Unverhofft lebenslänglich

I - 13.

In der Suite sandte er Daniel einen stechenden und äußerst wütenden Blick zu, aber sagte aus Rücksicht auf Cedric, der mit schmalen Augen in seinem Arm hing, nichts weiter als "Ruf einen Arzt für Menschen." Vorsichtig bettete er seinen Schatz in die Kissen und lehnte sich über ihn. "Du machst aber auch Sachen, Cedric. Ich bin immer und nur noch in Sorge um dich." Lächelnd legte er das Kühlelement wieder auf die Beule zurück.

Daniel erschrak, als Devi mit Cedric in einem derartigen Zustand zurückkam. Seinen ersten Gedanken, dass Devi seinen Gefährten mit Gewalt aufgehalten hatte, schob er jedoch gleich wieder beiseite. Alle seiner Bücher stimmten darin überein, dass ein Caley zwar einiges tun würde, um seinen Geliebten bei sich zu behalten, dazu gehörte jedoch nicht, ihn zu verletzen. Eher würde er sich selber etwas antun.

Daniel eilte davon, um einen Arzt zu benachrichtigen, falls das wirklich noch niemand getan hatte. Im Hinausgehen hörte er Cedric schon wieder deutlich munterer meckern "Untersteh dich, Daniel für irgendetwas verantwortlich zu machen. Ich bin ihm zwar ausnahmsweise dankbar, dass er dir verraten hat, wo ich zu finden bin, aber eigentlich sollte ich ihm böse sein."

Cedric schloss für einen Moment die Augen, und die Dunkelheit tat ihm gut, genauso wie die Kühle des Eisbeutels und ganz besonders Devis Sorge, die das beängstigende Gefühl, seinen Angreifern hilflos ausgeliefert zu sein, verwischen ließ. Es war nicht so, dass Cedric sich noch nie geprügelt hätte, er war nicht gerade klein und schwach, aber die beiden waren ausgebildet gewesen, genau das zu tun, was sie mit ihm getan hatten. Und wenn Devi nicht gekommen wäre... Er schauderte und sah wieder zu seinem aufdringlichen selbsterkorenen Leibwächter hoch. "Glaub mir, das hab ich nicht geplant, um dich in Sorge zu versetzen", versuchte er einen Scherz, um seine Nervosität zu dämpfen.

"Natürlich nicht, Cedric. Ich weiß doch, dass du das alles nicht aus Absicht machst." Devi blickte seinem Ein und Alles in die verkniffenen Augen und lächelte zuversichtlich. "Diese Anpassungsstörungen sind bald ausgestanden, mein Schatz", versuchte er zu trösten. "Ich gehe nicht ganz weg, ich will nur eben zu deinen Taschen und dir ein frisches Hemd holen, deins ist ganz dreckig." Vorsichtig ließ er Cedric los und trat zu den Koffern, die im Wohnraum der Suite standen, um eines der übergroßen Hemden heraus zu suchen, die schon nicht mehr die jüngsten waren und Cedric vielleicht gerade deswegen so gut gefielen.

Cedric schloss wieder die Augen, weil es seinem Kopf besser ging, wenn es dämmrig um ihn war, während ein Teil seines Verstandes es lächerlich fand, dass ihn Devis Abwesenheit mit einem Mal verängstigte. Aber der große Caley hatte ihn gerettet, vielleicht nicht sein Leben, wer konnte das schon wissen, aber mit Sicherheit hatte er ihn vor der schlimmsten Tracht Prügel seines Lebens bewahrt. Wieder schauderte er, und unvermittelt setzte ein Zittern ein, das er nicht unterdrücken konnte. Es hörte auch nicht eher auf, bis Devi wieder bei ihm war und ihn in die Arme nahm.

Daniel fragte erst einmal nicht nach, was genau geschehen war. Ungefähr konnte er es sich denken, und da Cedric sich in Devis Umarmung geborgen zu fühlen schien, wartete er ungeduldig auf den Arzt. Dieser stellte sich als eine energische, blonde Frau heraus und nicht, wie Daniel gehofft hatte, als kleiner zierlicher Abd Jabir. Er führte sie zu Cedric. "Devi, kannst du mal kurz von ihm ablassen? Es würde es der Ärztin leichter machen."

