Unverhofft lebenslänglich

II - 9.

Adiva hatte sich nach etlichen Tänzen auf ein Mäuerchen gesetzt, das die zweite Dachterrasse umgab. Seufzend streifte er seine Sandalen von den Füßen und rieb sie ein wenig. Die Feier war natürlich noch in vollem Gang, obwohl die Monde bereits untergegangen waren, um die dunkle Zeit der Nacht zu beginnen. So war es dann auch angenehm schummerig um ihn her. Nur einige Windlichter spendeten kleine Lichtkreise, durch die man hier und dort einige Puppen huschen sehen konnte.

Daniel war nicht entgangen, dass sein Verlobter sich zurückgezogen hatte. Auch wenn er immer wieder in Gespräche und Tänze gezogen worden war, hatte seine Aufmerksamkeit stets zu einem großen Teil Adiva gegolten. Seinem Geliebten, von dem er sich nun nicht mehr fernhalten musste, den er berühren und küssen durfte und mit dem er nun endlich allein sein konnte, ohne dass sich neugierige Aufpasser in ihrer Nähe befanden. Allein das würde er mehr als nur zu schätzen wissen, selbst wenn sie nichts weiter taten, als sich über wissenschaftliche Themen zu unterhalten. Einfach ein wenig Privatsphäre...

Er entschuldigte sich bei seinen Gesprächspartnern, zwei menschlichen Gefährten von der Erde, die vollkommen überrascht gewesen waren, ausgerechnet hier auf einen Rabenstein zu treffen, und folgte Adiva nach draußen. Er lächelte, als sich sein Verlobter ihm zuwandte, die Augen dunkle Schatten in dem weißen Gesicht, und setzte sich zu ihm. Eine seiner Hände nehmend und einen leichten Kuss auf die Innenfläche drückend fragte er "Erschöpft, Liebling?"

"Ja. Ich glaube, meine Füße werde ich morgen nur zum Hochlegen brauchen können", seufzte Adiva und winkte Daniel. "Rück noch ein wenig dichter, ich bin schrecklich müde und brauche vermutlich gleich die Schulter zum Anlehnen, die du mir vorhin versprochen hast."

Daniels Lächeln vertiefte sich noch, als er der Aufforderung folgte. Er legte einen Arm um Adiva, zog ihn an sich und fühlte nur Glück, als dieser vertrauensvoll den Kopf an seine Schulter legte. Er drückte einen Kuss auf das weiche Kopffell und begann, sanft über Adivas Rücken zu streicheln. "Ich bin auch müde. Es war ein langer Tag, und ich habe vor Freude in der letzten Nacht nur wenig geschlafen. Aber es ist ein schönes Fest."

Eine Weile saßen sie da, genossen die Ruhe, den leichten Wind und ihre Nähe, während Daniel immer mehr spürte, wie dumpfe Schwere in seine Glieder sickerte. "Hm, was hältst du davon, wenn wir uns einfach zurückziehen?", fragte er schließlich, als Adiva immer mehr gegen ihn sank und wirkte, als würde er gleich hier einschlafen. "Sie erwarten es ohnehin."

Adiva nickte leicht und hob eine Hand, um sein Gähnen zu verstecken. "Du hast Recht." Er ließ sich von Daniel von der Mauer helfen und schmiegte sich in seinen Arm, um gemeinsam mit ihm durch die noch immer ausgelassen feiernden Caley und Menschen hindurch zu ihrem Schlafzimmer ganz oben in der vierten Ebene zu gehen.

Sie fanden das Zimmer zum einen sehr romantisch dekoriert vor, weiße Blütenblätter waren überall verteilt worden, und weiches Licht von duftenden Kerzen erhellte das Bett mit den durchsichtigen Vorhängen. Zum anderen mussten sie aber eine privatere Feier einiger Puppen dort beenden, die es sich auf dem freien Bett gemütlich gemacht hatten. Die fröhlichen Caley wünschten den beiden eine fantastische Nacht und verabschiedeten sich bis zum Vormittag.

