Unverhofft lebenslänglich

II - 8.

Der Tag der Verlobungsfeier war mit jeder Menge Arbeit gefüllt, und dennoch kam Daniel sich eher nutzlos vor und als wäre er lediglich im Weg. Jann schickte ihn aus dem Keller, wo er bei den Weinfässern hatte helfen wollen, mit der Begründung, er sei zu klein und schmal dafür. Arkay und Vinns Gefährte Orn jagten ihn aus der Küche, und Cedric hätte ihn beinahe aus dem Garten wieder ins Haus befördert, wenn er sich nicht energisch zur Wehr gesetzt hätte. So konnte er ihm dann aber beim Tomatenernten und Kartoffelausgraben helfen, während Adiva sich mit einigen Puppen um die Dekoration der Tische kümmerte.

Schließlich waren die Vorbereitungen abgeschlossen, und Daniel kehrte mit einem nervösen Flimmern im Bauch in das Zimmer zurück, das er und Adiva später teilen würden. In der letzten Nacht hatte sein kleiner Liebling noch bei Vinn im Gästezimmer übernachtet, um den Traditionen zu genügen, und Daniel hatte nur wenig Schlaf bei all den Träumen gefunden, die sich um Adiva und ihre Zukunft drehten. Mit einem Lächeln betrachtete er die halblange Hose und die Weste, die auf seinem Bett warteten, ein frühes Verlobungsgeschenk von Cedric. Hauchfeine Goldstickereien auf dem dunkelblauen, seidigen Stoff verliehen den beiden Kleidungsstücken hier und da einen feinen Schimmer und fanden sich als Zeichnungen auch auf den dazu gehörenden Sandalen wieder.

Nach einer besonders sorgfältigen Rasur, die seine Brust mit einschloss, duschte er, putzte sich die Zähne und starrte sich derweil im Spiegel an. An diesem Abend würde die Verlobung ganz offiziell werden, und man konnte ihm die Aufregung ansehen. Fast musste er lachen, es passte wenig zu seinem Ruf, immer beherrscht und ruhig zu sein. Sorgfältig brachte er seine blonden Haare in Form, die eigentlich schon viel zu lang geworden waren, aber es stand ihm, wie er befand, besonders mit den von der Sonne gebleichten Strähnen.

Endlich angezogen wagte er sich wieder nach unten, um auf Adiva zu warten, der hoffentlich vor ihren Gästen eintreffen würde. Cedric hatte bereits in der Eingangshalle Gläser auf den Tischen verteilt, um einen Willkommenstrank ausschenken zu können. In kräftiges Grün gekleidet sah er wirklich gut aus und erinnerte Daniel daran, dass er in der Schule in ihn verliebt gewesen war. Aber gleichzeitig merkte er, wie sehr sich das, was er für Adiva empfand, von der Schwärmerei von damals unterschied. Er lächelte und half Cedric, während dieser auf seine gewohnte Art zu sticheln und zu necken begann, Daniel zum Lachen brachte und damit erfolgreich die Nervosität zu bekämpfen half.

Adiva hatte sich dafür entschieden, die traditionellen Kleider der Abd Jabir durch einige der Caley zu ersetzen. Er trug zur Feier ein leichtes Hemd, das den Bauch weitgehend frei ließ. Von einer Puppe hatte er einen zartgrünen Stein für den Nabel bekommen, was ihm gut gefiel. Dazu hatte er eine schmale weiße Hose angezogen, die niedrig auf den Hüften und um seinen Schwanz von einem feinen silbernen Kettchen gehalten wurde. Er verzierte seine Augen mit passenden Schmucksteinen und verschleierte sich am Ende noch mit den Tüchern in Hellgrün und Rosé, um den Traditionen zu genügen.

Seine Reisetasche wurde am Nachmittag in das Gästezimmer von Jann gebracht, da er die Nacht mit Daniel verbringen würde. Er selber trug am späten Nachmittag die restlichen seiner Sachen in das Haus. Er hörte die Stimmen von Cedric und Daniel aus der Küche und schlich sich schnell vorbei, weil er noch nicht soweit war, sich den Blicken seines Verlobten zu stellen. Devi fand ihn dann allerdings und freute sich so lautstark, dass es sicherlich durch das gesamte Haus zu hören war. Hastig entwischte Adiva ihm und lief auf eine der noch nicht bevölkerten Dachterrassen, um dort die Blumen seiner Göttin zu verteilen, die er von einigen Puppen hatte sammeln lassen.

