Unverhofft lebenslänglich

I - 12.

Devi hatte der Fähre nachgesehen und sich überlegt, ob er diesen blonden Mann, Daniel, er sollte ihn bei seinem Namen nennen, das wollte Cedric so, umbringen wollte. Doch als Daniel zu ihm zurück blickte, während Cedric neben ihm noch fröhlich winkte, meinte Devi, ein Zwinkern zu sehen und blinzelte ein wenig. Nach einer Weile begriff er, dass Daniel Cedric absichtlich fort brachte und beschloss, dass er sich dann also um die Reise kümmern würde.

Er arrangierte eine Kabine für sich und seinen Schatz, die er im Zwischendeck buchte, wo es ruhig war und niemand aus Versehen hinstolpern würde. Das Geld dafür erhielt er aus der Sammelkasse der Caley, die dank ihrer reichlichen Trinkgelder immer gut gefüllt war. Ein großer Anteil des Geldes stammte immerhin von den Resten seiner Ersparnisse.

Der Abend kam für Devi rasch herbei, weil er so vieles noch vorbereiten wollte und musste. Allein die Ableger der Blumen aus dem Tempelgarten, die er mitbringen wollte, kosteten ihn einiges an Mühe. Adiva war nicht da, und so musste er sich erst mit einer Priesterin im Garten streiten, bevor er sich einen Schmetterlingsflieder und kleine violett blühende Katzenminze aussuchen durfte.

Als die Sonnen sich neigten, traf er dann im Café auf Adiva, mit dem er mit einigen Puppen der Caley gemeinsam zu Abend aß und die Reise plante. Er erzählte ihm von seinen Plänen mit Cedric und bat ihn, beizeiten nach seinem Schatz zu sehen, da Devi selber vermutlich durch die vielen Feierlichkeiten auf dem Schiff hin und wieder abgelenkt sein würde. Es war Tradition, die Caley, die Meta geworden waren, zu verschleppen und zu zwingen, mit allen zu feiern.

Die Stimmung war herrlich, auch wenn Devi Cedric sehr vermisste. Alle waren fröhlich und ausgelassen, sogar der kleine Doktor lachte und stimmte in eines ihrer Lieder mit ein. Zwei Puppen der Caley, die ein wenig betrübt gewesen waren, schmusten mit Devi und ließen sich von ihm trösten. Freudig dachte er an seine Puppe und an die zehn Jahre, die er mit dem Kleinen und seinem Gefährten gemeinsam verbringen würde.

 

Es überraschte Cedric maßlos, dass Devi nicht am Hafen auf ihn wartete, und es trug nicht dazu bei, dass seine Laune besser wurde. Hatte sein Plan vielleicht gar Erfolg gezeigt, und Devi stellte fest, dass man sich auch gut allein amüsieren konnte? Er war schweigsam, als Daniel den kleinen Wagen zurück zum Hauptgebäude des Palastes lenkte, ohne ihn in seinen Grübeleien zu unterbrechen. Die nächste Enttäuschung kam, als sie die Suite betraten und diese leer war. Kein Devi, der ihn begrüßte.
Cedric fing einen Blick Daniels auf und knurrte ihn gereizt an "Keine falschen Vorstellungen, Mann!"

Dann verschwand er im Schlafzimmer, um sich umzuziehen. Eine Dusche brachte keine Erleichterung, und so verließ er nur kurze Zeit später die Suite wieder, um sich zu den Hallen der Caley aufzumachen. Zwar wurde er fröhlich begrüßt, aber er brauchte nicht lange, um herauszufinden, dass Devi sich hier nicht aufhielt. Dafür erzählte ihm die schwarzhaarige Puppe, die Adiva immer half, dass Devi dort gewesen war.

Cedric beschimpfte sich als einen Idioten, einen absoluten Volltrottel und noch weitaus schlimmer, als er sich bedankte, eine Wagen auslieh und in die Klinik fuhr. Dort wurde er auf das Café verwiesen, und obwohl er fast schon damit rechnete, dass er wieder nur weitergeschickt werden würde, wenn überhaupt jemand den Caley gesehen hatte, wurde er doch von dem vertrauten, warmen Gelächter empfangen. Devi amüsierte sich wohl wirklich prächtig allein. Das erleichterte Gefühl, das durch Cedric hindurch rieselte, mischte sich mit einem kleinen Stich, den er energisch verdrängte, als er mit beschwingten Schritten und lieber nicht daran denkend, was dieses Vermissen bedeuten konnte, der Stimme folgte.

