Zwischen den Welten

36.

Niel war ermunternd genug, um in Cahal Hoffnungen zu erwecken, dass mehr möglich sein könnte, dass seine Zuneigung vielleicht erwidert wurde. /Und wenn ich nichts wage, kann nichts geschehen./ Im schlimmsten Fall würde der Prinz darum wissen, dass er ihn liebte und wieder mehr Abstand zwischen sie bringen. Doch das wäre besser als diese unsichere Nähe. Im Zweifelsfall konnte er sich danach richten und... Aber diese Gedanken brachten in dem Moment noch nichts. Gerade jetzt wollte er einfach bei ihm sein.

"Soll ich dich wieder vor den Träumen beschützen?" Cahal sah nicht zu ihm hinunter, als er die Tür für ihn öffnete und mit ihm auf den nur unwesentlich kühleren Korridor hinaus trat.

"Das wäre wundervoll, Cahal." Niel weigerte sich, seinen Lehrer, bei dem er sich so sicher und gut fühlte, loszulassen. Als sie in das Schlafzimmer traten, war dort von den schier unsichtbaren Angestellten wie an den Abenden zuvor bereits alles gerichtet worden. Die Schlafanzüge von Cahal und ihm lagen ordentlich gefaltete auf dem Bett und auf dem Feldbett. Die flauschigen Handtücher waren angewärmt, die Schwimmkerzen in den Wasserschalen umher brannten, und Blüten verströmten einen herrlichen Duft.

Niel seufzte leise, dann drückte er Cahal noch einmal kurz und machte sich aus der Umarmung los, um ins Bad zu wanken. "Ich glaube, dass ich jetzt doch ein wenig müder bin, als ich dachte. Ich merke das immer erst, wenn es zu spät ist. Aber das war ein wundervoller Tag. Vielen Dank, Cahal." Er gähnte herzhaft, dann nahm er seinen Schlafanzug vom Bett und verschwand um die Ecke, um sich frisch zu machen und aus Rücksicht auf den General ausnahmsweise auch einmal dort umzuziehen.

"Ja, das war es", murmelte Cahal zu sich und strich mit beiden Händen die losen Strähnen aus dem Gesicht. Er lächelte und schaute zu den Fenstern, in denen er aber nur sein eigenes Spiegelbild und das des Raumes sehen konnte. /Ein wundervoller Tag./ Rasch zog er sich um und warf dem Feldbett einen kurzen Blick zu, ehe er sich auf das große setzte.

Niels Gedanken wanderten zu seinem Lehrer zurück, während er sein Gesicht wusch und die Haare kämmte. Auch im Bad verströmten etliche Blüten einen herrlichen Duft, während Schwimmkerzen in Glasschalen weiches Licht spendeten. Die laue Luft brachte ein kleines Windspiel aus schillernden Libellen zum Schwingen. Langsam zog sich Niel aus, nach einigen Überlegungen legte er das Schlafanzugoberteil fort und kehrte lediglich mit der weiten Hose bekleidet zum Schlafzimmer zurück.

Cahal hatte die Arme im Nacken verschränkt und dünne Decke bis zum Bauch hochgezogen. Er wandte den Kopf, als Niel eintrat und lächelte, ließ seinen Blick kurz, aber bewundernd über den schlanken Körper streichen, ehe er ihm wieder ins Gesicht sah und sich an den dunklen Augen festhielt. /Schon wieder so wenig an, mein Prinz.../

"Wenn es dir so gefallen hat an dem See, können wir morgen erneut dorthin, um zu trainieren", sagte er, ohne sich zu bewegen oder auch nur wegzuschauen.

Niel bemerkte mit einem freudigen kleinen Schauer, dass Cahal sich freiwillig zu ihm legen wollte, dass es ihn also nicht gestört hatte. Sein Lehrer bedachte ihn zudem mit langen Blicken in die Augen, und sie hatten eben miteinander getanzt, was Jashuun nicht einmal zu offiziellen Anlässen getan hatte, sowieso nie, wenn sie allein waren.