Daniel hatte zwar gehört, wie Devi seinen Liebling begrüßte, aber da dieser nicht zu ihm gekommen war, vermutete er, dass Adiva der Sinn noch nicht nach Gesellschaft stand. Er lächelte in sich hinein, während er an den Rand jedes Glases eine dünne Limonenscheibe hängte und die in zarte, geringelte Streifchen geraspelte Schale auf den Eiswürfeln verteilte. In aller Ruhe beendete er seine Arbeit und dachte darüber nach, dass er sich noch etwas einfallen lassen musste, um sich bei Jann und Arkay zu bedanken, die sie nicht nur so hilfsbereit unterstützten, sondern auch ihr Haus für die Feier zur Verfügung stellten. 'Unsere Feier.' Daniels Lächeln vertiefte sich. 'Ich sollte das morgen mit Adiva besprechen. Vielleicht hat er eine gute Idee.'

Schließlich machte er sich auf die Suche nach seinem Verlobten, ehe die ersten Gäste kommen und ihn bei der Begrüßung festhalten würden. Er fand ihn auf einer der Dachterrassen und blieb erst einmal stehen, um ihn zu bewundern. Mit dem Rücken zu ihm schob Adiva gedankenverloren an einem Blumengesteck herum, der schlanke Schwanz pendelte unter viel zu vielen Tüchern hervor. Daniel hoffte, dass er aufhören würde, sich so sehr zu verhüllen, wenn ihre Verlobung offiziell war. Er war viel zu schön dafür. Leise trat Daniel zu ihm und legte seine Hände auf die schmalen Schultern, um ihn dann auf die Wange zu küssen.

Adiva lehnte sich ein wenig zurück und lächelte. "Hallo, kommen die Gäste schon?" Eigentlich waren einige bereits da, einfach aus Neugierde, oder um zu helfen, oder um schon mal etwas zu essen, typisch Caley. Nachdem er die letzte Blume eingesteckt hatte, drehte Adiva sich zu Daniel um. "Ich habe gestern mit dem Dorfältesten besprochen, was auf Abd Jabir bei einer Verlobung erwartet wird. Willst du ihm gleich noch sagen, was auf der Erde bei den Menschen bei Verlobungen gemacht wird?"

"Die Verlobung auf der Erde ist keine so große Sache mehr", gestand Daniel und küsste ihn auf den Mundwinkel. "Es ist eine Frage nach der Zukunft, die man zusammen verbringen will und ein Verkünden dieser Absicht. Die Hochzeit ist das bei uns, was aufwändiger ist." Und gleich musste er wieder an den Brief seiner Eltern denken, die es wirklich groß feiern wollten.

Adiva hob den Blick in Daniels Gesicht und legte den Kopf ein wenig schief. "Dann sollten wir vielleicht auf der Erde heiraten. Immerhin wirst du sicherlich viel mehr Gäste einladen als ich. Ich würde höchstens meinen Bruder einladen wollen, und ich bezweifle, dass er die Erlaubnis erhalten wird, uns zu besuchen." Rasch überlegte er, ob es zu früh war, doch dann plapperte er sich nervös abwendend einfach weiter und zupfte an den Blumen. "Dann könnten deine Eltern mich kennen lernen. Ich weiß, dass es bei euch vielleicht nicht so viel bedeutet, aber es wäre mir nicht recht, wenn deine Mutter als Familienoberhaupt nichts von uns weiß."

Kurzentschlossen nutzte Daniel die sich so günstig bietende Gelegenheit, um ein paar Dinge klarzustellen. Er legte seine Hände wieder auf Adivas Hüften, weil er nicht bereit war, Entfernung zu ihm aufkommen zu lassen, und zog ihn leicht an sich. "Meine Mutter ist nicht das Familienoberhaupt. Sie und mein Vater sind gleichberechtigt, und das ist es, was ich auch mit dir will, mein Liebling. Aber sie wissen es bereits, ich habe ihnen geschrieben. Glaubst du wirklich, dass ich ihnen meinen wundervollen Verlobten vorenthalten will, auf den ich so stolz bin, dass ich ihn der ganzen Welt zeigen möchte?"