Daniel schloss die Tür hinter ihnen und streckte sich mit einem kleinen Gähnen, ehe er sich wieder zu seinem Verlobten umdrehte. Adiva sah noch viel erschöpfter aus als auf der Terrasse, wo die Dunkelheit sie verborgen hatte. Die Ohren hingen weiter herunter als normal, seine Augen schienen winzig und glänzten vor Müdigkeit. Liebevoll drückte Daniel ihn noch einmal an sich, genoss diese Nähe, die sie von nun an so oft haben konnten, wie sie wollten. Ein kleines Kribbeln machte sich in ihm breit, als er daran dachte, dass sie sogar die Nacht zusammen verbringen würden. Adiva, eng an ihn geschmiegt, geborgen in seinem Arm... Allein die Vorstellung rief tiefe Wärme hervor. Er küsste ihn auf die Schläfe und sagte leise "Geh du zuerst ins Bad, hm?"

Adiva nickte und seufzte zufrieden, als er die Sandalen wieder von den Füßen streifen konnte. "Ich werde nicht lange brauchen, versprochen." Und er war wirklich müde. Die Fahrt von den Sieben Perlen, die Hektik zwischen Vorbereitungen für die Feier und Abgabe der zwei Berichte von den Inseln und dann natürlich die Feier, auf der er mit fast jedem hatte tanzen müssen, hatten ihn gründlich erschöpft.

Nach einem kurzen Blick in den Spiegel legte er den Schmuck ab und wusch sich das Gesicht. Dann zog er sich aus und nahm seine leichte Shorts und das Hemd auf, die er zur Nacht tragen wollte. Kurz zögerte er und fragte sich, ob Daniel erwarten mochte, dass er nackt zu ihm kam, um ihm bereits in dieser Nacht mehr Nähe zu erlauben, aber beschloss, dass er zu müde für dieses Angebot war und Daniel es ihm selber sagen sollte.

"Du kannst ins Bad, Daniel", sagte er schon von der Tür aus und huschte zum Bett hinüber.

Daniel beeilte sich ebenfalls, auch wenn er sich noch eine Dusche gönnte. Er mochte es nicht, sich in all den Gerüchen nach Essen, Schweiß und vielen Leuten ins Bett zu legen. Während er in seine Schlafshorts und das ärmellose Hemd schlüpfte, dachte er daran, dass die Abd Jabir getrennt schliefen, was er ja auch in Adivas Haus gesehen hatte. Die Zimmer der Männchen und der Weibchen lagen voneinander entfernt. 'Aber ich bin kein Weibchen und habe zudem keinen Harem, dem ich gerecht werden muss. Und wir haben so viel nach den Sitten der Abd Jabir gemacht... ich will ihn halten, ich will bei ihm sein.' Er fuhr sich mit gespreizten Fingern durch das noch feuchte, etwas zu lange Haar und strich es aus dem Gesicht, dann verließ er das Bad.

Ganz selbstverständlich, aber innerlich ein wenig nervös ging er zu dem Bett, in dem Adiva lag. Aus halb geschlossenen Augen sah Adiva zu ihm hoch, die dünne, farbenfrohe Decke bis zur Brust hochgezogen, sein Kopf ruhte auf seinem Arm. Daniel lächelte, setzte sich auf den Rand der Matratze und beugte sich vor, um ihn auf die Wange zu küssen. "Ich glaube, ich werde es nie müde sein, dich anzuschauen, Liebling. Du bist so schön, selbst wenn du vollkommen erschöpft bist." Die Decke anhebend legte er sich zu ihm, ohne den Blick von Adivas Gesichtchen zu nehmen.

Adiva lächelte über das Kompliment und unterdrückte ein Gähnen. "Und du bist noch immer so begehrenswert, dass ich nicht weiß, wie ich dich hab einfangen können." Er stemmte eine Hand gegen die Matratze und zog seine Beine an den Körper. Die Nase gegen die Knie geschoben und den Schwanz locker um sich gelegt, schlummerte er fort, nicht in der Lage, Daniel mehr zu sagen als "Gute Nacht und schöne Träume."

