Der falsche Arzt 2

 

Der falsche Arzt

2.

Aron hatte die Wartezeit ungeduldig verbracht. Kurz war er bei seinem Sohn gewesen, um ihm von dem neuen Doktor zu erzählen. Oliver hatte die Neuigkeit begeistert aufgenommen; alles, was neu und anders war, war gut, auch wenn sich Aron bemühte, ihm Abwechslung zu bieten. Es war schwierig mit einem Kind, das so viel im Bett liegen musste. Gleich hatte der Junge endlose Fragen zu stellen begonnen, von denen Aron nicht einmal einen Bruchteil beantworten konnte. Das Kindermädchen hatte ihn schließlich abgelöst, indem sie Oliver Weihnachtsgeschichten vorgelesen hatte.

Unruhig schritt Aron nun in dem kleinen Empfangszimmer mit dem blauen Sofa und den zwei Sesseln auf und ab, selber gespannt darauf, mehr von dem Arzt zu erfahren. Aber er wollte ihm ein wenig Erholung gönnen. Ein armer Schlucker war er, der Kutscher hatte erzählt, dass er außer der Arzttasche kaum Gepäck gehabt hatte, und die schäbige Kleidung sprach für sich. Es war wirklich eine Schande, wie manche Leute die Dienste von Ärzten bezahlten! Andererseits konnte es natürlich auch sein, dass dieser Gouran ein Scharlatan war und nichts konnte.

Aron seufzte und wünschte sich, dass er selber mehr Erfahrung hätte. Im Herbst hatte er nach Büchern aus der nächst gelegenen Stadt geschickt, um sich einlesen zu können, doch bis jetzt hatte er noch keine Zeit dafür gefunden. Er zuckte ein wenig zusammen, als es klopfte, und blieb neben dem Kamin stehen, in dem ein Feuer angenehme Wärme verbreitete. Nach einer Aufforderung seinerseits öffnete sein Butler die Tür und ließ mit einer kleinen Verneigung Nick Gouran ins Zimmer.

Unwillkürlich musste Aron lächeln. In der neuen Kleidung und aufgewärmt sah der junge Mann gleich wesentlich hübscher und weniger unsicher aus. Sein sandfarbenes Haar war getrocknet und fiel ihm weich in die Stirn, was das schmale Gesicht viel reizvoller werden ließ. "Wie ich sehe, geht es Ihnen besser, Doktor. Ich hoffe, es war alles zu Ihrer Zufriedenheit." Es war lediglich eine rein rhetorische Äußerung, denn Aron konnte sich nicht vorstellen, dass ein Mann aus Gourans Verhältnissen an Zimmer oder Verpflegung etwas auszusetzen hätte. Mit einer kleinen Geste wies er auf einen der Sessel. "Setzen Sie sich doch." Selber nahm er auf dem Sofa Platz, um den Arzt nicht in Verlegenheit zu bringen.

Nick nahm Platz und bedankte sich für die Kleidung und den warmen Empfang. Er konnte den Patienten nirgends entdecken und fragte sich allmählich, ob der Earl ihn erst prüfen wollte, bevor er seinen empfindlichen Sohn jemandem Unpassenden auslieferte. Doch der dicke Betrüger hatte diese Prüfung bestanden, also traute Nick sich ebenfalls zu, dass er bestehen würde.

Der Earl von Wrothston bestellte Tee beim Butler, und Nick wunderte sich ein wenig, dass nicht brennender Whiskey oder Schnaps angeboten wurde. Natürlich war er dankbar, Alkohol würde seiner Lage nicht förderlich sein. Sie schwiegen, während der Butler den Tee in einer Silberkanne vorbereitete, was Nick die Gelegenheit gab, den großen Mann zu betrachten.

Man sah ihm die Sorgen an, die er in den Jahren mit dem kranken Kind gehabt haben musste, ansonsten war es das Gesicht eines energischen, selbstbewussten Mannes. Einige Fältchen um seine Augen zeigten, dass er meistens eher ein freundliches Gesicht zeigte. Er trug keinen Bart, was ihn Nick noch eine Spur sympathischer machte. Als der Earl die Aufmerksamkeit abrupt wie aus den Gedanken gerissen von seinem Butler auf Nick zurückwandte, erwischte er ihn beim Starren. Errötend lächelte Nick leicht und senkte den Blick auf seine Hände.

Auch Aron musste lächeln, was der andere natürlich nicht sah. Offensichtlich war der junge Mann sehr schüchtern. Um ihm die Befangenheit zu nehmen, plauderte er erst einen Weile allgemein mit ihm, fragte ihn, wo er studiert und ob er vorher schon im Adel praktiziert hatte. Ein wenig half es auch ihm, um einzuschätzen, wie gut Gouran sein mochte. Dennoch wünschte er sich, dass der alte Doktor ihm dabei zur Seite stehen würde. Diesen hatte er damals auf Empfehlung eines Bekannten zu sich geladen und bis auf einige Unstimmigkeiten zwischen ihnen nie bereut. Vermutlich wäre Oliver ohne ihn schon längst tot. Allein der Gedanke ließ ein kaltes Drücken in Aron entstehen.

