Meerschaum

19.

Timon erwachte ausgeruht und entspannt in Kiwans Armen. Das erste, was er sah, als er die Augen öffnete, war das leichte Lächeln seines Freundes, und unwillkürlich lächelte er schläfrig zurück. Er konnte Kiwans Haarsträhnen an seinen nackten Armen spüren, eine zarte Berührung wie von kleinen Fischlein, eine kräftige Hand auf seiner Hüfte. Ihre Knie berührten sich ebenfalls, und Kiwans anderer Arm war sein Kissen. Timon brauchte eine Weile, ehe er seine eigenen Hände lokalisierte, eine ruhte auf Kiwans Rücken, die andere auf der Brust seines Freundes.

Die kleine Stimme in seinem Kopf, die sich sonst immer beschwerte, schwieg noch müde, also rührte er sich nicht, sondern genoss einfach die Nähe. Sein Blick streifte über das energische Gesicht, versank in den dunklen blaugrünen Augen, strich über die gerade Nase, den kantigen Kiefer und blieb dann an den Lippen hängen. Er wusste, wie sie schmeckten und wie sie sich anfühlten, wenn sie sich auf seine legten. Die Erinnerung weckte ein Kribbeln in ihm und machte, dass er sie wieder spüren wollte. Doch er rührte sich nicht, wollte den Moment nicht zerstören.

Kiwans Finger auf seiner Hüfte bewegten sich zart, zogen kleine Kreise, nicht erregend, sondern liebkosend auf eine Art, die ihn sich warm und wohlig fühlen ließ. Unbewusst beinahe erwiderte er die Geste, indem er Kiwans Rücken kaum merklich streichelte. Er konnte die Rückenflosse an seinen Fingerspitzen spüren und die Kiemenöffnungen unter der empfindlichen Haut an der Innenseite seines Oberarms. Warmes Wasser strudelte in sachten Strömungen im Rhythmus von Kiwans Atmung daran vorbei. Lange lagen sie einfach nur da und sahen sich an, bis Kiwans Magen laut und vernehmlich grummelte.

Kiwan lachte auf. "Ich glaube, wir sollten uns aus dem Bett bewegen. Das war wohl ein Zeichen." Gerne wäre er noch länger so vertraut liegen geblieben; es war zu herrlich, dass Timon seine Nähe einfach nur zuließ und sie sogar erwiderte, ohne gleich zurückzuweichen. Aber er wollte sein Glück nicht auf die Probe stellen und eine Zurückweisung und Timons Rückzug riskieren, der wieder darin enden würde, dass sie sich für mindestens einen halben Tag viel zu förmlich und distanziert begegneten.

Timon nickte, auch wenn er keine Lust hatte, das warme Bett und die Arme seines Freundes zu verlassen. Er streckte sich mit einem Gähnen, während Kiwan ihr warmes Nest verließ. "Wie spät ist es?"

"Die Sonne ist schon ein Stück weit den Himmel empor gestiegen", antwortete Kiwan unbekümmert. Sie hatten keine lange Tagesstrecke vor sich; sie würden den gesamten Weg ohnehin nicht in den normalen drei Tagen schaffen. Und es war einfach zu verlockend gewesen, Timon im Schlaf beobachten zu können, das schöne Gesicht entspannt und ohne Angst oder Ablehnung.

Er holte die Reste ihres Abendessens, es war reichlich gewesen. Gemütlich frühstückten sie, Timon in seine Schlafdecke gewickelt, dann packten sie, verstauten das Bettzeug an seinem Platz und verließen die Höhle. Das Licht war gedämpfter als am Vortag, leises, gleichmäßiges Rauschen füllte die See, und ein Blick zur Wasseroberfläche zeigte Kiwan, dass das süße Himmelswasser fiel. Die Wellen waren unruhig von den Tropfen, die darauf einschlugen.

Timon folgte Kiwans Blick. Regen. Es sah hübsch aus. Unwillkürlich musste er schmunzeln. Regen war hier kein Grund, sich zu ärgern, die Reise abzubrechen oder sich unter Regenschirmen zu verstecken. Nass war nass.

Kiwan zeigte in die Richtung, die er nehmen wollte und schlug ein gemächliches Tempo an. Selbst Timon fand, dass es angenehm zu schwimmen war. Vielleicht gewöhnte er sich aber auch nur langsam an diese Art der Fortbewegung.

Der Sand verließ sie vollkommen, und mit ihm schwanden die letzten Büschel Seegras. Rauer Fels, schroff und ungeschliffen von Wind, ersetzte ihn vollständig. Hier und dort hatten sich in Vertiefungen Ablagerungen angesammelt, doch weithin dominierte der dunkle Stein. Der Abgrund rückte bedrohlich näher. Rechter Hand schoben sich Klippen bis über den Meeresspiegel empor; verschwommen konnte Timon sie weit in den Himmel aufragen sehen oder eher erahnen linker Hand kam das dunkle Blau näher. Die Ebene, die ihnen so lange Sicherheit gegeben hatte, verschwand.

