsprang. Tarlant verdrehte heimlich die Augen, aber sagte nichts dazu, während die Kleine den Tisch deckte.

 

Finn deckte den Tisch für Jessi und achtete darauf, dass er wirklich alle die Dinge bestellt hatte, die sein Schatz gern aß. Blass und mager war er geworden, oder vielmehr noch magerer; und blass war er zwar schon immer gewesen, aber es hatten sich violette Ringe unter den Augen dazugesellt.

Finn stellte eine Tasse warme Milch auf das Tablett und Kaffee und Tee dazu, um Jessi die Wahl zu lassen. Dann noch Kuchen und belegte Brote. Schließlich eine Schale mit Obst, und weil er noch ein freies Eckchen fand, eine Platte mit Fisch, bei dem ihm schon das Wasser im Mund zusammenlief. Da schlug bei Finn stets der Kater durch, für Fisch konnte er sterben.

Schnell lief er zu dem riesenhaften Bett, in dem Jessi zwischen den Kissen und Decken schier verschwand und setzte das Tablett auf den schwenkbaren Beistelltisch ab. "Liebling, aufwachen. Komm schon, ich habe dir ein herrliches Frühstück bestellt, mein Püppchen."

Eigentlich hatte Jessi das große Appartement erkunden wollen und sich in der sogar mit Whirlfunktion ausgestatten Wanne vielleicht ein Bad gönnen, denn so etwas hatte er noch nie erlebt. Doch nachdem Finn das Zimmer verlassen hatte, war er einfach eingeschlafen. Er streckte sich gähnend und sah dann mürrisch zu Finn hin. Er war nie krank gewesen, und selbst schwerere Verletzungen waren binnen derart kurzer Zeit verheilt, dass er keine Erfahrung mit vollkommener Ruhe hatte, weil der Körper nicht mehr mitspielte. Wenn er nicht gerade schlief, langweilte er sich mittlerweile schrecklich und ging sich selber damit furchtbar auf die Nerven.

"Ich bin kein Püppchen. Weder deines noch das von sonst jemandem", murrte er. "Außerdem will ich mein Hivosh zurück, mit dem konnte ich mich wenigstens bewegen und hab mich nicht nach drei Schritten gefühlt, als hätte mich jemand ausgewrungen."

"Du bist mein Püppchen. So wunderschön, dass man sich immer wieder erschrecken muss, wenn man merkt, dass du wirklich lebst, und dann muss man dich nehmen und knuddeln und streicheln und..." Finn ließ seinen Worten gleich Taten folgen und warf sich zu Jessi auf das Bett, um ihn an sich zu drücken und überall dorthin zu küssen, wo er ihn in dem natürlich entstehenden Gerangel erreichen konnte.

Besorgt stellte er fest, dass sein Schatz wirklich noch nicht bei Kräften war, die Abwehrbewegungen waren müde und kraftlos. "Oh, mein Kleiner. Tut mir leid, dass ich so ruppig bin. Ich habe noch immer das Bild des Diebs vor mir, der es geschafft hat, in den Kanälen zu überleben." Finn küsste Jessi noch einmal schnell auf die Stirn, dann reichte er ihm den Kaffee und nahm sich selber die Milchschale.

Jessi kuschelte sich enger an ihn und nippte an dem dunklen, aromatischen Getränk, das mit viel Zucker und Milch trinkbar gemacht worden war. "Wenn du noch etwas besorgter wirst, komme ich mir vollends unnütz vor", muffelte er. "Ich finde es schrecklich, hier einfach nur still zu liegen. Aber vielleicht passt das ja ganz gut. Mein ganzes Leben ist auf den Kopf gestellt. Ich bin eine unbrauchbare Kreation, die zwar Sex haben und lieben kann, die aber weder als Soldat noch als Lustjunge geplant war. Der Doktor, vor dem ich davongelaufen bin, ist eigentlich ganz nett und wollte mich gar nicht töten, sondern die Maschinen anpassen, damit sie nicht so aggressiv sind. Ich habe mich jahrelang versteckt gehalten, habe gestohlen, habe mich durch Dreck gewühlt und mich Wachdroiden ausgesetzt, um an Hivosh zu kommen. Und es war vollkommen umsonst und überflüssig." Plötzlich fühlte er sich betrogen. Düster starrte er auf seine dünnen, blassen Hände, die sich um die Tasse geschlossen hatten.