"Haben Sie den alten Doktor Joseph gekannt? Hat er Ihnen vielleicht sogar schon von Oliver erzählt?", fragte er schließlich und trank seinen mittlerweile kalt gewordenen Tee aus.

Nick schüttelte mit bedauernder Geste den Kopf. "Ich bin hinzugekommen, als er tot in seiner Kammer aufgefunden wurde. Ihr Diener hat mich gebeten, an seiner Statt in Ihren Dienst zu treten, das würde ich sehr gern. Mehr kann ich nicht sagen."

"Ah." Aron nickte leicht, dann begann er von Oliver zu erzählen, von allen Details, die der Doktor ihm erläutert hatte und dem, was er selber täglich beobachten konnte. Davon, dass es Oliver an manchen Tagen fast gut ging und er auf dem Weg der Besserung zu sein schien, von den Hustenkrämpfen, die jede Verschlechterung wieder einleiteten, von seiner schwächlichen Konstitution und dass er bis zum Alter von fünf Jahren eigentlich ein robustes Kind gewesen war, das kaum einmal auch nur Schnupfen bekommen hatte. "Da ist er noch durch die Gegend gerannt, wie ein Junge seines Alters das sollte. Jetzt kann er all das nicht mehr; kein Klettern auf Bäume, kein Herumtoben, kein Ausreiten, keine Schneeballschlachten..." Aron unterbrach sich und stand auf. "Ich denke, Sie sollten Ihren Patienten nun kennen lernen. Er freut sich schon auf Sie. Haben Sie noch Fragen? Sie können Sie auch gerne an Frances stellen, das ist Olivers Kindermädchen. Sie achtet darauf, dass er seine Medizin regelmäßig nimmt."

Nick hatte aufmerksam verfolgt, was der Mann über seinen Sohn erzählt hatte. Ihm fiel auf, dass Oliver als erstes eine Erkältung mit Fieber gehabt hatte und von da an unter der Betreuung dieses Arztes schwächlich war. Leider war das Vertrauen des Earl schier unerschütterlich, so dass er im Verlauf der Unterhaltung beschloss, den beeindruckenden und einschüchternden Mann erst, nachdem er einen Behandlungserfolg gehabt hatte, einzuweihen.

Als erstes würde er Frances auf seine Seite ziehen müssen. Bei seinem Jungencharme und den großen Augen fiel es ihm eigentlich stets leicht, ein Mädchen zu beeindrucken. Er würde sich Zeit allein mit dem Jungen ausbitten und die Flaschen austauschen, vielleicht den Inhalt einfach ausschütten.

Aron führte den jungen Arzt durch eine Galerie bis zu den Zimmern seines Sohnes, die an seine eigenen angrenzten. Er wollte nicht erst das halbe Anwesen durchqueren müssen, wenn Oliver ihn brauchte. Höflich klopfte er an, und Frances öffnete auch gleich, um sie dann durch das Spielzimmer ins Schlafzimmer zu führen.

Oliver saß aufrecht im Bett, in ein dickes, weißes Wollnachthemd gekleidet, und hielt ein Buch auf den unter der Decke versteckten Beinen. Rasch klappte er es zu und legte es achtlos beiseite, während er den Arzt neugierig ansah.

Aron stellte fest, dass Frances sein blondes Haar ordentlich gekämmt und mit einem kleinen Samtband im Nacken zusammen gefasst hatte, und lächelte. "Oliver, das ist Doktor Gouran. Doktor, Ihr Patient Oliver."

"Herr Doktor." Brav nickte Oliver dem Doktor zu, wie Frances es ihm beigebracht und der alte Arzt auch immer gern gehabt hatte. "Ich freue mich, Sie kennen zu lernen."

Das Mädchen stellte sich als grauhaarige, betuliche Frau mit reichlich Röcken heraus. Also änderte Nick seine Hoffnung dahingehend, dass sie Muttergefühle entwickeln würde. Zunächst ließ er sich bei Oliver nieder, stellte sich noch einmal vor und gab ihm die Hand. Die Vergiftung musste unregelmäßig stattfinden, jedenfalls hielt er den Earl für zwar naiv, aber nicht dumm. Eine Verbindung zwischen Medikamenteneinnahme und den Anfällen des wirklich zarten und blassen Jungen hätte er sicherlich bereits bemerkt.

