Forever's Kiss

8.

Fassungslos starrte Chrys Dave an. /Roland?/ Seine Gedanken drehten sich im Kreis, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. /Es war Roland? Aber wieso... wie... Roland? Einfach so? Warum?!.../ Es hatte ihn derart überrumpelt, dass er erst verspätet mitbekam, dass Dave nach einer Pause weitersprach.

"...fast auf der Stelle tot. Der Vampir war zu überrascht um zu reagieren. Die Verwirrung, die Ungläubigkeit auf seinem Gesicht... Als Rahel vornüber gefallen und seinem Griff entglitten ist, hat Josh geschossen. Ein sauberer Schuss, der den Vampir genau ins Herz traf. Und damit war er in unserer Hand." Dave lachte bitter. "Die Vampire waren tot. Alle. Ausgelöscht. Der ganze Orden. Ist das nicht eine Ironie des Schicksals? Wir haben den jüngsten Vampir als letzten erwischt. Nach 'zig anderen, die weitaus älter waren, hätte das kein Problem mehr sein sollen. Und dann - Gott verdammt!"

Dave schlug mit der geballten Faust auf das Lenkrad. Es knackte bedrohlich, und der Wagen machte einen regelrechten Satz zur Seite auf die Gegenfahrbahn. "Scheiße!" Hastig griff Dave mit beiden Händen nach dem Steuerrad und kurbelte in die entgegengesetzte Richtung.

Chrys keuchte erschrocken auf und klammerte sich am Türgriff fest. /Das hilft dir auch nicht, wenn das Auto sich überschlägt/, fuhr es ihm durch den Kopf. Sein Herz raste und dachte auch nicht daran damit aufzuhören, als der Wagen wieder ruhig auf der richtigen Straßenseite fuhr.

Für einen Augenblick wandte Dave den Kopf zu ihm um und lächelte, doch es war mehr ein kläglicher Versuch, der nicht bis zu seinen Augen reichte. "Sorry, Chrys", murmelte er schuldbewusst und irgendwie müde. "Das war dumm, ich wollte dich nicht in Gefahr bringen oder erschrecken. Ich... Es war die Erinnerung. Es tut mir leid."

Chrys sah die Verbitterung des anderen und den Schmerz, der nach all den Jahren immer noch in ihm zu brennen schien. /Er hat seinen Geliebten verloren... hat ihn selber umgebracht... und dann auch noch Rahel. Alles nur wegen dieser Vampire!/ Wut stieg in ihm empor, Wut auf alle Vampire, Wut auf Roland, weil er das getan hatte. Weil er Dave verletzt hatte. Doch sie trat in den Hintergrund, als er den feuchten Schimmer in Daves glühenden Augen entdeckte. Er presste die Lippen aufeinander und schüttelte den Kopf. "Du musst dich nicht entschuldigen. Es ist ja noch mal gut gegangen." Er holte tief Luft, als er verzweifelt nach Worten suchte. "Es tut mir leid, das mit Rahel... ich..." Er fand keine passenden. Es gab keine. Zögernd streckte er die Hand nach dem anderen aus. /Wieso zittere ich?/ Er legte seine bebenden Finger auf Daves Oberarm und drückte ihn hilflos, in der Hoffnung, dass es seinen Freund irgendwie trösten würde.

Für einen Moment schien Dave wie in der Zeit erstarrt; dann warf er einen kurzen Seitenblick über die Schulter und setzte den Blinker, um auf den Bürgersteig zu fahren. Chrys wurde durchgeschüttelt, als sie über die Bordsteinkante holperten. Dave trat scharf auf die Bremse und brachte den Wagen so abrupt zum Halten, dass Chrys unangenehm den Ruck seines Sicherheitsgurtes spürte, als er leicht nach vorne geworfen wurde.

Jäh wandte Dave sich zu Chrys um, seine Augen leuchteten unheimlichen in ihrem blauen Licht und schickten einen kühlen Schauer über Chrys' Rücken. Dann bewegte Dave sich; so schnell, dass Chrys nur Schemen sah. Erschrocken japste er auf, als sein Gurt gelöst wurde und Dave ihn an sich zog. Starke Arme umschlangen ihn so fest, dass ihm die Luft aus den Lungen gepresst wurde; warmer Atem streifte Chrys' Haut, als Dave das Gesicht in seiner Halsbeuge vergrub.

Für einen Augenblick war Chrys wie erstarrt. Die plötzliche Heftigkeit des anderen machte ihm Angst. Doch als er das Zittern spürte, das durch Daves Körper lief, schlang er ohne darüber nachzudenken die Arme um ihn und drückte ihn an sich. "David, was ist?"

"Ich habe Angst", flüsterte Dave gepresst und drückte seine Lippen auf die weiche Haut an Chrys' Hals.