Er wich einem Kellner aus, umrundete einige zierliche, helle Säulen und streifte eine der hauchzarten Stoffbahnen beiseite, die das Café unterteilten. Ein Lächeln überzog sein Gesicht, als er Devi sah, groß und schön und... sehr offensichtlich in der Lage, alleine Spaß zu haben. Zwei Caleypuppen waren schon mehr in ihn gekrochen, als sich an ihn zu schmiegen, und Devi streichelte sie, küsste eine der beiden, lachte wieder. Cedric war nicht auf den biestigen Stachel vorbereitet, der sich mit einem Mal in seine Brust bohrte und von dort viele kleinere mit Widerhaken aussandte, die durch ihn hindurchkrochen und sich überall festsetzten.

Nein, der Herr kam wirklich ausgezeichnet ohne ihn zurecht. Worüber hatte er sich überhaupt Gedanken gemacht? Warum hatte er ihm geglaubt und war nahezu bereit gewesen, sich ihm an den Hals zu schmeißen? Was für eine Ironie! Was für eine selbstzufriedene Idiotie zu glauben, dass Devi ihn vermisste!

'Morgen', dachte er grimmig und wandte sich harsch ab. 'Morgen buche ich den Flug nach Vash'esi. Nein, heute Abend noch!'

Devi hob den Kopf und nahm wahr, dass Cedric sich gerade aufmachte, wieder fortzulaufen. Er sprang auf, was die Puppen links und rechts von ihm mit lautem Quieken umfallen ließ, und setzte ihm nach. "Endlich bist du wieder da!" Mit einem weiten Satz hatte er Cedric eingeholt und schloss ihn in seine Arme, um sich von hinten an ihn zu schmiegen. "Endlich! Die Puppen haben mich schon für dumm erklärt, weil ich Angst hatte, dass du mit dem Blonden abhauen willst."

Das Gefühl, ihn wieder so nah bei sich zu spüren, ließ Cedric schwindeln. Als hätte er endlich wieder Luft zum Atmen oder als würde sein Herz weiterschlagen, nachdem es aufgehört hatte. 'Albern', dachte er verschwommen und fügte knurrig hinzu "Die Puppen, von denen du nicht genug bekommen konntest? Ich bin nicht derjenige, der mit anderen rumknutscht, und ganz gewiss nicht mit Daniel."

"Ich hab sie nur getröstet, Cedric. Ich weiß, dass du Recht auf Eifersucht hast, und wenn es dir nicht gefällt, werde ich nie wieder eine Puppe in den Arm nehmen", versprach Devi ernsthaft, auch wenn er es merkwürdig fand, dass Cedric, der gerade den ganzen Tag mit dem Blonden weggefahren war, ihm Vorwürfe machte.

"Ich bin nicht eifersüchtig", widersprach Cedric heiser. "Es ist nur..." Er verstummte, weil er nicht wusste, was er sagen sollte. Es war nur, weil er nicht auf ihn am Hafen gewartet hatte? Weil er genau das getan hatte, zu dem ihm Cedric hatte bringen wollen? Weil er zudem noch zufrieden dabei ausgesehen hatte? Und außerdem sollte er sich endlich aus seinem Griff befreien und nicht jedes Mal erschauern, wenn Devi etwas direkt an seinem Ohr sagte, während der warme Atem ihm streifte!

Devi zog seinen Schatz zu sich auf den Schoß, während er sich in einer etwas versteckteren Ecke niederließ. Sachte strich er ihm die wuscheligen Haare aus dem Gesicht und küsste ihn, bevor er ernsthaft meinte "Ich weiß schon, du kannst es schlechter aushalten ohne mich. Das ist nicht schlimm, mein Kleiner, ich werde immer bei dir sein." Lächelnd blickte er Cedric in das irgendwie unglückliche Gesicht. "Hm? Was ist? Ist nicht alles wieder gut, Liebling?"

Cedric wünschte sich an einen Ort weit weg, wünschte, er wäre nicht hinter Devi hergelaufen wie ein dummer, liebeskranker Teenager. Ebenso wünschte er, dass er die Küsse nicht so genießen würde und seine Nähe, dass Devi ihn nicht immer behandelte, als hätte er das Recht, alle Entscheidungen zu treffen, als könnte er mit einer Umarmung alle Probleme auflösen oder als sei er gar die Lösung all dieser Probleme.