Liebevoll umarmte er ihn. "Ich bin froh, dass du sie kennen lernen willst, denn Mutter hat mir geantwortet, dass ich die Hochzeit doch bitte nicht so heimlich, still und leise wie die Verlobung feiern soll. Sie will ein Fest, ein großes Fest mit all den Bekannten, Verwandten, Freunden und auch allen Geschäftsbeziehungen, samt aller Ehegatten, samt aller Kinder und sonstigem. Deswegen habe ich gezögert, dich zu fragen. Würdest du so etwas denn wollen?"

Adiva lächelte und nickte. "Ich will das, was dich glücklich macht, Daniel", erwiderte er seiner Erziehung entsprechend und fügte wegen Daniels gerunzelter Stirn hinzu "Vor allem, wenn es das ist, was mich so glücklich macht."

"Adiva... es würde mich sehr glücklich machen, wenn du mir versprechen könntest, dass du niemals Dinge nur deswegen tust, weil sie mir zu gefallen scheinen. Besonders dann nicht, wenn sie dir nicht zusagen." Unsicher drückte Daniel seinen Verlobten enger an sich. "Kannst du das?"

"Ich mache aber sehr viele Dinge, weil sie dir gefallen, Daniel. Ich kann dir aber gern versprechen, dass ich versuche, keine der Dinge zu tun, die mir nicht gefallen." Adiva schmiegte sich kurz an seinen Verlobten, dann schob er ihn von sich und nörgelte "Du zerknitterst die Tücher, die werde ich bald ablegen, aber bis dahin sollen sie noch schön aussehen." Er nestelte an den silbernen Spangen, mit denen er die verschiedenen Lagen über seinem Kopf zusammen hielt und befahl Daniel "Geh schon vor, ich bin gleich fertig hier."

Daniel lachte, zufrieden mit der Einigung, die sie gefunden hatten, und damit, dass Adiva nichts gegen eine Hochzeit im großen Stil hatte, während er sich über dessen plötzlich so energischen Ton amüsierte. "Wenn du das wünschst, mein Herzblatt, ist mir das natürlich gleich Befehl", neckte er und beugte sich kurz vor, um ihn auf die errötende Wange zu küssen. "Ich bin glücklich, dass du zu mir gehören willst." Dann wandte er sich ab, um mit beschwingten Schritten nach unten zu gehen und die ersten offiziellen Gäste zu begrüßen.

 

Devi streckte sich zufrieden und beobachtete, wie Cedric mit Daniel redete. Das Essen war herrlich gewesen. Er hatte Cedric gern bei sich, aber ein wenig Freiheit, so wie er sie nun nach ihrem Beisammensein hatte genießen können, bekam ihm auch sehr gut.

Der Nachtisch, reichlich Obstsalat und ebenso reichlich Wein und Weinbrand, wurde auf den Tischen verteilt, und die Musiker fanden sich allmählich auf der großen Terrasse zusammen, um für den Tanz zu spielen. Doch bevor sich alle verteilen konnten, erhob Adiva sich und hielt eine rührende kurze Rede, in der er Daniel als seinen Partner vorstellte und dessen Antrag in aller Öffentlichkeit annahm. Er erklärte, dass er an Stelle seiner Mutter sprechen würde und endete damit, dass er Daniel dankte, weil dieser ihn von der Schleierpflicht befreit hatte. Im Anschluss sagte Daniel ein paar Worte, verkündete wie glücklich er sich schätzen konnte, von einem Mann wie Adiva geliebt zu werden, dankte ihm und versprach ihm, sich dieser Ehre als würdig zu erweisen. Dann beugte er sich vor und küsste ihn rasch einmal auf den Mund, was dem Abd Jabir bezaubernd rote Wangen bescherte.

Im fröhlichen Jubel nach dem Kuss stand er auf und umrundete den Tisch, wobei er die Schleier von sich löste und in die Luft warf. Die Puppen sprangen freudig jubelnd danach und begannen sofort, sich mit den feinen, durchsichtigen Tüchern Kleidung zu erdenken. Als Adiva alle seine Schleier von sich geworfen hatte, sah er in der spärlichen Bekleidung der Caleypuppen, kombiniert mit den Symbolen der Abd Jabir, einfach nur entzückend aus. Er ging zu Daniel und bat ihn um den Tanz, da keiner außer ihm an einem traditionellen Kreistanz würde teilnehmen können.

