Unverhofft lebenslänglich

I - 9.

Adiva saß in seinem Empfangsraum mit der Anwältin zusammen und ließ die Nachricht seiner Frau noch einmal vor seinen Augen ablaufen. Er erschauderte und zog das gehäkelte Schultertuch weiter um sich herum. Sie verlangte einen Ersatz für den Sklaven, den er befreit hatte. Sie wollte ihn verpflichten, diesen Ersatzmenschen persönlich bei ihr abzuliefern.

"Das kann ich nicht", flüsterte er heiser und schauderte noch einmal, als er die Aufzeichnung von ihren scharfen gelben Augen mit einem Blick direkt auf ihn und den Sätzen "Das bist du deinem Eheversprechen und dem Namen, den zu tragen ich dir erlaubt habe, schuldig!" noch einmal abspielte.

Die Anwältin nickte leicht und meinte beruhigend "Ich habe die Gesetzeslage überprüft. Sie ist im Recht auf einen Sklaven zum Ersatz, aber den kann ich über meine Kanzlei auf Jabir erwerben und ihr zustellen. Ich habe schon einige in Aussicht, die geeignet wären." Sie schaltete die Aufzeichnungen um zu einigen Gesetzen der Abd Jabir und wies Adiva auf seine Rechte hin, die von seiner Frau missachtet worden waren. "Das Problem ist, dass du von deiner Mutter aus die Erlaubnis, euren Familiennamen zu tragen, nicht erhalten hast, Adiva. Deswegen wirst du den Namen al Rimon weiterhin tragen müssen, auch wenn er... schmerzhafte Erinnerungen birgt."

Adiva erschauderte noch einmal, dann nickte er leicht und flüsterte "Alles ist mir recht, solange ich nicht zu ihr zurück muss, Hafila."

Die Anwältin lächelte. "Nein, keine Sorge. Ich stehe mit meiner Organisation davor, dass diese Frau sich noch einmal an dir vergreifen kann. Du bist zudem ein guter Arzt und ein Forscher auch noch. Ich habe deinen Artikel über die Zusammenhänge zwischen Caley und Menschen gelesen. Ein sehr interessanter Ansatz. Wenn du magst, frage ich bei der Forschungsgesellschaft Interplanet einmal nach, ob nicht jemand eine Reise nach Caley unterhalten würde für einen Forscher, der sich dorthin wagt."

Adiva sah die Anwältin an und blinzelte erstaunt von der Möglichkeit. "Das wäre herrlich! Ich... durch die Abschlagszahlungen an die Piraten, die mich gefahren haben, bin ich noch immer verschuldet und habe keine Mittel, um nach Caley zu fahren."

"Ich weiß. Und dann kommt mein Honorar dazu, tut mir leid." Es klang ein wenig zerknirscht, als wäre es ihr peinlich.

Adiva senkte den Kopf noch tiefer. "Ja. Aber das werde ich nicht schuldig bleiben! Versprochen!"

Sie erhob sich und ließ das Lesebrett in ihre Tasche gleiten. "Nun, das glaube ich dir natürlich, und ich versichere dir, dass es keinerlei Probleme bereitet, wenn du mit den Zahlungen ein wenig wartest. Immerhin kann es sein, dass deine Forschungsergebnisse auf Caley, solltest du eine Reise dorthin unternehmen wollen, zu einem brauchbaren Vermögen werden könnten."

"Ich danke dir."

"Nein. Du hast den Frieden verdient. Noch wenige Tage, dann ist die Ehe zwischen dir und der Familie Rimon annulliert. Wir müssen nur noch ein Namensrecht erstreiten, dann hast du es überstanden." Mit einer Hand berührte sie eben gerade seinen Kopf, dann ging sie mit schnellen Schritten aus dem Haus.