Heiße Wellen erfassten Chrys; sein Herz begann wieder schneller zu klopfen, doch diesmal war es nicht vor Schreck. Er hatte das Gefühl, als würde es zerspringen. Davids Mund war warm, so warm, dass er zu glühen schien. Und diese Hitze schickte er durch Chrys' ganzen Körper.

"Wovor?", fragte er atemlos und vergrub das Gesicht in Daves wirrem, braunem Haar. Der herbe, frische Geruch ließ ihn schwindlig werden.

"Dich zu verlieren", stieß Dave hervor. Er lockerte seinen Griff gerade soweit, dass Chrys wieder mehr Luft zum Atmen bekam, und kämmte mit einer Hand durch dessen blondes Haar. Er hob den Kopf und sah ihn mit seinen brennenden Augen an. Sein Blick schien über Chrys' Gesicht zu fliegen, irgendetwas zu suchen, von dem Chrys nicht wusste, was es war.

"Dich an ihn zu verlieren. An den Vampir. Auf die eine oder andere Art", ergänzte er rau.

"Das musst du nicht." Es war reines Glück, das wie Alkohol durch Chrys' Adern zu fließen schien und ihm das Gefühl gab zu schweben. /Er mag mich. Mag mich wirklich... vielleicht... vielleicht.../ Er wagte kaum den Gedanken zu Ende zu führen, aber warum sonst sollte Dave sich so Sorgen machen? So etwas fürchten. Zu fürchten, ihn zu verlieren. Chrys wollte ihm die Angst nehmen, wollte ihn genauso glücklich sehen, wie er es in diesem Moment war. /Das wird nie geschehen. Du kannst mich nicht verlieren. Nicht an einen anderen. Denn ich liebe dich, Dave.../

"Ich -", setzte er an, doch er verstummte abrupt, als Dave ihn plötzlich wieder eng an sich zog und ihn so hungrig küsste als wäre es das letzte Mal. Chrys Gedanken taumelten davon, als er die Umarmung innig erwiderte. Er schloss die Augen und schmiegte sich so dicht wie möglich an den warmen, angespannten Körper des anderen.

Fahrig knabberte Dave an seiner Unterlippe und fuhr die Spalte, an der sie sich mit der Oberlippe traf, verlangend mit der Zunge nach. Lustvolle Schauer rannen Chrys' Rücken hinab, er erbebte unter Daves Berührungen.

Fordernd verstärkte Dave den Druck, bis sich Chrys' Lippen teilten und ihn einließen. Chrys wurde schwindlig von diesem atemberaubenden Geschmack, als Daves Zunge tief in ihn eindrang und seinen Mund zu erkunden begann. Er spürte, wie Dave die glatte Oberfläche der Zähne ertastete und seinen Gaumen erforschte, die weiche Unterseite seiner Zunge liebkoste und mit ihr zu spielen begann.

Chrys ging auf das Spiel ein, ihre Zungen umkreisten sich, umtanzten einander, bis Dave sich zurückzog und ihn hinterher lockte. Schüchtern ertastete Chrys die nachgiebigen Lippen, während sich Daves Arme fester um ihn schlossen. Als er zaghaft einen ersten Vorstoß wagte, entfuhr dem anderen Mann ein Stöhnen, das ein erregendes Kribbeln in Chrys' Magengrube auslöste. Daves kräftigen Hände fuhren über seine Schultern und glitten seinen Rücken hinab. Während eine wieder über seine rechte Seite nach oben strich, schob sich die andere in den engen Spalt zwischen dem Sitz und Chrys' Körper, um seinen Hintern zu umfassen.

Chrys keuchte auf und schob ihm seine Hüfte entgegen. Unzusammenhängende Gedanken flatterten durch seinen Kopf und flackerten kurz auf, nur um sofort wieder zu verschwinden. /... will mehr... nicht hier... nicht aufhören... bitte.../

Abrupt löste sich Dave von ihm und sah ihn mit seinen brennenden Augen an. Chrys schnappte nach Luft, ihm entfuhr ein jammernder Laut. "Nicht..."

"Chrys, du bist einfach atemberaubend", sagte Dave heiser. Ein warmes Lächeln glitt über sein Gesicht, als er seine Nasenspitze küsste. "Aber die Zeit läuft mir davon. Wir müssen weiter, sonst schlafe ich hier in deinen Armen ein. Glaub mir, ich könnte noch stundenlang so weitermachen. Aber dazu müsste ich mehr 'vampires blood' schlucken, und selbst das würde mir nicht die Zeit geben, die ich brauche. Und nicht die Zeit, die du verdienst. Ich habe nur noch dreiundzwanzig Minuten."

Chrys errötete, sein Magen schlug einen Salto, als der warme Atem sein Ohr und die empfindliche Haut seines Halses streifte, während er gleichzeitig enttäuscht registrierte, dass sie das heute wohl kaum fortsetzen würden.