Timon musste an die Kopfjäger denken, von denen Lenar erzählt hatte, die in ihren Felshöhlen darauf lauerten, dass sich jemand zu nah heranwagte, erinnerte sich an die gewaltigen Kiefer von Simolestes und erschauderte. Er musste sich zurückhalten, um nicht dichter zu Kiwan aufzuschließen.

Kiwan sah aufmerksam zur Felswand empor, prüfte den Grund mit Blicken und lauschte dann in den Abgrund hinein, ehe er langsamer wurde und sich zu Timon umdrehte. Der nächste Abschnitt ihrer Reise würde seinem Freund nicht gefallen, das wusste er, aber er ließ sich nicht vermeiden. Wegen Timon hatte er ohnehin schon den längeren Weg gewählt, der sie bis zu fünf Tage statt nur drei kosten würde nicht, dass Zeit wichtig war. Ein leichter Flossenschlag brachte ihn in die Senkrechte vor Timon. Aufmunternd lächelte er und versuchte allein damit, die besorgte Miene zu vertreiben.

"Sobald wir um diesen Vorsprung schwimmen, verschwindet der Boden", erklärte er. "Wir haben eine knappe Tagesreise am Steilkliff vor uns. Von der Klippe über den Wellen bis tief in den Abgrund hinein fällt der Fels einfach nur ab. Die Wellen können tosen, wenn der Wind auffrischt, wir werden also nicht allzu nah an der Oberfläche schwimmen. Aber die Wand bietet uns mit ihren Vorsprüngen und Höhlungen ausreichend Schutz, sollten wir ihn brauchen."

Unwillkürlich schauderte Timon. Eine ganze Tagesreise... und es hieß, er würde wieder unten schwimmen dürfen, als der hellere von ihnen. Er konnte nicht einmal Kiwan ansehen und den Abgrund ignorieren. Die endlose Tiefe würde direkt unter ihm sein.

"Brin hat doch gesagt, hier seien mitunter viele Drachen im Abgrund." Oder hatte sie etwas anderes gesagt? Sie hatte gesagt, die Gegend sei nicht sicher, als sie von dem Schiff geflohen waren.

Kiwan schüttelte den Kopf, seine Haare wogten wie schwerer Tang. "Nein, nur in der Bucht bei den Zähnen. Dort paaren sie sich. Hier ist es recht sicher, keine Sorge. Und wir nehmen die Route an der Felswand entlang, den ganzen Weg, nicht die Abkürzung über den Abgrund."

"Oh." Timon grinste schief und spürte, wie sein Magen allein bei dem Gedanken einen unangenehmen Salto machte. "Da muss ich mich wohl noch glücklich schätzen." Er umfasste seine Harpune fester, auch wenn er sich sicher war, dass Simolestes, sollte er ihn als Abendessen auserkoren haben, ihn mit und ohne Harpune fressen würde. "Aber schlafen müssen wir nicht am Abgrund?" Er war sich sicher, dass er dann kein Auge zutun würde.

"Nein." Kiwan lachte leise und streckte die Hand aus, um Timon einmal durch sein feines Haar zu wuscheln. "Das ist nicht besonders angenehm, auf diesem scharfen Fels und mit kaum Platz zum Liegen. Wir haben natürlich wieder eine hübsche kleine Höhle, in die wir uns flüchten können. Im Gegensatz zu der letzten ist sie sogar nicht auf Hornspeer-Gebiet. Die Hornspeerler kommen selten so weit. Das ist gut für unsere Luftatmer-Freunde, sonst hätten sie denen in letzter Zeit bestimmt schon einen Rachebesuch abgestattet, auch wenn die nicht dafür verantwortlich sind, dass die Kinder verschwinden."

Timon nickte. Das ergab Sinn die Luftatmersiedlung lag deutlich näher bei den Hornspeerlern als am Perlmuscheldorf. Aber Abgrund blieb Abgrund. Er seufzte unhörbar. Sie hatten ihn nun schon drei Mal überquert einmal zum Hornspeerdorf, einmal mitten in der Nacht vom Hornspeerdorf weg und einmal, nachdem er Brin von dem Boot gerettet hatte und nie war etwas geschehen. Es gab wenig Grund für Panik. "Gut. Dann lass uns aufbrechen. Ich unten?"

Kiwan nickte überrascht. Mit dieser regelrechten Selbstverständlichkeit hatte er nicht gerechnet.

"Du unten", bestätigte er und war schon ein wenig stolz auf seinen Freund, dass dieser sich seinen Ängsten stellen konnte und sie überwand. In der Nacht die Quallen am Abgrund, jetzt die Reise am Abgrund entlang. Er bewunderte ihn dafür und verliebte sich noch ein Stück mehr für ihn. Was für ein wundervoller Mann! Wie viele Menschen stellten sich ihren Ängsten und überwanden sie? Wenige. "Lass uns aufbrechen."