Er fragte zuerst das Mädchen, welches Medikament in welcher Weise eingenommen werden sollte und notierte es sich, da das Schema sich kompliziert darstellte. Also hatte der Dicke versucht, durch eine Vielzahl Sonderregelungen, durch welche die Medikamente hin und wieder inhaliert, dann als Bad, dann wieder zur Einnahme, dann wieder zur in den Tee verdünnten Einnahme zugeführt wurden, die nötige Verwirrung zu bewirken.

Dem Jungen war es seit dem letzten Besuch des Dicken schlechter gegangen. Nick hatte ja mit angehört, dass er dem Vater Angst um das Kind machen wollte, um mehr Geld für eine vermeintlich teurere Behandlung rauszuschlagen. Also brachte Nick in Erfahrung, welches das neuste Mittel war. Eine dicke Flasche mit handgeschriebenem Rezept. Der Text war lateinischer Unsinn mit eingestreuten griechischen Worten, die keinerlei Bedeutung hatten.

Endlich horchte Nick den Jungen ab, fühlte seinen Puls und tastete vorsichtig auf seinen Bauch, ganz wie der Arzt, den er so viele Male als Junge begleitet hatte. Endlich erhob er sich und meinte zu Oliver "Ich werde in den nächsten Tagen deine Therapie ein wenig umstellen. Der alte Doktor hat viele alte Rezepte verwendet, die man mittlerweile vereinfachen kann." Er konnte Hoffnung in dem Gesicht des Kleinen sehen. Offensichtlich nahm die Therapie den Jungen auch sehr mit. An den Earl gewandt bat Nick leise "Kann ich Sie noch kurz sprechen?"

Aron nickte und wies mit einer kleinen Handbewegung zur Tür, ehe er sich zu seinem Sohn beugte und ihn umarmte. Oliver schlang ihm die Arme um den Hals und flüsterte "Ich mag den neuen Arzt viel lieber als Doktor Joseph!"

Dann ließ er ihn wieder los, und Aron küsste ihn sacht auf die Stirn. Ihm hatte es gefallen, wie Gouran auf Oliver eingegangen war, während er beinahe nebenbei, aber dennoch konzentriert seine Untersuchung durchgeführt hatte. Ebenso hatte ihm gefallen, dass Gouran die Behandlungen des alten Arztes nicht als uninteressant abgetan, sondern sich eingängig damit beschäftigt hatte, um heraus zu finden, was bereits unternommen worden war.

Er schloss die Tür hinter sich, ehe er Gouran wieder in sein Arbeitszimmer bat. Nicht nur die neuen Medikamente mussten besprochen werden, auch der Lohn, den der junge Arzt verlangte. Aron hatte gleichzeitig Hoffnung, dass neue Studien Olivers Gesundheit verbessern helfen konnten und Angst, dass es schlimmer war, als er befürchtet hatte. Er bot Gouran wieder an, Platz zu nehmen und trat dann zu der selten benutzten Bar, um sich und dem Doktor einen Whiskey einzuschenken. Erst dann setzte er sich ihm gegenüber hin.

Nick zögerte eine Weile. Der Earl liebte seinen Sohn. Das hatte er bei hohen Herrschaften nur sehr selten gesehen. Gleich wo er mit den Kindern des Lords zu Gast gewesen war, hatte man sie als Last und störenden Anteil auf einer Feier oder einem Empfang gern abgeschoben. So sah es hier nicht aus. Er begann deswegen, nachdem er vorsichtig von dem starken Getränk genippt hatte, sehr zaghaft. "Erschrecken Sie bitte nicht. Ich würde sehr gern alle Medikamente absetzen und Oliver zunächst nur mit einem beruhigenden Tee und einem stärkenden Kräuterblutsaft behandeln."

Beides waren die Mittel der Wahl gewesen, die der Arzt, von dem er alles abgeguckt hatte, den reichen Ladies bei Vergiftungen verabreicht hatte. Zumeist war es eine Vergiftung mit Brechnuss gewesen, die Migräneanfälle milderte, aber schwer zu dosieren war. Schnell, viel zu schnell hatte die Lady einmal zu viel genommen und musste schmerzhafte Krämpfe überstehen. Ganz wie der kleine Oliver sie auch gehabt hatte.

Aron erschrak wirklich, aber er ließ es sich nicht anmerken. Oliver war schon so lange nicht mehr ohne die starken Medikamente gewesen, dass er sich nur schwer vorstellen konnte, dass es auf die Art funktionieren sollte. Doktor Joseph hatte immer wieder beteuert, dass das Überleben des Jungen davon abhing. "Beruhigender Tee und Kräuterblutsaft?" Misstrauisch zog er die Brauen hoch. "Das soll alles sein? Was bringt Sie zu der Ansicht, dass das alles ist, was mein Sohn braucht?"

"Ich kann nicht mit neuen Mitteln beginnen, wenn er noch die alten im Blut hat. Das gibt Wirkungen, die zu stark für ihn wären", verteidigte Nick sich deutlich nervös.