/Diese verdammte Droge!/, dachte er verstimmt und fühlte gleich darauf den kleinen Stachel des Schuldbewusstseins, der sich in ihn bohrte. /Wenn du nicht verschlafen hättest, hätte er sie nicht nehmen müssen. Und wenn er sie nicht genommen hätte.../ Ein Frösteln durchfuhr ihn und ließ ihn wieder klarer denken. Er erwiderte Daves Blick und hob ihm das Gesicht entgegen, um ihm einen sanften Kuss auf den Mund zu geben. Ein Lächeln huschte über Chrys' Lippen, als er das Beben spürte, das durch den Körper des großen Mannes lief. Er löste einen Arm von ihm und strich ihm zärtlich ein paar wirre braune Strähnen aus dem Gesicht. "Geht es dir besser?"

"Ja..." Mit halb geschlossenen Augen erwiderte Dave seinen Blick, er schien die Berührung zu genießen. Als Chrys die Hand über seine Wange hin zu seinem Hals gleiten ließ, zog er ihn erneut an sich und küsste ihn heftig. Doch dann hielt er wieder inne und lachte leise, ohne den Mund von Chrys' Lippen zu lösen. "Verdammt... was ich jetzt einzig und allein will, ist dich in meiner Bude und kein 'blood' in den Adern. Dann können mir alle Vampire und Vampirjäger der Welt gestohlen bleiben."

Chrys' Herz machte einen Satz, sein Kopf schwirrte vor Glück; er fühlte sich, als müsste er davon schweben, wenn Daves Arme ihn nicht so fest und sicher halten würden. "Das... können wir nachholen", flüsterte er.

Dave gab einen Laut von sich, der wie eine Mischung aus Schnurren und Ächzen klang und verschloss erneut Chrys' Lippen mit den seinen. "Shit", nuschelte er zwischen zwei Küssen. "Ich will dich aber jetzt nicht loslassen."

Er seufzte leise und schob Chrys nach einem kurzen Zögern doch von sich, ließ seine Lippen so lange wie möglich auf Chrys' ruhen, bis auch sie sich trennten. Widerstrebend ließ Chrys ihn los, Wärme rann durch ihn hindurch, als Dave ihm noch einmal liebevoll über die Wange strich, mit der Fingerkuppe die Lippen berührte und die Hand dann doch endlich wegnahm.

Dave lächelte weich. "Du bist wunderschön und unendlich begehrenswert, mein Chrys", sagte er leise, ehe er einen missmutigen Blick zur Uhr warf. "Aber mittlerweile habe ich nur noch sechzehn Minuten. Wir müssen weiter."

Chrys schwieg, er wusste einfach nicht, was er darauf erwidern konnte, doch seine Augen leuchteten vor Glück. Er nickte und schnallte sich wieder an, während Dave den Wagen startete und ihn auf die Straße zurücklenkte.

/Begehrenswert.../ Daves warme Stimme hallte in Chrys' Kopf wieder und ließ seine Wangen heiß werden. /Wunderschön.../ Sein Geschmack füllte ihn aus; er konnte seine liebkosenden, fordernden Berührungen noch immer spüren. Die angstvolle Kälte, die sich in ihm eingenistet hatte, war einer ruhigen, sanften Wärme gewichen. /Gott, wie ich dich liebe.../ Seine Hand legte sich wie selbstständig auf Daves, die reglos auf dem Steuerknüppel ruhte. Für einen Moment wandte Dave sich zu ihm um und schenkte ihm ein Lächeln, das Chrys den Atem raubte.

 

Den Rest der Fahrt verbrachten sie schweigend; doch es war ein angenehmes Schweigen, das Chrys einhüllte und ihm das Gefühl gab, geliebt und geborgen zu sein. Viel zu schnell erreichten sie die Straße, in der Masha wohnte.

Sie fuhren in die Tiefgarage und stiegen aus. Wie selbstverständlich nahm Dave Chrys' Reisetasche und warf sie sich über die Schulter. Als sie nebeneinander zum Aufzug gingen, fanden sich ihre Hände und ihre Finger verflochten sich. Chrys fühlte wieder diese wohlig warme Welle, die ihn überrollte, als Dave ihn so sanft berührte.

"Noch neun Minuten", murmelte Dave und drückte Chrys' Hand. "Ich wünschte wirklich, wir hätten mehr Zeit."

Chrys lächelte. Er drückte auf den kleinen, weißen Plastikknopf, um den Fahrstuhl zu holen. "Es ist ja nicht so, als ob es die letzten Minuten unseres Lebens wären."

Dave lachte warm und zog ihn an sich. "Das will ich aber auch hoffen. Und auch, dass es nicht die letzten Minuten sind, die ich mit dir verbringe..."