Cedric blinzelte an Devis Schulter vorbei und sah sich einer Frau gegenüber, die sein Herz durchaus schneller schlagen lassen konnte. Eine gute Figur, die sie zwar betonte, aber nicht übermäßig herausstrich, blaugraue Augen, deren Ausdruck mit scharfen Kommentaren rechnen ließ, wenn man ihr falsch kam, zusammen mit einem sympathischen Mund und einer energiegeladenen Art, allein wie sie ihre Tasche abstellte... Sein Herz schlug ruhig und gleichmäßig weiter, und er drückte Devi einmal vorsichtig, ehe er ihm zuflüsterte "Ich glaube, ich überlebe es, wenn du mich nicht festhältst."

Devi machte der Ärztin Platz und ließ sich auf der anderen Seite des Bettes nieder, ein wenig von Cedric entfernt. Sie untersuchte ihn und stellte eine leichte Gehirnerschütterung sowie eine Prellung der linken Schulter fest. "Sie sollten sich bis zu ihrer Reise nach Caley noch ausruhen. Auf der Fähre dorthin, so habe ich gehört, geht es immer sehr laut und fröhlich zu. Ich schreibe am besten ein Schmerzmittel auf und gebe Ihnen ein Beruhigungsmittel, damit Sie heute Nacht gut schlafen können."

"Ich danke Ihnen." Cedric widersprach ihr nicht; mit einem Mal erschien ihm die Reise nach Caley nicht mehr wie ein drohendes Übel, das ihn ans Ende der Welt befördern würde. Ein paar Wochen Ruhe konnte er wahrlich gut gebrauchen. Dazu Sonne, Strand und Meer, keine schwärenden Schatten, die ihn zu überfallen drohten, aber auch keine Bürokratie, wie sie wahrscheinlich nun auf ihn zukommen würde, weil er Anzeige gegen Unbekannt erstatten musste. Einmal abgesehen davon würde man ihn vermutlich ohnehin nun so schnell wie möglich aus dem Palast befördern, da man einen Cedric Kelsea mit seinem frechen Fotoapparat nicht hier haben wollte.

Als Daniel die Frau wieder höflich zur Tür brachte und wohl die Formalitäten mit ihr klärte, ließ Cedric sich nur zu gern wieder von Devi in den Arm nehmen. "Ich glaube, das größte Beruhigungsmittel habe ich ohnehin hier", murmelte er, das Gesicht in der wilden Mähne versteckt. "Danke, dass du da warst." Er schwieg einen Moment und fügte dann leise hinzu "Vielleicht kann ich mich doch mit dem Gedanken an Caley anfreunden. Wenn du mir versprechen könntest, dass du mich nicht aufhältst, wenn ich es auf deinen geliebten Inseln einfach nicht aushalte und weg will."

"Ich glaube nicht, dass du weg wollen wirst", erwiderte Devi zuversichtlich und drückte Cedric die Tablette in die eine Hand, um ihm ein Glas Wasser hin zu halten. "Nimm das und schlaf dich aus. Es war ein langer und anstrengender Tag für dich."

Cedric seufzte. Es hatte keinen Zweck, aber darüber wollte er jetzt nicht nachdenken. Ausnahmsweise einmal konnte er Devis bestimmender Art folgen, indem er die Schlaftablette nahm und sich dann vorsichtig gemütlicher zurecht ruckelte. Und er wusste, dass er sich bis ans Ende seines Lebens dafür schämen oder verfluchen würde, aber da war es schon zu spät, als er sagte "Bleibst du bei mir?"

"Immer. Ich lass dich nicht mehr aus den Augen."

Für diesen Moment fand Cedric diese Aussage sehr beruhigend, und er hob die Decke an, damit Devi zu ihm kam. Als sich die kräftigen Arme um ihn geschlungen hatten und der harte Körper sich an seinen schmiegte, besitzergreifend und schützend ein Bein über seine geschoben, seufzte Cedric leise auf, ehe er dem Schlafmittel nachgebend die Augen schloss.

