Zwischen den Welten

5.

Zwei Sonnen... Der letzte Rest an Zweifel wurde ausgelöscht, und es traf Milan, als hätte ihm jemand eine Faust in den Magen geschlagen. Niemand konnte zwei Sonnen an den Himmel bringen, um eine absurde Behauptung aufrecht zu erhalten. Wie blind sah er zu ihnen empor, bis seine Augen zu tränen begannen. Er spürte keinen Schmerz, keine Angst, nur fassungsloses Leere.

Mit raschen Schritten lief Niel den Strand entlang, flussabwärts der Steppe entgegen, bis er eine Kuhle fand, die geeignet aussah. Die Sonnen sanken schnell, und es würde bald stockfinster werden, denn sie hatten hier, ebenfalls im Unterschied zur Erde, keinen Mond. Mit raschen Bewegungen trug er die Blätter zusammen und formte eine Matte daraus, um die Sandinsekten fern halten zu können. "Das sollte zum Schlafen ausreichen", erklärte er mehr zu sich selber als dem vollkommen überforderten Menschen.

Milan war ihm langsamer gefolgt. Er beobachtete den Elfen, registrierte die Anmut seiner Bewegungen, betrachtete die vierfingrigen Hände, die gekonnt mit den dunkelgrünen, riesenhaften Blättern hantierten, die großen Augen, die manchmal so unglaublich intensiv violett leuchteten, wenn das Licht sie im richtigen Winkel traf. Die langen, spitz zulaufenden Ohren, die durch den dichten, dunkelblonden Schopf sahen. Er umfing den schmalen Oberkörper mit seinen Blicken, wanderte über die unförmige Hose des Overalls zu den Füßen. Bestimmt hatten sie auch nur vier Zehen.

Ein Elf. Eine Gestalt aus einem Märchen, die zu dem Wesen eines Albtraums wurde. Zwei Sonnen, die Sonnen alter Mythen, die zu dem Feuer seiner persönlichen Hölle wurden. Milan presste die Lippen zusammen und rief sich ins Gedächtnis zurück, dass dieser Junge nichts dafür konnte. Er war nicht Schuld daran, dass er hier festsaß. Er hatte ihn weder entführt, noch ihn zum Sklaven machen wollen. Im Gegenteil, er half ihm, und ohne sein Wissen wäre Milan mit Sicherheit schon tot gewesen.

/Ob ihn seine Familie vermisst? Er hat gesagt, er ist unabsichtlich in diesem Transporter gelandet. Wahrscheinlich sterben sie vor Sorge um ihn. Ob er sie vermisst? Er lässt sich nichts anmerken.../ Die Gedanken auf den Jungen zu konzentrieren, half Milan, sich von seinen eigenen Ängsten abzulenken.

"Kann ich irgendwie helfen?", fragte er leise und wunderte sich flüchtig, wie rau seine Stimme klang. "Hast du vor, einen Regenschutz oder etwas in der Art zu machen?"

Niel drehte sich zu dem anderen um und nickte eifrig. "Ja, wenn du noch einige von diesen Blättern abschneiden könntest, dann schaffen wir es vielleicht, ein Zelt zu bauen."

Er betrachtete Milan im roten Schimmer der Sonnen. Bei mehr Licht war der Mann noch attraktiver als zuvor. Er brauchte dringend mal eine Dusche oder besser ein Bad, und die Kleidung sah nicht so aus, als wäre sie für ihn gemacht, aber noch immer empfand Niel einen leisen Stich in der Magengegend, wenn er in dessen Gesicht sah.

Er zeigte Milan die besten Blätter, deren Stängel schon so stark waren, dass sie die Fläche des Blattes aufrecht hielten, wenn man ihn ordentlich einbuddelte. Nach kurzer Zeit hatten sie ein zwar sehr windschiefes, aber immerhin fast schon heimelig wirkendes Zelt aufgebaut.