Wieder fanden sich ihre Lippen zu einem langen Kuss, der sie das leise Pling überhören ließ, als der Fahrstuhl ankam. Die Schiebetüren öffneten sich schnarrend. Erst der helle Lichtschein ließ sie aufblicken. Nur widerwillig lösten sie sich voneinander und stiegen ein.

Glücklich schmiegte Chrys sich in Daves Arm, der noch immer um seinen Schultern lag, und lehnte sich an ihn. Er spürte, wie Dave die Nase in seinem Haar vergrub und ihm einen Kuss auf den Scheitel drückte.

"Mmmmh, du riechst so gut", sagte Dave heiser und der Unterton in seiner Stimme jagte ein heißes Kribbeln durch Chrys' Körper. Er hob ihm das Gesicht entgegen und fühlte, wie seine Wangen zu glühen anfingen, als er den begehrlichen Ausdruck in den blauen Augen sah. "Aber es sind nur noch ein paar Minuten...", hauchte er.

"Das ist nicht fair", murrte Dave und entlockte Chrys damit ein atemloses Lachen. Doch als er gerade die letzten Zentimeter zwischen ihnen überbrücken wollte, um ihm einen weiteren Kuss zu geben, hielt der Aufzug im dritten Stock; die Türen öffneten sich. Für einen Moment verharrten sie regungslos. Dann zuckte Dave mit den Schultern und schnitt eine Grimasse. "Was hilft's? Die Zeit wird dadurch auch nicht länger..."

Chrys fühlte sich, als würde er schweben, als sie zu Mashas Wohnungstür schlenderten. Doch mit jedem Schritt schien er dem Boden wieder näher zu kommen, bis er das Gefühl hatte, durch knöchelhohen Treibsand zu waten. Sein Magen verkrampfte sich bei dem Gedanken, Roland gegenübertreten zu müssen. Dave hatte ihn hervorragend vergessen lassen, was er ihm über den großen Mann erzählt hatte, doch jetzt kam es ihm wieder nur zu deutlich zu Bewusstsein. Roland hatte Rahel umgebracht... warum? Um zu verhindern, dass ihnen ein Vampir durch die Finger schlüpfte. Und jetzt war er mit Sicherheit vor Wut am Kochen, weil er - Chrys - zu Hause eingeschlafen war.

Er wurde aus seinen düsteren Gedanken gerissen, als Dave anhielt und ihn zu sich umdrehte, ohne ihn loszulassen. Sanft fuhr er ihm durchs Haar und ließ die Hand auf seiner Wange ruhen. Zärtlich streichelte er ihn mit dem Daumen. "He, was ist das für ein ängstlicher Blick, Chryssie?" Flüchtig berührte er Chrys' Lippen mit seinen und brachte ihn dazu, Roland schon wieder in die hinterletzte Ecke seines Kopfes zu verdrängen.

Daves warme Augen fanden seine und hielt seinen Blick fest. "Du bist viel schöner, wenn du lächelst", sagte er leise. Als Chrys' Mund sich unwillkürlich zu einem Lächeln verzog, wurde das von Dave breiter. "So wie jetzt..."

"Dummkopf...", murmelte Chrys und legte den Kopf an seine Brust. Daves Arme umfingen ihn sicher und schützend, doch bald würde er einfach umfallen. Ein leichtes Gefühl der Angst ließ seinen Magen sich verkrampfen. "Roland wird mir den Kopf abreißen."

Er konnte Daves weiches Lachen tief in dessen Brust spüren, und die warme Stimme vibrierte in ihm wieder. "Nun, so lange er ihn dir nicht verdreht..." Dann seufzte er und liebkoste seinen Nacken mit den Fingerspitzen. "Chrys, du musst keine Angst vor Roland haben." Weiche Lippen berührten Chrys' Stirn und blieben für kurze Zeit dort liegen. "Er hat Rahel nicht umgebracht, um an den Vampir zu kommen. Er hat Rahel getötet, um sie zu schützen. Damit ihr nicht das gleiche Schicksal widerfährt wie seiner und Mashas Familie. Ich habe keine Zeit mehr, um dir das zu erklären." Er legte ihm ein Finger unter das Kinn und brachte ihn dazu, den Kopf zu heben und ihn anzusehen. "Vertrau mir. Er wird dir nichts tun."

Die leuchtenden Augen schienen bis tief in sein Herz sehen zu können und schickten ein erregendes Beben durch Chrys' Körper. Er wollte in den blauen Tiefen versinken, sich fallen lassen... doch er nickte nur. "Okay, Dave. Ich bin albern, ich weiß..."

Dave schüttelte den Kopf und sah flüchtig auf die Uhr, worauf er das Gesicht zu einer unwilligen Miene verzog. Mit einem verhaltenen Fluch drückte auf die Klingel und klopfte kurz und hart gegen die Tür. "Nein, Schatz. Das bist du nicht. Ich verstehe es."