Timons Herz klopfte zu hart und schnell, als er den Rand des Abgrunds ansteuerte. Nur einen halben Atemzug später spürte er, wie sich Kiwan über ihn schob, die Strömung strich an seiner Haut entlang, wirbelte seine Haare leicht auf; dann legte sich eine kräftige Hand auf seine Schulter, lenkend und Sicherheit verheißend zugleich. Timon unterdrückte ein erleichtertes Aufseufzen. Die Nähe war beruhigend, als die Felskante unter ihm zurückwich, als der letzte Sims verschwand, und dem endlosen dunklen Blau Platz machte.

Blau. Nichts. Haltlos, orientierungslos. Timon schauderte und schielte aus den Augenwinkeln zu der Struktur gebenden Felswand neben ihm. Er konnte die feste Präsenz des Felsens neben sich spüren und das war ebenso beruhigend wie Kiwans Gegenwart.

'Stell dir vor, weder die Hornspeerler, noch Kiwan hätten mich gefunden. Was wäre nur aus mir geworden? Der erste Hai hätte mich gefressen, ich war unbewaffnet. Und wäre er nicht gekommen, was wäre dann gewesen? Hätte ich mich hier behaupten können, ohne Erfahrung mit meiner Angst?' Er wusste es nicht und war Brin und Kiwan unendlich dankbar dafür, dass sie sich seiner angenommen hatten. Ohne darüber nachzudenken, legte er die freie Hand auf Kiwans und drückte sie.

Sie schwammen gefühlte Ewigkeiten, ohne dass sich etwas veränderte. Unter ihnen dunkles Blau, neben ihnen die Klippe, über ihnen die von Wellen durchgewühlte Oberfläche. Einmal wich Kiwan von ihrer gleichmäßigen Bahn ab, um einem mannshohen Spalt auszuweichen.

"Kopfjäger, und ein recht großer", sagte er und wies auf eine Spur von Seepocken und grünblauen Anemonen unter der Öffnung. "Die hier ernähren sich unter anderem von den Resten."

Timon schauderte, aber musterte die Öffnung gründlich. Er wollte wissen, wie es aussah, um sich zur Not auch allein fernhalten zu können und weil er, wie er zugeben musste, neugierig war. Noch ein Seeungeheuer wie aus alten Legenden. War dort die Andeutung von Tentakeln im Dunkeln der Spalte erkennbar? Timon zögerte, hätte gerne eine Weile verharrt, um zu warten, ob der Kopfjäger herauskam. Dennoch verzichtete er darauf, Kiwan danach zu fragen. Ihm war es wichtiger, die Schlafhöhle vor Einbruch der Nacht zu erreichen.

Nach einiger Zeit wurde es schließlich beinahe langweilig, als die Angst erst Anspannung wich und schließlich dem Einerlei. Es änderte sich nichts. Manchmal sah er Fische, silbrige Schemen, manchmal einige Stränge Kelp, die sich an der Wand verankert hatten. Manchmal kleine Anemonen. Doch meistens gab es nur Blau und Fels. Nicht einmal die Tiefe bot Abwechslung, nicht einmal sie bot eingebildete Schatten.

'Gewöhnung ist wohl die beste Kur', dachte Timon trocken und ließ seinen Blick zur hellen Oberfläche gleiten. Die Wellen wühlten sie auf, aber es schien, als hätte der Regen aufgehört. Felswand zur Rechten. Blau zur Linken. Blau... mit Schemen? Er kniff die Augen zu Schlitzen zusammen, starrte in die Ferne und bewegte die Flossen nur noch automatisch. Was war das? Drachen?

"Kiwan", flüsterte er und spürte, wie sich der Griff der Hand um seine Schulter festigte.

"Buckelwale!" Kiwans Antwort war lauter und freudig, die Hand drängte ihn in die Unendlichkeit der offenen See. "Komm, Timon! Wir schwimmen mit ihnen!"

Timons Reaktion, als er dem Druck nachgab, war bestenfalls halbherzig zu nennen und erinnerte Kiwan daran, dass sein Freund hier nicht daheim war.

"Drachen mögen die Gesänge der Buckelwale nicht, deswegen halten sie sich fern", erklärte er, auch wenn er geflissentlich nicht erwähnte, dass Drachen nicht das einzig Gefährliche in der Tiefe der Ozeane waren. Das, was Buckelwale jagte, interessierte sich nicht für Menschen; Menschen waren zu klein, aber es würde Timon unnötig ängstigen.