Seufzend blickte Adiva der Anwältin nach, deren Löwenschweif energisch mit jedem ihrer Schritte zu ihrem Fahrzeug über seine Blumenbeete schwang. Die Geste am Schluss ihrer Unterhaltung hatte ihn traurig gemacht. Hafila hatte ihn gern, und sie hatte schon einmal angedeutet, dass sie ihn in ihre eigene Familie aufgenommen hätte, aber sie konnte nicht. Sie hatte vier Männchen, aus drei Beziehungen hatte sie ihre sechs Söhne und aus der letzten endlich eine Tochter. Das war genug Familie, und er wollte nicht als fünftes Männchen zur Belastung werden, zumal schon Kinder aus ihm geboren worden waren.

Müde ging er zur Klinik und war direkt froh, dass er dort auf Devi traf, der um ein starkes Schlafmittel bat, damit er seinen Gefährten beizeiten betäuben und auf diese Art nach Caley verschleppen konnte. Lachend versuchte Adiva, es dem energischen und nun außergewöhnlich großen und kräftigen Caley auszureden, aber versprach zugleich, dass er helfen wollte, wenn es keinen anderen Weg geben würde.

 

Daniel war erleichtert, dass sie endlich offen über sein Schwulsein geredet und Cedric es einfach akzeptiert hatte, ohne eine Szene zu machen. Leider half es gar nicht in seiner Einsicht, dass er und Devi ein schönes Paar abgaben und er ohnehin keine Wahl hatte. Das machte es natürlich nicht einfacher; Ced war nie der Typ gewesen, der sich ergeben fügte, wenn es keine gab. Zumeist schuf er sich eine, gleichgültig wie absurd es war.

Immerhin war er nicht mehr abweisend zu Devi, als dieser endlich nach Hause kam, und Daniel beschloss, dass es mal wieder eine gute Taktik wäre, die beiden sich allein zu überlassen, in der Hoffnung, dass Devi mit seinen neuen Informationen etwas anfangen konnte oder Cedric sich nachdenklich stimmen lassen würde. Er machte einen langen Spaziergang durch einen botanischen Garten, von dem er wenig mitbekam, so sehr war er ins Grübeln um diese unangenehme Situation versunken, trank dann einen Tee in einem sehr stilvollen Pavillon, und allmählich drifteten seine Gedanken zu dem kleinen Abd Jabir Arzt, den er schon seit Tagen nicht mehr gesehen hatte.

Das Lesegerät hatte er ihm kurz zu Hause vorbei gebracht, nachdem er sich die Kopie des Buches selber besorgt hatte. Er hatte daraufhin noch mehr Bücher von ihm bekommen, aber dann war Adiva so beschäftigt gewesen, dass er nur eine vage Einladung ausgesprochen, ihn aber nicht gedrängt hatte. Seufzend trank er einen kleinen Schluck und verfolgte den Flug einer Libelle über dem hübsch angelegten See, an dem der Pavillon stand. Er vermisste die Gespräche mit Adiva, die ungewöhnlichen Ansichten, die er immer offenbarte, womit er ihn zum Nachdenken brachten, und er hatte schon wieder unzählige Fragen. Aber bald würde er gehen. Devi konnte und würde den Aufbruch vermutlich nicht mehr lange hinauszögern.

Eigentlich bot das die perfekte Ausrede, um den Arzt noch einmal aufzusuchen. Er musste ihm sein Lesegerät zurückgeben, und er konnte ihn fragen, ob er einen Vorschlag hatte, wie man Cedric und Devi zusammen bringen konnte, in Frieden und Eintracht und nicht als einen unsicheren Waffenstillstand in einem alles andere als ruhigen Kriegsgebiet. 'Ausrede? Ich brauche keine Ausrede dafür!' Daniel lächelte und stand auf, nachdem er den Tee bezahlt hatte. Vielleicht würde er ja Ced einfach auf Caley absetzen und dann hierher zurückkommen, um selber ein wenig Urlaub zu machen.

Es war bereits Abend, als er in seine Suite zurückkam, um die Bücher zu holen. Aus dem Schlafzimmer von Ced und Devi drangen gedämpfte, fast vertraulich zu nennende Stimmen zu ihm, und so beeilte er sich, um nicht zu stören. Kurz überlegte er, ob er sich umziehen sollte, befand dann aber die weiße Hose und das hellblaue Hemd auch für die spätere Stunde noch passend genug, um die Suite wieder zu verlassen, ohne dass die beiden ihn bemerkt hatten.