Aron trank den Whiskey an einem Zug aus und unterdrückte einen Hustenreiz, während er die Wärme davon bis in seinen Bauch spüren konnte. Es klang logisch, was der Doktor sagte, und auch in der Zeit davor hatte Oliver ab und an ohne Medikamente auskommen können wenn auch nie für lange. Wenn es also nur ein Übergang war, um die Arzneien auszutauschen, dann mochte es gehen. Die Fläschchen von Doktor Joseph würden ja nicht vernichtet werden. Wenn es nicht funktionierte, konnten sie immer noch auf Altbewährtes zurückgreifen.

Schließlich nickte er bedächtig und sah Gouran durchdringend an. "Wir werden es auf Ihrem Weg versuchen. Aber ich warne Sie, wenn Sie irgendetwas Neues auf Kosten meines Sohnes ausprobieren wollen..." Er ließ die Drohung unvollendet, der Arzt war nervös genug. Offensichtlich hatte er ohnehin schon Angst wegen des Vorschlags. "Sollte Ihre Methode allerdings überwältigenden Erfolg zeigen, können Sie meiner Dankbarkeit für alle Zeit gewiss sein. Was wollen Sie als Ausgleich für Ihre Bemühungen?" Er nannte ihm den Betrag, den Doktor Joseph als monatliche Zuwendung erhalten hatte und fügte an "Davon die Hälfte, bis Sie sich des Geldes als wert erwiesen haben, danach können wir über mehr verhandeln. Was halten Sie davon?"

Nick errötete heftig und wehrte mit beiden Händen ab. "Oh... ich würde niemals Geld vorab verlangen. Wenn Sie mich nur irgendwo in der Nähe des Haupthauses wohnen lassen könnten, solange das Wetter so garstig ist, wäre ich dankbar."

Ein Lächeln zog über Arons Gesicht. Der neue Arzt hatte noch einen weiteren Vorteil, außer dass er sich so warm um Oliver gekümmert hatte. Er war erstaunlich attraktiv, was man von Doktor Joseph nun wirklich nicht hatte behaupten können. Und dass er die Bezahlung vorerst ablehnen wollte, bis sich ein Erfolg einstellte, brachte Aron genauso sehr wie seine Art mit seinem Sohn dazu, ihm zu vertrauen. "Gut, dann ist es beschlossen. Das halbe Gehalt Ihres Vorgängers, bis es Oliver besser geht, dann verhandeln wir weiter. Und natürlich werden Sie nicht nur in der Nähe des Haupthauses wohnen. Sie haben hier ein Zimmer zugewiesen bekommen, in dem werden Sie bleiben. Ich möchte nicht, dass ein Diener über das halbe Gut laufen muss, wenn Oliver Ihrer bedarf." Er stand auf und hielt Gouran die Hand hin. "Dann will ich Sie für den ersten Tag nicht länger aufhalten. Sie müssen erschöpft sein. Geben Sie die Rezepte für Olivers Medizin an Edward das ist mein Butler weiter, er wird sich darum kümmern, dass die nötigen Zutaten besorgt werden."

Dankbar stimmte Nick zu und erhob sich ebenfalls. Er wartete noch, bis der Earl den Raum verlassen hatte, bevor er ebenfalls ging und Edward in seinem Zimmer angekommen um Papier und Tinte bat, damit er die Rezepte für den Tee und den Kräuterblutsaft aufschreiben konnte. Zu seinem Glück befanden sie sich beide in seinem Notizbuch. Danach entkleidete er sich und fiel sehr schnell in tiefen, traumlosen Schlaf, der nicht einmal durch seine Nervosität und das schlechte Gewissen der Lügen wegen verhindert werden konnte.

Am nächsten Morgen wurde ein Kutscher mit den Rezepten in die Stadt geschickt, um vom Apotheker die fehlenden Zutaten zu dem Kräuterblut zu beschaffen. Der Tee konnte aus den Hausmitteln zusammengestellt werden, die ohnehin schon reichlich vorhanden waren.

Mit einem Gefühl der Erleichterung wusch Nick noch vor dem Ruf zum Frühstück die Medizinflaschen aus, die er dank Frances aus dem Zimmer des Jungen erhalten hatte. Seine Laune war gestiegen. Nun musste er nur einige Tage in diesem Haushalt überleben, während der kleine Patient sich erholte, dann konnte er den Earl einweihen und vermutlich ungeschoren verschwinden. Ein Blick aus dem Fenster vor der Küche zeigte ihm den leider noch immer tüchtigen Sturm, so dass er hoffte, bei besserem Wetter rausgeworfen zu werden. Vielleicht, wenn der Herr gnädig war, konnte er die Kleidung behalten.


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by Meike "Pandorah" Ludwig & Jainoh