Meerschaum

12.

"Natürlich ist das in Ordnung", erklärte Kiwan vollkommen verblüfft. "Warum sollte es das nicht sein? Ist das bei den Luftatmern etwa anders?"

Timon sah in Kiwans Gesicht, dem jedes Begreifen fehlte, so als hätte er ihm erzählt, dass man in Wasser nicht schwimmen konnte. Er lachte, beugte sich vor und umarmte seinen Freund, während die Hitze in seinen Wangen nachließ. Die Verständnislosigkeit einmal in anderer Richtung zu erleben tat gut. "Ja, bei vielen Luftatmern ist das in der Tat anders. Die sagen, dass nur Mann und Frau zusammen glücklich sein dürfen."

"Aber du nicht?", hakte Kiwan vorsichtig und noch immer ungläubig nach.

"Nein, ich nicht." Timon lachte wieder und naschte von den Häppchen aus einer kleinen Muschelschale, die Kiwan mit dem Wein gebracht hatte. Das weiße Fleisch war kein Fisch, sämiger und fester, leicht bitter, aber würzig und lecker.

"Was für ein Glück. Was ist das auch für eine komische Ansicht! Wie wollen sie denn das Verlieben verbieten? Und sie bringen sich gleich um die Hälfte der Freude beim Liebe machen!" Kiwan schüttelte fassungslos den Kopf. So etwas Dummes hatte er selten gehört.

"Komische Ansichten, in der Tat", antwortete Timon aus ganzem Herzen. Er fühlte sich gut, als sei eine ungeahnte Last von ihm abgefallen. Er musste nicht darauf acht geben, dass er sich in dieser Hinsicht falsch verhielt und irgendwelche Tabus brach. Gleich lächelte er Kiwan ein Stück freier an.

Kiwan erwiderte das Lächeln, aber hielt Timons Hand auf, die schon wieder zu dem Schälchen gewandert war, und umfing sie kurz, um sie zu drücken. "Ist lecker, nicht? Aber ich will dich lieber warnen. Das ist Goldaugenschnecke, die wirkt berauschend, ähnlich wie der Uinum."

"Oh, danke." Überrascht zog Timon die Hand zurück und hielt sich lieber an winzigen, knusprigen Krill zum Knabbern. Der Wein war ihm genug zu Kopf gestiegen.

Bald kamen Brin, Lenar und Kiwans Eltern zurück. Die Schale mit den Schneckenhappen ging herum, aber Timon verzichtete vorsichtshalber. Er wollte sich nicht gleich an seinem ersten Abend im Dorf zum Narren machen. Auch Brin nahm weder Schnecke noch Wein, doch Timon hatte das Gefühl, dass sie sich an Lenars Gegenwart berauschte. Die beiden saßen sehr eng beieinander, und ihre Hände berührten sich zu oft, als dass es zufällig sein konnte. Timon beschloss in seiner leichten Trunkenheit, dass er Brin, sobald sich eine ruhige Möglichkeit dazu bot, ganz indiskret fragen wollte, ob sie sich verschossen hatte.

Dann fiel ihm auf, dass sich auch noch andere Leute ungewöhnlich häufig berührten, und die Hälfte dieser Leute bestand aus Männern, die Timon hießen. Der Name der anderen Hälfte begann mit Ki- und hörte mit -wan auf. Kiwans Hände streiften sacht Timons Finger, wenn er die Schale an ihn weiterreichte. Er strich beim Gestikulieren über Timons Oberarm oder über sein Knie. Timon hatte seine Beine in den Schneidersitz gezogen, sein linkes Knie ruhte auf Kiwans Oberschenkel. Beim Lachen lehnte er sich in Kiwans Richtung und gegen ihn, und das war oft, denn Humor hatten die Meerleute; besonders Matej konnte unglaublich witzig erzählen. Kiwan schien es zudem Freude zu bereiten, immer mal wieder seine Hand zu umfassen oder einen Arm um ihn zu legen und ihn kurz zu drücken.

Überrascht über diese Entdeckung sah Timon zu Kiwan auf und fand sich direkt im Blick der tiefen grünblauen Augen gefangen. Einen langen Moment sahen sie sich an, dann lächelte Kiwan und umarmte ihn schon wieder mit einem Arm. Dieses Mal ließ er ihn nicht los.

