Runenbande

10.

Schwer atmend standen sie dann da, Sariel an den Baum gelehnt und Daron gegen den Dämon, während der Schweiß auf ihrer Haut trocknete. Langsam kehrte Darons Fähigkeit zu denken zurück, was irgendwie bedauerlich war. Gerne hätte er einfach noch eine Weile in diesem seligen Zustand der Entspannung verharrt, in dem alles herrlich war und alles nicht herrliche gleichgültig. Und mit der Rückkehr der Normalität hatte er keine Ahnung, was er sagen oder tun sollte. Noch immer hatte er beide Arme um Sariel geschlungen, und es fühlte sich wunderbar an, ihn zu halten. Musste er ihn schon loslassen? Sie konnten schließlich nicht ewig so stehenbleiben. Er ertappte seine Lippen dabei, wie sie über die Schulter des anderen Mannes strichen und sich dann gegen den noch immer feuchten Nacken drückten.

All die Kleinigkeiten fielen ihm auf, die vorher im Taumel der Lust einfach untergegangen waren. Allen voran roch Sariel wunderbar. Seine Haut war weich, was man gar nicht mit einem Geschöpf aus den Niederhöllen verbinden mochte. Oder war es genau das? Lockte er damit menschliche Beute an? Daron grinste in Sariels Nacken, als er sich daran erinnerte, dass genau das eines der ersten Dinge war, die Sariel ihm gesagt hatte dass er Menschen nicht gerade schmackhaft fand. Daron hingegen fand, dass Sariel ausgesprochen lecker war. Sanft knabberte er genau die Stelle an, wo sich sein Mund gerade befand.

Sariel erschauderte, dann drehte er sich um und legte die Arme um Darons Hals. Grinsend sah er ihm in die Augen. "Hast du noch nicht genug, Mensch?"

Daron hatte ihn noch nie mit einem derart zufriedenen, wohligen Ausdruck gesehen. Die weichen Lippen, von denen er nun wusste, wie sie schmeckten nämlich nach mehr waren von ihren wilden Küssen leicht geschwollen. Und war das ein Schnurren in seiner Stimme? Die Normalität konnte sich offensichtlich doch noch eine Weile woanders niederlassen. Hier in diesem Stück des Waldes war sie auf jeden Fall gerade nicht willkommen. Sie mochte ihm zuflüstern, dass er einen Dämon in den Armen hielt und dass das früher oder später zu Problemen führen würde. Dass Sex mit Dämonen als abartig galt. Aber gerade war sie weit entfernt.

"Will mir der Dämon etwa erklären, er sei schon müde?" Er drückte einen Kuss auf den lächelnden Mund und erwiderte das Grinsen. "Das würde all meine Hoffnungen bezüglich der Ausdauer von Dämonen enttäuschen nachdem das Liebesspiel eben schon rekordverdächtig kurz war."

Leise lachte Sariel auf. "Ich habe mich dir nur angepasst, Menschlein", neckte er, während er die Finger in Darons Haar wühlte. "Sonst wäre ich sehr unbefriedigt zurückgelassen worden."

"Natürlich." Daron gluckste in sich hinein. Sariels Körper fühlte sich herrlich an seinem an, perfekt, als würde es so gehören. Er wollte ihn nicht loslassen, aber genau das sollte er tun. Sie mussten aufbrechen, nach den Schatten suchen. Stattdessen sah er in die Augen, die seinen Blick so warm erwiderten, und küsste Sariel.

Es war ein weicher Kuss, der nichts von der stürmischen Leidenschaft ihres Liebesspiels an sich hatte. Die Lider des Dämons drifteten zu, er lehnte sich gegen ihn und erwiderte den Kuss sanft. Lange standen sie einfach nur da und küssten sich, und als sie sich endlich wieder voneinander lösten, nur um sich anzusehen und dann erneut zu küssen, wusste Daron, dass er rettungslos verloren war. Es folgten zahllose weitere Küsse, ehe es ihm endlich gelang, Sariel aus seinen Armen zu entlassen.

"Wir müssen noch die Schatten finden. Und heute Abend einen Lagerplatz mit mehr Wasser als die paar Pfützen hier", sagte er und hob seine Hose auf. Er hatte das dringende Bedürfnis, sich zu waschen.