"Schatz, du bist nicht nutzlos. Im Gegenteil bist du einfach zu intelligent, und der Doktor wusste nicht, dass er selber auch hintergangen worden ist. Du bist nur ein wenig darnieder, weil du noch so schlapp bist. Aber im Handumdrehen wirst du wieder fitter sein, und dann sehen wir weiter."

Unsicher setzte Finn sich ein wenig anders hin, sein Schwanz zuckte einmal, dann murmelte er leise "Ich... würde dich gern mit zu mir nehmen. Ich habe ein Haus, es ist sogar meines, unabhängig von dem Besitzer, den ich habe. Nachdem ich diesen letzten Auftrag für ihn erledigt habe, wird er mich sicherlich nicht mehr so weit weg einsetzen, und für dich würden wir gewiss auch eine passende Arbeit finden. Was sagst du, Jessi?"

Jessi blinzelte, dann blinzelte er noch mal und setzte er hastig seinen Kaffee zurück auf das Tablett, entwand Finn seine Milchschale und stellte sie dazu, ehe er den Tisch von sich schob. Dann erst umarmte er ihn stürmisch und küsste ihn heftig, lachte, küsste ihn erneut. "Du würdest mich mitnehmen wollen? Mit zu dir? So dass wir richtig zusammenleben könnten wie so ein altes Ehepaar mit einem Bett und einer Küche und einem Fernseher im Wohnzimmer?"

Keine Kanäle, keine Wachdroiden, keine schlammigen Schächte. Jeden Tag Finn, ohne Angst, dass ihm etwas geschah. Er würde eine andere Arbeit finden können. Jessi konnte lernen. Vielleicht etwas mit Musik, das hatte ihm wirklich Spaß gemacht. Unvermittelt musste er an den Vanillekater denken. "Ich muss Laites Bescheid sagen! Er wird sich Sorgen um mich machen, wo ich mich so lange nicht gemeldet habe! Und was ist mit deinem Besitzer? Wird er nichts dagegen haben?"

"Laites weiß es bestimmt schon von dem Fächerohr, dem ich gesagt habe, wo er Tarlant finden kann." Finn musste sich noch von der Attacke erholen, die ihn doch überrascht hatte. "Mein Besitzer heißt Angelo und ist von Beruf... hm, Extremkünstler, er will irgendwelche Aussagen tätigen. Eine davon war zum Beispiel, dass die Ausbeutung der Kreationen verboten werden sollen, dafür hat er sich mit Kunstwerken eingesetzt. Ich glaube kaum, dass er etwas gegen dich haben wird. Mein Haus ist außerdem groß genug. Ein Steinhaus und es hat nicht nur ein Bett, sondern drei Schlafzimmer. Du kannst dir eins aussuchen, wenn du nicht bei mir schlafen willst."

"Das wäre so schön!" Jessi strahlte und küsste ihn erneut. "Aber wenn Laites sich keine Sorgen macht, dann möchte ich ihn trotzdem einfach nur so noch mal besuchen. Ich glaube, ich mag ihn."

Finn schob das Tablett mit dem Essen wieder zu Jessi hin und ermunterte ihn mit einer Geste zum Essen. "Du musst noch einiges zunehmen und kräftiger werden, mein Schatz."

Jessi seufzte zufrieden und griff nach dem Kuchen, der zwar längst nicht so gut war wie der in Cellophanpapier verpackte, den Finn ihm immer mitgebracht hatte, doch er liebte ihn trotzdem. "Ich muss schon allein deswegen zunehmen, damit du mich nicht immer nervst und meinst, mich beglucken zu müssen." Er grinste, reckte sich ein wenig und biss ihm sacht in den Hals. "Sonst traust du dich am Ende gar nichts mehr, Tiger."