Niel kroch hinein und besserte einige Ecken aus, der Mensch ruckelte an den Zweigen außen und grub sie hier und dort fester ein. Schließlich erklärte Niel mit Blick auf das schwindende Licht "Ich hole noch Moos von den alten Bäumen dort drüben, kannst du für das Abendessen Früchte suchen? Ich hatte einen Busch weiter hinten gesehen. Aber geh nicht in den Fluss, da schwimmen einige Tiere drin, die auch Menschenfleisch nicht verachten."

Milan folgte dem Weg, den Niel ihm beschrieben hatte. Es war nicht weit, und er sah nichts gefährlicheres als eine kleine Schar bunter Vögel und einer Hand voll Krebsen, die eilig seitwärts kriechend vor ihm die Flucht ergriffen. Ein müdes Lächeln huschte über sein Gesicht, als er sich daran machte, die glänzenden, blauen Beeren zu pflücken. /Hier krabbeln sie auch seitwärts... wie zu Hause./

Tränen traten ihm in die Augen, und er hielt sie nicht zurück. Der Junge konnte ihn nicht sehen, würde sich nicht sorgen deswegen. /Gott, ich muss doch träumen, das ist nicht möglich. So etwas passiert einfach nicht. Ich bin doch ein vernünftiger Mensch. Ich glaube nicht an Außerirdische, die in Ufos heranjagen und nichts besseres zu tun haben, als Menschen zu entführen./

Er hielt inne und sah zu dem dunkler werdenden Himmel empor, an dem das feurige Rot langsam durch tiefes Violett und dunkles Blau abgelöst wurde. Doch noch immer konnte man die zwei hellen Flecken über den Baumwipfeln erkennen, die von den beiden Sonnen gebildet wurden. Zwei Sonnen, nicht eine.

Ziemlich schnell hatte er die Hände voll, doch er wollte noch nicht zurück zu Niel. Es war anstrengend, die Beeren zwischen Arm und Körper zu balancieren, während er mit einer Hand ungeschickt das Halstuch löste, doch es gelang ihm. Er legte die Früchte darauf ab und pflückte weiter, mechanisch und ohne wirklich darauf zu achten.

Als auch das Halstuch nichts mehr fassen konnte, wischte er sich hastig die Tränen ab, knotete die Zipfel zusammen und machte sich auf den Weg zurück zu dem kleinen, improvisierten Zelt.

Niel polsterte die Blätter mit einigen Moosflechten, die leider nicht besonders nett rochen, aber dafür wenigstens weich waren. Traurig beobachtete er die langsamen, zögerlichen Bewegungen des Menschen. Sie sahen müde aus. Es war eine Müdigkeit, die von Resignation und Schock rührte. Milan so zu sehen, bereitete Niel ein unheimlich schlechtes Gewissen. /Ich wusste nicht, dass es den Menschen so viel ausmacht, dass sie so leiden./

Er pellte sich gänzlich aus dem Overall heraus und streckte seinen schmalen Körper, während der Mensch mit einigen Früchten wieder auf das Zelt zukam. Es war nun schon fast Nacht, und die Schreie der Tiere begannen. Das Rascheln, das Knistern und Heulen. Geräusche, die Niel auch sehr ängstlich hatten sein lassen, als er vor hundert Jahren zum ersten Mal in den Dschungel durfte. Damals noch mit dem Kinderlehrer, einem netten, alten Priester, der ihm dann seinen späteren Lehrer Jashuun vorstellte.

/Niemand hat Milan gefragt, ob er Lust hat, für fünf Jahre auf einem fremden Planeten zu arbeiten. Ob ich ihm sagen soll, dass sein Verdienst in dieser Zeit stetig auf dem Transmitter gespeichert wird und dann zu einer entsprechenden Auszahlung führt?/ Niel kannte einige Menschen, die nach Ablauf der fünf Jahre durch besonders gefährliche Arbeiten auch recht reich geworden waren. Reich genug, um in Jumelaan ein Geschäft zu eröffnen oder in der Umgebung eine Farm zu kaufen.