"Adiva?" Verdutzt starrte Daniel seinen Verlobten an, der nicht nur die Kunst beherrschte, offensichtlich auf der Stelle einzuschlafen, sondern auch noch all seine Tagträume zunichte zu machen. Unzufrieden runzelte er die Stirn. Er hatte sich darauf gefreut, wirklich gefreut, ihm nahe sein zu können. Gar nicht unbedingt sofort mit ihm zu schlafen, Himmel, er war selber müde! Aber wenigstens noch einen Kuss, ein bisschen schmusen... Nein, das war kein schöner Abschluss für diesen schönen Tag.

Doch Adiva öffnete die Augen nicht mehr. Eine Weile sah Daniel ihn missmutig an, und noch immer fand er ihn so unwiderstehlich niedlich, was es nicht einfacher machte, sondern seine Laune eher noch sinken ließ. 'Das ist unser Verlobungstag, verdammt. Nach einer langen, langen Zeit, in der ich dich kaum berühren durfte, geschweige denn, mit dir allein sein. Und ich habe von dir fast gar nichts gehabt.'

Schließlich stand er auf und blies die Kerzen aus, ehe er wieder zum Bett ging. Vorsichtig stieg er über den schmalen Körper hinweg, um sich zumindest an seinen Rücken schmiegen und sich halb um ihn rollen zu können. Einen Arm um ihn gelegt und das Gesicht an Adivas zarten Nacken und in das kurze, weiche Fell geschmust schloss er die Augen. Mit dem sanften Duft seines Verlobten kam ein Teil des Glücksgefühls zurück und ließ ihn leise aufseufzen. Morgen war auch noch ein Tag.

 

Adiva erwachte, weil es schrecklich warm war und weil im Haus unten aus der Richtung der Küche, lauter Gesang zu ihm drang. Die Wärme gehörte zum Körper seines Verlobten, dem er am Abend zuvor einfach fortgenickt war, noch bevor sie sich auch nur hatten küssen können. 'Macht nichts, es war ohnehin gerade erst die ausreichende Zahl Tage vergangen.' Sachte löste er sich unter dem Arm hervor und ging ins Bad, um sich zu duschen. Nackt und ein wenig nervös, ungeschminkt und ohne Schmuck kehrte er zu Daniel zurück, um ihn aufzuwecken, sollte Jann mit seinem Gesang das nicht längst geschafft haben.

Neben den schiefen, lauten Tönen von jenseits der Zimmertür war Adivas Fehlen das erste, was Daniel beim Aufwachen bemerkte. Sein Vergleich mit dem Schmetterling war offensichtlich mehr als zutreffend. Adiva war hübsch anzusehen, aber kaum zu fassen. Mit einem ergebenen Seufzer raffte er das Kissen an sich und versuchte weiterzuschlafen. Es stellte sich als schwierig heraus, und als Daniel leise, tapsende Schritte hörte, drehte er sich um und öffnete verschlafen die Augen. Weiße Beine füllten sein Sichtfeld, hübsche weiße Beine, an die sich ein ebenso hübscher Körper anschloss, als Daniel seinen Blick nach oben wandern ließ. Ein träges Lächeln breitete sich über sein Gesicht aus. Immerhin war sein flüchtiger Verlobter noch im Raum und nicht unterwegs, um irgendwelche Menschen mit Anpassungsstörungen zu befragen. "Morgen", nuschelte er und streckte hoffnungsvoll eine Hand nach ihm aus.

Adiva kicherte leise. "Na, soll ich dich noch schlafen lassen? Soll ich Jann bitten, draußen weiter zu singen?" Er ließ sich auf der Bettkante nieder und strich mit den Fingerspitzen einmal vorsichtig durch Daniels Haare.