"Habe ich dir gestern schon versprochen. Denn heute bin ich dran mit Wasserholen." Sariel lachte und bückte sich nach seiner eigenen Hose.

Die Bewegung lenkte Darons Blick auf den dadurch vortrefflich ausgestellten Hintern und bewirkte, dass er ihn gleich wieder dort anfassen wollte. Im nächsten Moment erinnerte er sich daran, dass Öl offensichtlich überflüssig war, wenn man Sex mit einem Dämon hatte. Einerseits war das extrem praktisch, andererseits schickte die Erinnerung einen heißen Stich in seinen Schoß und machte, dass er ihn erneut zu begehren begann. Wenn das so weiterging, brauchte er einen Gletscherbach, um sich auf die Schattenjagd konzentrieren zu können.

"Ist das bei allen Dämonen so?", fragte er und wandte den Blick unter Aufwendung aller Willenskraft ab, um zum zweiten Mal an diesem Tag in die Hose zu steigen.

"Was?" Sariel lachte. "Hörner? Lust auf Sex? Das Bedürfnis, sich zu waschen?"

Daron stutzte, drehte sich zu ihm um und lachte ebenfalls. Zu seinem Glück hatte Sariel mittlerweile wieder ein wenig Kleidung an, das machte die Konzentration leichter. Auch wenn der nackte Oberkörper ihn weiterhin lockte, die Finger darüber streichen zu lassen und ihn zu... 'Gedanken weg von Sex! Aber hopphopp!'

"Dass auch die Männer kein Öl brauchen", erklärte er seinen Gedankengang und fand, dass es eindeutig ein unglückliches Thema war, wenn man sich auf andere Dinge als Sex konzentrieren wollte.

Sariel grinste und zog sein Hemd über. "Nicht alles, was ihr Dämonen nennt, ist gleich. Aber bei uns ist das so, ja. Bei uns hat Sex auch einen anderen Stellenwert. Wir tun es oft und mit wem wir wollen, wann wir wollen. Es ist zum Kinder machen, zum Spaß haben, zum Vertreiben von schlechter Laune, um Aggressionen abzubauen, um sich gut zu fühlen, um einander glücklich zu machen. Das war eine der Sachen, die ich sehr fremd fand, als ich hierher geholt wurde. Sex nur hinter verschlossenen Türen und verdammt selten."

"Ah." Die Antwort gefiel Daron nicht. Es fühlte sich an, als sei er einfach nur der erstbeste gewesen, der mit Sariel hatte schlafen wollen. Ersetzbar.

Sariel nahm Darons Hemd von dem Ast, wo es zum Trocknen gehangen hatte, trat zu ihm und reichte es ihm mit einem kleinen Kuss auf die Wange. "Wärst du eifersüchtig?"

"Nein", grummelte Daron. Es war zwar wahr, aber nur ein Teil der Wahrheit er wäre nicht eifersüchtig, er war es. Auf all die namens- und gesichtslosen Menschen, mit denen Sariel Sex haben würde, wenn es sie hier gäbe und wenn sie es mit einem Dämon tun würden.

"Manchmal verstehe ich dich nicht", sagte Sariel und wandte sich ab.

Mit einem Mal ziemlich schlecht gelaunt zog Daron das Hemd über und zog die Schnürung zusammen. Manchmal verstand er sich selbst nicht, aber das würde er Sariel jetzt nicht sagen. 'Verdammt noch mal zur Hölle mit all den Menschen, mit denen Sariel Sex haben könnte! Es gibt sie nicht!' Und Sariel war hier bei ihm, sie hatten einander geküsst, lange und ausgiebig und... Daron sah zum Himmel empor, blinzelte und suchte die Sonne. Es war beinahe Mittag. Sie hatten sich wirklich verdammt lang miteinander beschäftigt. Und das, obwohl der Sex an sich ziemlich kurz und schnell gewesen war. Er musste lachen, über sich, über seine dumme Laune und darüber, dass es keinen Grund gab, den Dämon anzugrollen und er es trotzdem tat.

