Unverhofft lebenslänglich

I - 15.

Leider erreichten sie die nächste Insel viel zu schnell. Adiva gab ihm sein Jackett zurück und verabschiedete sich voll Höflichkeit und schüchterner Freundlichkeit, die es so schwierig machte, herauszufinden, was er wirklich dachte. Doch Daniel hatte nicht viel Gelegenheit, darüber nachzugrübeln. Unter den Caley, die sie empfingen, war einer, der Devi sehr ähnlich sah und dieser war in Begleitung eines Menschen, so dass Daniel vermutete, dass es sich nur um Jann und Richardson handeln konnte. Er hatte Recht, und nach einem herzlichen Empfang ihres Sohnes und dessen bewusstlosen Gefährten begrüßte Richardson auch ihn.

Der Weg in das malerisch gelegene Haus war nur kurz, aber er reichte aus, dass Daniel sich voll Begeisterung in Diskussionen mit Richardson wiederfand. Der kleine, ein wenig rundliche Mann mit den dunklen Locken war herzlich, offen und nett und von den Caley begeistert – kein Wunder, immerhin war er mit einem liiert – dass Daniel hoffte, dass es ihm vielleicht gelingen konnte, Cedric zu überzeugen, wenn er endlich aufwachte.

Devi war begeistert. Alles war, wie er es bei seiner Abreise in Erinnerung hatte, und doch war alles kleiner geworden, heimeliger und weniger unpassend für ihn. Ihm fiel ein, dass sein Vater ihm einmal gesagt hatte, dass man als Meta die Möbel und die Häuser in der richtigen Größe vorfinden würde. Er musste sagen, es war wahr. Die Bänke waren so hoch, dass er nun gemütlich sitzen konnte, das Bett war nicht mehr riesig, sondern passend für ihn und seinen Schatz und er konnte auf dem Herd gut in die Töpfe schauen.

Das Haus, das am Hang und somit über einigen Stufen erbaut worden war, hatte sich durch Janns und Arkays Bemühungen ein wenig verändert. Die alten Mosaike, in denen schon Steinchen gefehlt hatten, waren durch einige neue ersetzt worden, und Jann hatte ein großes Gästezimmer fertig gestellt, das die vorher dort lebenden Caley einfach vergessen hatten.

In diesem Gästezimmer wurde nun Daniel unter gebracht. "Wenn Adiva dann in einigen Tagen bei uns lebt, musst du das Zimmer teilen. Aber du hast ihn ja auch gern, nicht wahr?", meinte Devi am Abend zu Daniel, nachdem er gemeinsam mit Jann die zwei Zimmer gerichtet hatte, in denen er und Cedric leben würden.

Er hielt sich nicht lang am Tisch mit den anderen auf, sondern kochte eine große Kanne Tee und machte sich daran, Cedric zu wecken, der eigentlich schon längst hätte wach werden sollen. Die Sonne senkte sich in glühenden Farben ins Meer hinunter, um dem Licht der vielen Monde zu weichen, die in der Nacht alles derart hell erleuchteten, dass an allen Caleyhäusern schwere Fensterläden waren, obgleich die Fensterchen ohnehin sehr schmal waren, um nicht zu viel Hitze herein zu lassen.

Devi schloss die Fensterläden nur halb, so dass ein Teil des Mondlichts noch hereinfallen konnte, zugleich kam der Nachtwind über das Meer herüber und kühlte das Zimmer ab, bauschte die leichten Vorhänge um das niedrige Bett herum auf, auf dem Cedric vollständig entkleidet und mit frischen Kräuterwasser gewaschen bereits auf den hellen Betttüchern lag. "Liebling. Es wird langsam Zeit, dass du aufwachst und dich in deiner neuen Heimat ein wenig umschaust." Devi ließ sich neben Cedric nieder, der sich in der letzten Zeit schon einige Male gerührt hatte.

Cedric erwachte ausgeruht und erholt mit dem sehr angenehmen Brummen von Devis Stimme neben seinem Ohr. Er hatte keine Kopfschmerzen mehr, der leichte Duft fremder Kräuter lag in der Luft, und nicht einmal das Summen der Klimaanlage war zu hören. Auch nicht der leise Ton des Kühlschranks. Keine gedämpften Stimmen drangen von draußen herein, nicht eines der Geräusche, an die er sich in den letzten Tagen gewöhnt hatte. Mit einem Schlag wusste er, wo er war, und das wohlige Gefühl in ihm wurde durch Kälte, Wut und Enttäuschung ersetzt.