"Nein", entschied Daniel nach einem kurzen Zögern, während dem er seine müden Gedanken geordnet und die sachte Berührung genossen hatte. "Denn wenn ich dich nach draußen lasse, kommst du mir vielleicht nicht wieder zurück." Er rollte auf den Rücken und damit näher zu Adiva hin, so dass sein Kopf direkt an dessen Hüfte lag. Zu ihm hochschauend schlang er einen Arm um ihn. "Bei dir muss man jeden Moment nutzen, in dem man deine Gesellschaft hat, mein Schmetterling", sagte er zufrieden. "Sonst fliegst du rasch davon, auf die eine oder andere Art."

Adiva schüttelte den Kopf und entgegnete "Nein, ich bin kein Schmetterling, eher eine Biene. Ich komme immer wieder nach Hause zurück." Er fuhr fort, Daniel durch die Haare zu streicheln und genoss es, mit ihm zusammen sein zu können.

"Das klingt einerseits gut, nur haben Bienen Stachel." Daniel drehte den Kopf leicht, um einen Kuss auf Adivas Bein drücken zu können. "Bei dir habe ich aber noch keinen gefunden. Da ist alles nur weich und samtig. Hast du denn einen irgendwo verborgen?"

Adiva beugte sich zu ihm runter und küsste ihn auf die Stirn. "Bei mir sind keine Stacheln. Ich bin eine fleißige, treue Biene von der Wehrlosigkeit eines Schmetterlings." Da er damit genug Vergleiche mit der Tierwelt gemacht hatte, stand er wieder auf und fragte "Soll ich dir etwas zum Frühstücken hierher holen, Daniel?"

Daniel wollte protestieren und Adiva erneut zu sich ziehen, aber sein Mund meldete, dass er auf gar keinen Fall küssen würde, ohne eine Zahnbürste gesehen zu haben, und eine Dusche, um richtig wach zu werden, war auch nicht zu verachten. Er musste leicht grinsen, als er sich daran erinnerte, die Romantik zwischen ihm und einem Ex-Freund damit an einem Morgen vollkommen zerstört zu haben. Er war wach gekuschelt worden, was zu wilderem Knuddeln und Streicheln geworden war, und dann hatte sein Ex ihn küssen wollen. Daniel hatte sich gewehrt, seinen Willen durchgesetzt und war zum Zähneputzen geflüchtet. Die Stimmung war futsch gewesen und statt weiterzumachen, waren sie zum Frühstücken ins nächste Café gegangen.

"Gute Idee, lieb von dir. Ein romantisches Frühstück nur für uns ist genau das Richtige für einen Morgen wie diesen. Ich mache mich derweil menschlich." Daniel streckte sich genüsslich einmal durch, um dann ebenfalls aufzustehen. Während Adiva sich rasch eine Tunika überzog, um das Zimmer verlassen zu können, ging Daniel ins Bad. Er war sogar schnell genug fertig, um seinem Verlobten entgegen zu gehen und ihm das schwere Tablett abnehmen zu können. So beladen, wie es mit süßem Gebäck, Broten, Rührei und diversen Beilagen war, musste Jann Adiva in die Finger bekommen und versorgt haben, mit dem Appetit von zwei Meta nach einer ereignisreichen Nacht rechnend.

Sie machten es sich auf dem Bett bequem und ließen sich Zeit, während sie besprachen, was man Jann und Arkay als Dankeschön schenken konnte. Daniel erzählte, wie sehr sich seine Eltern darauf freuten, Adiva kennen zu lernen und warnte ihn, dass die Feier am Vortag zwar wilder, aber wesentlich kleiner gewesen war als das, was ihn bei einer Hochzeit erwarten würde. Schließlich hob er gesättigt das Tablett vom Bett, Adiva hatte schon längst sein Besteck ordentlich hingelegt, um zu zeigen, dass er fertig war; und trotzdem war noch ausreichend Essen da, um für mindestens eine weitere Mahlzeit zu reichen.

Lachend schüttelte Daniel den Kopf. "Meta sind wirklich unersättlich. Wollte Jann, dass wir platzen?" Adivas niedliches Kichern daraufhin machte, dass er sich wieder einmal beglückwünschte, um seine Hand angehalten zu haben. Nein, es war nicht zu früh gewesen. "Was sind deine Pläne für heute, mein Liebling?"