"Menschen sind nicht logisch", sagte er. "Dämonen aber auch nicht. Ich fasse noch mal unseren Plan zusammen wir brechen jetzt endlich mal auf und versuchen, das Nest zu finden. Entweder machen wir dann die Schatten platt oder wir schlagen ein frühes Lager auf. Und dann, mein Lieber, werde ich mich mal den Runen widmen, die dich verunstalten. Wenn du nicht lautstark protestierst, versuche ich, sie aufzulösen. Hoffentlich können wir damit des unseligen Befehls Herr werden, der macht, dass du ständig springen musst, sobald ich nicht aufpasse, wie ich was sage."

Sariel war in die Hocke gegangen, um den Kessel in seinem Rucksack zu verstauen. Von dort aus sah er zu Daron hinauf und grinste. "Hörst du mich protestieren?"

Mit einem Glucksen stieg Daron in seine Stiefel, warf den Rucksack über die Schulter und nahm seinen Stab auf. Dann hielt er Sariel die Hand hin, um ihn hochzuziehen. Eigentlich hatte er es nicht vorgehabt, aber entweder war der Schwung zu viel oder Sariel legte etwas zu viel Enthusiasmus ins Hochkommen, auf jeden Fall hielt er ihn gleich darauf in den Armen. Sie sahen sich an und lachten.

Daron hatte sich schon lange nicht mehr so unglaublich gut gefühlt, als sie endlich aufbrachen. Und das änderte sich auch nicht, obwohl sie keine Spuren der Schatten mehr entdecken konnten. Er fand ohne Probleme zu den Stellen zurück, wo noch immer die Schweinemumien lagen, doch sollte es weitere Spuren von dort aus gegeben haben, hatte der Regen sie weggewaschen.

Sie folgten dem Hang abwärts und hielten Ausschau nach Höhlen und Felsspalten, vergeblich. Die Vegetation wurde dichter, Buschwerk und Ranken wuchsen an Stellen, wo mehr Sonnenlicht den Boden erreichte. Erst unterschwellig, doch immer deutlicher werdend konnten sie das Rauschen und Glucksen eines Gebirgsbaches wahrnehmen.

"Das sieht gut für dich aus." Daron grinste, als sie den Bach nur wenig später erreichten. Er sprudelte über moosbedeckte Felsblöcke und um Wurzeln herum und hatte sich bereits ein eigenes tiefes Bett gegraben, das ein einfaches Überqueren an dieser Stelle unmöglich machte.

"Umso mehr, da in diese Richtung", gut gelaunt deutete Sariel den kleinen Strom abwärts, "das Dorf liegt. Und das war dein Ausweichplan, sollten wir die Schatten nicht finden."

Sie folgten dem Wasserlauf ein wenig oberhalb am Hang, da direkt am Ufer die Vegetation ein Vorankommen erschwerte.

"Unser Rastplatz", bestimmte Sariel am späten Nachmittag energisch, als der Bach einen weiten Bogen beschrieb. Der felsige Untergrund trat frei zutage, so dass an der Stelle nur Moos und Flechten wuchsen und der Zugang zum Wasser frei war. Ein kleines, natürliches Becken lud zum Baden ein, auch wenn Daron die Vermutung hatte, dass es eiskalt war. Ein gigantischer Findling direkt am Steilhang war halb umgestürzt und hatte Halt an einem anderen gefunden. Darunter war ausreichend Platz für ein trockenes, geschütztes Lager.

"Unser Rastplatz", stimmte Daron bereitwillig zu. Sie konnten baden, mit den Runen herum experimentieren, vielleicht herumknutschen oder auch mehr. Der Gedanke bescherte ihm eine Welle der Hitze, die durch seinen Körper rauschte und den Teich auch noch in anderer Hinsicht interessant werden ließ. Und am Abend konnte er den Schutzkreis erst einmal weglassen, in der Hoffnung, dass die Schatten sie fanden, wenn sie schon die Schatten nicht fanden. Die Nacht war ihre Zeit, bis zum Sonnenuntergang war man verhältnismäßig sicher.