Devis Hand lag auf seinem Bauch, und als er die Augen öffnete, sah er direkt in das lächelnde, kantige Gesicht. Cedric hatte selten das Bedürfnis, jemanden zu schlagen, aber jetzt wuchs es in ihm, herzhaft, um dieses verdammte Lächeln auszuwischen. Stattdessen presste er die Lippen zusammen, streifte Devis Hand ruppig von sich und drehte sich weg, um aufzustehen.

Orientierungslos sah er sich einen Moment lang in dem Raum um, der durch Streifen von hellem Mondlicht und einer Kerze in einem Glas erleuchtet wurde. Außer dem großen Bett mit der bunten Decke, auf der Devi lag, den er bewusst ignorierte, zwei Stühlen und einer Truhe war er leer. Auf einem der Stühle lag seine Kleidung, und er ging hin, um sich das T-Shirt überzustreifen.

Devi zog sich ein wenig zurück, als Cedric sich vom Bett entfernte. Er blinzelte müde, dann stützte er sich auf den Ellenbogen und sagte leise "Das Bad ist gleich hier durch die rote Tür. Die Küche ist allerdings drei Treppen runter zur linken Seite. Ich nehme an, dass du dich ein wenig umsehen willst, nicht? Bis du nicht mehr sauer auf mich bist." Er war sich mit einem Mal sehr sicher, dass sein Vater und auch Arkay Cedrics Beinamen Sturer verstehen würden.

Cedric machte sich nicht die Mühe, ihm zu antworten. Er war nicht nur sauer, er war so wütend wie noch nie zuvor in seinem Leben. Nach einer Shorts zerrte er sich die Jeans über die Hüften, die Devi ihm herausgelegt hatte. Bis er nicht mehr sauer auf ihn war? Das konnte sein selbsternannter Lebensgefährte vergessen! Vermutlich würde es einige erschreckend lange Wochen dauern, ehe die Fähre erneut fuhr, aber er würde diese Zeit überleben, und ganz gewiss würde er danach auch die Trennung überleben.

Genau genommen war es wie eine Sucht, aber gewiss keine Liebe. Ein Süchtiger griff auch immer wieder zur Flasche oder zur Nadel, obwohl er wusste, dass es ihn umbrachte. Aber gegen Süchte gab es Entziehungskuren, und Cedric war mehr als bereit, sich im Falle von Devi einer solchen zu unterziehen. Er wollte mit diesem verdammten Scheißkerl nichts mehr zu tun haben! Gerade im Moment spürte Cedric an mildesten Gefühlen höchstens Verachtung.

Was für eine Dreistigkeit, ihn zu betäuben und gegen seinen ausdrücklichen Willen hierher zu bringen! Seinem mehrfach erklärten ausdrücklichen Willen! Dass er den schließlich geändert hatte, zählte nicht, denn Devi hatte ihm das Schlafmittel davor gegeben. Verdammter Mistkerl! Verdammter Drecksack! Dann ging ihm auf, dass es keine schlechte Idee war, das Bad aufzusuchen, und er nahm die Sandalen in die Hand und verschwand hinter der roten Tür. 'Drecksack! Scheißkerl! Arschloch!' Er ging sein ganzes Repertoire an Beschimpfungen und Flüchen durch, aber keiner traf es auch nur annähernd.

Wenig später verließ er nicht nur das Bad, sondern auch das Haus, leise, um niemanden aufzuwecken. Die hellen Monde sorgten dafür, dass er ohne Probleme sehen konnte. Tief atmete er die laue Nachtluft ein und fragte sich, ob Caley Raubtiere hatte. Aber davor hätte ihn sein ach so besorgter Gefährte bestimmt gewarnt. Mit großen Schritten folgte er einem Weg, der vom Haus wegführte, die Hände tief in die Taschen gerammt.

Ob Daniel auf der gleichen Insel war? Wusste er, dass er hier war? Ob er gar... nein, geholfen hatte er Devi bestimmt nicht. Wahrscheinlich war er aber der einzige, der ihm helfen würde. Cedric begann die Caley zu hassen, ihre unschuldig dreinschauenden Puppen mit den großen Augen, für die alles ein Spaß war und ganz bestimmt ihre Metaformen, die einen potentiellen Partner als Besitz ansahen.

