Unverhofft lebenslänglich

II - 11.

Da sie wegen der günstigen Wetterverhältnisse zu früh waren, erwarteten die Eltern sie noch nicht. Daniel nutzte den Umstand, um seinen Schatz gleich in den Nordturm zu bringen, nachdem er ihn mit dem Butler bekannt gemacht hatte. Statt ihn herumzuführen, zeigte er ihm direkt das Schlafzimmer, das mit einem großen Himmelbett, Schränken, einem Tisch und mehreren Stühlen eingerichtet war, die zwar modern, aber in ihrem Design an das 16. Jahrhundert angelehnt waren.

"Das ist fürs Erste ein Teil unseres Reichs. Das Badezimmer ist direkt über den Flur." Er drückte seinen Schatz einmal an sich und erklärte "Ich werde nach unten gehen und meine Eltern begrüßen, wenn sie wieder zurück sind. Ich hoffe, du bist zum Abendessen einigermaßen wach, ansonsten müssen sie bis morgen auf ihren künftigen Schwiegersohn warten."

Adiva hatte sich staunend umgesehen. Die Zimmer waren eingerichtet, wie er es aus historischen Bildbänden von der Erde kannte. "Ich bin nicht müde, nur ein wenig wackelig, Daniel. Ich glaube, dass es an der geringen Schwerkraft hier auf der Erde liegt", meinte er dann und hob eine Hand an seine Augen. "Ich sehen alles verschwommen und mir ist schwindelig."

Besorgt musterte Daniel ihn und griff unwillkürlich nach seinem Arm, um ihn zu stützen. Daran hatte er gar nicht gedacht, weil er sich auf die Erdverhältnisse problemlos anpasste. "Soll ich nach einem Arzt schicken?" Dann grinste er schief. "Obwohl, du bist ja selber einer. Andererseits ist das nicht dein Spezialgebiet... Kann ich irgendetwas für dich tun?"

Adiva schüttelte vorsichtig den Kopf. "Nein. Ich denke, dass mein Körper sich einfach umstellen muss, ich lege mich eine Weile hin, dann nehme ich vielleicht ein Bad und kann dann sicherlich bei Abendessen dabei sein." Bestimmt schob er Daniel aus dem Zimmer und legte sich erschöpft in das Bett, dankbar, dass sein Befinden sich schrittweise besserte.

Er lernte die Eltern von Daniel als sehr kultivierte und freundliche Menschen kennen, die unheimlich viele Fragen an ihn hatten und zugleich sehr bemüht waren, alles für ihn zu tun, um ihm ein heimisches Gefühl zu geben. Sie gingen sogar so weit und dekorierten den Esstisch und die Eingangstüren in den Farben der Göttin, nachdem Adiva davon gesprochen hatte.

Glücklich stellte er fest, dass sie in der Woche von Ashiqa feiern würden, weswegen ihnen Daniels Farben zustehen würden. Daniels Mutter orderte daraufhin die Tischdekorationen für ihre über fünfhundert Gäste um und stellte Anteile des Mitternachtsbuffets auf Speisen um, die nach Adivas Rezepten eigens hergestellt werden sollten.

Eine andere Sache, auf die Adiva sich einstellen musste, war die Kleiderfrage. Er wurde für die Hochzeit von einem Schneider besucht, der ihn ausmaß und dann von einer Ohnmacht in die nächste fiel, als Adiva ihm erklärte, was er zur Heirat anziehen würde. Seine Erscheinung verwirrte zudem etliche Freunde von Daniel, die noch nie etwas von Abd Jabir gehört hatten, und nach einer Weile war Adiva es fast schon leid zu erklären, dass er nur ein kleines Männchen war und mit Sklavenhaltung auf Jabir nicht viel zu tun hatte.

In den bunten Medien wurde über die Verlobung mit dem Alien berichtet, und Adiva wurde trübsinnig, auch wenn er Daniel um nichts in der Welt verlassen hätte. Daniel selber hatte so unglaublich viele Termine, dass sie sich meistens erst am Abend sahen, nicht selten auf sozialen Pflichtveranstaltungen.

Am Ende war er schon gereizt, wenn Daniel ihn auf eine der offensichtlich unvermeidlichen Cocktailparties mitnehmen wollte. Allein die Begrüßung mit den Worten "Niedlich ist er ja, kann er uns verstehen?" Und immer wieder kam es vor, dass jemand sich neben ihn auf ein Sofa fallen ließ und sich auf seinen Schwanz setzte.