 

Der nächste Tag verging in einer Art träger Zufriedenheit für Cedric. Daniel bekam erzählt, was passiert war und sorgte sich; ein paar Polizeibeamte fertigten ein Protokoll an und bedrängten ihn mit Fragen, aber nach einer Weile beförderte Devi sie sehr direkt wieder aus der Suite, um sich um so rührender und fürsorglicher um ihn zu kümmern, so dass Cedric einfach nicht anders konnte, als sich sicher zu fühlen. Sicher, geliebt und behütet.

Sein Kopf schmerzte noch immer, aber es war dank des Mittels erträglich. Sie vermieden es beide, von der Abfahrt der Fähre zu sprechen. Auf seine Bitte hin buchte Daniel einen Flug nach Vash'esi, der den Planeten in etwa zur gleichen Zeit wie die Fähre nach Caley verlassen würde, so dass sie gemeinsam zum Raumhafen fahren konnte. Daniel schien es zwar für keine gute Idee zu halten, aber er sagte nichts. Ganz sicher war sich auch Cedric seines Planes nicht, der Gedanke, Devi zu verlassen, war kein schöner. Doch er sagte sich, dass es notwendig war, da sie einfach nicht zusammen passten.

Es war die letzten zwei Tage dank Cedrics Verträglichkeit weitaus weniger anstrengend für Devi, als er es sich ausgemalt hatte. Seine Tasche mit den wenigen Kleidungsstücken und einigen Geschenken, sowie die Tasche mit den Blumen waren schnell gepackt, Cedric hatte seine Koffer ohnehin mehrfach gepackt, und so brauchten sie am Morgen des Abflugtages nicht mehr viel umräumen.

Ein Bringdienst holte Cedric, Daniel und Devi aus der Suite ab und brachte sie bis direkt zur Abflughalle, von der aus die kleinen Zubringershuttle zu den großen Fähren im Orbit starten würden. Die Stimmung in der geräumigen Halle mit den zahllosen Verkaufsständen war gedämpft, weil hier mehrheitlich reiche Leute vom Palast abflogen und keinen Wert darauf legten, irgendwie aufzufallen.

Nur in einer Sitzecke um einige Springbrunnen herrschte eine ausgelassene Stimmung, weil die Caley sich versammelt hatten. Sie teilten ihre letzten Teevorräte und Süßigkeiten, weil das Einführen von fremder Nahrung auf den Fähren nicht erlaubt war. Devi zog seinen Schatz zu sich auf den Schoß und umschloss ihn fest mit seinen Armen. Er war glücklich, dass er das Betäubungsmittel, das er noch immer in seiner Geldbörse aufbewahrte, nicht brauchen würde. Cedric hatte die letzten Tage kein einziges Widerwort verloren und sich stets in Devis Anweisungen gefügt.

Cedric war es noch immer nicht geheuer, so von dem Caley in Besitz genommen zu werden. Aber er hatte keine Lust mehr auf Streit, der sie ohnehin nicht weiter brachte. Mit einem bezeichnenden Blick zur Uhr stand Daniel schließlich auf. "Ich lasse euch dann mal einen Moment allein und geh schon mal an Bord."

Cedric befreite sich erleichtert aus Devis Umklammerung und stand sich streckend auf. Rasch umarmte er Daniel, um ihm zuzuwispern "Ich melde mich, wenn ich angekommen bin."

"Unverbesserlich", murrte Daniel. "Bis später dann."

Mit einem Seufzen sah Cedric ihm nach und wandte sich dann wieder zu Devi um. "Wollen wir noch was trinken gehen, ehe die Fähre ablegt?" Er wusste nicht genau, ob er dann oder erst kurz vor dem Shuttle sagen sollte, dass er wie angekündigt eine andere Richtung einzuschlagen gedachte und hoffte auf einen günstigen Augenblick.

Devi sah ihn misstrauisch an. "Auf der Fähre gibt es genug zu trinken, Cedric."

Das brachte Cedric zum Lachen. Natürlich hatte Devi recht mit seinem Misstrauen, doch die Art, wie es sich äußerte, war niedlich. "Sicher. Aber ich gehe gewöhnlich nicht etwas trinken, weil ich Durst habe, sondern weil ich zum Beispiel dieses Café da hinten gemütlich finde und dort gern noch eine Weile sitzen würde." Er wies zu einem Café mit Glasfront, dessen Tischchen sich zwischen Palmen und kleinen Büsche in schön verzierten Töpfen schmiegten. "Wenn du lieber noch etwas hier bleiben willst, bei den anderen Caley, die du die ganze Fahrt über sehen wirst, ist mir das aber auch recht."