'Wir sind betrunken', dachte Timon zufrieden und lehnte sich ganz gegen ihn. Es fühlte sich gut an, die kräftige Hand leicht auf seiner Hüfte zu spüren. Richtig gut. Und noch besser wurde es, als Kiwan ihn sachte mit dem Daumen zu streicheln begann. Mit einem kleinen Seufzen legte Timon den Kopf an die kräftige Schulter.

Kiwan spürte warmes Glück durch sich hindurch sprudeln. Timon ganz entspannt und ohne diese latente Sorge in den Augen zu erleben, ohne Angst und ohne die Frage, was er wie zurückgeben konnte, war schön. Und er spürte noch etwas immer deutlicher. Er wollte ihn. Der Gedanke war sehr früh da gewesen, gleich in der ersten Nacht zusammen hatte er daran gedacht, wie es es wohl war, mit Timon Liebe zu machen. Und seitdem war er beständig gewachsen.

Andererseits hatte Timon davon gesprochen, dass die Luftatmer das zwischen Männern als seltsam ansahen. Hatte Timon seinen Widerspruch ernst gemeint? Oder war es nur ein Versuch gewesen, sich anzupassen? Immerhin war er, Kiwan, nicht sonderlich verständnisvoll gewesen. Aber das war ja auch kaum zu begreifen! Und Timon passte sich in so vielen Belangen mühelos an, vielleicht versuchte er es auch hier? Er hatte sich nie dagegen gewehrt, mit ihm das Lager zu teilen, obwohl das die Luftatmer wohl nicht taten. Er bemühte sich so hart, mitzuhalten und keine Last zu sein. Aber als Last hatte Kiwan ihn nie empfunden, nicht einmal in der Nacht, in der er sich über dem Abgrund so panisch an ihn geklammert hatte.

Ein freudiger Schauer durchfuhr ihn, als sich Timons Hand auf sein Bein legte, nebensächlich beinahe und ganz selbstverständlich. Das konnte nicht nur Anpassung sein. Oder war es Neugierde? Kiwan erinnerte sich an die unschuldige Erforschung seiner Kiemen; es rief einen begehrlichen Stich in seinem Schoß hervor.

Unwillkürlich drückte er Timon enger an sich. Die Geste brachte Timon dazu, den Kopf zu heben, ihn anzusehen und zu lächeln. Er lächelte überhaupt sehr viel an diesem Abend, und Kiwan genoss es jedes Mal, genoss das Leuchten in den Augen und die kleinen Grübchen, die sich auf Timons Wangen zeigten. Er erwiderte es innig. Timons Lächeln vertiefte sich noch, seine Lippen teilten sich und ließen einen Blick auf seine schimmernden Zähne zu. Kiwans Gedanken verschwammen in einem Wirbel an Wünschen und Begehren, und noch ehe er darüber nachdenken konnte, küsste er Timon weich auf den Mund.

Überrumpelt weiteten sich Timons Augen. Er hatte sich daran gewöhnt, dass Kiwan ihn oft drückte, dass jeder hier ständig Körperkontakt suchte, dass er zur Begrüßung geküsst wurde. Aber das war anders. Das war... seine Lider flatterten, dann schloss er die Augen und erwiderte den Kuss hingebungsvoll. Kiwans Lippen waren herrlich auf seinen, nachgiebig und fest zugleich. Dann spürte er die Zunge. Einen kleinen Laut des Wohlbehagens ausstoßend öffnete er den Mund und ließ Kiwan ein. Sich zu ihm drehend schlang er den Arm um seine Schultern und zog ihn so nah wie möglich an sich.

Timon schmeckte wundervoll, und er küsste atemberaubend. Aber einen Luftatmer zu küssen war ungewohnt für Kiwan. Nicht nur, dass er durch die kurzen Haare im Gesicht stachelte, er atmete ausschließlich durch Mund und Nase. Das beständige Ein und Aus der Strömung war aufregend, aber erforderte Rücksichtnahme. Schließlich wollte er ihn nicht ersticken. Viel schlimmer aber war, dass es nicht ausreichte. Es war herrlich, großartig, schwindelerregend; Timons Zungenspielereien waren so köstlich wie keine der Speisen auf dem Fest, doch Kiwan wollte mehr. Seine Hände glitten über Timons glatten Rücken, den keine Flosse teilte, fuhren zum Bund der seltsamen Hose und darüber hinaus. Der kleine feste Hintern fühlte sich gut in seinen Händen an, er schien wie für seinen Griff gemacht. Lustvoll begann er ihn zu massieren.