Das Lager war schnell aufgeschlagen, und während Daron sich noch daran erfreute, dass er Sternmiere für einen herb-frischen Salat sowie Melisse für den Tee gefunden hatte, hatte Sariel sich schon ausgezogen und war in das kleine Becken gesprungen. Daron grinste, als der Dämon prustend wieder auftauchte.Das Wasser war verdammt kalt, die Bestätigung hatte er bekommen, als er den Kessel gefüllt hatte. Sariel streifte sich mit beiden Händen das Wasser aus dem Gesicht und sah zu ihm hin.

"Komm rein, es ist herrlich!", versicherte er.

Daron lachte. "Das kommt ganz auf die Auslegung von 'herrlich' an. Wenn man sich gern alles abfriert, ist das Wasser bestimmt traumhaft."

Grinsend spritzte Sariel eine Handvoll Wasser in seine Richtung, erreichte jedoch nur das Feuer, das sich zischend beschwerte, und streckte sich. Daron beobachtete mit einer gewissen Bewunderung, wie sich die großen Lederschwingen entfalteten und die Hörner sich aus der Stirn empor schraubten. Es war wie mit allem, man musste sich erst einmal daran gewöhnen, ehe man die Schönheit im Fremden sehen konnte. Sariel war herrlich, auch in Dämonenform.

Als sich der Dämon zu waschen begann, wurde Daron bewusst, wie verschwitzt er selbst war, und dass sie sich am Morgen geliebt hatten. Mit einem Mal schien das kalte Wasser doch recht verlockend zu sein. Er konnte auch nicht verleugnen, dass ein gewisser Teil der Anziehungskraft davon ausging, wie Sariels schlanke Hände über seinen Körper glitten.

Bevor sein Begehren zu drängend wurde, wandte Daron den Blick ab und zog sich ebenfalls aus. Als er zu Sariel in das Becken stieg, zog sich alles zwischen seinen Beinen zusammen, und das Problem erledigte sich wie schon erwartet vollkommen von allein. Zischend atmete er ein und brachte damit Sariel zum Lachen. Seine Wäsche fiel kurz aus. Rasch rieb er sich ab, tauchte den Kopf unter und rubbelte durch die Haare, ehe er über die bemoosten Steine wieder aus dem Wasser kletterte. Die Luft erschien ihm balsamisch warm, und er setzte sich auf einen Findling, auf den durch die Baumkronen etwas Sonne fiel, um sich trocknen zu lassen.

Wenig später folgte Sariel ihm. Daron sah aus den Augenwinkeln zu ihm hin, bewunderte die Geschmeidigkeit in den Bewegungen, dann wandte er abrupt den Kopf und starrte Sariel auf den Schoß. Der Mann war kein Mann mehr. Zumindest war dort nichts, was darauf hinwies. Gar nichts, höchstens die Andeutung einer Schwellung.

Sariel grinste, gluckste und brach dann in schallendes Gelächter aus.

"Was?", fragte Daron ein wenig grummelig, weil er sich irgendwie zum Narren gehalten fühlte. Sariel mochte es nicht beunruhigen, aber wenn ihm plötzlich gewisse Teile zwischen den Beinen fehlen würden, er schauderte allein bei dem Gedanken daran.

"Himmel, dein Gesicht!" Noch immer glucksend setzte Sariel sich zu ihm und breitete die Flügel aus, um sie trocknen zu lassen. "Keine Sorge, es ist noch alles da", versicherte er ihm grinsend. "Das macht die Kälte. Du schrumpfst, ich zieh meine Geschlechtsteile ein. Genau wie beim Fliegen. Ist dir das noch nie aufgefallen?"

Jetzt musste auch Daron grinsen. Die Erklärung klang logisch. "Ich starre Dämonen für gewöhnlich nicht in den Schritt. Die meiste Zeit bin ich eher damit beschäftigt, ihren Klauen und den Feuerbälle auszuweichen, die sie mir entgegen schleudern. Und ich gestehe, die letzten Male, als du in all deiner Pracht vor mir standest, habe ich mich auch eher auf die Schwingen und die Hörner konzentriert."

"Oh, wenn sie dich so irritieren, kann man etwas dagegen unternehmen." Sariel legte den Kopf schief, zwinkerte ihm zu, und nur einen Moment später saß wieder der schöne Menschenmann vor ihm. Samt aller männlicher Attribute. "Besser?"