'Buckelwale?' Ein aufgeregter Schauer durchfuhr Timon. Es war einer seiner Träume gewesen, Buckelwale zu beobachten von einem Boot aus ihre Fluke beim Abtauchen sehen und sie daran identifizieren können, vielleicht auch nur den Rücken, die Atemlöcher beim Ausblasen. Mit ihnen zu tauchen, ohne Angst haben zu müssen, war schon beinahe unvorstellbar. Und die Drachen mochten ihre Gesänge nicht? Warum? Er stellte die Frage in dem Moment, in dem er sie dachte.

Kiwan lachte, während er bereits auf die Wale zuhielt. Er mochte Wale, nicht nur, weil sie Drachen fern hielten. Sie gehörten zu den wenigen Wesen im Ozean, die ihre Kinder wie Menschen lebend gebaren. Sie waren intelligent, verspielt, warmherzig... und beeindruckend in ihrer Größe, die keine Gefahr für Menschen darstellte. "Ich weiß es nicht. Vielleicht bekommen sie Kopfschmerzen? Ich werde Lenar fragen, wenn wir zurück sind. Vielleicht weiß er es."

Als sie näher kamen, wurde die Gestalt der Wale deutlicher. Timons Herz schlug aufgeregt in seiner Brust; trotz all dem Wasser um sie herum fühlte sich sein Mund trocken an. Mit Buckelwalen schwimmen war so viel mehr, als er sich erträumt hatte. Nicht unförmig in Tauchanzug und Sauerstoffflaschen verpackt, ängstlich auf Druckausgleich und Tauchzeit bedacht, sondern um sie, mit ihnen, egal wie lang, wie hoch und tief.

"Eine Mutter mit ihrem Kalb." Kiwan deutete auf den etwas kleineren Wal, an dessen Seite ein vergleichsweise winziges Kalb schwamm. "Und der Bulle. Nur Bullen singen, deswegen bilden sie kleine Familien von meist drei Tieren, manchmal vier, wenn die letzte Tochter noch keinen eigenen Jungbullen gefunden hat."

Timon lächelte. Auch das ergab Sinn, selbst wenn es sich von dem Verhalten der Buckelwale daheim unterschied.

Obgleich sie sich beeilten und ein zügiges Tempo knapp an Timons Limit anschlugen, brauchten sie Zeit, um die Tiere einzuholen, die sich in immer dem gleichen Abstand zum Kliff hielten. Doch je näher sie kamen, um so deutlicher fiel Timon auf, dass etwas falsch wirkte. Er stutzte. Etwas war anders, als es sein sollte, deutlich anders, als es in den Lehrbüchern stand. Die Oberseite war dunkel, die Unterseite hell, wie man es von Buckelwalen gewohnt war. Auch die Brustflossen mit dem typischen Wellenrand wiesen ganz charakteristisch fast ein Drittel der Länge des gesamten Tieres auf. Von der Fluke bis zu den Brustflossen schien der Körper weitgehend identisch mit dem normaler Buckelwale zu sein, aber der Kopf unterschied sich von allen Bildern und Filmen, die Timon kannte.

Es war nicht der typische Walkopf mit dem gigantischen Maul, dessen oberer Teil flach und der untere Teil fähig war, sich wie bei dem Kehlsack eines Pelikans auszudehnen, mit Barten, die dafür gemacht waren, Krill zu fangen. Das Maul war groß, keine Frage, und die Rillen auf der Unterseite zeigten deutlich, dass es sich dehnen konnte. Aber es hatte mehr die Form eine flachen, breiten Schnabels, schmaler als der Kopf, und Ober- und Unterkiefer waren in etwa gleich groß. Die Nasenlöcher waren nicht in der Mitte des oberen Rückens, sondern recht weit vorne am Maul. Irgendwie wirkte die Gruppe, als seien es Vorfahren der Buckelwale.

Langsam drehte sich der Bulle, Fluke in Richtung Oberfläche, Kopf nach unten, und für einen Moment fürchtete Timon, dass sie in die Tiefe verschwinden wollten, ehe sie die Gelegenheit gehabt hatten, nahe heranzukommen. Etwas vibrierte durch seinen Körper und ließ ihn erbeben; es zog sich eine Weile hin, ehe es nachließ. Dann erklang ein langgezogener, heller Ton, der immer dunkler wurde und schließlich wieder nur in das Vibrieren über ging.

"Er singt!", brachte Timon atemlos hervor; er hörte die Melodie, klagend, getragen, und spürte sie gleichzeitig. Es war ein wenig wie große Trommeln, wenn man dicht daneben stand und sie im Magen vibrieren spüren konnte, aber doch ganz anders. Als würde sein ganzer Körper darauf reagieren.

"Keine Drachen weit und breit." Kiwan lächelte. Er mochte Wale, liebte es, mit ihnen zu schwimmen, wenn sie es zuließen, aber er hatte es schon oft getan. Timon zu beobachten, wie er ehrfürchtig und mit leuchtenden Augen staunte, war hingegen herrlich. Er hatte gehofft, dass sein Freund so reagieren würde. "Komm. Das Kalb ist nicht mehr so jung, dass sie uns davon fernhalten würden."