Als er genügend Abstand zwischen sich und das Haus gebracht hatte, trat er mit einem wütenden Aufbrüllen gegen einen Felsbrocken, aber auch nach einem zweiten und einem dritten Tritt fühlte er sich nicht besser. Weit ausgreifend lief er schließlich weiter, ohne zu wissen wohin, bis er das Meer erreicht hatte. Dort blieb er stehen, starrte auf die glitzernde Fläche und brütete darüber nach, wie er am schnellsten von hier wegkommen konnte.

 

Adiva hatte eigentlich schlafen wollen, die Reise war anstrengend gewesen. Aber dann war eine spontane Feier in dem Wohnhaus ausgebrochen, in dem er zur Zeit untergekommen war. Da diese Feier mit Musik und Liedern einher ging und Adiva leichte Kopfschmerzen bekommen hatte, war er aufgestanden, um ein wenig am Meer spazieren zu gehen. Er war gespannt, ob er vielleicht gar die großen tanzenden Fische sehen würde, die in der Nacht über die Wasseroberfläche sprangen, um nach unvorsichtigen Vögeln zu schnappen.

Stattdessen sah er Cedric, der nicht sonderlich glücklich wirkte. Alarmiert von dem Geschrei des Mannes eilte er zu ihm. "Cedric! Ist alles in Ordnung?" Besorgt legte er ihm eine Hand auf die Schulter und studierte sein Gesicht. Erschrocken zuckte er zurück, als er den Ausdruck von Wut darin sah.

Cedrics erste Haltung war Ablehnung. Devi und der kleine Arzt waren so gut befreundet, dass er sich vorstellen konnte, dass er ihm geholfen hatte, wenn nicht gar... "Hast du ihm das Betäubungsmittel beschafft?", fragte er biestig, um gleich darauf über seinen Ton zu erschrecken. Adiva hatte sich nur nach seinem Befinden erkundigt, sorgenvoll beinahe, und er sagte nicht mal Hallo. Er rieb sich mit beiden Händen über das Gesicht, fuhr sich dann mit gespreizten Fingern durch die Haare und sagte etwas ruhiger "Tut mir leid, wirklich. Ich bin... gereizt wegen Devis Unverfrorenheit, aber da kannst du nichts dafür." Er kämpfte um ein Lächeln, aber es gelang ihm nicht.

Adiva zog seine Unterlippe zwischen die Zähne und betrachtete Cedric. Endlich fing er am Anfang an. "Nein, ich habe es ihm nicht, er hatte es wohl von den anderen Caley. Ich habe aber auf der Überfahrt auf dich Acht gegeben." Er zögerte und lehnte sich gegen einen Fels, bevor er noch leiser gestand "Du kannst mich ruhig hassen, Cedric, aber ich hätte Devi das Betäubungsmittel gegeben, wenn er mich gebeten hätte, wissend, wofür er es braucht."

"Und warum?", fragte Cedric frustriert und kämpfte dagegen an, sich voller Wut auch von dem Arzt abzuwenden. Er bückte sich, hob einen Stein auf und warf ihn mit ganzer Kraft ins Wasser. "Glaubt ihr wirklich, dass es wunderbar ist, aufzuwachen und sich an dem Ort wiederzufinden, an dem man zu allerletzt sein will? Wissend, dass es der Person, die einen dorthin befördert hat, scheißegal ist, ob es einem gefällt oder nicht, solange es nur ihr gut geht? Wie hätte es Devi denn gefallen, wenn ich ihm Schlafmittel gegeben hätte und ihn zu mir nach Hause gebracht? Oder dir?"

Adiva blinzelte einmal und überlegte, wie er es erklären konnte, dann meinte er schließlich "Die Beziehung, in der du dich befindest, lässt dir leider keine Wahl, Cedric. Es geht Devi nicht um sich selber. Er hat dich nur in der Zeit der Wandlung gebraucht, bis er die Puppe trägt, was er schon tut. Sein Schmerz ohne dich war körperlich und sehr stark. Von dir getrennt zu sein, hat Wachstum ausgelöst und Aggressivität. Das alles ist nun vorbei, er ist ein fertiger Meta. Du aber brauchtest ihn am Anfang der Beziehung noch nicht so stark, aber seit einiger Zeit sicherlich zunehmend, das musst du gespürt haben."