Zudem kam noch hinzu, dass Adiva sich einige Tage lang um die Delegation Abd Jabir vornehmlich aus Hafilas Clan al Zeshan kümmern musste. Sie war mit ihren vier Männchen und allen Kindern angereist. Zudem war sein Bruder Jarei mit der Frau und ihren anderen beiden Männchen und ihren Kindern gekommen. Aus Jarei war eine Tochter hervor gegangen, was Adiva sehr stolz machte. Hoffnungsvoll stellte er Jarei Daniel vor und war sehr enttäuscht, als sein Bruder ihm im Vertrauen sagte, dass niemand auf Jabir diese Eheschließung billigen würde. Jarei selber meinte, dass Adiva schon immer einen sturen und aufrührerischen Kopf gehabt hatte.

Die Abd Jabir Weibchen bereisten die Erde in einer abgezirkelten und sehr stark bewachten Rundreise, da es reichlich Gegner der Abd Jabir und ihrer Sklaverei gab. Während ihrer Abwesenheit musste Adiva die Männchen einhüten und umherführen. Es war schwerer, als er gedacht hatte, da die allermeisten sich nur noch nach Haus in ihre Sicherheit und gewohnte Umgebung sehnten. Alles in allem war Adiva sehr froh, als die Hochzeit nur noch einen Tag entfernt war.

Daniel sehnte sich nach der unbeschwerten Zeit auf Caley zurück, als er am Abend vor dem Hochzeitstag endlich von einer Besprechung mit mehreren Bankvorständen nach Hause kam. Erschöpft winkte er dem Dienstmädchen ab, das nach seinen Wünschen fragte und schloss die Tür hinter sich, die seinen Part des Schlosses von dem der restlichen Familie trennte. Während er die Schuhe von den Füßen trat und den Krawattenknoten löste, machte er sich auf die Suche nach Adiva, den er viel zu selten gesehen hatte in der letzten Zeit. Er wusste, dass es seinem Liebling nicht gefiel, und er wusste auch, wie schwer es für ihn war. Aber im Moment konnte er erschreckend wenig daran ändern. Zu lange war er weg gewesen, dazu kamen die Hochzeitsvorbereitungen, und alles in allem war er sehr froh, dass sich um letztere hauptsächlich seine Mutter kümmerte, und zwar mit einem Elan und einer Begeisterung, die ihn in Erstaunen versetzte.

Er fand Adiva im Wohnzimmer, in der Ecke des wuchtigen, burgunderroten Sofas sitzend, die Beine angezogen und den Schwanz um sich geschlungen. Ein schweres Buch ruhte auf seinen Knien, aber er hatte die Augen geschlossen, und sein Kopf war gegen die Rückenlehne gesunken. Die Schlappohren hingen noch schlaffer als sonst herab und lockten ein Lächeln auf Daniels Gesicht. Er zog das Jackett aus und warf es auf einen der Sessel, dann ging er leise zur Couch hin, um sich vor Adiva zu knien. "Liebling, wenn du hier die Nacht über schläfst, bist du morgen ganz verspannt und kannst dich nicht mehr bewegen."

"Uh. Ich muss über diesem Buch eingeschlafen sein." Adiva ließ den Wälzer über die Hochzeitsriten der Menschen zuklappen und legte ihn neben sich. Dann hob er lächelnd die Arme. "Ich habe mich schon umgezogen und gewaschen, trägst du mich ins Bett?"

"Alles, was du willst, mein Herz." Daniel küsste ihn leicht auf den Mund, dann stand er auf. Er beugte sich zu ihm, schob einen Arm um Adivas Schultern und den anderen unter die Kniekehlen, ehe er ihn hochhob und ins Schlafzimmer trug. Vorsichtig legte er ihn auf dem Bett ab und schmiegte sich ungeachtet der Anzugshose und des Hemdes gleich daneben, um ihn erneut zu küssen. "Es tut mir leid, dass ich so wenig Zeit für dich habe", murmelte er. "Aber es wird besser, versprochen. Einmal, wenn die Hochzeit vorbei ist und zum zweiten, wenn ich mich wieder in die Geschäfte eingearbeitet habe. Es tut mir auch leid, dass sich so viele unserer Bekannten unverschämt benehmen. Danke, dass du nicht schon längst wieder nach Caley oder Abd Jabir geflogen bist."

Adiva seufzte und sagte nichts dazu. Am Abend vor ihrer Heirat wollte er nicht schon wieder aufsässig werden, aber eine Reise zurück nach Caley plante er sehr wohl. Noch nicht für die nahe Zukunft, aber sehr bald wollte er die Studien für ein Buch über die Menschen dort verfeinern.