/Schatz... er hat Schatz gesagt!/ Tausende von Schmetterlingen flatterten in Chrys auf und begnügten sich nicht nur mit seinem Magen. Er fühlte sich, als wollte er zerspringen vor Glück. /Schatz hat er mich genannt!/ Seine Arme schlangen sich um Daves Hals, er hob ihm das Gesicht entgegen, spürte, wie Dave ihn fester umfing...

"Chryssie, Dave. Gott, bin ich froh, dass ihr wieder hier seid", unterbrach Mashas erleichterte Stimme seine Gedanken. "Kommt rein."

Chrys wurde rot, hastig ließ er Dave los und wich einen Schritt zurück, als hätte man ihn bei etwas Verbotenem ertappt. Doch gleich darauf schämte er sich für seine Reaktion. Mist, was würde Dave jetzt von ihm denken?

"Hallo Masha,... ich... es tut mir leid... ich wollte nicht...", stotterte er und verstummte.

Dave lachte warm auf. Er legte eine Hand auf seine Schulter und drückte ihn sacht. "Ist okay, Baby. Heb dir den Rest für später auf."

Chrys sah das verschmitzte Lächeln, das für den Bruchteil eines Augenblicks über Mashas Gesicht huschte, als Dave ihn in die Wohnung schob und die Tür hinter sich schloss. Obwohl er nicht gedacht hatte, dass eine Steigerung möglich wäre, wurden seine Wangen noch heißer. Sein ganzer Kopf schien förmlich zu glühen. /Himmel, stell dich nicht so an! Sie weiß, dass du schwul bist!/ Es half nicht. In der Hoffnung, seine Verlegenheit überspielen zu können, wandte er sich ab und schlüpfte aus seinem Mantel. Stumm verfluchte er seine Empfindlichkeit, als er ihn an die Garderobe hängte.

"Hat er dich gesehen?", hörte er Mashas besorgte Stimme, und er wusste sofort, was sie meinte. Auch ohne sich umzudrehen, konnte Chrys regelrecht sehen, wie sich ihre klaren, grauen Augen verdunkelten und sich diese kleine charakteristische Falte zwischen ihre Brauen grub.

Dave seufzte. "Es war nicht zu vermeiden. Chrys wird es euch erzählen."

"Verdammt", murmelte Masha.

Unbehaglich zog Chrys den Kopf ein wenig zwischen die Schultern und wandte sich um. Mashas Blick streifte ihn kurz, dann hellte sich ihre ernste Miene auf und sie lächelte. "Nun, wir werden sehen, wie wir das beste daraus machen können. Lasst uns ins Wohnzimmer gehen, oder habt ihr vor, eine Flurparty zu veranstalten?"

Unwillkürlich musste Chrys lachen und fühlte sich gleich besser. "Nicht wirklich." Er wunderte sich, wie sie es immer wieder mit Kleinigkeiten schaffte, ihm das Gefühl zu geben, dass in ihrer Nähe Sorge unnötig war. /Und außerdem - wenn wir nicht bald reingehen, fällt Dave auf dem Flur um./

Der Gedanke ließ seinen Blick unwillkürlich zu dem großen Mann gleiten. Doch der hatte sich gerade abgewandt, um die Tasche an die Seite zu stellen. /Er wird schon wissen, wie viel Zeit er noch hat.../ Chrys schob den schweren, goldbraunen Vorhang beiseite und trat ins Wohnzimmer.

Zeitgleich mit Roland, der aus dem Türbogen gegenüber kam und gerade die Badezimmertür hinter sich schloss.

Fast im selben Moment schoss ihm alles wieder durch den Kopf, was Dave ihm erzählt hatte. Wie angewurzelt blieb er stehen, als der Blick des großen Mannes ihn traf und augenblicklich finster wurde. Bedrohlich zogen sich die geraden Brauen zusammen, eine steile Falte bildete sich auf Rolands Stirn.

"Gottverdammt! Da seid ihr ja endlich!", polterte er los und kam mit langen Schritten auf Chrys zu. Chrys hatte das Gefühl, dass seine tiefe, grollende Stimme direkt in seinem Kopf widerhallte. /Er hat Rahel umgebracht, jetzt dreht er mir den Hals um!/, dachte er panisch, doch er war unfähig, auch nur einen Ton hervorzubringen. Kalter Schweiß brach ihm aus, als Roland direkt vor ihm stehen blieb und zornig auf ihn herabsah, die stahlblauen Augen verdunkelten sich vor Wut. "Was fällt dir eigentlich ein? Hast du auch nur im Entferntesten eine Vorstellung davon, was alles hätte passieren können? Hast du? Verdammt noch mal! Hast du einmal darüber nachgedacht?"

Chrys bemerkte, dass sich seine ganze hünenhafte Gestalt anspannte. Er schauderte; sein Magen verkrampfte sich zu einem eisigen Klumpen. Als der große Mann einen weiteren Schritt nach vorne machte, wich er entsetzt vor ihm zurück.