Jemand lachte, und abrupt fiel Timon ein, dass sie sich auf dem Dorfplatz befanden. Er grinste verlegen auf Kiwans Mund; es gelang ihm nur mühsam, sich von ihm zu lösen. Wie konnte man sich so vergessen?

"Kiwan, wir sind mitten auf dem Fest", murmelte er und blinzelte über Kiwans Schulter. Die Feier hatte sich mittlerweile ein wenig aufgelöst. Es tanzten nicht mehr viele über der Kugel. Die Kinder schienen alle ins Bett gebracht worden zu sein. Noch immer hallten die eigenartigen, mitreißenden Rhythmen durch die Nacht, aber sie hatten eine andere Qualität angenommen. Zwingend, von einem Rhythmus, der dem Herzschlag nahe war. Die Gruppen hatten sich aufgelöst, vielfach waren nur noch Paare zu sehen. Und manche dieser Paare waren ganz eindeutig dabei, sich zu lieben. Erregende Hitze stieg in Timon auf, die die Wärme der Knutscherei noch steigerte.

"Mmh, wir könnten uns zurückziehen", brummelte Kiwan, aber hatte keine Lust, von Timon zu lassen. Sehnsüchtig küsste er seinen Hals, saugte leicht an der zarten Haut und ließ seine Zunge darüber gleiten. Timon fasste sich nicht nur herrlich an, er schmeckte auch nach mehr.

"Kiwan, du willst doch nicht hier..." Unsicher sah Timon sich um, obwohl das Begehren in ihm pulsierte. Brin und Lenar hatten sich zurückgezogen und waren weit und breit nicht mehr zu entdecken. Weiter hinten sah Timon Hadiya in enger Umarmung mit einer anderen Frau und einem Mann zugleich.

"Ich will dich", flüsterte Kiwan heiser und drückte ihn eng an sich. "Ich begehre dich."

Allein diese Worte schickten einen weiteren heißen Stich direkt in Timons Bauch und von dort ein pulsierendes Ziehen in seinen Schoß. Er spürte Kiwans Begehren deutlich an seinem Oberschenkel, was seinen Magen Salti schlagen ließ. Nur mit Mühe konnte er ein Aufstöhnen unterdrücken. Hilflos küsste er Kiwan erneut wild, aber bevor dieser ihn zu Boden drücken und mit der Hand in seine Hose fahren konnte, hielt er ihn auf.

"Ich... ich kann das nicht hier, so öffentlich", murmelte er. "Ich will dich auch, aber nicht hier."

Kiwan stellte fest, dass Luftatmer anstrengend sein konnten. Viele Fische liebten sich im Schwarm, die Korallen einer Art liebten sich alle in einer Nacht, kein Delphin würde sich beim Liebe machen verbergen. Menschen waren zwar keine Tiere, aber Nächte wie diese waren für die Liebe gemacht, und niemand fragte danach, ob sich auch noch andere liebten. Doch es war nur eine weitere liebenswerte Eigenart von Timon, so wie die, dass er das Amulett am liebsten mit einem dünnen Stück Stoff schützen wollte. Kiwan atmete tief durch, um seine Beherrschung wiederzuerlangen, lächelte und umfing ihn mit beiden Armen.

"In Ordnung", stimmte er zu und stieß sich schon vom Boden ab, um mit seinem Freund so schnell wie möglich zurück zu seiner Höhle zu schwimmen. Er ließ ihn auch nicht los, als er die Tür öffnete und sicherheitshalber hinter ihnen wieder verschloss, damit niemand sie stören konnte. Kurz streifte er mit den Fingerspitzen über das Oberlicht, das daraufhin schwach zum Leben erwachte und die Höhle in ein weiches Zwielicht tauchte. Timon eroberte seinen Mund aufs Neue, und gemeinsam sanken sie aufs Bett hinab.