"Das wäre wunderbar. Wenn man das frische Wasser als Ziel vor Augen hat, dann trainiert es sich gleich viel besser!" Niel krabbelte zu Cahal und legte sich neben ihn unter die Decke. Das Licht war nur dämmerig, aber reichte aus, um den Gesichtsausdruck des anderen erkennen zu können, weswegen Niel sich auf die Seite legte, um ihn erneut in Gedanken verstrickt anzusehen.

"Cahal, du kannst ausgezeichnet tanzen, warum haben wir auf all den offiziellen Anlässen zuvor niemals miteinander getanzt?" Er spürte, wie er errötete, aber fügte hinzu "Ich fühle mich direkt um all diese Möglichkeiten, mit dir zu tanzen, betrogen. Wieso haben wir nie zuvor miteinander gesprochen? Fandest du mich unwürdig?" Unsicher begann er, an den Ziernähten seines Kissens entlang zu streichen.

Leise und warm lachte Cahal auf und drehte sich ebenfalls auf die Seite, um seinerseits Niel besser ansehen zu können. "Unwürdig? Nein, mit Sicherheit nicht." Das war so typisch für ihn, dass er alle Schuld gleich sich zuschob! "Ich habe dich nie unwürdig gefunden."

Cahal streckte die Hand nach ihm aus und streifte ihm sacht einige Strähnen aus der Stirn, ließ seine Fingerspitzen zart über die weiche Wange gleiten, ehe er sie wieder zurückzog. "Ich dachte nur immer, du würdest mich nicht besonders ausstehen können, diesen kalten, unbequemen, alten General deines Vaters. Zudem hattest du immer Jashuun an deiner Seite."

"Oh, ja. Jashuun hat allen misstraut, vor allem den Generälen. Es hat etwas mit seinen Träumen zu tun." Nachdenklich betrachtete Niel seinen Lehrer. "Ich hab dich nie für alt und kalt gehalten, Cahal. Unbequem auch nicht. Im Gegenteil!" Grinsend rollte er sich gegen den Körper des anderen und drängelte sich mit unter dessen leichte Decke.

Schon wieder hatte Cahal ihn gestreichelt, so sanft berührt und dennoch hatte er gleich darauf seine Hand wieder fortgezogen. Worauf wartete er denn? Auf einen Befehl von Niel? Auf eine Erlaubnis? Niel drehte sich mit dem Rücken zu Cahal und kuschelte sich an ihn an, obwohl es noch recht warm im Zimmer war. Er überdachte all die Hinweise, die er über die Zeit in der Villa gesammelt hatte, all diese Blicke, die Berührungen, die Versprechen und die fürsorgliche Wärme, mit der Cahal ihn überschüttete. Es lief alles immer auf das eine hinaus, und er war der Ranghöhere.

Cahal war anscheinend zu lange General gewesen, um zu akzeptieren, dass Niel gern jeden Stand vergessen wollte mit ihm. Niel gähnte verhalten, aber riss sich dann zusammen, um zwar von seinem Lehrer abgewendet, aber dennoch genau auf ihn lauschend zu fragen "Liebst du mich?"

Cahals Augen weiteten sich, und sein Herz machte ein paar holprige Sprünge, ehe es zu seinem gleichmäßigen, jedoch jetzt schnelleren Rhythmus zurückfand. Wie konnte Niel so direkt fragen? /Weil er immer so direkt und indiskret ist./ Und das war eine der vielen Kleinigkeiten, die er so an ihm mochte.

Zögernd und behutsam legte er ihm die Hand auf die Hüfte, fast als wolle er ihn festhalten, verhindern, dass er von ihm wegrutschte, wenn er ihm die Wahrheit sagte. Er atmete einmal tief durch. Keine Lügen, keine Halbwahrheiten.

"Ja", sagte er einfach, jedoch leise. Es überraschte ihn, wie einfach es war, und er lächelte. "Ja, ich liebe dich."

Niel lächelte der Dämmerung zu, gleich darauf drehte er sich zu Cahal um und betrachtete seinen erleichterten, beinahe erlösten Gesichtsausdruck. Vorsichtig legte er eine Handfläche gegen die Wange seines Lehrers und suchte dessen Augen nach Gefühlen ab. "Schon immer, nicht? Es tut mir so leid." Er lehnte sich langsam vor und streifte die Lippen seines Lehrers mit seinen.