"Ich bin nicht dein Kleiner, Kleiner", sagte er abweisend und versuchte, sich aus Devis Griff zu befreien. Wieso noch mal hatte er sich darauf gefreut, ihn wiederzusehen?

Devi drückte ihn erneut an sich. Das war genau sein Cedric. Missmutig, grummelig, sich wehrend und dadurch noch einmal so begehrenswert. "Komm, wir verschwinden hier. Ich merke, dass du ein wenig Ruhe und Erholung brauchst. Ein Tag von mir weg kostet dich zu viel Energie." Mit sanfter Gewalt zog Devi seinen Liebling mit sich zum Wagen.

"Eine Stunde in deiner Nähe kostet mich viel mehr", grollte Cedric und wand sich entschlossen aus seinem Arm. "Ich kann alleine laufen, danke."

Wie viele Beweise brauchte er denn noch, dass es nicht gut gehen konnte mit Devi? Sicher, er hatte ihn den Tag über vermisst und sicher, er hatte den Moment in seinen Armen genossen. Aber dafür hatte Devi ihn keine zehn Minuten danach schon wieder wütend gemacht, drängte ihn zu Dingen, die er nicht tun wollte und entschied mal wieder, was angeblich das Beste für ihn war. In eisigem Schweigen ließ er nicht zu, dass Devi ihn noch einmal berührte. Er stieg auf der Fahrerseite in den Wagen, und als Devi besorgt fragte "Soll ich nicht lieber ans Steuer?" war es zu viel.

"Du kannst sogar laufen!" Wütend gab Cedric Gas, noch ehe Devi eingestiegen war. "Oder hier bleiben!", rief er ihm zu. "Und das ganze Bett für dich allein belegen, rechts oder links oder quer, wie es dir passt! Ich werde nicht mehr da sein!"

Überrascht blickte Devi dem davonbrausenden Wägelchen hinterher und machte sich dann daran, die Verfolgung aufzunehmen. Sein armer, verwirrter Schatz quälte sich so sehr, dass Devi sich schon ärgerte, weil sie noch zwei Tage überstehen mussten, in denen Cedric sich wieder und wieder selber so weh tun konnte. Wenn sie nur erst auf Caley wären, dann bliebe seinem störrischen Liebling keine andere Wahl mehr, als sich endlich einmal ernsthaft mit seinem neuen Leben auseinander zu setzen.

Leider waren vor dem Palast die guten Parkplätze schon belegt, so dass Cedric noch immer zornig in die Tiefgarage einfuhr. Verdammter Caley! Er war kein Kleinkind, das man nach Belieben kommandieren konnte!

Daniel zuckte zusammen, als er mit der Eingangstür zur Suite knallte, aber das war ihm egal. "Ich gehe. Danke, dass du hergekommen bist, aber jetzt kannst du dich deinem schnuckeligen Abd Jabir widmen und musst dich nicht mehr mit einem übellaunigen besten Freund abgeben."

Damit hatte Daniel nicht gerechnet, nicht nach diesem Tag in Sehnsucht. Verwirrt sah er den sehr offensichtlich zornigen Cedric an. "Bist du dir sicher? Was ist passiert? Hast du Devi nicht gefunden?"

"Oh doch." Cedric war schon unterwegs in das Schlafzimmer, wo er seine Koffer unter dem Bett hervor zerrte und sich die Tasche mit dem Computer samt Kamera umhängte. "Und ich habe keine Lust, mich länger als Besitzstück betrachten zu lassen. Hier hält mich nichts mehr, Dan. Die Reportage ist gelaufen, ich sollte ohnehin den Ort wechseln und bin schon zu lange hier, und dir tanze ich auch nur auf den Nerven rum. Ich fahre zum Raumhafen und nehme dort das nächste Schiff Richtung Vash'esi." Er lachte humorlos. "Ich schicke dir auch Ansichtskarten von den hübschen Jungs dort."

Daniel seufzte und stand auf. Hoffnungslos. "Hier. Ich habe ein Konto für dich angelegt." Er reichte ihm das unscheinbare Heftchen, in dem auch die Codes zu finden waren. "Du kannst es mir zurückzahlen, wenn deine Eltern sich wieder beruhigt haben. Eine brave Reportage über einen friedlichen Planeten sollte das tun."