Timon kam unter Kiwan zu liegen, aber trotz seiner muskulösen Statur war der Meermann nicht zu schwer. Vielleicht lag es am Auftrieb des Wassers, vielleicht aber auch daran, dass Timon ihn so eng wie möglich spüren wollte. Kiwan war bereits hart, das konnte die kleine Hose nicht verbergen, und Timon genoss das aufregende Gefühl an seinem Schoß. Er nahm die Beine auseinander und schlang sie um Kiwans Hüften, um ihn noch enger zu ziehen.

Auch wenn Kiwan die leidenschaftlichen Küsse genoss, so wollte er Timon dabei doch ganz und gar fühlen. Einige Momente ging er noch auf die Zungenspiele ein, dann löste er sich schwer atmend von ihm. Lächelnd sah er in das schon wieder gerötete Gesicht seines Liebhabers hinab. Die Farbe ging offensichtlich nicht nur mit Verlegenheit, sondern auch mit Erregung einher, was ihn nicht nur niedlich, sondern noch einmal so aufregend machte.

Von ihren wilden Küssen waren Timons Lippen leicht geschwollen und tiefrot, was Kiwans Aufmerksamkeit für einen Augenblick auf seine eigenen lenkte. Sie brannten ungewohnt, das Stacheln von Timons Wangen blieb nicht ohne Folgen. Doch Kiwan kümmerte sich nicht darum, als er Timons Mund erneut verfiel und ihn leidenschaftlich einnahm. Mühsam trennte er sich gleich wieder davon, um sich über Timons Kinn zum Hals hin vorzuküssen. Auch über der Kehle gab es vereinzelte Stoppeln. Kiwan leckte darüber und genoss erneut den Geschmack von Timons Haut.

Neugierig schob er sich dann weiter an dem schlanken Körper hinab; Timons Hände glitten links und rechts seiner Rückenflosse den Rücken hinauf und riefen heißes Erschauern hervor. Genussvoll streichelte Kiwan über die leicht behaarte Brust, an deren Seiten keine Kiemenspalten zu finden waren. Die dunklen Brustwarzen hatten sich wie kleine Perlen aufgerichtet und lockten ihn, sie zu kosten. Kiwan konnte nicht widerstehen, erst die eine, dann die andere in den Mund zu nehmen, sanft daran zu saugen und sie mit den Zähnen zu necken, während seine Finger über die glatten Rippenbögen strichen.

Timon keuchte auf, als köstliche Lust wie prickelnder Sekt von seinen Brustwarzen ausgehend durch seinen Körper rann. Aus halb geschlossenen Augen sah er zu Kiwan hin, der fasziniert und konzentriert seinen Körper erforschte. Jetzt war es nicht mehr unschuldig, und den Unterschied merkte man. Doch noch immer zeigten seine auffächernden Haare seine Aufmerksamkeit an; Timon fragte sich, ob Unterschiede in der Haltung Erregung verraten konnten.

Kiwan hob den Kopf, um die Lust in Timons Gesicht zu sehen. Als er entdeckte, dass er beobachtet wurde, grinste er und ließ eine Hand von der Seite direkt zwischen Timons Beine wandern. Durch den dünnen Stoff der Hose streichelte er Timons Erektion mit der flachen Hand. Es fühlte sich gut an. Timons Stöhnen wurde lauter und erregte Kiwan noch mehr, ebenso wie Timons Bewegungen, mit denen dieser sich den streichelnden Fingern entgegen reckte.

Lange verweilte Kiwan lieber nicht dort. Er wollte nicht, dass ihm Timon zu schnell kam; er wollte dieses erste Mal zwischen ihnen herauszögern und genießen. Außerdem war er neugierig darauf, wie Timon an diesem einen Ort aussah, den er ihm noch nicht gezeigt hatte. Kurzerhand befreite er ihn von der Hose und entdeckte zu seinem Entzücken noch mehr dieser faszinierend zarten Haare. Ansonsten sah Timon genauso aus wie jeder andere Mann, wenngleich auch attraktiver als viele.

Timon genoss es nicht nur, so sicher berührt zu werden, er mochte es auch sehr, Kiwan dabei zuzuschauen, wie dieser ihn erkundete. Denn offensichtlich gefiel ihm, was er sah, wenn man nach dem Grinsen ging, das er zeigte. Aber Timon hatte nicht vor, ihm diese Freude allein zu überlassen. Er war mindestens ebenso neugierig auf Kiwans Privatausstattung, die schon durch die kleine Hose ganz beachtlich wirkte. Er richtete sich auf und drückte den Mann energisch zurück aufs Bett, um nun ihn von dem störenden Stoff zu befreien.