Überraschenderweise erzeugte allein diese sachte Berührung ein wirbelndes Gefühl in seinem Bauch, mehr noch als der Tanz zuvor, und Niel schloss die Augen und presste seinen Mund noch einmal gegen Cahals.

"Dann tu es bitte, Cahal", flüsterte er leise. "Liebe mich."

Prickelnde Wärme durchzog Cahals Körper; und der Gedanke, all das, von dem er immer nur geträumt hatte, jetzt wirklich tun zu dürfen, ließ ihn fast schwindlig werden.

"Ja, schon immer", wisperte er auf Niels Mund, ehe er ihn küsste, länger dieses Mal.

/Ihn lieben...?/ Regelrecht vorsichtig erkundete er die weichen, nachgiebigen Lippen, die sich für ihn teilten, als er sie mit der Zungenspitze entlang fuhr. Ein leiser Seufzer entfuhr Cahal, als er in den warmen Mund eindrang und Niel endlich schmeckte. /Will er das wirklich?/ Doch der Gedanke verschwamm, denn Niel kam ihm entgegen und verwickelte ihn in ein sanftes Spiel, das ihm den Atem raubte.

Cahals Hand wanderte von der Hüfte weg und den nackten Rücken entlang, streichelte ihn in zärtlichen Bahnen zum Nacken empor und wieder zurück zum Hosenbund, spürte die verlockende, weiche Haut unter den Fingerspitzen, die sanften Erhebungen der Wirbelsäule darunter, die Rippenbögen.

Niel wand sich genießend unter den vorsichtigen Händen und streckte sich aufseufzend, zeigte Cahal, wie gern er dessen Berührungen hatte. Zu Beginn dachte er noch reichlich zerknirscht daran, dass er diesen wundervollen Lehrer und Liebhaber schon seit einer langen Zeit hätte haben können und nur die Regeln am Hof und dessen Schüchternheit es verhindert hatte. Doch nach und nach begann in seinem Kopf diese wundervolle Leere einzukehren, alle seine Gedanken verschwanden, bis er nur noch aus Gefühlen bestand, herrlichen Gefühlen. /Ich liebe ihn auch... bestimmt. Es fühlt sich so an!/

Nach einer Weile, die sie sich forschend gestreichelt hatten, rollte Niel auf Cahal und setzte sich auf dessen Schoß auf. Er verschränkte die Finger in seinem Nacken und begann, sich zum einen gegen ihn zu bewegen, zum anderen zog er sein Gesicht fordernd zu sich heran, um ihn leidenschaftlicher zu küssen, und mit der Zunge seinen Mund zu erkunden.

Ein leiser Laut entschlüpfte Cahal, der in Niels Mund erstickte. Bereits jetzt spürte er Erregung in sich ansteigen, zu lange schon begehrte er den Prinzen, zu lange hatte er ihn nahe bei sich gehabt, ihn jedoch nicht weiter berühren dürfen. Seine Hände streichelten über Niels Seiten, fuhren gespreizt über die Brust. An den Brustwarzen hielt er inne, umkreiste sie lockend mit den Daumen, ehe er weiter nach unten wanderte und von dem flachen Bauch aus nach hinten glitt. Er zog den Hosenbund ein wenig nach unten, gab dann aber seinem Gefühl einfach nach und glitt in die Hose, um Niels Hintern mit beiden Händen zu umfassen. Er liebkoste ihn, massierte ihn sacht und verlangsamte gleichzeitig dessen Bewegungen.

Nach einer Weile zog er die Hände wieder zurück und drängte Niel auf den Rücken. Ohne den Kuss zu unterbrechen, richtete er sich soweit auf, dass er ihm die Hose von den Hüften ziehen konnte. Erst dann löste er sich von den verlockenden Lippen, und während er sie ihm langsam die Beine hinab streifte, fand sein Mund einen Weg über den Hals, die Brust, bis hin zum Bauch, dessen zierlichen Nabel er gekonnt mit der Zunge umspielte.

Er genoss den Geschmack der weichen Haut noch weitaus mehr, als er sich je erträumt hatte, leicht salzig, einen Hauch nach der Frische von einem Badezusatz und so sehr nach Niel. Mit geschlossenen Augen kehrte er wieder zur Brust zurück, während seine Hände über Niels Seiten, dessen Schultern und die Arme hinab streichelten, dessen Hände fanden.