Cedric hörte auf, über seine schweren Koffer zu fluchen und wandte sich um. Ein kleines, müdes Lächeln glitt über sein Gesicht, als er das Büchlein entgegennahm, einsteckte und Daniel dann umarmte. "Danke. Du hast wie üblich zu viel Geduld mit mir. Das nächste Mal bin ich erträglicher, versprochen. Dann gibt es keine nervigen Caleys mehr in meinem Leben."

"Soll ich dich bringen?"

"Nein, du kannst versuchen, Devi daran zu hindern, die Einrichtung zu zertrümmern, wenn er erfährt, dass sein Spielzeug wirklich keine Lust mehr hat, sein Spielzeug zu sein." Cedric grinste schief, knuffte Daniel noch einmal freundschaftlich, und endlich gelang es ihm, die Schwebefunktion zu aktivieren, damit er sich keinen Rückenschaden holte, auch wenn sein Gepäck noch so schwer war. "Ich melde mich, sobald ich gelandet bin."

 

Devi beeilte sich, weil er allmählich genug vom Vermissen hatte. Immer und immer wieder lief Cedric ihm davon. Es war verständlich, dass der schöne und schwierige Mann Anpassungsstörungen zeigte, das war bei einigen Menschen der Fall, und es war Devi schon in der Puppenlehre beigebracht worden, darauf zu achten, aber dieses Weglaufen brachte sie nicht voran.

Als er jedoch in der Suite ankam, fand er dort nur den Blonden vor, und zugleich bemerkte er, dass Cedrics Sachen fehlten. Offensichtlich hatte sein Schatz beschlossen, wirklich wegzulaufen. Gepackt hatte Cedric seine Sachen ja schon einige Male, aber stets hatte er das Weglaufen dann doch bleiben lassen. Ärgerlich fauchte Devi den Blonden und, wie er ihn nun in Gedanken nannte, den Nutzlosen an. "Wo hast du ihn hinlaufen lassen?! Wenn mein Schatz sich etwas tut! Er ist so verletzlich in diesem Zustand. Verdammt noch mal!" Das nächstbeste Einrichtungsstück, eine Obstschale, flog aus dem Fenster gegen die Balkonmauern, wo die Metallschale jedoch nach dumpfen Laut liegen blieb.

Daniel hatte nur darauf gewartet, dass Devi kam, natürlich wütend und sauer auf ihn, genauso wie er auf jeden anderen sauer gewesen wäre, der Ced nicht aufgehalten hätte. "So kommst du bei ihm nicht weiter", sagte er vernünftig, auch wenn Vernunft bei einem Caley in Bezug auf seinen Lebensgefährten wenig half. "Er fühlt sich eingesperrt von dir und bedrängt und ist es nicht gewohnt, seine Freiheit einzuschränken. Lass ihn gehen. Er wird von allein zurückkommen."

"In zwei Tagen geht der Flug nach Caley! Wie kann ich ihn gehen lassen, wenn er vielleicht so überaus dumm ist, auf einen anderen Planeten zu fliegen?! Wo ist er hin? Doch nicht etwa zum Raumhafen, oder?!" Ein Stuhl flog von einem kräftigen Tritt beschleunigt zu Boden, um Devis Stimmung zu untermalen.

"Ihr könntet den nächsten Flug nehmen, wenn Ced von Vash'esi wiederkommt", schlug Daniel vor. Dass es keinen Sinn hatte, konnte er im gleichen Moment schon an der finsteren und absolut nicht kompromissbereiten Miene des Caley sehen. Wieder wurde ihm klar, dass das, was er zu Adiva über die Metaform der Caley gesagt hatte, vollkommen der Wahrheit entsprach. Er konnte mit ihnen nichts anfangen, weder mit ihrem Körper, noch mit ihrem besitzergreifenden Verhalten. Dennoch beneidete er Cedric ein wenig darum, dass er so rückhaltlos geliebt wurde. "Gib ihm ein wenig Zeit und lass ihn zu dir zurückkommen."

Devi versuchte ruhig zu bleiben, auch wenn er den Blonden gern umgebracht hätte. "Wenn ich ihn nicht zurückhole, muss er sinnlos leiden! Selbst wenn er es schafft, sich von mir weiter zu entfernen, wird es ihm sehr schlecht gehen." Gereizt umkreiste Devi den Tisch. "Das musst doch sogar du wissen! Ich kann ohnehin nicht so lang warten mit der Rückfahrt. Bald mache ich mich für die Puppe bereit, dann bin ich nicht mehr so frei und kann einfach umher fliegen, das ist gefährlich in diesem Zustand." Wussten denn diese Menschen gar nichts? Wütend zerknüllte Devi ein Tischdeckchen und schleuderte es dem Stuhl hinterher. "Mein armer Schatz! Jetzt ist er allein irgendwo unterwegs! Wo ist er hin? Sag es endlich!"