Finn schnaubte entrüstet, von dem Gedanken ein wenig irritiert. "Nicht trauen, ich?" Dann begriff er, was Jessi meinte und lachte auf. "Oh, natürlich trau ich mich, aber erst, wenn du gesund bist; wenn du so blass und dünn bist wie jetzt, dann will ich dich einfach nur in eine Decke gewickelt verwöhnen. Lass mich das doch mal tun."

Jessi fiel in sein Lachen ein und fühlte sich gleich noch besser. "Siehst du, genau das meine ich!" Doch zufrieden ließ er geschehen, dass Finn sich so aufmerksam um ihn kümmerte. Seine Nähe, seine Fürsorge, seine Liebe, all das tat ihm unendlich gut.

 

Ninári hatte ihm auf Anhieb angesehen, dass er glücklich, dass Tarlant wieder aufgetaucht und offensichtlich immer noch in ihn verliebt war. Dai'thi lächelte, als er an das zufriedene Gesicht seines Bruders dachte, das ihn, halb im Fell seines Katers verborgen, aus der oberen Bettnische heraus angestrahlt hatte. Nin hatte auch vollstes Verständnis dafür gehabt, dass Dai'thi jetzt kein bisschen Zeit erübrigen konnte, um mehr als ein "Ihr geht es gut, und sie liebt mich!" hervorzustoßen, zu seinem Schrank zu stürmen und wieder zu verschwinden.

Tarlant war im Hotel zurückgeblieben; nachdem sie mit Erklärungen zu dem für sie fremden Gericht gegessen hatten, mit viel Nähe, Zärtlichkeit, Küssen und immer wieder langen Blicken, die sie dazu gebracht hatten, selbstvergessen zu lächeln, hatte Dai'thi sie ins Bett gebracht. Er hatte sich zu ihr gelegt und darüber gewacht, dass sie einschlafen konnte. Lange hatte sie nicht gebraucht, so erschöpft, wie sie gewesen war.

Jetzt stand er wieder in dem luxuriösen Hotelzimmer, hatte seinen Einkauf, für den er alle Läden der Icesior auf den Kopf hatte stellen müssen, in einer Schublade versteckt und erleichtert festgestellt, dass seine Liebste nach wie vor friedlich schlief.

Er setzte sich zu ihr auf die Bettkante, um sie einfach nur zu betrachten. Ihr schönes, ovales Gesicht ruhte entspannt auf einem schlanken Arm, und um ihren weichen, ausdrucksvollen Mund spielte ein leichtes Lächeln, das ihn dazu verführen wollte, sie schon wieder zu küssen. Stattdessen strich er kaum wahrnehmbar mit der Fingerspitze darüber und beobachtete verträumt, wie sich ihre Lippen teilten, und sie leise seufzte. Ihre zarten Lider mit den langen, geschwungenen Wimpern flatterten ein wenig, öffneten sich jedoch nicht.

/Wie kann ein Frau, überhaupt irgendein Wesen nur so wundervoll sein? Womit habe ich verdient, dass sie mich liebt?/ Doch im Grunde war ihm das gleich, so lange sie nur hier bei ihm war. Inständig und aus tiefstem Herzen dankte er der Herrin des Lebens für das Geschenk von Tarlants Anwesenheit.

/Ich werde sie glücklich machen, so gut ich es kann. Das verspreche ich, Mutter aller!/ Vorsichtig zog er ihr die Decke ein wenig herunter, um ihr einen Kuss auf die Schulter zu drücken und sie dann wieder sorgfältig zu bedecken. Rasch, um sie nicht doch noch durch sein Bedürfnis nach ihrer Nähe zu wecken, stand er auf und verließ das Schlafzimmer, um ein leichtes Essen zu bestellen, für den Fall, dass sie nach dem Aufwachen Hunger hatte.

Tarlant erwachte und war ausgeruht und zufrieden, fühlte die altbekannte Müdigkeit und die Mutlosigkeit angesichts ihrer Lage nicht mehr, und gleich darauf fiel ihr auch ein, dass sie nicht mehr mutlos sein musste, denn der wunderbarste Mann, den es geben konnte, liebte sie.