Adiva legte den Kopf ein wenig schief und lächelte. "Meinen Mann zu verführen?" Vorsichtig zupfte er die Bänder seiner Tunika an den Schultern auf, so dass sie ihm vom Oberkörper herunter glitt.

Daniels Augen weiteten sich; der Anblick und noch viel mehr die Worte ließen ein köstliches Prickeln durch seinen Körper rinnen. Damit hatte er nicht gerechnet, nicht so und nicht jetzt, aber es war eine sehr, sehr schöne Überraschung, die Adiva ihm da bereitete. "Dein Mann wird sich den Wünschen seines Liebsten nicht widersetzen." Er streckte eine Hand nach ihm aus und fuhr mit den Fingerspitzen in der Mitte der Brust entlang. "Das kann er auch gar nicht, denn du hast mich vollkommen verzaubert." Das Lächeln erwidernd beugte er sich vor und küsste ihn zart auf den Mund. "Aber wenn ich dir jedes Mal sage, was ich empfinde und wie ich dich sehe, wirst du mir noch eingebildet."

"Oder ich glaube dir einfach nicht mehr", entgegnete Adiva und beugte sich dichter zu Daniel, um noch einen Kuss erhaschen zu können. Vorsichtig öffnete er die Knöpfe an Daniels Schlafhemd mit einer Hand und fuhr mit der anderen darunter, sobald er es offen hatte.

Daniel seufzte auf und erwiderte den Kuss, während er Adiva mit den Knöpfen half. Er streifte das Hemd von den Schultern und warf achtlos neben das Bett. Dann schloss er die Arme um Adiva und zog ihn an sich, fing dessen Hände zwischen ihren Körper ein. "Das hoffe ich doch nicht, dass du irgendwann einfach anfängst, an meinen Worten zu zweifeln", schmunzelte er auf Adivas Lippen und ließ, als sein kleiner Liebling zu einer Antwort ansetzte, seine Zunge neugierig in dessen Mund schlüpfen. Er schmeckte herrlich, noch ein wenig nach Tee, aber doch so sehr nach Adiva, und Daniel vergaß zu denken, als er ihn zu erkunden begann.

Adiva schloss die Augen und schob seine Arme um Daniels Schultern, um ihn zu sich heranzuziehen. Sehnsüchtig öffnete er sich ihm und kam ihm zaghaft mit der Zunge entgegen. Daniel roch schon wieder so unverschämt gut, es erregte Adiva fast wie bei einem Weibchen, nur kam es ihm nicht so erzwungen vor, und er konnte deswegen jeden Moment davon genießen.

Langsam ließ Daniel sich nach hinten sinken, Adiva mit sich ziehend, bis dessen geringes Gewicht auf seinem Körper lag. Er streichelte den Rücken hinab, forschend, wie sich der schmale Fellstreifen anfühlte, der vom Kopf über den Nacken bis hin zum Hintern ging, erkundete den Übergang zu der weichen Haut und lauschte auf Adivas Reaktion, als er ihn vorsichtig gegen den Strich entlang fuhr. Beinahe hielt er den Atem an, als den zierlichen Schwanz berührte, dessen Ansatz ertastete und ihn dann durch die Hand gleiten ließ. Das Fell war kurz und noch weicher als das auf dem Kopf, fast erinnerte es an Seide. Adivas leichtes Erschauern machte, dass Daniel an seinem Mund lächelte. Schon von Anbeginn an hatte er ihn dort anfassen wollen, sich aber bis jetzt nie getraut, und offensichtlich war es auch gut gewesen, so lange gewartet zu haben.

Adiva kicherte leise und flüsterte aufgeregt "Du hast gleich die empfindlichste Stelle als erstes gefunden, Daniel." Er legte den Kopf ein wenig schief und setzte seine Knie rechts und links von Daniels Beinen auf. "Ganz, wie ich es dir zugetraut hatte."