"Fein, dann soll er sich damit zufrieden geben, dass er fertig ist und seine Puppe bekommt und mich in Frieden lassen!", antwortete Cedric bissig. "Ich kann für mich allein entscheiden, ob ich jemanden brauche oder nicht. Wenn es nur um mich ginge, hätte er meine Entscheidung respektieren können. Da er das nicht getan hat, geht es sehr augenscheinlich nur um die Bedürfnisse des Herrn Devi. Und weißt du was? Die sind mir mittlerweile vollkommen gleichgültig."

Adiva seufzte und ließ sich auf einen flachen hellen Stein nieder. Er trug schon die Kleidung der Caleypuppen, woran er sich zunächst erst einmal gewöhnen musste, denn sie bestanden aus leichten Hosen und sehr sparsamen Oberteilen, die dafür nicht so windanfällig waren. Man hatte ihm kurzerhand eine Änderung für seinen Katzenschwanz hinein geschneidert. Dafür hatten die Puppen, die ihm diese Kleidung geschenkt hatten, aber darauf bestanden, dass er die silbern verzierten Sandalen und auch die feinen Kettchen für die Taille ebenfalls trug. Unruhig legte er seinen Schwanz um sich. "Ich sehen, dass du deinen Namen Sturer zu Recht trägst. Devi meinte schon, dass du sicherlich noch eine Weile unter der Anpassungsstörung zu leiden hättest." Unsicher betrachtete er den wütenden Menschen. "Ich werde eine Arbeit über die Symptome schreiben. Ist es dir Recht, wenn ich dich hin und wieder besuche und ein wenig mit dir rede, Cedric?"

"Nein, ist es mir nicht. Ich will weg von hier, so schnell wie möglich, und dann ganz sicher nie wieder etwas von Caley hören. Und ich leide gewiss nicht unter Störungen, wenn ich dem Mann, der mich entführt hat, die Pest an den Hals wünsche!" Dass Adiva auf die absurde Idee kam, seine Situation noch ausnutzen zu können, ließ Cedric noch mehr aufbrausen. "Weißt du, dass mir jeder interplanetare Gerichtshof Recht geben würde? Gleichgültig, wie das hier aussehen mag? Es ist verboten, Menschen zu entführen, verdammt noch mal!"

"Hast du vor, ihn anzuzeigen?", fragte Daniel ruhig und verließ den Pfad, um sich zu Adiva und Cedric zu gesellen. Er hatte einen angenehmen Abend mit Richardson und dessen Gefährten Jann verbracht, aber eigentlich nur darauf gewartet, dass Cedric aufwachte. Erst, als er es aufgegeben und sich in das einfache, aber gemütliche Gästezimmer zurückgezogen hatte, hatte er die Türen gehört. Ein Blick aus dem Fenster hatte ihm Cedric gezeigt, der wütend vom Haus weggestürmt war.

Cedric wandte nur den Kopf, nicht überrascht, ihn in Adivas Nähe zu sehen, ehe er mürrisch antwortete "Nein. Ich will einfach nichts mehr mit ihm zu tun haben."

"Oha, das wird ein Spaß", sagte Daniel lakonisch. "Wie fühlst du dich?"

"Bis auf meine miserable Laune und die Mordgelüste? Danke, gut." Cedric grinste ein wenig.

Daniel erwiderte das Grinsen kurz, ehe er sich leicht in Adivas Richtung verneigte. "Schön, dich hier zu sehen." Erst jetzt bemerkte er, dass sich der Abd Jabir gar nicht mehr in seinen Roben versteckte, und sein Grinsen wurde zu einem Lächeln. "Und wie ich sehe, hast du dich schon ganz den Gegebenheiten angepasst. Es steht dir ausgezeichnet, wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf."

Adiva nickte einmal, zu besorgt um Cedric, um das Lächeln zu erwidern. "Guten Abend, Daniel. Ich versuche, mich ein wenig in die Kultur einzufügen, aber die Kleidung musste wegen des Seewindes einfach sein." Er legte den Kopf schief und wandte sich zu dem anderen Mann zurück. "Dann möchte ich einfach so mit dir reden, Cedric. Jedenfalls bis die nächste Fähre vom Raumhafen abfliegt, das wird aber eine Weile dauern", nahm er die Unterhaltung mit seinem momentanen Patienten wieder auf.

"Wie lange?" Cedric presste die Lippen zusammen.

"Arkay und Jann wissen das sicherlich. Wenn du aber nicht bei ihnen und Devi wohnen willst, dann schlage ich vor, dass wir tauschen. Ich ziehe dort ein, und du ziehst bei meinen Gastgebern ein. Ich habe dort ein Einzelzimmer, also musst du keine Angst haben."