Daniel war guter Laune, als er nur wenig später vor dem Haus des Doktors parkte, seine Tasche aufnahm und mit beschwingten Schritten durch den kleinen Garten zur Haustür ging. Bevor er jedoch anklopfen konnte, hörte er ein leises Auflachen, das eindeutig zu Adiva gehörte, dann eine Frauenstimme, die antwortete. Er blieb stehen, während seine Laune leicht sank. Adiva hatte also schon Besuch. Sollte er trotzdem klingeln, um ihm die Bücher zurückzugeben? Oder einfach über den hübsch gepflasterten Weg um das Haus zu der Terrasse gehen, von der er durch die traditionelle Bauweise der Abd Jabir Häuser wusste, dass sie dort lag, um sie ihm zu überreichen und dann gleich wieder zu verschwinden? Dann musste Adiva sich nicht von seinem Gast entfernen.

Zögernd machte er ein paar Schritte, grübelnd, ob es überhaupt angemessen war, sich so aufzudrängen. Doch ehe er zu einem Schluss gekommen war, hatte er die Hausecke erreicht. Auf der Terrasse saß auf einem zierlichen, weißlackierten Stuhl, der fast ein wenig klein für sie wirkte, eines der großen Abd Jabir Weibchen, mit dem Rücken ihm zugewandt und Adiva halb hinter ihrer breiten Statur versteckend. Gerade beugte sie sich vor, um mit einem warmen Auflachen die schlanke Hand zu berühren. Und Adiva sah zu ihr auf, das zarte Gesichtchen ganz Strahlen und Wärme.

Daniel war sich mit einem Mal bewusst, dass er sehr stören würde, aber noch deutlicher spürte er die Kälte, die sich in seinem Bauch sammelte, gemischt mit Wut, Enttäuschung und in kleine spitze Scherben zerspringender Hoffnung.

"... hat die Richterin gesagt, dass sie sich für die Gesetzgebung im Familienrecht interessieren wird, Adiva. Dein Fall, gerade weil er die mächtigsten beiden Familien betroffen hat, wird vermutlich... Ist etwas?" Hafila drehte sich um und folgte Adivas Blick, der von erstauntem Blinzeln begleitet in Richtung seines Gartens geglitten war.

"Oh. Guten Abend." Hafila, ganz das Weibchen, erhob sich, um Daniel entgegenzutreten, noch bevor Adiva etwas hatte sagen können. "Der Doktor hat einen freien Abend. Sie müssen schon zur Klinik fahren und die Nummer dort wählen."

Adiva legte eine Hand auf Hafilas Arm. "Er ist kein Patient. Komm doch zu uns, Daniel! Ich bringe rasch noch ein Glas Wein für dich!" Schnell huschte Adiva zu seiner Anrichte, auf der ein Weinkühler und ein Teller mit Obst und kleinen Broten standen.

"Guten Abend." Daniel verneigte sich leicht vor ihr, eine ausreichende Begrüßung, wie er dank seiner Lektüren nun wusste. Er brachte sich zu einem Lächeln, nach dem ihm nicht zumute war, und noch viel weniger war ihm danach, mit Adiva, der ein Weibchen seines Volkes anschmachtete, zusammenzusitzen. "Mach dir keine Mühe mit mir, Adiva. Ich bin nur hier, um dir deine Bücher zurückzubringen. Ich wollte nicht stören."

"Nein, tust du nicht. Daniel, dies ist Hafila al Nahdi al Zeshan, meine Anwältin. Dies ist Daniel, ein Wissenschaftler, der sich für die Caley interessiert", stellte Adiva vor. Er verneigte sich entschuldigend. "Ich hole dir rasch ein Glas."