Cedric, der mit am lautesten gejubelt hatte, beobachtete die beiden vergnügt. Daniel ließ sich von Adiva einige Schritte irgendeines traditionellen Abd Jabir Tanzes zeigen, um sie anschließend mit viel Spaß an der Sache auszuprobieren. Die Blicke, die er seinem Verlobten dabei zuwarf, sprachen Bände. Cedric hatte ihn noch nie wirklich verliebt gesehen, aber das war eindeutig.

Grinsend stand er auf und nahm er sich noch ein Glas Limonade, die er aus Rücksicht auf Devi trank. Sein Schatz durfte sich nicht mehr betrinken wegen der Larve, und zumindest im Moment war Cedric noch der Meinung, dass er ihm dabei den Rücken stärken konnte. Sein Blick glitt suchend durch den Raum und fand Devi in ein gestenreiches Gespräch mit dem Schmied verstrickt. Ein Prickeln fuhr durch Cedrics Körper und sammelte sich in seinem Bauch. Sein Schatz sah so verdammt gut aus mit der gebräunten Haut und der Kupferzeichnung auf der Brust, die von der sonnengelben Weste freigelassen wurde.

Gemächlich schlenderte Cedric durch den Raum, wechselte hier ein paar Worte mit einem Meta, dort mit einer Puppe, doch näherte sich beständig seinem Schatz. Sie hatten sich selten gesehen den Tag über, und Cedric hatte die Freiheit genossen. Aber nun wollte er ihm wieder näher sein, auch wenn sich dieses schreckliche Sehnen, die Dunkelheit nicht wieder eingestellt hatte. Auf dem Weg nahm er ein weiteres Glas mit Limonade auf und reichte es Devi, ehe er einen Arm um dessen Taille schob, ohne das Gespräch mit dem Schmied zu unterbrechen.

Devi küsste seinen Schatz auf die Schläfe und legte ihm seinerseits einen Arm um die Schultern. Die Unterhaltung mit den befreundeten Nachbarn seines Vaters bewegte sich gerade zu den neuen Puppen auf der Insel, als eines der glücklichen Paare den Raum betrat, die Larve sicher in ein Tuch gebettet und in der Nähe der Zeichnung des Vaters gehalten. "Schau mal, Kleiner! Bald haben wir unsere Puppe auch! Willst du sie mal ansehen gehen? Das ist die Larvenform, in der wird sie fünf Monate lang sein, bevor sie sich einspinnt und weiter entwickelt." Begeistert blickte er auf das runde Gesicht mit dem weiten Mund und den großen Augen.

Cedric starrte auf das hässliche Bündel, das von einem stolzen Vater gehalten und in seine Richtung gestreckt wurde. Das Gesicht war zwar vorhanden, aber wirkte mehr wie die Zeichnung einer hungrigen Raupe. "Ist sie nicht perfekt?", hörte er den mindestens ebenso stolzen Gefährten sagen, der dann gleich das Tuch beiseite schlug, so dass Cedric sehen konnte, dass auch der Körper dem einer Raupe entsprach. Eine dicke Made mit Stummeln statt Beinen und Armen lag vor ihm. Cedric gelang es, seine Miene wieder unter Kontrolle zu bekommen und antwortete verlegen in die strahlenden Gesichter der Eltern "Menschliche Kinder sehen anders aus, entschuldigt, dass ich keine Vergleiche anstellen kann."

Arkay war zu ihnen getreten und knuffte Cedric ein wenig in die Seite. "Ich habe beim Anblick der ersten Puppenlarve in meinem Leben hier, das war Devis Bruder und damit im Prinzip meine eigene, einen Schock erlitten. Sie sind wirklich hässlich im Vergleich zu menschlichen Kindern."

Devi stemmte eine Faust in die Seite und rief entrüstet "Hässlich? Schau dir doch mal diese süßen Händchen an! Und die Augen! Ganz der Vater. Ich freue mich schon so sehr auf unsere und ich bin mir sicher, dass Cedric sie auch lieben wird."