Das Essen war herrlich gewesen, schon wieder hatte sie mehr über ihn erfahren, und das Einschlafen neben ihm, seinen Arm um ihre Schultern, war so leicht erschienen, kein einziger der grüblerischen Gedanken hatte sich eingestellt.

Sie rekelte sich ein wenig und streckte den Körper, bevor sie die Augen aufschlug und feststellen musste, dass er nicht bei ihr war. Leise rutschte sie vom Bett und ging in das luxuriöse Bad hinüber, um die ausladende Wanne einlaufen zu lassen.

Über ihn und ihre Pläne nachdenkend gab sie Badeöle zu dem sprudelnden Wasser und beobachtete, wie sich Schaumkronen bildeten, die träge über die Wasserfläche trieben. Lächelnd erinnerte sie sich an alte, vergangene Tage, in denen sie sich wie ein kleiner Forscher gefühlt hatte, der in einem Eismeer auf die Entdeckungsreise ging. /Man vergisst seine Kindheitsfreuden nie, ganz gleich, wie alt man wird./

Mit langsamen Bewegungen zog sie sich aus und warf zögerlich, dann jedoch mutiger einen Blick in den hohen Spiegel, der ihren gesamten Körper zeigte. Sie mochte ihren geraden Rücken mit dem feinen, hellen Hautton und ertappte sich bei der Überlegung, wie es wohl sein mochte, wenn seine dunkle, schlanke Hand darauf liegen würde, für alle zu sehen, wie wunderbar sie zueinander passten.

Die Brust war zwar flach, aber sie kannte etliche wirkliche Frauen, die ebenso wenig Busen hatten. Die Rippenbögen zeichneten sich klar ab, sie hatte zuwenig gegessen. Ihren Bauch mochte sie trotz der Narben, aber darunter... Sie strich sich an der Taille entlang und seufzte. /Aber er sagte, dass er mich gerade mit diesem verwirrenden Körper liebt. Gerade, weil ich beides bin. Dennoch... wird er mich wirklich lieben können? Ich bin kein Mann mehr, nicht so jedenfalls. Ob er sich auch wünscht, mit mir zusammen zu sein? Ob er.../ Sie senkte den Blick auf ihre Hände und schüttelte den Kopf. /Dummes Ding. Hör auf zu grübeln./

Vom Balkon aus hatte Dai'thi sie aufstehen und ins Badezimmer gehen sehen. Er hatte sich in Zurückhaltung geübt, doch der Gedanke daran, wie sie sich auszog, ließ es schwer werden. Belustigt musste er schmunzeln. Wahrscheinlich wollte sie nur auf Toilette, und er dachte gleich an anderes. Dann hörte er das einsetzende Rauschen, als sie den Hahn aufdrehte, um Wasser in die Wanne zu lassen.

Er gab den Kampf gegen sich auf und folgte ihr. In der Tür blieb er stehen, denn sie war bereits vollständig entkleidet und raubte ihm schon wieder den Atem. Begehren meldete ihm, dass es zwar sehr schön gewesen war, mit ihr am Morgen zusammen zu sein, aber für ihn nicht wirklich erfüllend. Bewundernd folgte er der Bewegung ihrer Hände über ihre Taille und war sich sehr bewusst, dass sie keine Ahnung davon hatte, dass er sie beobachtete. Als sie den Kopf schüttelte, eine Geste, die eigenartig mutlos wirkte, beschloss er, dass er lange genug gewartet hatte.

Ein Lächeln huschte über sein Gesicht, als er zu ihr trat und ihren erschrockenen Blick im Spiegel auffing. Rasch umarmte er sie von hinten und küsste ihre Schulter. "Über was grübelst du, Ta'ari, wenn du dich so anschaust? Ob ich diesen wundervollen Körper wirklich in seiner ganzen Schönheit liebe?" Sacht schob er seine Hände über ihren flachen Bauch, genoss das Farbspiel seiner dunkleren auf ihrer hellen Haut, das er im Spiegel sehen konnte, und streichelte sie leicht. "Oder fragst du dich, was ich alles gerne damit machen würde?"