Noch wollte er nicht mit Daniel darüber reden, denn erst einmal würden sie heiraten, vor den Menschen auch zusammen gehören, vor allem vermutlich vor Daniels Eltern. Ein Priester würde nicht kommen, dazu hatte Adiva nicht zustimmen können, weil er das Konzept eines männlichen Gottes nicht zulässig und eher beleidigend für seine Göttinnen fand. Stattdessen würde ein alter Freund der Familie und Daniels Patenonkel eine Rede halten, und sie würden die zuvor im Amt gegebenen Versprechen im Rahmen der Rede für alle Gäste erneuern.

Adiva dachte träumerisch darüber nach, dass Daniel seine Kleiderwahl vermutlich sehr gefallen würde. Einigen menschlichen Riten folgend durfte Daniel die Sachen noch nicht vor der Heirat sehen. Über seine Gedanken zu der Tischordnung, um die er sich mit der Schwiegermutter gekümmert hatte, schlief Adiva ein und rollte sich zusammen, auch wenn er dafür ein leises Gebrummel von seinem Verlobten erntete, der lieber noch hatte kuscheln wollen.

Zum Ausgleich für den kurzen Abend wurde Adiva von allein am anderen Morgen wach und konnte ein Frühstück für Daniel zusammen stellen, bevor er sich in Bad schlich, um sich vorzubereiten. Er frühstückte, nachdem er sich gründlich herausgeputzt hatte und ließ Daniel schlafen, bis dessen Mutter drängte, dass sie nicht mehr viel Zeit hatten.

"Mein zukünftiger Ehemann? Der Tag hat schon ohne dich begonnen", sagte Adiva Daniel leise an das Ohr und flüchtete sich dann sofort in sichere Entfernung, damit sein Schatz nicht auf die Idee kam, ihn zu schnappen und all seine Bemühungen im Bad zunichte zu machen.

"Und mein Tag hat ohne dich begonnen", brummelte Daniel und wollte lieber die Decke über den Kopf ziehen und mit Adiva kuscheln, anstatt sich der Hochzeit zu stellen. Aber da er keine Wahl hatte und auch gerne endlich der Ehemann seines Lieblings sein wollte, rappelte er sich auf, um sich unter der Dusche zu neuem Leben zu erwecken. Dann erst wagte er einen Blick auf die Uhr und erschrak, als er sah, wie spät es war.

Er eroberte einen Kuss von seinem Schatz, ehe seine Mutter ihn entführte, da er ja das Gewand nicht vorher sehen durfte, und zog dann hastig den exquisiten Anzug an, der für die Gäste die menschliche Seite des Paares befriedigen würde, aber in den Farben der Ashiqa gehalten war. Dunkles Blau für Hose und Jackett; auf der Weste in der gleichen Farbe verhalfen dezent eingewebte Muster Altgold zu seinem Recht. Und die Manschettenknöpfe des Hemdes waren von Gold eingefasste Rubine.

Daniel hatte kaum die Krawatte zurechtgerückt, als schon sein Vater kam, um ihn zu der wartenden Limousine zu bringen. Die Trauung an sich würde im Rosengarten eines weiteren Landsitzes seiner Familie stattfinden, und Daniel bedauerte es sehr, dass Cedric nicht anwesend sein konnte. Ihn hätte er am liebsten als Trauzeugen gehabt. Aber da Devi nicht mehr reisen konnte und die fünf Tage, die Cedric sich von ihm trennen konnte, nicht ausreichend waren, war ihm diese Möglichkeit leider verwehrt.

Adiva war mit Daniels Mutter und einer penetranten Bekannten von Daniel aus Studienzeiten mit einer Limousine zum Rosengarten gebracht worden. Die Bekannte starrte ihn die gesamte Zeit über an, als ob sie ein Loch in seine hellgolden geprägten und ziemlich steifen und langen Roben brennen wollte. Adiva hatte sich mit Bedacht sehr konservativ angezogen für den offiziellen Teil, bei dem auch reichlich Presse anwesend sein würde. Er wollte, dass man auf Jabir, sollte man Bilder der Trauung sehen, ein ehrenhaftes und in den Traditionen bewandertes Männchen übermittelt bekam. Und so trug er Ashiqas Gold zu dem lebhaften Rot und Blau in einer Kombination, die ihn sich eigentlich immer sehr blass fühlen ließ.