Als Milan das Blätterzelt erreichte, waren die letzten Spuren seiner Tränen getrocknet; ohnehin wurde es langsam zu dunkel, als dass man noch irgendetwas deutlich erkennen konnte. Im diffusen Licht der Sterne konnte er schemenhaft sehen, dass der Junge ganz aus dem Overall geschlüpft war. Er war genauso schmal und zierlich, wie seine Hände es schon hatten vermuten lassen.

Milan setzte sich zu ihm an den Eingang und stellte etwas überrascht fest, dass der Boden recht weich war. Tastend knotete er das Halstuch wieder auf und legte es zwischen sie. "Hier, unser Abendessen", erklärte er und versuchte, seiner Stimme einen munteren Ton zu geben, auch wenn er einfach nur erschöpft war. "Ich hoffe, es sind die richtigen Früchte, sonst habe ich umsonst so viel gepflückt."

"Das sind genau die richtigen Früchte, und es sind bestimmt genug für das Frühstück mit, dann brauchen wir morgen früh nur essen, müssen nicht vorher aufstehen!", rief Niel begeisterter, als er sich fühlte, um Milan ein wenig aufzumuntern, denn dessen Stimme und Haltung zeigte recht deutlich, wie nahe am Verzweifeln der hübsche Mann gerade war.

Niel legte sich auf das Moos und bettete seinen Kopf auf den Overall, dann zeigte er auf das andere Ende seiner ehemaligen Bekleidung und erklärte "Das ist dann dein Kopfkissen, Milan. Leg dich auch hin, du bist doch bestimmt müde."

Milan nickte und zog das Halstuch vorsichtig tiefer ins Innere des niedrigen Zeltes, während er neben dem Jungen ins Zelt kroch. Obwohl er ihm so nah war, konnte er doch nichts mehr sehen. Das Blätterdach verschluckte den Rest des Lichtes, für ihn herrschte hier undurchdringliche Schwärze. Nur die halbrunde Öffnung war noch als leichter Schimmer zu erkennen.

Was ihm aber sofort auffiel, war, dass es definitiv weicher als seine Höhle in der letzten Nacht war. Er war sich sicher, hier auch Schlaf zu finden. Schon allein seine vollkommene Erschöpfung würde dafür Sorge tragen. Das und die Ruhe des Jungen, der sich hier offensichtlich auszukennen schien. /Du solltest dich wirklich nicht so gehen lassen. Was ändert es, wenn du verzweifelst?/ Er schluckte. Es war einfacher gesagt, als getan.

Mit einem leisen Seufzer zog er das Tuch noch höher, bis es zwischen ihnen lag. "Hier, unser Abendessen." Er tastete nach dem Jungen, bis er seine Schulter fand, fuhr von dort den Arm entlang hinab, bis er die Hand erreichte und führte sie zu den Beeren. "Hier liegen sie. Guten Appetit."

Niel riss die Augen auf, dann erschien ein strahlendes Lächeln auf seinem Gesicht, während er das Kribbeln genoss, das von der vorsichtigen Berührung seines Armes durch seinen Körper lief. Er nahm sich eine von den Früchten, schälte sie geschickt und tastete dann nach Milans Fingern, um sie ihm schweigend in die Handfläche zu legen. Gleich darauf nahm er sich eine neue und schälte sie für sich.

Milan lächelte, trotz seiner Müdigkeit und seiner Verzweiflung war es echt. "Danke, Niel", sagte er leise. Schweigend kaute er auf seiner Frucht herum, genoss den leicht säuerlichen, erfrischenden Geschmack, während er auf das hellere Fleckchen sah, das den Eingang zu ihrem engen, kleinen Zelt bildete; das einzige, was er überhaupt erkennen konnte. "Kannst du hier mehr sehen als ich?", fragte er schließlich. Er zielte kurz, warf er den übrig gebliebenen Kern in Richtung der Öffnung.