Darauf erwiderte Arkay gutgelaunt "Es muss an der Verbindung liegen, aber man liebt die hässlichen Vielfraße wirklich. Auch wenn sie einen mit ihren spitzen Zähnchen beißen. Komm bloß nicht zu nah an das Mäulchen."

Cedric schauderte unmerklich. Er konnte kaum das erkennen, was Devi Händchen nannte, und die Augen waren übergroß und hungrig, mehr nicht. Wenn er nicht dieses warme Gefühl bei ihrer Vereinigung gespürt hätte, diese Nähe zu dem Kind in Devis Bauch, wäre er davon überzeugt gewesen, dass Arkay log. Er konnte sich kaum vorstellen, dass man für dieses komische Würmchen mehr Wärme aufbringen konnte als für jeden beliebigen Regenwurm. "Danke für die Unterstützung, Arkay. Ich glaube, ich brauche jetzt doch was zu trinken."

Arkay lachte und ging zu einer anderen Gruppe Caley und Menschen, die sich um Daniel versammelt hatten, um ihm zu gratulieren. Im Hintergrund lernten einige Puppen einen der Tänze der Abd Jabir und hatten ihren Spaß, sich um Adiva zu versammeln, der beschämt in der Mitte stand und versuchte, unauffällig zu werden.

Devi zog seinen Schatz zu dem Tisch, auf dem die Getränkeauswahl durch zahlreiche Mitbringsel schon ordentlich gewachsen war. Einige Meta und Puppen fertigten Cocktails an und überreichten sie in schön garnierten Gläsern. "Nimm so einen Cocktail hier, der ist gut gegen den Schreck, Liebling." Lächelnd streichelte Devi Cedric einmal über die Wange.

Cedric nahm einen großen Schluck und befand, dass das Getränk zu süß, aber dennoch annehmbar war. "Ich wusste nicht, dass etwas, das so niedlich wird wie die Puppen, vorher derart hässlich sein kann", brummte er und schüttelte sich. "Und Zähnchen? Tut das nicht weh? Vor allem, weil Arkay schon sagte, sie beißen ständig." Dann fiel ihm auf, dass es vermutlich einen Sinn hatte, dass die Caley keine Brustwarzen hatten. Offensichtlich wurden die Larven nicht gestillt. "Was essen sie? Papas und äh... Zweitpapas Finger?"

Devi lachte und drückte seinen Schatz begeistert an sich. "Sie essen alles, was sie in ihre Mäulchen kriegen können. Am besten ist es natürlich, wenn man sie so oft und so viel füttert wie nötig, da sie die Energie für die ersten Wandlung brauchen. Sonst kommt die Puppe viel zu mager und schwach raus und kann auch mal sterben." Er strich sich über den Bauch. "Das passiert bei uns natürlich nicht."

Der Gedanke erschreckte Cedric, was ihn verwunderte. Aber offensichtlich reichte es, dass die hässliche Made in seinem Gefährten wuchs, um mit dem Mögen anzufangen. Er legte eine Hand über Devis große auf dessen Bauch und sagte entschieden "Definitiv nicht, Kleiner. Dafür sorgen wir schon." Dann fragte er zögernd "Findest du sie wirklich süß? Und verstehen sie schon was in Larvenform? Nicht, dass ich der Made erzähle, wie hässlich sie ist, und sie bekommt ein Trauma davon."

Devi nickte, über Cedrics Interesse erfreut. "Sie verstehen alles. Sie lernen sehr schnell. Auch in der eingesponnenen Form kann man ihnen viel erzählen. Wenn die Puppe heraus kommt, kann sie mit uns sprechen und kennt sich gut aus. Deswegen werden die Larvenformen auch überall hin mitgenommen."

Cedric stieß einen Stoßseufzer aus. "Ich glaube, das werden die anstrengendsten fünf Monate meines Lebens." Er reckte sich ein wenig und küsste seinen Schatz auf den Mund. "Na, wir werden das Kind schon schaukeln. Und die schönste und klügste Puppe von allen haben!"

"Wenn sie deine Augen und deinen Mund hat, sicherlich." Devi drückte Cedric an sich. "Solange sie nicht so missmutig wird wie du..." Lachend brachte er sich in Sicherheit vor seinem Gefährten, der sich gern für diese Bezeichnung rächen wollte.


© by Jainoh & Pandorah