Und zudem lief Adiva nicht nur ein Glas holen, sondern auch um einen raschen Blick in den Spiegel zu werfen. Er hatte, um Hafila zu gefallen, sehr traditionelle Kleidung angelegt. Die Farben der momentanen Göttin Nahdi, fast schwarzes Mitternachtsblau zu Silber, um sie weiter zu ehren, da sie ihn zur Geburtstagsfeier eingeladen hatte, auch wenn er wegen seiner Arbeit nicht hatte teilnehmen können. Prüfend warf er einen Blick in den Spiegel, ob auch die kleinen dunkelblauen Ziersteinchen um seine Augen noch perfekt saßen und schalt sich dann einen dummen Jungen.

Hastig holte er den silbernen Kelch, der zu den dunkelblauen Blumen ebenfalls passend für das Essen mit Hafila gekauft worden war. Adiva gab es für sich zu, er hatte ihr gefallen wollen, vielleicht einfach, weil er schon so lang allein gewesen war. Nun, angesichts der Anspannung in Daniels Ausdruck eben gerade, schämte er sich fast für sein flirtendes Verhalten. Er hatte ein verheiratetes Weibchen zu sich eingeladen, ohne für einen Aufpasser zu sorgen, und dann hatte er auch noch Wein getrunken und sich für sie geschmückt. Albern war das und peinlich. Im Grunde sollte er sich bei Hafila für sein Verhalten entschuldigen, und er dankte Daniel, dass dieser nun unfreiwillig oder nicht die Funktion des Aufpassers einnehmen würde und so für einen ehrenvollen Abend sorgte.

Nach einer Begrüßung der großen Frau mit dem aufgestellten Haar, das ihren Kopf wie eine Löwenmähne umgab, nahm Daniel Platz. Auch Adiva zuliebe würde er nicht versuchen, die Regeln für ein gut erzogenes Männchen seiner Gesellschaft zu imitieren. Immerhin war er ein Mensch, kein Abd Jabir, und sie befanden sich nicht auf dem Heimatplaneten seines Volkes. Er beschloss, dass er ein Glas Wein überleben würde, selbst wenn Adiva seine Anwältin anschmachtete, und dann würde er sich diskret zurückziehen. Gedanklich strich er seinen weiteren Aufenthalt im Palast der Schätze wieder, wahrscheinlich würde er eher nach Hause fahren, da Cedric auf Caley auch erst einmal besseres zu tun haben würde.

Als Adiva auf die Terrasse zurückkehrte, hörte er, wie Hafila dem Mann offensichtlich eine Frage über die Aufteilung des Hauses beantwortete. Gerade sagte sie "... und dahinter kommt dann der Trakt des Familienoberhauptes. In Adivas Fall stehen diese Räume vermutlich leer."

Er trat zum Tisch und ließ sich neben Daniel nieder. "Ja. Ich hatte Angst, dass ich als unverschämt bezeichnet werde, wenn ich dort Bücher oder andere Dinge unterstelle. Immerhin bin ich einige Male von Detektivinnen besucht worden."

Hafila warf ihre Mähne und erwiderte erbost "Ich bin froh, dass wir diesem Gehabe ein Ende bereiten konnten, Adiva!" Sie schenkte Daniel vom Wein ein und sagte ein wenig leiser und entschuldigend "Aber was reden wir hier. Das ist kein Thema für einen schönen Abend, auch wenn ich gleich wieder nach Hause muss. Immerhin bin nicht nur ich in der Woche der Nahdi geboren, auch vier meiner Söhne, und sie alle sind zum Feiern auf diesen Planeten gekommen."

"Meine Söhne sind ebenfalls unter Nahdi geboren", meinte Adiva leise und zupfte an der nahezu durchsichtigen Tunika mit den silbernen Stickereien. "Deswegen haben ich ja die Farben ihrer Ehrung so reichlich bei mir. Aber ein Besuchsrecht zu erstreiten, kam für mich nicht in Frage."