Daniel zögerte; er hatte ein ungutes Gefühl dabei, Cedric zu verraten, aber laut seinen Büchern hatte Devi recht, mal abgesehen davon, dass er es als Caley wohl am besten wusste. "Er nimmt meinen Wagen zum Raumhafen und will von dort nach Vash'esi weiterfliegen, falls er es denn schafft und nicht bereits umkehrt, bevor er auch nur ein Shuttle betritt." Noch immer zögerlich fügte er hinzu "Wenn du dich eilst, kannst du ihn noch erwischen. Er hat in der Tiefgarage geparkt."

Devi rannte, so schnell er konnte, über die großzügigen Flure und Treppenaufgänge in die Tiefgarage hinunter. Zwei der Decks waren eine Fehlanzeige, dort war niemand, aber im dritten Tiefdeck hörte er Stimmen.

Die Elektrowagen und Limousinen standen gleichermaßen auf breiten, gut beleuchteten Stellplätzen, die zudem auch noch mittels Kamera überwacht wurden. Nur eine Ecke war in Dunkelheit getaucht. Offensichtlich hatte jemand den Bereich von der Kraftversorgung abgekoppelt. Von dort drangen die Stimmen zu Devi hervor und ganz schwach das Stöhnen von seinem Liebling. Noch bevor er darüber nachgedacht hatte, schlich er sich von der Seite zwischen den Wagen hindurch an.

Zwei Menschen waren bei Cedric, dem es offensichtlich nicht so gut zu ergehen schien. Seine kleine Fototasche lag auf dem Boden, Papiere, Geldstücke und andere kleine Dinge waren weit verstreut. Einer der beiden hielt Cedric am Hals gegen den Wagen gepresst, der andere durchwühlte eine zweite Tasche.

"Hier, er ist es! Cedric Kelsea! Endlich haben wir dich, Bürschchen!" Mit diesen Worten holte der Mann aus und schlug Cedric mit einem kleinen Knüppel gezielt nieder.

Devi heulte wütend auf und schoss auf die zwei Männer los wie ein Wirbelsturm. Seine Größe, aber auch der Überraschungseffekt verhalfen ihm zu einem schnellen Sieg über die beiden Männer, denen er leider keine weiteren Beulen zufügen konnte, weil sie zum einen bewusstlos waren und er Wehrlose nicht schlug. Außerdem kam der Sicherheitsdienst, und die Lage musste nach einigen Wirrungen zunächst geklärt werden, weil natürlich das wilde Wesen mit der Löwenmähne zuerst in Verdacht war.

Doch dann konnte Devi den am Wagen niedergesunkenen Cedric in seine Arme schließen und weckte ihn mit einem Eispack für die Beule und leisen Worten vorsichtig auf. "Liebling. Ich bin jetzt da und passe auf dich auf. Geht es wieder? Kannst du mich hören?", sagte er, so leise er konnte, an Cedrics Ohr und streichelte ihm voller Sorge immer wieder über die Wange.

Cedric war noch nie so froh gewesen, die tiefe, brummelnde Stimme zu hören, wie in diesem Moment. Sein Kopf schmerzte zwar derart heftig, dass er sich eigentlich vollkommene Stille wünschte, aber wenn Devi da war, hieß es, dass er sich in Sicherheit befand. Außerdem linderte die zarte Berührung die andere Art von dumpfen Druck, der schon wieder über ihm gelastet hatte, kaum dass er sich von Devi getrennt hatte.

"Mein Kopf tut weh", nuschelte er undeutlich und blinzelte, während er nach Devi tastete, seine übliche Weste zu fassen bekam und die Finger leicht darin vergrub. "Danke..."

Devi seufzte und drückte Cedric zärtlich einmal an sich. "Komm, ich bring dich erst mal in das Zimmer hoch, dort kannst du dich ausruhen, mein Kleiner." So sacht er konnte, hob er Cedric hoch und nickte den beiden Hotelangestellten zu, die ihm daraufhin mit den Taschen folgten.


© by Jainoh & Pandorah