/Er hat Rahel umgebracht.../ Langsam konnte er sich das immer besser vorstellen. Nicht kalt, wie Dave es beschrieben hatte, sondern aus dem zornigen Wahnsinn heraus, der ihn immer zu überfallen schien, wenn seine Pläne zur Vampirjagd zu scheitern drohten. Es war dieser Wahnsinn, der auch jetzt in seinen Augen leuchtete; heißer, unberechenbarer Wahnsinn, der...

Er stieß mit dem Rücken gegen Dave, der gerade zur Tür hereingekommen war; kräftige Arme umfingen ihn und drückte ihn an einen warmen, harten Körper. Fast augenblicklich fühlte Chrys sich sicher. Direkt neben seinem Ohr lachte Dave leise auf. "Nur keine Panik, Baby. Darf ich übersetzen? - Ich habe mir fürchterlich Sorgen gemacht, kann das jetzt aber nicht so ohne weiteres zugeben. Also poltere ich ein wenig herum, bis ich mich wieder besser fühle und sicher bin, dass es euch gut geht."

Wenn möglich wurde Rolands Gesicht noch finsterer, mit einer harschen Geste fegte er Daves Worte beiseite. Unwillkürlich schmiegte Chrys sich enger an Dave. Er spürte, wie Daves Arme sich beruhigend fester um ihn schlossen und legte seine zitternden, kalten Hände haltsuchend auf Daves warme.

"Ein Blinder sieht, dass du 'blood' geschluckt hast, Dave! Der Vampir war bei ihm, sonst hättest du das nicht getan!" Rolands helle blaue Augen blitzten zornig auf, als er die Fäuste ballte.

"Ja, das war er. Aber er ist gegangen, als ich gekommen bin. Und ich glaube nicht, dass er Verdacht geschöpft hat." Daves Stimme war ernst geworden. Er zog eine Hand unter Chrys' hervor, um sie dann wieder auf sie zu legen und seine Finger zwischen Chrys' gleiten zu lassen. Er drückte ihn aufmunternd. Ein warmer Schauer rann Chrys' Rücken hinab. "Ich habe nicht mit ihm gekämpft, keinen Kratzer abbekommen und auch Chrys ist nicht noch mal gebissen worden. Es ist nichts passiert, Roland. Gar nichts."

Roland öffnete den Mund, um etwas zu erwidern, dann schloss er ihn abrupt wieder. Für einen Moment schwieg er, langsam wich der grimmige Ausdruck aus seinem Gesicht. Der große Mann zuckte mit den Schultern und grummelte mürrisch. "Nun, wir werden sehen. Wie viel Zeit hast du noch?"

Daves Wange streifte Chrys', als er den Kopf nach vorne beugte, um über Chrys' Schulter sehen zu können. Er drehte das Handgelenk ein wenig und sah auf seine Armbanduhr.

"Shit!", fluchte er.

In dem Moment löste sich sein Griff und Chrys spürte, wie Dave in sich zusammensackte. Erschrocken sog er die Luft ein. Er griff er nach Daves Händen und versuchte gleichzeitig sich umzudrehen, um ihn aufzufangen. "David!" Doch da er ihn nicht losließ, zog er ihn mit sich herum. Er stolperte über Daves Beine und kämpfte mit dem Gleichgewicht.

Er hörte Roland fluchen, dann griff eine Hand hart nach seinem Arm und verhinderte, dass er fiel, während gleichzeitig Daves Gewicht von ihm genommen wurde. Roland lachte. "Ein interessanter Tanz, den du da aufführst, Kleiner."

Chrys wurde rot. Er wand sich aus seinem Griff und drehte sich um. Roland bückte sich und schob einen Arm unter Daves Kniekehlen, ehe er sich wieder aufrichtete und Dave ohne sichtbare Probleme hochhob. Daves Kopf fiel zur Seite und wie leblos gegen Rolands breite Brust, ein Arm hing schlaff herab. Chrys spürte, wie sich sein Herz verkrampfte, als er in das mit einem Mal so blasse Gesicht sah. Jegliches Leben schien aus ihm gewichen zu sein, seine Brust hob und senkte sich nur noch flach.

"Oh Mist...", flüsterte er erstickt und griff nach Daves Hand, um sie mit seinen zu umfangen. "Dave?..." Der Mann in Rolands Armen sah aus wie ein Toter.

"Mach dir keine Sorgen, Lieber." Unbemerkt war Masha zu ihm getreten, sie legte ihm tröstend eine Hand auf den Arm. "Das ist normal, ihm geht es gut."

Doch Chrys konnte den Blick nicht von Dave abwenden; die blauen Augen, die ihn noch vor kurzer Zeit so voller Leben und Liebe angesehen hatten, waren geschlossen. Konnte das wirklich so schnell gehen? Wirklich von einer Sekunde auf die andere? "David? Dave?..."