"Ich meinte, wieso willst du nicht auch schon mit mir auf die Fähre kommen, Cedric?" Devi blickte sich zu Cedrics Gepäck um, das auch noch nicht eingecheckt worden war. "Lass uns lieber dein Gepäck aufgeben."

'Gut, dann hier und gleich', dachte Cedric und seufzte. "Ich habe dir gesagt, dass ich unter deinen Bedingungen nicht mit nach Caley komme. Ich checke später ein, für den Flug nach Vash'esi. Und versuche nicht, mir das auszureden oder mich jetzt mit Gewalt auf die Fähre zu schleppen. Das Sicherheitspersonal mag vielleicht Sympathien für Caley haben, aber es weiß, was es im Falle einer Entführung zu tun hat."

Devi blinzelte einmal, dann nickte er und seufzte. "Das ist schrecklich mit dir, Cedric. Du bist stur und machst mich unglücklich. Wenn du es so willst, dann lass uns drüben im Café etwas trinken." Damit umfing er Cedrics Finger mit seiner Hand und zog ihn mit sich zu den kleinen zierlichen Tischchen hin. "Ich hole es vom Tresen, ja? Was möchtest du? Etwas mit Alkohol?"

Cedric drückte die kräftige Hand einmal und entzog sich ihm dann, indem er sich setzte. "Ich will dich nicht unglücklich machen, Devi. Das weißt du. Du wirst jemanden finden, der besser zu dir passt." Rasch ließ er seinen Blick einmal über die Karte fliegen, ohne sich die Mühe zu machen, sie umzublättern. "Einen Kaffee mit Schuss, Whiskey, wenn sie haben."

"Du passt am allerbesten zu mir, Cedric, du hast mich zum Meta gemacht und bald auch zum Vater. Kein anderer wird mich glücklich machen, und du weißt das genau, mein sturer Schatz." Devi lächelte seinem Gefährten kurz zu und streichelte seine Wange leicht, dann ging er mit schnellen Schritten zum Tresen, um das Getränk für Cedric zu bestellen und natürlich sehr großzügig mit dem Betäubungsmittel zu versetzen.

Cedric verdrehte die Augen, fühlte sich aber nicht sonderlich gut. Als Devi zurückkam, die beiden Kaffeetassen auf dem Tischchen abstellte und sich setzte, hatte sich das Gefühl leider nicht verflüchtigt. Cedric zog seine Tasse näher und gab großzügig Zucker und Sahne dazu. "Das ist noch was, Devi. Ich will ganz gewiss keine Kinder." Er sagte ihm nicht, dass er außerdem ernstlich daran zweifelte, wie der große, muskulöse und sehr eindeutig männliche Mann ihm gegenüber mit ihm, und an seinem Geschlecht zweifelte er auch nicht im Mindesten, Kinder in die Welt setzen wollte. Er nahm einen Schluck, befand, dass der Whiskey im Kaffee kein sonderlich guter war und gab noch einen Spritzer Sahne dazu.

Devi lächelte und betrachtete seinen naiven und noch immer schrecklich unbelesenen Gefährten liebevoll. "Du bist so niedlich, wenn du dumm bist, Cedric. Ich trage die Puppe schon. Schon seit dem Abschluss meiner Wandlung. Deswegen muss ich auch diese Fähre nehmen, bevor ich nicht mehr zu Reisen aufgelegt bin." Er beobachtete gelassen, wie Cedric den offensichtlichen Schrecken mit einigen Schlucken von seinem Kaffee verdauen musste.

Cedric hätte sich fast verschluckt. Devi war schwanger? Wenn man das überhaupt so nennen konnte. Die Sorge, die nur Momente später in ihm hochschoss, war von vollkommen neuer Qualität und mit deutlicher Verwirrung gemischt. "Aber ich kann unmöglich... äh, der Vater sein. Oder der Grund! Und warum hast du mir nichts gesagt?! Und dann prügelst du dich noch einfach so mit meinen Angreifern herum! Wenn dir etwas passiert wäre!"