Sie schwammen dichter heran; jetzt, wo der Bulle sang, hatten auch die beiden anderen angehalten, so dass sie sie zügig erreichten. Atemlos konnte Timon nur staunen. Er fühlte sich winzig. Allein das Kalb hatte die Größe eines Linienbusses, aber die beiden Eltern waren gigantisch. Timon folgte Kiwan die Seite der Kuh entlang, die sich kaum regte; mehrere Flossenschläge lang glitten sie nach vorne, bis sie das Auge von der Größe einer mittelgroßen Satellitenschüssel erreichten. Sie schwammen zur Oberseite des Mauls empor, das die typischen Erhebungen aufwies, und von dort an der Wirbelsäule entlang in Richtung Fluke. Seepocken hatten sich auf der Haut festgesetzt, in einer leeren konnte Timon einen kleinen Krebs entdecken.

Sie glitten bis zur Fluke; erst jetzt fiel Timon auf, dass auch sie ein wenig anders geformt war als bei normalen Buckelwalen. Er sah, wie sie sich bewegte, ganz leicht nur, aber das Aufwirbeln der Strömung, das dadurch entstand, überraschte ihn dennoch. Es wirbelte ihn durcheinander und mit den langgezogenen Tönen des Walgesangs verlor er für einen Moment die Orientierung.

Er stieß einen überraschten Laut aus, hörte Kiwan aus einer anderen Richtung lachen, als er vermutet hatte und spürte nur einen Augenblick später die kräftige Hand um seinen Oberarm, dann streifte ihn die Gepäckrolle seines Freundes, ehe sie wieder horizontal schwammen.

"Nicht nur die Länge der Wale ist gigantisch, nicht? Auch ihr Flossenschlag hat es in sich." Kiwan schmunzelte und zog seinen kleinen Luftatmer unter den Bauch der Kuh. Das Kalb verharrte nicht so regungslos wie die Mutter. Neugierig kam es näher und umschwamm sie.

Timon hatte ein wenig Sorge, dass es sie spielerisch anstupsen würde vermutlich fühlte sich das an, als würde man einen zarten Stups von einem Bus bekommen. Aber es schaute nur, öffnete seinen Mund und gab einen hohen Laut von sich, den man trotz des Gesangs gut wahrnehmen konnte. Ein dumpfer Laut über ihnen antwortete, mehr zu spüren als zu hören.

Sie umschwammen einander, und Timon war froh, dass Kiwan bei ihm war. Es war faszinierend, atemberaubend, wunderbar und gleichzeitig ein wenig furchteinflößend. Ein Flossenschlag konnte ihn in den Abgrund befördern, wenn die Mutter ihr Kind in Gefahr sah und vermutlich konnten sie auch betäubende Töne von sich geben, wenn sie es darauf anlegte.

Das Walmaul kam näher, Kiwan griff nach Timons Hand, mit der anderen nach dem Walkind und zog sie mit Schwung und Flossenschlag über das Kleine hinweg. Dieses drehte sich keckernd in einer seitlichen Rolle und schwamm auf diese Art weiter, sie im Auge behaltend.

Es schien ein Spiel, denn sie wiederholten es mehrfach, umkreisten sich, schwammen darüber oder darunter hinweg, und Timon musste über die Kapriolen des Jungtiers mehr als einmal lachen. Er berührte es sogar und war überrascht, dass sich die Haut wie fester Gummi anfühlte. Immer wieder gab das Kleine Laute von sich, die von der Mutter beantwortet wurden. Es schien eine Art gegenseitiges Vergewissern zu sein, dass alles in Ordnung war.

Schließlich wurde der Gesang des Bullen dunkler, bis die Töne nicht mehr zu hören, nur noch zu fühlen waren. Kiwan wäre gerne noch länger geblieben, aber mit Timon gab es zwei Gründe, warum es besser war, die Wale nun zu verlassen.

"Ich denke, wir machen uns wieder auf unseren eigenen Weg, Timon", sagte er und schwamm unter dem Bauch der Mutter hervor. "Sie werden gleich weiterziehen, und das wird einiges an Strömung geben, zudem wollen wir unsere Nachthöhle noch erreichen, bevor es dunkel wird, nicht wahr?"

"Oh!" Beinahe erschrocken sah Timon auf und nickte heftig. Er warf einen misstrauischen Blick zur Wasseroberfläche, als erwartete er, dass es jeden Moment dunkel werden konnte, doch das diffuse Licht des Tages hatte sich nicht verändert.