Cedric zog eine Grimasse, auch wenn der Vorschlag ihm ein Gewicht von der Seele nahm. "Ich habe gar kein Zimmer, Adiva. Ich war fest bei Devi im Bett eingeplant."

Die Wendung, die das Gespräch zu nehmen drohte, gefiel Daniel nicht. Adiva bei Devi im Bett? 'Egoist', dachte er spöttisch. 'Um dich geht es hier erst mal gar nicht.' Und wenn Cedric schon mal nicht mehr in einem Haus mit Devi wohnte, konnte er ganz langsam anfangen zu entdecken, dass er ihn vermisste, ohne sich von ihm bedrängt zu fühlen. Besser noch, als wenn er ihm anbot, bei ihm im Zimmer zu bleiben, was er natürlich in Erwägung gezogen hatte.

Adiva lächelte und nickte. "Ich weiß. Und ich bin in Janns und Arkays Gästezimmer für später eingeplant, und das steht eigentlich nie leer, wie ich heute erfahren habe, dafür sind zwei Betten drin. Aber das macht nichts, es ist für mich nicht schlimm, das Zimmer zu teilen, Cedric, nicht so schlimm, wie es für dich offensichtlich sein muss, das Bett mit Devi zu teilen."

"Ich fand es schon vorher nicht berauschend, jetzt kommt mir die Galle hoch bei dem Gedanken", gab Cedric zu, dann umarmte er Adiva spontan. "Danke." Er warf Daniel einen kleinen, freudlosen Blick zu. "Besser auch, als bei dir zu übernachten. Ich zweifle nicht daran, dass du mir das anbieten wolltest. Aber so muss ich Devi nicht mal mehr bei den Mahlzeiten über den Weg laufen."

Daniel seufzte und drückte ihm die Schulter. "Es wird schon werden, Ced. Ich bring dir morgen die Koffer vorbei."

"Danke." Das Lächeln, das Cedric ihm zuwarf, war beinahe fröhlich zu nennen, ehe er sich wieder zu Adiva umdrehte. "Zeigst du mir dann mein neues Zimmer?"

"Ich stelle dich am besten auch gleich bei deinen Gastgebern vor. Sie halten gerade eine etwas größere Feier ab, mit Musik und Gesang, weil eine Puppe aus der Familie ebenfalls Meta geworden und mit dem Gefährten heimgekehrt ist. Du kennst die beiden aus dem Palast." An Daniel gewandt meinte Adiva "Ich hoffe, dass es nichts ausmacht, wenn ich diese Nacht und vielleicht noch die nächste das Zimmer mit dir teile. Bis Übermorgen werde ich sicherlich ein anderes Zimmer gefunden haben und belästige dich dann nicht weiter."

"Du belästigst mich nie, Adiva", antwortete Daniel fröhlich. "Und da du dein Zimmer für meinen besten Freund aufgibst, ist das für mich eher noch ein Grund, dir dankbar zu sein. Ich begleite euch, wenn ihr nichts dagegen habt. Dann weiß ich, wo ich morgen die Koffer hinbringen muss."

Jetzt musste Cedric wirklich lachen, als er das Aufblitzen in Daniels Augen bemerkte. Oh nein, sein Freund war mit Sicherheit nicht unglücklich über den Zimmertausch. Fast konnte man denken, dass er es so eingefädelt hatte, auch wenn es natürlich nicht sein konnte. Schon wesentlich besser gelaunt folgte er dem kleinen Arzt den Weg empor, kabbelte sich grinsend mit Daniel und hatte wieder das Gefühl, die Zeit bis zum Abflug der Fähre überleben zu können. Trotz der Caley.

Seine neuen Gastgeber waren freundlich und ausgelassen und offensichtlich sehr neugierig darauf, den widerspenstigen Gefährten kennen zu lernen, was Cedric unangenehm war. Aber da er Devi nicht mehr ertragen musste, nahm er es in Kauf. Sie aßen sogar noch etwas von den Köstlichkeiten, die seine Gastgeber ihnen anboten, und Cedric merkte, wie ausgehungert er war. Als er sich schließlich mit einer Umarmung von Daniel genauso wie von Adiva verabschiedete, um sich in sein Zimmer zurückzuziehen, war ihm deutlich wohler, als er es sich bei seinem Aufwachen hatte vorstellen können.


© by Jainoh & Pandorah