"Das Tragen macht mich stärker, und für dich schlage ich mich auch noch herum, wenn ich mich kaum noch rühren kann", entgegnete Devi stolz darüber, dass er einen so um ihn besorgten Gefährten hatte.

Es änderte alles. Von einem Moment auf den anderen konnte Cedric sich nicht mehr vorstellen, Devi allein zu lassen. Verdammt sollte er sein, wenn er seinen Schatz mit einem Kind im Stich ließ! Besonders, wo er doch wusste, wie empfindlich Devi war, wenn er sich in ungewohnten Zuständen befand. Er stürzte seinen Kaffee herunter, der durch die viele Sahne ohnehin nicht mehr heiß war und sagte entschlossen "Ich komme mit nach Caley. Lass uns die Koffer aufgeben."

Energisch stand er auf und wurde prompt von einem Schwindelgefühl erfasst. Mit einem kleinen Ächzen hielt er sich an der Metallplatte des Tisches fest und blinzelte, um seine Sicht zu klären. Sollte das noch eine Nachwirkung von dem Schlag auf den Kopf sein? Doch statt besser wurde es schlimmer; sein Blickfeld engte sich ein, und als er zu Devi hinsah, wurde ihm plötzlich auch klar wieso. "Du verdammter Mistkerl hast mir was in den Kaffee geschüttet! Du verdammter..." Ihm sackten die Beine weg, langsam kam ihm der Boden entgegen, langsam genug, um sich abzufangen, doch er lag noch nicht richtig, als er auch schon eingeschlafen war.

Devi umfing den Körper seines komplizierten Gefährten mit festem Griff und trug ihn zu der Gruppe der Caley zurück, die ihm mit dem Gepäck halfen und dann auch mit dem Tragen des Sturen, wie sie ihn bereits alle nannten. Auf dem Zwischendeck bezog Devi mit seinem Schatz ein Zimmer und legte ihn dort sachte auf das schmale Bett. Er streifte Cedrics Schuhe ab und deckte ihn ordentlich zu. Die wilden dunkelblonden Haare begehrten mal wieder auf, als hätte auch Cedric dort eine Zeichnung. Mit einem Grinsen streichelte Devi ihm über den sicherlich auch innerlich nicht selten wirren Kopf. "Ich freue mich, dass du nun doch auf die eine oder andere Art mit mir kommen willst."

Die anderen Caley zwangen Devi, mit ihnen zu den Partyräumen zu kommen, und so lief er als erstes zum Deck, auf dem er in einem stillen Raum mit weichen Sesseln Adiva treffen sollte und übergab ihm den Schlüssel zur Kabine. "Pass mir gut auf meinen Schatz auf, ja?"

Adiva lächelte leicht und nickte ernsthaft. "Ich gehe gleich zu ihm hin, Devi, versprochen." Schon war der wilde Caley mit weiten Schritten davon gelaufen.

Adiva packte sein Lesebrett in die geräumige Ledertasche zurück, die er sich für die Fahrt mitgenommen hatte und legte die Decke ordentlich zusammen, um den gemieteten Sessel zurückzugeben. Mit auf die Außenfenster gerichtetem Blick ging er die Gänge entlang, immer darauf bedacht, dass er niemandem auffallen mochte.

Er war innerlich sehr aufgeregt, weil er noch nie auf diese Art und Weise gereist war. Das letzte Mal hatte er zwischen geschmuggelten Menschen und einigen Kisten mit dubiosem Inhalt im Frachtraum eines Shuttles gesessen und um sein Leben Angst gehabt, lediglich ein Bündel mit Kleidern und seine Papieren bei sich. Und nun durfte er über weichen Teppich gehen, konnte die Sternlichter vorüber huschen sehen und Caley winkten ihm ausgelassen, Menschen nickten ihm zu und wichen ihm sogar mit freundlichen Worten aus. Hätte er nicht solch eine Angst gehabt, hätte er sich vermutlich sogar in eines der Restaurants gesetzt, einfach um es auszuprobieren.


© by Jainoh & Pandorah