Niel lachte leise, bevor er neckend erwiderte "Ich weiß nicht, wie viel du sehen kannst, Milan. Zur Zeit sehe ich kaum mehr die Hand vor Augen." Er kniff die Augen ein wenig. "Die Fixsterne gehen bald auf, dann wird es ein wenig heller, aber nicht viel. Wenn du meintest, dass ich mehr sehe, weil ich Jumer bin, muss ich leider sagen, dass dem nicht so ist. Es gibt nicht viele Unterschiede. Wir hören besser und sehen bei Tageslicht etwas schärfer, aber sonst weiß ich von nichts weiter."

Er erzählte zu viel auf einmal und wollte Milan doch gar nicht überfordern. Sachte tastete Niel erneut nach Milans großer, warmer Hand, um einige Finger vorsichtig zu umschließen. "Du wirst zwar vieles sehen, was neu ist, aber auch sehr viele Dinge sind hier gerade so wie auf der Erde. Es gibt hier viele Männer, die glücklich sind mit ihrem Leben."

"Hm." Milan musste wieder lächeln, als er Niels Berührung spürte. Es war niedlich, wie der Junge sich bemühte, ihm alles leichter zu machen. Vielleicht hatte er aber auch nur Angst oder fühlte sich selber einsam.

Milan drehte die Hand ein wenig und umfing Niels schlanke, zarte Finger, drückte sie aufmunternd. "Weißt du, ob man hier glücklich sein kann oder nicht, ist nicht nur eine Frage der Umstände, die hier herrschen. Es gibt viel, was da zusammen spielt. Meine Familie, meine Freunde, sie sind alle auf der Erde."

Allein der Gedanke ließ seine Kehle sich zusammenziehen. /Ich werde sie wiedersehen. Ich finde einen Weg. Es muss einen geben. Vielleicht kann ich mich mit anderen Menschen hier zusammen tun. Wenn wir gemeinsam etwas unternehmen.../ Er würde Zeit haben, darüber nachzudenken. Erst einmal musste er mehr über diesen Planeten, über Jume herausfinden. Und ganz zu aller erst... "Vermisst du deine Familie?"

Niel seufzte leise, eher weil es ihm Spaß machte, Milans Finger zu streicheln, mit ihnen zu spielen, als weil dieser nach seiner Familie gefragt hatte. "Meine Mutter ist schon länger tot. Ich hatte sie zwar sehr gern, aber ich war schon erwachsen, als es passiert ist. Mein Vater hat sehr viel zu tun, deswegen sehe ich ihn selten. Außerdem ist er schon sehr alt. Ich hab deswegen einen Lehrer, den vermisse ich schon ein wenig, aber du bist ja da." Er strich die Finger noch einmal entlang, dann murmelte er leise "Es tut mir so leid, dass alle, die du liebst, so weit weg sind."

"Ich werde sie wiedersehen", entgegnete Milan entschlossen und rieb sich mit der freien Hand müde über die Augen. Doch dann horchte er auf, als ihm bewusst wurde, was Niel da eben gesagt hatte. 'Ich war schon erwachsen.' Er drehte den Kopf zu dem Elf, doch er konnte nach wie vor nichts sehen. "Du bist erwachsen? Wie alt bist du?"

Niel ließ Milans Finger los und schob die verbliebenen Früchte mitsamt Halstuch tiefer in das Zelt, dann kroch er etwas näher an den anderen heran, bevor er antwortete "Ich bin noch einhundertvierunddreißig, ich werde in sechs Wochen einhundertfünfunddreißig. Ich bin also schon seit über vierzig Jahren erwachsen."

"Was!?" Fassungslos starrte Milan in die Richtung, aus der Niels Stimme kam. Sie hatte absolut selbstverständlich geklungen, nicht als würde er sich etwas ausdenken. Nicht, als würde er etwas sagen, um ihn zu verwirren. "Oh Scheiße! Und ich habe dich für ein Kind gehalten! Für einen sechzehnjährigen Teenager!" /Hundertvierunddreißig! Das ist nicht wahr! Verdammt! Wie kann er so alt sein und wirken wie ein Kind? Und wenn er... wenn er mich jetzt doch anschwindelt?/ Aber er glaubte es ihm. Aus einem völlig absurden Grund glaubte er es ihm.