"Er hört dich nicht." Rolands tiefe Stimme brachte Chrys dazu, zu ihm aufzusehen. Der große Mann grinste gutmütig und zwinkerte ihm zu. "Wenn du ihn loslässt, kann ich ihn in ein Bett bringen."

Flüchtig fragte sich Chrys, wo seine Angst hingekommen war, doch der Gedanke war so schnell verschwunden, wie er aufgetaucht war. Er nickte widerwillig und ließ Daves Hand los. Fröstelnd schlang er die Arme um sich, er fühlte sich wie betäubt. Dave hatte ihn vorgewarnt. Aber irgendwie hatte er nicht wirklich erwartet, dass es so schnell und so plötzlich eintreten würde. Dass er einfach zusammenbrechen würde...

"Bring ihn in mein Bett, Roland. Das ist breiter als das Gästebett." Masha legte beide Hände auf Chrys' Schultern und dirigierte ihn zur Couchecke. "Er und Chrys werden es sich teilen müssen." Sie schmunzelte, während sie Chrys dazu brachte, sich in den Sessel zu setzen. "Ich glaube nicht, dass einer von beiden etwas dagegen hat, nicht wahr, Chryssie?"

Chrys wurde rot, als Roland lachte und mit dem bewusstlosen Dave in Richtung Schlafzimmer verschwand. Doch er antwortete nicht. Er griff haltsuchend nach Mashas warmer, beruhigender Hand und sah zu ihr auf. Ihre grauen Augen waren voller Wärme, als sie sich zu ihm auf die Sessellehne setzte und einen Arm um seine Schultern legte. Dankbar lehnte sich Chrys an sie.

"Masha, ist wirklich alles in Ordnung mit ihm?", fragte er leise. "Dave hat mir von dieser Droge erzählt, wie sie wirkt und so... und dass man irgendwann zusammenklappt... aber ist das normal?... Ich meine, er sieht aus... er ist so blass... er..." Chrys verstummte und schluckte hart gegen den wachsenden Kloß in seiner Kehle an. /Wenn er nicht mehr aufwacht... wenn er einfach.../

Sacht strich sie ihm mit der anderen Hand ein paar blonde Strähnen aus dem Gesicht, während sie ihn beruhigend drückte. "Mach dir keine Sorgen. So wirkt 'blood' immer. Eine Stunde Leben pur, dann zehn Stunden Schlaf wie ein Toter. Aber das Herz schlägt weiter, er wird weiter atmen. Es ist nicht das erste Mal, dass er die Droge nimmt. Nicht das erste Mal, dass irgendjemand sie nimmt. Morgen wird er mit einem höllischen Muskelkater aufwachen, aber ansonsten wieder ganz der alte sein."

Sie streichelte sein Haar, und Chrys empfand sowohl ihre Berührung wie auch ihre Wärme als ungeheuer tröstlich. Er schloss die Augen und hörte auf ihren gleichmäßigen Herzschlag, beruhigend, tröstend, niemals endend. Ihren Geruch nach Masha, Zimt und Räucherstäbchen. Irgendwie schien nichts Unvorhergesehenes passieren zu können, wenn sie in der Nähe war. Nichts, was sie nicht in den Griff kriegen konnte. Er wusste, dass es nicht stimmte, doch er verdrängte den Gedanken.

 

Chrys spritzte sich ein paar Hand voll kaltes Wasser ins Gesicht und sah in den Spiegel. Die grünen Augen, die seinen Blick erwiderten, leuchteten trotz den unverkennbaren Zeichen der Müdigkeit vor Glück. Blonde Strähnen klebten in seinem nassen Gesicht, das nicht mehr ganz so blass war wie noch am Abend zuvor. Chrys lächelte. /Dave liebt mich... bestimmt. Er hat mich geküsst und mich Schatz und Baby genannt./ Das wog alles auf, auch die Angst vor Damon.

Seine Miene verdunkelte sich, als er wieder an den Vampir denken musste. Unwillkürlich fuhr er mit den Fingerspitzen über die Bissmale an seinem Hals. /Damon.../ Den ganzen Abend über hatten sie seinen Tod geplant. Es hatte sich nicht wirklich viel verändert, lediglich der Zeitpunkt. Morgen... morgen schon sollte der Vampir sterben. Chrys schauderte.

Roland und Masha wollten mit ihm in seiner Wohnung auf Damon warten. Josh würde an der Straße vor dem Balkon stehen. Und Dave sollte entweder im Auto oder im Hausflur bleiben, aber so, dass Damon ihn nicht zu Gesicht bekam. Er als einziger sollte auf gar keinen Fall 'blood' schlucken, damit er zur Not alle alleine zu Rolands Haus fahren konnte, wenn sie die Zeit überschritten. Na ja, und Chrys bliebe auch noch, aber ihn hatten sie außer als Köder irgendwie nicht miteingerechnet. Er wusste nicht, ob er deswegen enttäuscht oder dankbar sein sollte.