Daniel freute sich darüber, wie geschickt es Adiva gelang, ihn so aufmerksam und sensibel wirken zu lassen. Und wenn sein Verlobter so empfand, war er das auch für ihn, genau, wie Daniel für ihn sein wollte. Sein Lächeln vertiefte sich, als er vom Schwanz und dem Hintern weg mit flachen Händen die Beine entlang streichelte, dann über die Hüften und die Seiten hoch zu den Schultern hin, während er erneut nach Adivas Mund haschte. Ihn in einen langen Kuss verwickelnd erkundete er wieder und wieder den schlanken Körper, fand die Stellen, an denen sein Liebling besonders empfindlich war und die, die er gerne anfasste. Eine ganze Zeit lang gab er sich diesem sinnlichen Vergnügen hin, genoss jeden Seufzer und jeden leisen Laut, den Geruch und den Geschmack, das Prickeln, das sich durch ihn selber zog, mal schwächer, mal stärker werdend.

Adiva gab sich den Empfindungen hin, die sich durch Daniels Berührungen und nicht den Zwang seiner Reaktion auf ein Abd Jabir Weibchen in ihm steigerten. Sehr bald reichte ihm das nicht mehr aus, und zaghaft an seinem Schatz schiebend begann er, ihm die Shorts auszuziehen, um auch den Rest von seinem Körper erkunden zu können.

Daniel seufzte wohlig auf und spürte den scheuen Berührungen nach, die Adiva ihm angedeihen ließ. Träge beobachtete er, wie die Lippen über seinen Bauch wanderten, erschauderte, als die raue Zunge ihn vorsichtig kostete. Daniel streckte die Hand aus und streichelte über Adivas Kopffell, liebkoste die Ohren, die sich daraufhin ein wenig mehr aufrichteten. Gerne hätte er seinen Verlobten wieder an sich gezogen, um selber aktiv zu werden, aber er unterband seine Ungeduld, denn das wechselseitige Genießen mochte er viel zu gerne.

Daniel roch nicht nur herrlich, er schmeckte auch sehr lecker. Adiva ließ sich Zeit mit dem Erkunden und hörte erst am Schoß auf, weil er sich noch nicht sicher war, was seinem Verlobten gefallen könnte. Stattdessen krabbelte er wieder hoch. Er legte sich der Länge nach auf Daniel und streckte sich wohlig, während er ihn sachte einmal küsste. "Was möchtest du gern machen?"

"Dich besser kennen lernen als mich." Daniel küsste ihn einige Male zurück, um den schlanken Körper noch ein wenig länger an sich zu spüren und weil Adivas Lippen so weich und unwiderstehlich waren. Dann rollte er herum und begann ihr Spiel von neuem, nur dass dieses Mal er es war, der Adiva erkundete.

Er eilte sich nicht, sie hatten lange genug gewartet, um jetzt nichts zu überstürzen; und er genoss jeden Augenblick, den sie sich so nahe waren. Zudem lockten die kleinen, hellen Brustwarzen ihn immer wieder, zu ihnen zurückzukehren. Doch schließlich erreichte er Adivas Schoß. Allein der Anblick ließ die Erregung in ihm wachsen, und der Geruch, der anders und dennoch ähnlich eines Menschen war, zauberte kleine, heiße Wirbel in seinen Bauch. Zart küsste er die Spitze der Erektion und streichelte dann mit der Zunge daran entlang, während er mit einer Hand zwischen Adivas Beine griff und den Schwanzansatz zu massieren begann.

Adivas Augen schlossen sich, als Daniel begann, ihn immer erregender zu berühren. Leise aufstöhnend hob er sich ihm entgegen und flüsterte unzusammenhängende Kommentare, um die Finger noch besser zu lenken. Er hatte eigentlich immer gelernt, dass ein Männchen im Bett bei dem Weibchen zu ihrer Verfügung stehen sollte, um ansonsten unauffällig und leise zu sein. Aber wenn er schon derart im Mittelpunkt der Zuwendungen stand, konnte er sich nicht weiter zurück halten, auch wenn er sich noch so sehr auf einen Fingerknöchel biss, um nicht zu laut zu werden.


© by Jainoh & Pandorah