"Besser ist das", antwortete er dann, aber sah noch einmal bedauernd die riesigen Wale an. So herrlich! So atemberaubend! Nie wäre er einem Wal in seiner eigenen Welt so nah gekommen. Mit Luftflaschen, Tarierwesten und Taucheranzügen konnte man zwar in die Welt unter Wasser eindringen, aber man war ein Fremdkörper und unbeweglich.

Während sie zu der Felswand zurückkehrten, drehte er sich häufig um, nur um noch einen letzten und noch einen weiteren Blick auf die Walen zu werfen. Das Kalb folgte ihnen nicht. Timon sah, wie der Bulle sich aufrichtete, als der Gesang endgültig verstummt war; dann setzten sich die Tiere wieder in Bewegung. Schnell waren sie nur noch Schemen und schließlich ganz verschwunden, noch ehe er und Kiwan die Felswand erreicht hatten.

Kiwan legte ihm erneut die Hand auf die Schulter, ehe sie die ursprüngliche Richtung wieder aufnahmen. Timon war noch ganz erfüllt von der Begegnung, durchlebte sie in Gedanken wieder und wieder. Er wollte jedes kleine Detail festhalten, jede Seepocke auf der festen Haut, das Schimmern der Augen des Kalbes, das Vibrieren in seinem Körper durch den Gesang und wusste doch, dass er es nicht konnte. Er wünschte, er hätte seine Kamera dabei gehabt, selbst wenn sie nur unzureichend in Bildern hätte einfangen können, was er erlebt hatte.

Seine Kamera war jedoch wie sein altes Leben eine ganze Welt entfernt. Die Fremdartigkeit der Buckelwale konnte nur unterstreichen, was er schon herausgefunden hatte. In seiner Welt hätte man diese Tiere nicht unter 'Buckelwal' eingeordnet. Verwandt vielleicht, aber nie in die gleiche Art. Trotz dieser Bestätigung fühlte er sich gut, noch viel zu aufgeregt und erfüllt, um etwas anderes zu empfinden.

"Alles in Ordnung?", fragte Kiwan ein wenig besorgt. Sein Freund hatte vor Begeisterung geglüht, jetzt war er still und in sich gekehrt. Ob es nur das wiedererwachte Bewusstsein war, dass sie sich am Abgrund befanden?

Timon lächelte und drehte den Kopf gerade genug, um Kiwan aus den Augenwinkeln sehen zu können. "Ja. Alles in Ordnung. Ich bin nur noch ganz von den Walen gefangen", antwortete er mit einem kleinen Lachen, ehe er seine Aufmerksamkeit nach vorne richtete. Simolestes und Gefährten würden keine Rücksicht auf seine Abgelenktheit nehmen, aber selbst die schienen nicht mehr so bedrohlich in diesem Moment.

Das Tempo war auch in Ordnung, offensichtlich mussten sie sich nicht eilen. Kiwan drängte nicht, und so fragte er nicht danach, ob er gezogen werden konnte. Langsam musste er sich an diese Art der Fortbewegung gewöhnen und das ging durch Training am besten, selbst wenn ihm die Beine schwer wurden.

Kiwan hielt sich davon ab, Timon unter die Arme zu greifen und ihn auf diese Art zu schieben. Offensichtlich war sein Freund fest entschlossen, allein zu schwimmen, auch wenn sie langsamer wurden. Kiwan hatte Verständnis dafür; ihm würde es auch nicht gefallen, so sehr auf andere angewiesen zu sein. Zeit hatten sie an diesem Tag zum Glück reichlich, trotz der Walbegegnung. So würden sie einfach am Abend statt am Nachmittag bei ihrem Ziel ankommen.

Die letzte Wegstrecke zog sich jedoch für beide. Timon kämpfte sich nur mit purer Willenskraft vorwärts, während Kiwan das Gefühl hatte, dass sie kaum voran kamen. Er war erleichtert, als endlich die charakteristische Felsformation vor ihnen auftauchte, die ihren Ruheplatz ankündigte. Eine Felsnadel auf einem Sims markierte den mit einem Gitter aus Walbarten verschlossenen Höhleneingang, der hinter ihr verborgen lag. Kiwan drängte Timon, ein Stück zu ihr hinabzutauchen. "Wir haben es geschafft, gleich kannst du deine müden Beine ausruhen."

Er hörte ihn aufatmen, Spannung wich aus seinen Schultern und ließ Kiwan lächeln. Es musste eine ganz schöne Tortur für seinen Freund sein. Er ließ Timon auf den Vorsprung sinken, schlüpfte aus der Reiserolle und gab sie ihm, dann löste er das Gitter und zog sein Messer. Mit in Bereitstellung gehaltener Harpune und leuchtendem Ahnenlicht drang er vorsichtig in die Höhle ein. Wie erwartet war sie leer.

"Alles sicher, Timon!", rief er nach draußen und schwamm zur Decke empor, um das Licht dort erstrahlen zu lassen.