Die Kleidung darunter war in den Farben seiner Göttin, Hellrosa und Hellgrün mit feinerem Tuch und sehr viel bewegungsfreundlicher. Bauchfreies Oberteil und leichte Hose mit geschlitzten Beinen, die sich zum Tanzen sicherlich ausgezeichnet eignen würde.

Die kleine Runde Gäste, die der Trauung beiwohnen durften, waren alle bereits anwesend. Von den Abd Jabir war nur Hafila mit ihrem ersten Männchen und der kleinen Tochter da. Sie wurde neugierig bestarrt und bestaunt, als sie stolz mit wild aufgebürsteter und reich geschmückter Mähne zu Adiva trat, um ihn an Daniel zu übergeben. "Im Namen deiner Familie, Adiva", erklärte sie, bevor sie ihn sachte auf den Kopf küsste.

Die Geste war derart vertraut, dass Adiva für einen Moment beinahe Heimweh bekam. Er warf einen schnellen Blick auf das glückliche Männchen an Hafilas Seite, das sich um die kleine Tochter kümmerte, dann wandte er sich ab und sah Daniel entgegen, der von der anderen Seite her zu ihnen kam.

Die Trauung selbst nahm nur wenige Augenblicke in Anspruch, Hafila bezeugte mit einer Unterschrift in den Zeichen ihres Clans, dass Adiva diesen Schritt unternehmen durfte, für Daniel bezeugte die nervende Bekannte. Gleich darauf wurden Adiva und Daniel auch schon in den Rosengarten gescheucht, damit sie die Erinnerungsbilder über sich ergehen lassen und den Journalisten kurz einige Fragen beantworten konnten.

Adiva war froh und erleichtert, als er mit Daniel zusammen in eine ausladende Limousine klettern konnte, die sie in das riesenhafte Hotel bringen würde. Kaum war die Tür geschlossen, und sie waren mitsamt einer Flasche Champagner allein, als Adiva sich auch schon an Daniel schmiegte und ihn küsste. "Du bist wunderschön anzusehen, Daniel. Ich bin so stolz, dass ich das Männchen sein soll, mit dem du heute nach Haus gehst", sagte er ernsthaft und brachte das Einstecktuch rasch wieder in Form.

Daniel lächelte und streichelte ihm über die Wange, ehe er ihn zurück küsste, vorsichtig, um nichts in Unordnung zu bringen an seinem perfekten Liebling, aber glücklich, ihn im Arm zu halten. "Ich bin froh, wenn wir den offiziellen Teil hinter uns gebracht haben, denn am liebsten würde ich dem Chauffeur jetzt sagen, dass er von seinem Kurs zum Hotel abweichen und woanders hinfahren soll. Zum Raumhafen zum Beispiel, wo wir uns in den nächsten Flieger nach Caley schmuggeln könnten." Er seufzte und löste sich halb von seinem frisch gebackenen Mann, um ihnen von dem Champagner einzuschenken. Sie stießen sich in die Augen sehend an und tranken einen kleinen Schluck, ehe Daniel hinzu fügte "Ich finde es wirklich schade, dass Ced nicht dabei sein kann. Er und Devi wären mit Sicherheit eine Bereicherung für diese Hochzeit."

Adiva nippte nur von dem Getränk, um es gleich wieder fort zu stellen. Betrunken durfte er sich auf seiner eigenen Hochzeit nicht blicken lassen. "Ja. Zum Raumhafen nach Caley dürftest du mich jederzeit wieder entführen, Daniel." Nachdenklich blickte er durch das Fenster in die Umgebung. "Und ich glaube, dass Cedric und Devi sich auch an der Feier freuen würden, aber sie sind dort, wo sie jetzt leben, sicherlich gut aufgehoben, nicht wahr?" Er legte seinen nun ohne den Verlobungsschmuck ein wenig nackt wirkenden Schwanz ordentlich um sich. "Ich freue mich nun, da ich dich ein wenig für mich gehabt habe, schon wieder auf den Empfang."

Daniel bewunderte Adiva für seine Unerschütterlichkeit, obwohl er Veranstaltungen in dieser Größenordnung, die sich nahezu ausschließlich um ihn drehten, nicht gewöhnt war, und noch dazu in einem Volk, das seinem in weiten Teilen nicht gerade freundlich gegenüberstand. Um so glücklicher war er darüber, dass sowohl Adivas Bruder samt Familie wie auch ganz besonders die Anwältin Hafila mit ihren Angehörigen anwesend waren.