Es war weit nach Mitternacht gewesen, als Josh und Roland endlich gegangen waren. Chrys gähnte und zog sich sein Schlafanzugoberteil über den Kopf. Er war hundemüde.

"Nacht, Masha", rief er in Richtung Wohnzimmer, als er das Bad verließ.

"Schlaf gut, Lieber." Den Geräuschen nach zu urteilen räumte sie noch die Küche auf. Chrys seufzte und unterdrückte das aufkommende Schuldbewusstsein, weil er ihr nicht half. Aber er war einfach zu erschöpft. Müde trottete er zum Schlafzimmer.

Mit einem Aufatmen schloss er die Tür hinter sich und lehnte sich mit dem Rücken dagegen. Ein Lächeln huschte über sein Gesicht, als sein Blick durch das Zimmer flog. Der warme Lichtkegel der Nachttischlampe erhellte Mashas großes Bett, in das Roland Dave gelegt und ihn bis zum Hals zugedeckt hatte. Nur sein blasses Gesicht und ein Stück des Halses waren zu sehen, er versank fast in dem weichen Federkissen und wirkte regelrecht klein und verloren. Sein wirres braunes Haar war offen, vereinzelte Strähnen hatten sich über das Kissen verteilt, einige hingen ihm in die Stirn.

Chrys stieß sich von der Tür ab, tappte mit nackten Füßen über den flauschigen Teppich und setzte sich an den Bettrand. Ihm wurde warm, als er die schlafende und so verletzlich wirkende Gestalt voller Zärtlichkeit betrachtete. Dave sah unendlich müde aus. Und alles nur wegen ihm...

Sich mit dem Ellbogen auf der Matratze abstützend, beugte er sich vor und berührte liebevoll Daves kühle, weiche Lippen mit seinen. Der dunkelhaarige Mann rührte sich nicht einmal, nur sein flacher Atem kündete davon, dass er noch lebte. Sanft strich Chrys ihm die Haare aus dem Gesicht, fuhr mit einem Finger die geraden Augenbrauen nach, den Nasenrücken, die Konturen der entspannten Lippen. Durch sein Gewicht war die Decke von Daves breiten, kräftigen Schultern gerutscht; Roland hatte ihm das Hemd ausgezogen, aber das T-Shirt darunter angelassen, wie Chrys mit einem kleinen Stich des Bedauerns feststellte. Verlegen biss er sich auf die Lippen und lächelte.

"Ich bin unmöglich, nicht?", fragte er leise, ohne mit einer Antwort zu rechnen.

Die kalte Luft ließ ihn in seinem dünnen Schlafanzug frösteln. Er rollte von der Decke herunter und hob sie an, um zu Dave zu schlüpfen. Sinnierend sah er zu ihm hin und beobachtete sein scharfes Profil. Eine Weile schwieg er, dann schob er zaghaft eine Hand in seine Richtung, bis er ihn berührte. "Masha hat gesagt, die Decke sei breit genug für uns beide... du würdest nicht viel brauchen, weil du dich nicht oder nur minimal bewegen würdest. Oh Mann, sie kann ganz schön fies sein, nicht?"

Er lächelte wieder, drehte sich zu ihm und rutschte ein Stück näher an ihn heran. "Und ich weiß, ich sollte das nicht tun. Aber es ist einfach zu... verlockend. Und du hast gesagt... du hast gesagt, dass du..." Er verstummte, dann ließ er behutsam die Hand über Daves Brust gleiten. Durch den dünnen Stoff des T-Shirts konnte er die Wärme seines Körpers spüren. Sein Herz klopfte heftig, als er den Kopf an Daves Schulter legte und sich an ihn schmiegte. "Ich wünschte, du wärest wach und würdest mich halten."

Ihm wurde bewusst, dass er die Lampe noch ausschalten musste, doch für den Moment wollte er sich nicht rühren. Auch wenn Daves Schlaf fast der eines Toten war, fühlte es sich wundervoll an, so eng bei ihm zu liegen. Verträumt streichelte er ihn und ertappte sich bei dem Gedanken, wie es wohl wäre, ihn ohne das T-Shirt zu fühlen. /Nein, das wirst du jetzt nicht tun, Chrysostomus Mittnacht/, ermahnte er sich streng und schloss die Augen.

Mmh, wie gut Dave roch... Er konnte seinen Herzschlag an seiner Wange spüren. Seine Wärme. Die Konturen seiner Muskeln unter seinen liebkosenden Fingern. Seinen Atem hören....

Langsam, ohne es zu merken, dämmerte Chrys hinweg.


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by Meike "Pandorah" Ludwig