Timon mochte sich eigentlich nicht mehr bewegen, dennoch brachte er seine Beine dazu, ihn in die Höhle zu tragen. Im Eingang drehte er sich um und verschloss das Gitter wieder. Man hatte Tang mit den Streben verwoben und es so blickdicht gemacht, vielleicht, um in der Nacht kein Licht nach draußen dringen zu lassen, das Räuber anlocken konnte. Die Häufigkeit der Unterschlupfe ließ ihn vermuten, dass sie auch nötig waren. Warum sonst sollte man sich die Mühe machen, sie anzulegen und auszurüsten, wenn man einfach im Seegras schlafen konnte und sich weder um Sturm noch Regen sorgen musste?

Die Höhle unterschied sich nicht sonderlich von der, in der sie bei ihrer Flucht aus dem Hornspeerdorf vor dem Kalmar und der Nacht Schutz gefunden hatten. Sie war niedrig, gerade hoch genug, dass man bequem sitzen und die Arme heben konnte, aber auch hier zeigte sich, dass es einen Unterschied machte, ob man sich horizontal schwimmend oder vertikal laufend fortbewegte. So war die Höhe durchaus akzeptabel.

Timon legte seine Harpune und die beiden Reiserollen zu Kiwans Harpune. Sein Freund hatte bereits die Matten hervorgeholt, und gemeinsam bereiteten sie das Bett vor. Mit einem Ächzen ließ sich Timon schließlich darauf sinken, zu geschafft, um auch nur seine Decke zu holen.

"Ich bin fix und fertig. Heute mache ich keinen Flossenschlag mehr", verkündete er erschöpft und schloss die Augen.

"Musst du auch nicht." Kiwan nahm ihre Decken vom Boden auf und breitete eine über seinem Freund aus, damit dieser gar nicht erst zu frieren begann, ehe er ihm die Flossen von den Füßen zog und sie zu den Harpunen legte. "Aber essen solltest du noch, bevor du einschläfst. Du bist tüchtig geschwommen heute, da brauchst du auch ordentlich etwas zu essen."

"Hm", brummte Timon, auch wenn er Kiwan eigentlich enthusiastisch zustimmen wollte. Er war hungrig. Hungrig genug, um einen Thunfisch allein zu essen, aber selbst reden schien gerade zu anstrengend zu sein. Er ächzte leise. "Ich glaube, mir tut alles weh."

Kiwan schlüpfte aus seinen eigenen Flossen, dann setzte er sich neben Timon. Liebevoll sah er auf ihn hinab. "Es war ein anstrengender Tag für dich. Aber du wirst schon besser", versicherte er ihm. Einer der kurzzehigen Füße lugte unter der Decke hervor und lenkte seinen Blick auf sich. Die Flossen hatten rote Druckstellen hinterlassen, man merkte, dass sie nur eine Übergangslösung waren. Kiwan änderte seine Position, griff nach dem Fuß und begann ihn zu massieren. Er konnte die Flossen nicht perfekt machen, er konnte Timon nicht helfen, sofort an die Bewegungsart unter Wasser gewöhnt zu sein, aber er konnte ihm die Verspannung aus den Muskeln massieren.

Wohlig stöhnte Timon auf. Dieser Mann war ein Geschenk des Himmels, anders konnte er sich nicht erklären, wie Kiwan es schaffte, immer so perfekt zu sein. Die kräftigen Hände griffen genau richtig zu, massierten erst seinen einen Fuß und die Wade, ehe sie sich dem anderen widmeten. Timon spürte, wie alle Anspannung aus ihm wich, und driftete in wohlige, watteweiche Gemütlichkeit.

Kiwan lächelte weich, als sich Timons Brauen glätteten und die sanfter werdenden Lippen zeigten, dass sich seine Kiefermuskeln entspannten. Timon hatte es nicht leicht, und Kiwan war froh, ihm helfen zu können und, wie er zugeben musste, ihm nah zu sein. Er schob die Decke ein Stück höher, um die Oberschenkel erreichen zu können. Die festen Muskeln fühlten sich gut an unter seinen Fingern, und die Härchen waren noch immer ungewohnt. Wie gerne hätte er sie einfach nur wieder mit den Fingerkuppen erkundet, die Lippen darauf gepresst. Ein heißes Ziehen in seinem Schoß lenkte die Aufmerksamkeit endgültig auf das, was er so gerne getan hätte. Timon hatte es doch auch genossen. Warum nur wich er jetzt jeder intimeren Begegnung aus? Oder tat er es vielleicht gar nicht und Kiwan hatte es falsch eingeschätzt?