"Das tut mir leid", sagte Daniel ehrlich und fühlte sich noch mehr so, als sei er ungebeten in etwas eingedrungen, an dem er keinen Anteil haben sollte. Wenn er wenigstens geklingelt hätte oder einfach am nächsten Morgen wiedergekommen wäre! Doch er ließ sich sein Unbehagen nicht anmerken. Oft genug hatte er an Veranstaltungen teilgenommen, die ihn nicht interessiert hatten; es hatte ihn gelehrt, höfliche Aufmerksamkeit zu zeigen und seine wahren Gedanken nicht zu verraten. So verriet er nun auch nicht, dass Adiva viel zu niedlich in den Farben zur Ehre der Göttin seiner Söhne aussah. Er nippte an dem Wein, lobte ihn gleich darauf und fragte, da er ihm unbekannt war, nach der Herkunft, in der Hoffnung, den Hinweis der Anwältin richtig verstanden zu haben und das Thema zu wechseln. Er wollte Adiva nicht in die Verlegenheit bringen, über Dinge der Höflichkeit halber reden zu müssen, die er vor einem Fremden, und das war Daniel nun leider einmal, nicht preisgeben wollte.

Adiva genoss die Unterhaltung mit Hafila und Daniel. Vor allem genoss er, wie viel Daniel bereits gelernt hatte. Er hatte so viel Takt, Hafilas Meinungen nie in Frage zu stellen, und er schaffte es, sie mit seinen Fragen zum Rechtssystem der Abd Jabir nicht nur zu hitzigen Reden über ihre Arbeit zu bringen, sondern auch den Abend zu verlängern. Endlich blickte Hafila erschrocken gen Himmel, wo sie, wie viele Abd Jabir in der Fremde, an der Farbe der Monde die Zeit abzulesen versuchte, was natürlich fern der Heimat nicht gelang.

"Ich sollte wirklich nach Hause gehen. Es war ein herrlicher Abend, Adiva. Es hat mich sehr geehrt und gefreut, dich in Nahdis Farben sehen zu dürfen." Sie stand schwungvoll auf und küsste ihn sachte auf den Kopf, dann drehte sie sich um und nickte Daniel leicht zu. "Es hat mich gefreut, einen so interessierten freien Menschen zu treffen. Auf bald!"

Adiva folgte ihr zu seiner Pforte und winkte einmal, als sie mit ihrem kleinen Wagen über den dunklen Weg davon schoss. Ein wenig nervös drehte er sich dann zu Daniel um. "Willst du dir vielleicht das Haus einmal ansehen?"

Der Abend war für Daniel erstaunlich angenehm und sehr interessant verlaufen, so dass er beinahe seine Eifersucht vergessen hatte. Doch sie war unvermittelt heftig wieder aufgeflammt, als die Abd Jabir Adiva derart vertraulich berührt und der zarte Arzt dabei auch noch einen Ausdruck von Freude gezeigt hatte. Er versuchte, das biestige Gefühl in seinem Magen niederzukämpfen, während er sich zu einem höflichen Lächeln brachte. "Wenn du nicht der Meinung bist, dass ich mich schon unziemlich lange aufgedrängt habe, würde es mich freuen."

"Du bist kein Weibchen, da ist es nicht unziemlich. Ich bin dir im Gegenteil sogar dankbar, denn so hast du mich vor einem schlechten Gewissen gerettet. Eigentlich sollte ich nicht so lange allein sein mit einem Weibchen wie Hafila. Da ändert es nichts, wenn sie schon ausreichend viele Männchen hat." Adiva hielt Daniel den Perlenvorhang auf und wies in das Empfangszimmer. "Hier darf ich Gäste empfangen, das tue ich aber meistens auf der Terrasse, weil es hier immer so warm ist."

'Eigentlich, sagt er.' Das Stechen in Daniels Bauch nahm wieder zu, als er zudem merkte, dass Adiva ihn ausschloss aus jeder Art von möglicher Nähe. Wegen ihm musste er also kein schlechtes Gewissen haben und unziemlich war es auch nicht. Das war es wohl, das Aus für seine kleinen Träume.

"Dann freut es mich, dass ich dir behilflich sein konnte", antwortete er ein wenig hölzern und zwang seine Aufmerksamkeit in das Empfangszimmer, das er ja schon einmal hatte ansehen können. "Ich mag die Art, wie dein Volk alles mit Mosaiken verziert. Sehr farbenfroh."


© by Jainoh & Pandorah