Kiwan lachte dunkel auf. "Ungeduldig?", neckte er.

Timon grinste. "Nicht ungeduldiger als du", konterte er und genoss den Anblick, der sich ihm bot. Kiwan war in der Tat verdammt gut ausgestattet und natürlich vollkommen glatt. Kein einziges Haar störte die Ebenmäßigkeit, was Timon mit der ungewohnten Glätte unglaublich anmachte. Er hatte es schon immer gemocht, wenn sich seine Freunde rasierten.

Statt sich jedoch dem Schoß sofort zu widmen, tat er es erst einmal Kiwan nach und erkundete die Brust seines Freundes. Vorsichtig fuhr er mit den Fingerspitzen die Kiemenspalten nach, da das ja schon in aller Unschuld eine interessante Reaktion hervorgerufen hatte. Kiwans Atem beschleunigte sich auch dieses Mal wieder, und Timon lächelte zufrieden. Er sah Kiwan ins Gesicht und beugte sich dann über seine Brust, um den Linien zart mit der Zungenspitze zu folgen. Der Erfolg war verblüffend. Die Kiemenspalten weiteten sich, und Kiwan stöhnte tief auf.

"Das war kein Scherz heut' morgen, was?" Timon lachte leise.

"Das fühlt sich verdammt gut an, mach weiter." Schwer atmend strich Kiwan ihm einmal durch das zarte Haar und drückte ihn dabei auffordernd zu seiner Brust hinab.

"Gern." Timon fuhr jede einzelne Spalte mit der Zunge nach, was Kiwan zu immer neuen lustvollen Lauten brachte. Unglaublich, wie empfindlich sein Freund dort war! Und wie herrlich. Aber noch aufregender war ein anderer Bereich seines Körpers, und Timon entschied, dass er genug des Vorspiels hatte. Kurz überlegte er, ob es vielleicht ein Tabu sein mochte, aber da bei den Meermenschen kaum Tabus zu existieren schienen, tat er einfach, wonach ihm war. Zudem hatte er zu viel Alkohol und sonstige Rauschmittel intus, um sich ernsthaft darüber Gedanken zu machen.

Er beugte sich über den verlockenden Schoß, genoss noch einmal für einen Atemzug den Anblick, ehe er mit der Zungenspitze an der Unterseite von Kiwans Erektion entlang leckte. Es schmeckte und roch wirklich gut und machte ihn noch mehr an. Kiwans überraschtes Aufkeuchen und die Art, wie er ihm die Hüfte entgegen hob, war mehr als nur erregend und ermutigte Timon, mehr zu probieren. Er umkreiste die Spitze einmal mit der Zunge, umschloss sie dann mit dem Mund und versuchte, wie viel er davon aufnehmen konnte, während er leicht daran saugte.

Mit einem heiseren Stöhnen hob Kiwan die Hüften erneut an und drückte seinen Körper durch. Damit hatte er nicht gerechnet, aber die weiche Wärme um seine Erektion fühlte sich verdammt gut an. Zu gut vielleicht, denn er wollte noch nicht kommen. Timon schien sich davon jedoch nicht stören zu lassen, denn gleich darauf glitt seine Zunge wieder um ihn herum. Kiwan stöhnte lauter, als heiße Blitze durch ihn hindurch schossen. Fahrig griff er nach Timons Kopf und schob ihn weg.

"Ich kann mich nicht mehr lange zusammenreißen, wenn du da weiter machst", keuchte er und zog den Mann zurück in seine Arme. Es war schwer, sich nicht an ihm reiben und es zu beenden.

Timon drängte sich gegen ihn, spürte die Hitze an sich und war fast so weit. Er zog ihn herum und auf sich. "Wir haben die ganze Nacht für Langsamkeit", murmelte er, ehe er wieder hungrig Kiwans Lippen einzunehmen begann und seinen Schoß gleichzeitig rhythmisch gegen ihn presste. "Ich will dich. Jetzt", brachte er zwischen tiefen Küssen hervor. Und wie er ihn wollte! Es war schon fast zu viel.