Daron legte ihm eine Hand in den Nacken, zog ihn leicht zu sich und küsste ihn auf den Mund. "Nein", sagte er bestimmt. "Vertrauter, aber nicht besser."

Das Lächeln, das Sariel ihm auf diese Worte hin schenkte, raubte ihm schlicht den Atem. Es schien den ganzen Mann von innen heraus glühen zu lassen, die Augen leuchteten wie die Sonne selbst. Das einzige, was er tun konnte, um sich nicht vollkommen zum Narren zu machen, war, den Mund beim Starren geschlossen zu halten.

'Göttin, wie kann ein Mann nur so atemberaubend, so traumhaft, so wunderbar sein?', dachte er verschwommen und mit klopfendem Herz.

"Darf ich dich berühren?", wisperte der Dämon.

"Immer." Darons Antwort war kaum lauter als ein Atemzug.

Das Lächeln füllte alles aus, dann kamen die goldenen Augen näher, schlossen sich, und nur einen Moment später legten sich die weichen Lippen auf Darons Mund. Darons Lider drifteten zu, als er den Kuss innig erwiderte. Er streichelte den empfindsamen Nacken, während er seinen anderen Arm um Sariels Schultern schob und den geschmeidigen Körper eng an sich zog. Mit dem Dämon ließ er sich nach hinten sinken, der sonnenwarme Stein ein angenehmer Kontrast zu seiner ausgekühlten Haut.

Sanft streichelte er mit den Fingerspitzen über Sariels Rücken, fuhr auf beiden Seiten des Rückgrats hinab, erfühlte die kleinen Grübchen am Ansatz des Hinterns und strich mit flachen Händen wieder zu den Schultern empor. Es war herrlich, Sariel auf sich zu spüren, die Beine rechts und links von seinen eigenen, während die schlanken Finger sein nasses Haar zerwühlten. Ebenso herrlich war es zu spüren, wie die kalte Haut wieder warm wurde, wie die Feuchtigkeit unter seinen Händen verschwand und weiche Trockenheit zurückließ. Warum nur hatte der Dämon so weiche Haut? Samtweich und fest zugleich über sehnigen Muskeln, die genau richtig ausgeprägt waren, um ihn zu definieren.

Sariels Zunge strich behutsam über seinen Mund, und als Daron sich ihm öffnete, zupfte er sanft an der Unterlippe. Der kleine Biss, der folgte, war derart zart, dass er kaum zu spüren war. Für einen Moment ließ er von ihm ab, nur der Atem streifte die empfindsame Haut, dann schmiegten sich die Lippen des Dämons erneut auf seine.

Eine lange Zeit küssten sie sich einfach nur weich, ehe Daron die Zunge in Sariels Mund gleiten ließ. Der Geschmack ließ ihn aufseufzen; ein weiteres Mal seufzte er, als ihm die Zunge des anderen Mannes entgegen kam und sanft um seine herumstrich. Sanft neckten sie einander, erkundeten den anderen, suchten, forschten, fanden.

Die Küsse machten Daron trunken, er konnte nicht genug davon bekommen, und so lockte er Sariel eine ganze Weile immer wieder zu sich zurück, wenn der Dämon sich lösen wollte. Doch schließlich zogen die Lippen eine Bahn an zarten Küssen von seinem Mundwinkel über die Wange zu seinem Ohr. Der warme Atem schickte einen Schauer durch Darons Körper, der sich noch verstärkte, als Sariel sanft an seinem Ohrläppchen nippte.

Er drehte den Kopf leicht und küsste seinerseits über den dunklen Hals. Sariel seufzte voller Wohlbehagen, ehe er sich halb mit dem Oberkörper aufrichtete und mit einem Lächeln auf Daron hinab sah. Er strich ihm die Haare aus der Stirn, fuhr mit einer Fingerspitze den Nasenrücken entlang. Dann setzte er sich auf Darons Hüfte auf und ließ beide Hände über seine Brust streichen.

Die Finger hinterließen warme Spuren auf seiner Haut, als hätte der Dämon sie entzündet. Daron umfing die Hände und zog sie an seine Lippen, um erst die eine, dann die andere zu küssen. Dann richtete er sich auf und umarmte Sariel erneut, um ihn in einen weiteren tiefen Kuss zu ziehen.


Pandorah