Niel lachte kurz auf, dann gestand er "Das denken so viele, weil ich so klein bin. Es gibt auch Jumer, die so aussehen, als seien sie schon so alt, wie sie sind. Mich schätzen die meisten erst auf achtzig."

/Hundertvierund.../ Langsam ließ Milan die Luft aus seinen Lungen entweichen und schloss die Augen. /Okay, was ich brauche ist eine heiße Dusche, ein Glas Cognac oder besser noch einen guten Whiskey. Dann ein ausführliches Telefonat mit Jens. Und anschließend geht es mir wieder besser, und ich glaub nicht mehr jeden Scheiß, den ich höre./

Leider war es noch immer stockfinster um ihn, als er die Augen wieder öffnete, und neben sich hörte er die leisen Atemzüge Niels. Von draußen drangen die vielfältigen Geräusche eines fremden Regenwalds bei Nacht zu ihm.

"Weißt du, ob du achtzig oder hundertvierunddreißig bist, macht für mich nicht wirklich einen Unterschied", murmelte er erschöpft. "Du siehst wesentlich jünger aus." Missmutig verzog er das Gesicht zu einer Grimasse, dann lachte er trocken. "Nun, auf jeden Fall muss ich mir jetzt keine Gedanken mehr machen, ob du armes Kind dich nicht nach Hause sehnst."

"Nein, das musst du nicht. Mach dir um mich keine Gedanken. Dir fallen gleich die Augen zu, Milan. Lass uns doch morgen weiter reden." Niel hatte es mittlerweile geschafft, sich immer näher an den Menschen heran zu kuscheln. Nun lag er dicht neben ihm und spürte schon, wie die Körperwärme des anderen die kühle Feuchtigkeit, die sie vom Fluss aus erreichte, vertrieb. Er gähnte und streckte sich von den Fingerspitzen zu den Zehen einmal durch, bevor er sich von Milan abwendete und die Beine anzog, sich ein wenig zusammenrollte.

"Ja, okay. Gute Nacht." Milan drehte sich auf die Seite und stopfte seinen Teil des Overalls zurecht, schlang die Arme um sich, um ein wenig mehr Wärme zu bekommen. Er lauschte auf Niels gleichmäßigen Atemzüge und fragte sich, ob der Elf schon eingeschlafen war.

/Nicht Elf. Er hat sich selber Jumer genannt. Jume, Jumelaan, Jumer... Zwei Sonnen. Ich bin auf einem anderen Planeten. Weit weg von zu Hause, so weit weg, wie es weiter kaum noch sein kann./ Wieder rannen Tränen über sein Gesicht, doch er weinte lautlos. Schließlich nahm die Müdigkeit überhand und er schlief ein.

Die Atmung des Menschen klang zunächst nicht nach Schlaf, aber Niel wagte es nicht, ihn noch einmal anzusprechen, bis die Atemzüge sich vertieften und gleichmäßiger wurden, dann erst drehte er sich leise um.

/Er vermisst seine Heimat. Ich wusste nicht, dass sie nicht eh alles vergessen, wenn sie hier ankommen. Ob er es nur nicht vergessen hat, weil sein Band kaputt ist? Aber er ist so hübsch, und er hat mich angefasst!/ Vorsichtig kuschelte Niel sich näher an den Mann heran und schob einen Arm um dessen Schultern. Er schmiegte sein Gesicht an die Brust und lauschte dem gleichmäßigen Herzschlag, während auch er einschlief.

Die Nacht über wachte er etliche Male auf, weil ein Tier schrie, oder weil seine Hüftknochen schmerzten, aber er blieb weitgehend an Milan geschmiegt liegen, wollte nicht abrücken, auch wenn es fast schon zu warm wurde, als die Sonnen den morgendlichen Dunst rasend schnell durchbrachen und an Stelle der nächtlichen Frische die brutale Hitze des Tages trat.


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by Meike "Pandorah" Ludwig & Jainoh