Meinte Timon das so, wie er das sagte? Allein der Gedanken daran ließ Kiwan beinahe kommen. Er beschloss, nicht nachzufragen. Blind tastete er unter dem Bettrand nach dem Päckchen mit Algengel. Er drehte Timon mit dem Rücken zu sich, küsste fahrig seine Schulter und streichelte ihm einmal über den Schoß, ehe er eine großzügige Portion des Gels in seine Hand drückte. Rasch rieb er sich damit ein, dann drängte er vorsichtig einen Finger in Timon, auch wenn er kaum noch genug Selbstbeherrschung hatte.

Timon stieß kehlige, lustvolle Laute aus. Kiwans Berührungen waren anders als die jedes anderen Mannes, mit dem er geschlafen hatte – die Schwimmhäute machten definitiv einen Unterschied. Aber er hatte keine Geduld mehr dafür.

"Jetzt, Kiwan. Bitte", stöhnte er. Sein Körper schien in Flammen zu stehen. "Ich will dich ganz!"

Und Kiwan kam der Bitte nur zu gerne nach. Er drängte sich an und in ihn, kaum noch in der Lage, sein Eindringen zu kontrollieren und doch immer darauf lauschend, ob er ihm zu groß war, ob Timon Anzeichen von Schmerz zeigte. Doch Timon schob sich ihm sogar noch ungeduldig entgegen. Als Kiwan ganz in ihm war, griff er um seinen Freund herum und zog ihn eng an sich, ehe er sich in ihm zu bewegen begann.

Timon kam jeder Bewegung entgegen, begegnete ihr leidenschaftlich. Kiwan in sich zu spüren, war unglaublich. So glatt wie ein Meermann konnte kein Mensch sein. Der muskulöse Körper an seinem Rücken, der Atem in seinem Nacken, der starke Arm, der ihn umfing, ließen ihn sich in all der Erregung geborgen fühlen. Es war leicht, sich Kiwan voller Vertrauen hinzugeben.

Timon vergaß, dass er unter Wasser war, vergaß, dass es ein Meermann war, der ihn liebte. Ihre lustvollen Laute und ihr keuchender Atem vermengten sich zu einer eigenen Melodie. Lust, das war es, reine pure Lust, die durch ihn hindurch floss. Sie zog sich zusammen, und dann schien das Wasser zu explodieren. Mit einem Aufschrei kam er, drängte sich noch einige Male heftig gegen Kiwan, dann sackte er zusammen.

Kiwan brauchte nicht viel länger, er war zu erregt, um es hinauszuzögern. Danach hielt er Timon schwer atmend im Arm, ohne sich aus ihm zurückzuziehen und fühlte sich herrlich. Er wollte diese Verbindung beibehalten, solange Timon es erlaubte.

Lange war es ihm allerdings nicht vergönnt. Timon ruckelte sich los, drehte sich in Kiwans Arm um und küsste ihn auf die Nasenspitze. Er lächelte. Das hatte er gebraucht. Der Sex hatte ihn mehr entspannt als alles andere zuvor. Genug hatte er jedoch noch lange nicht; der attraktive Mann, in dessen Armen er lag, verlangte geradezu danach, ihn erneut und ausführlicher zu erkunden. Sachte strich er mit den Fingerspitzen die Kiemen entlang, sich daran erinnernd, was für einen Effekt es haben konnte.

"Noch mal?", fragte er.

Kiwan lachte. Vielleicht waren Luftatmer doch nicht ganz so anstrengend, wie er befürchtet hatte. Oder sie waren möglicherweise sogar noch anstrengender, jedoch in einer aufregenden Art. Er beschloss, es herauszufinden. Jetzt.

"Noch mal", stimmte er zu und grinste.

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Wünsche von:
Katsumi, Split & Witch23: Timon und Kiwan landen ein wenig berauscht zusammen "in der Kiste"
Mahadevi: Kiwan will wissen, wie Luftatmer – speziell Timon – Liebe machen; Kiwan genießt wieder Timons rotes Gesicht
Mahadevi & Witch23: inniger Kuss zwischen Timon und Kiwan
Witch23: offenes Ausleben der Sexualität gerade auf einem Fest; offene Ansicht von Beziehungen, Homo- und Bisexualität ist so normal, dass es nicht mal Worte dafür gibt

© by Pandorah