Er lachte leise und nippte an ihrem Ohrläppchen. "Oder findest du einfach, dass dieser unverschämte Mann, der die Finger nicht von dir lassen kann, in ein Zimmer eingesperrt gehört, während du in Ruhe dein Bad genießt?"

Tarlant lächelte ihn im Spiegel an, während sie seine warmen Hände auf sich genoss. Es löste wieder und wieder beginnende Schauer in ihrem Körper aus, die vom Bauch zum Herzen sprudelten und von dort zum Schoß hinabrieselten.

Rasch drehte sie sich zu ihm um. "Ich habe mich gefragt, ob du noch immer derart attraktiv aussiehst, wenn man dich in ein Luxusschaumbad gibt." Fragend warf sie einen Blick zu der einladenden Wanne hin, auch wenn ihr Herz bei dem Gedanken daran, vielleicht erneut mit ihm zusammen zu sein, wild zu schlagen begann.

Sie bemerkte, dass sie errötete und trat von ihm zurück. "Ich wollte mich ein wenig in dem warmen Wasser entspannen, denn sobald die Icesior anlegt, sollte ich zu den Labors fliegen, und dann werden anstrengende Zeiten beginnen."

Der Blick seiner Augen, deren Grün wieder diesen samtigen Schimmer bekommen hatte, folgte ihr, wollte nicht von ihr weichen. Ein heißes Prickeln rann durch Dai'thi hindurch und ließ in ihm nicht den geringsten Zweifel, dass er sie wollte. Am liebsten jetzt sofort.

"Ta'ari, wenn du mich mit in diese Wanne nimmst, wirst du keine ruhige Minute haben, das prophezeie ich dir." Er lächelte in einer Mischung aus Verlegenheit und Schalk. "Schau nur, was du mit mir machst!"

Sie ließ sich langsam in das Wasser sinken und lächelte ihm schelmisch zu. "Vielleicht will ich das ja gar nicht?" Sie lud ihn mit einer kleinen Geste zu sich ein und beobachtete ihn genau, wollte ihn so gern wieder sehen, anfassen dürfen. Sehnsüchtig hing sie mit Blicken an seinen Bewegungen.

Allein der Ausdruck in ihren grauen Augen und das leichte Lächeln ließen Dai'this Begehren nur noch weiter anwachsen. Rasch zog er sich aus und stieg zu ihr in die große Wanne, zog Tarlant gleich in seine Arme. Ihm war, als wären sie schon viel zu lange getrennt gewesen. "Weißt du, dass du mich verrückt machst, Liebling?", murmelte er an ihrem Ohr und küsste sie sacht auf die Wange.

Tarlant schmiegte sich an seine Brust und schlang einen Arm um seine Schultern. Sachte verteilte sie den Schaum um sich und ihn herum, pustete einige Flöckchen von ihren Fingern. "Und du machst mich glücklich, Ta'ari", flüsterte sie endlich, noch immer rot im Gesicht, weil sie es genossen hatte, ihn nackt und nicht wenig erregt zu sehen, weil es ihr ein wildes Kribbeln durch den Körper jagte, wenn er so nah war. Sie senkte rasch den Kopf, verbarg ihr Gesicht und streichelte ihn zurückhaltend. Sie wollte nicht aufdringlich erscheinen, wusste nicht so genau, welches Verhalten von Frauen in seiner Kultur als zu aggressiv aufgefasst wurde.

/Zudem ist es mit mir und ihm etwas anderes. Ich bin nicht so sehr Frau, dass ich mich ihm anbieten könnte. Es bedarf schon ein wenig Geduld und Vertrauen zwischen uns, bevor ich ihn werde fragen können, ob er auch das will, mich wirklich will./ Bei dem Gedanken erschauderte sie leicht und ließ sich noch tiefer unter das Wasser sinken.


© by Jainoh & Meike "Pandorah" Ludwig