"Wir werden wieder nach Caley fahren", versprach er und lächelte bei dem Gedanken an seinen letzten Briefwechsel mit Cedric. Sein Blick fiel auf Adivas Hand, die nun den Schmuck eines verheirateten Männchens aufwies, einen Ring am Mittelfinger, verbunden durch eine Kette und ein mit Edelsteinen besetztes Mittelstück mit einem verschnörkelten Armreif. Wieder hatte sich Daniel für Platin entschieden, das nicht so kalt wie Silber oder so aufdringlich wie Gold war. Er hob die Hand an und küsste den Ring, in den sein Name und das Datum dieses Tages eingraviert waren, so wie in seinem eigenen schlichten Ring Adivas Name stand. "Aber trotz des Stresses bin ich froh, hier zu sein. Denn nun bist du ganz und gar mein Mann, offiziell und vor allen Gerichtshöfen im Universum."

Adiva zwinkerte und entgegnete "Auf Jabir wärst du mein Mensch, ich müsste nur die Besitzurkunde beantragen. Aber so ist es mir natürlich viel lieber."

Daniel lachte und trank noch ein Schluck Champagner, ehe er das Glas abstellte. "Mir erst recht, obwohl ich auch so ganz und gar dir gehöre, Liebling." Nach einem Blick durch das verspiegelte Fenster gab er mit einem kleinen Grinsen zu "Obwohl du mich gleich wieder mit den anderen Gästen teilen musst. Wir sind fast da."

Seufzend warf Adiva einen kleinen Blick in einen Spiegel, dann meinte er energisch "Auf in die nächste Schlacht. Ich habe gehört, dass die fünfhundert Gäste sich alle einzeln und persönlich bei uns vorstellen werden."

Und so fühlte er sich dann auch im Anschluss an den Empfang, bei dem er nach Absprache mit dem Hotelpersonal mit allen Leuten zwar mit einem Kristallkelch anstieß, aber lediglich Apfelsaft mit Sprudel daraus nippte, der in einer Flasche für Adiva bereitgehalten wurde. Nach unendlich vielen Glückwünschen, überraschten Feststellungen, dass man auf Jabir also menschliche Sprachen sprach und nachdem einige Freunde und Bekannte von Daniel sich auch nach Cedric erkundigt hatten, dessen Bildband über Caley nicht nur ein großer Erfolg war, sondern auch zur Rehabilitation seines Rufes und damit seines Verhältnisses mit seinen Eltern geführt hatte, konnten Adiva und Daniel an ihrem Tisch Platz nehmen.

Der Speisesaal des Hotels wurde durch unzählige Kristalllüster in festlichen Glanz getaucht. Gold, Rot und strahlendes Blau waren die vorherrschenden Farben, auch in der Bekleidung der nun ebenfalls anwesenden zahlreichen Abd Jabir. Sie saßen in der Nähe von Adiva und Daniel, so dass Adiva im Zweifelsfall schnell eine Speise erklären konnte.

Zwischen den effektiv sieben Gängen wurden immer wieder kurze Reden gehalten, auch Daniel musste einige Worte sagen. Adiva war sehr erleichtert, als bekannt gegeben wurde, dass alle Gäste auf einen Spaziergang durch die Gärten des Hotels eingeladen waren, wo an drei Stellen Orchester spielten, damit die Hotelangestellten die Tische umbauen konnten, um eine Tanzfläche zu schaffen.

Adiva drückte Daniels Hand leicht. "Ich gehe mich mit den anderen Männchen von Jabir ein wenig frisch machen. Wir sehen uns gleich beim Tanz wieder, ja?"

Daniel nickte. "Vielleicht könnt ihr uns ja später mit einem der Kreistänze beglücken, über die ich schon so viel gelesen habe." Er gab Adiva einen raschen Kuss auf die Wange, dann schloss er sich seinen Gästen an.

Sehr schnell hatte er eine alte Bekannte am Arm, die ihn neugierig dazu auszufragen begann, wie und wo er seinen Gatten kennen gelernt hatte. Daniel antwortete nur ausweichend, denn er hatte keine Lust, fantasievoll ausgeschmückte Details seiner Romanze in irgendwelchen bunten Blättchen wiederzufinden, und war erleichtert, als sich seine Mutter zu ihnen gesellte und die Bekannte ablenkte. Gleich darauf entschuldigte er sich und ging vor zu einer Gruppe von ehemaligen Klassenkameraden. Der Rest des Spaziergangs war nett, und Daniel genoss ihn, aber er war froh, als sie das Hotel wieder erreichten, wo er gleich nach Adiva Ausschau hielt. Hoffentlich hatte er sich bei den Männchen seines Volkes ein wenig entspannen können.


© by Jainoh & Pandorah