'Du redest dir Dinge ein, weil du es gerne anders hättest', dachte er trocken, aber konnte sich nicht davon abhalten, eine Hand ganz ohne Vorspielung von Massage an der Innenseite des einen Oberschenkels bis zum Schritt emporwandern zu lassen. Als er das Gemächt durch den festen Stoff der Hose berührte, zuckte Timon so heftig zusammen, dass Kiwan erschrocken die Hand zurückzog. Die dunklen Augen flogen auf und starrten ihn regelrecht vorwurfsvoll an.

"Nicht", murmelte Timon und zog die Decke zurück über seine Beine.

Es half Kiwan nicht, dass Timons Gesicht wieder so entzückend rot war und er beschämt den Blick abwandte. Die Enttäuschung stach zu sehr. Es fühlte sich an, als sei er mit brennenden Nesselfäden gefüllt. Einen Moment verharrte er regungslos, wusste nicht, was er tun sollte. Dann nickte er. Das war wirklich deutlich. Timon fand ihn interessant, mochte seine Berührungen, aber wollte nicht mehr. Und weil er gemerkt hatte, dass Kiwan sich verliebt hatte, versuchte er, Abstand zu halten. Vermutlich sogar allein deswegen, um ihn nicht zu verletzen.

"Ich denke, wir essen heute den Reiseproviant", sagte er flach und bemühte sich, seine Enttäuschung und den Schmerz zu verdrängen. 'Ich muss das respektieren. Auch wenn es schwer fällt. Ahnen, und wie schwer es fällt!'

Es stach im Bauch und in der Brust, nahm ihm die Luft zum Atmen. Mit einem Flossenschlag war er bei seiner Reiserolle und holte die harten, in Tang verpackten Fladen hervor, auch wenn ihm der Hunger vergangen war. 'Vielleicht ist es auch nur die Unsicherheit. Wenn er sich erst einmal eingewöhnt hat... wenn wir wieder zurück im Dorf sind... vielleicht kann ich es dann noch mal versuchen. Ihn umwerben. Vielleicht.'

Vielleicht aber machte er sich auch nur etwas vor. Hoffte, weil er es so sehr wollte. Aber ihm blieb nichts übrig, als weiter zu hoffen. Er konnte nicht aufhören, verliebt zu sein. Gleichzeitig wollte er Timon nicht bedrängen, das schuf nur mehr Abstand, und das war das letzte, was er wollte.

Fröstelnd setzte Timon sich auf, als Kiwan so abrupt von ihm weggeschwommen war. Er hatte ihn nicht verletzen wollen, aber die Reaktion war nicht geplant gewesen; die Berührung hatte ihn erschreckt und in ihm so heftig den Wunsch nach mehr, auch nach mehr Nähe geweckt, dass es ihm Angst gemacht hatte. Er sah auf den kräftigen Rücken seines Freundes, das Haar hing schlaff hinab, bewegte sich kaum, ein ungewohnter Anblick. Er weckte das Bedürfnis in Timon, zu Kiwan hinzuschwimmen, die Arme um ihn zu legen und ihn zu trösten.

'Nachdem du ihn von dir gewiesen hast, sicher', dachte er mit bitterem Spott. 'Kiwan würde sich bedanken. Ich... sollte mit ihm reden.'

Aber er tat es nicht; er hatte Angst. Angst davor, dass Kiwan ihn verstand und Abstand hielt. Davor, dass er ihn umzustimmen versuchte und im schlimmsten Fall sogar Erfolg hatte. Timon wollte sich nicht an die wunderbare Nähe und Sicherheit gewöhnen, nicht vollkommen. Nicht noch mehr, als er ohnehin in Kiwans Gegenwart empfand. Sie würden sich trennen, sie mussten sich trennen.

Er schmeckte nicht viel von den fasrigen Reisekuchen, als sie schließlich schweigend aßen. Und als sie zwischen die Matten schlüpften, war es das erste Mal, dass Kiwan Abstand hielt. Er legte keinen Arm um ihn, zog ihn nicht an seinen warmen, vertrauten Körper. Timon hatte nicht gewusst, wie sehr er das vermissen konnte, bis er getrennt von ihm und nur in seine eigene Decke gewickelt in Dunkelheit getaucht wurde. Blicklos starrte er in die Nacht und wünschte sich, dass Kiwan ihn nicht massiert hätte. Er fror nicht, aber es war die erste Nacht, in der er sich einsam fühlte und endlos allein.

____________________________________________________________________________________________
Wünsche von:
Eiserbse:
- (viel) Kuscheln (und Küssen sorry, das hat leider nicht geklappt)
Mahadevi:
- Sie begegnen einem Wal ganz nah.
- Timon kommt in eine kleine Strömung, wird durcheinander gewirbelt; Kiwan hilft ihm auf.
- Timon bekommt steife Muskeln von der vielen ungewohnten Bewegung, die Kiwan am Abend wegmassiert.
Mariposa:
- Kiwan merkt, wie sehr Timon sich distanziert und versucht, das zu respektieren und distanziert sich ebenfalls.

© by Pandorah