Er zog sie an die Lippen, küsste jede Fingerspitze, neckte sie mit der Zunge, küsste dann die empfindlichen Innenflächen und ließ sie schließlich los, um sich wieder Niels Mund zuzuwenden, während er sich eng an den schlanken, nackten Körper schmiegte und ihn dicht an sich presste.

Niel stöhnte ungehemmt auf, als Cahal begann, ihn genau an den richtigen Stellen zu berühren. Er lehnte sich in das Streicheln hinein und in die Küsse, mit denen Cahal ihn mehr reizte als je ein Liebhaber zuvor. Als sein Lehrer nun auch noch begann, seine sensiblen Fingerspitzen mit der Zunge zu streicheln, war Niel schon fast im Himmel.

Fast natürlich nur. Er öffnete die Augen und bemerkte, dass Cahal seine geschlossen hielt, während sein Gesicht sehr deutlich zeigte, dass er es genoss, Niel zu berühren. Dieser Gesichtsausdruck, das leichte Lächeln in dem sonst so ernsten Gesicht, war Niel mehr wert als all die Schwüre vergangener Liebhaber.

Überhaupt begann dieser Moment mit seinem neuen Geliebten wichtig zu werden. Niel spürte mit einem Mal, dass er sich für mehr als nur eine Affäre entschieden hatte. Für mehr als nur eine zeitweilige Geschichte, wie es seine Beziehung zu Milan schon zwangsläufig gewesen war.

Während Cahal erneut seine Lippen küsste, daran nippte, leicht knabberte, rollte Niel ein wenig herum, zog ihn mit sich, über sich und ließ seine Hände unter die leichte Pyjamajacke seines Lehrers gleiten, um mit den Fingernägeln an dessen Rücken entlang zu schaben, bis er den Hintern des anderen umfasste und ihn gegen sich presste. Zur gleichen Zeit hob er sein Becken an und rieb seinen Schoß recht kräftig gegen den seines Geliebten. Stöhnend begann er, sich unter ihm zu winden, einmal mehr viel zu ungeduldig, viel zu sehr in Eile, aber Niel wollte Cahal spüren, begann sich nach ihm zu sehnen.

Cahal keuchte auf. Sein Prinz war so leidenschaftlich, dass es ihn fast in den Wahnsinn trieb. Doch so schnell wollte er es nicht beenden, er hatte sich so lange danach gesehnt, und er wünschte, es könnte ewig andauern. Es kostete ihn Kraft, sich von ihm zu lösen und mit einer Hand nach ihm zu greifen, um ihn daran zu hindern, sein Becken weiter gegen ihn zu reiben.

"Nicht so schnell, mein kleiner Engel", sagte er leise und lächelte. Er setzte sich auf Niels Hüfte auf und zog sich hastig das Oberteil über den Kopf. Doch anstatt sich sofort wieder zu ihm zu beugen, hielt er inne und sah auf ihn hinab, vollkommen verzaubert von dem atemberaubenden Anblick, den Niel in dem schummrigen Dämmerlicht bot. Sein Haar war wieder zerzaust und wirr, vereinzelte Strähnen klebten ihm in dem erhitzten Gesichtchen mit den geröteten Wangen und den leicht geöffneten Lippen.

Die großen, dunklen Augen beobachteten ihn unablässig, so dass Cahal den Blick nicht mehr von ihnen lassen konnte, als er mit einem Finger eine hauchzarte Bahn von dem kleinen Kinn über die Kehle, das Brustbein entlang, über den Bauchnabel bis hin zu Niels Schoß zog, dort aber wieder von ihm ließ. "Ich will nicht, dass es so schnell vorbei ist."

Er richtete sich kurz auf, um sich selber die Hose auszuziehen. Erst dann legte er sich wieder neben ihn, küsste seinen Hals, seine Kehle, knabberte an seinem Kinn, während er mit der flachen Hand seinen Bauch streichelte, dann die Hüfte entlang strich und zwischen seine Beine glitt, um ihn dort langsam und fast neckend zu liebkosen.

Niel japste ein wenig, doch dann streckte er sich und öffnete die Beine, damit Cahal ihn besser streicheln, ihm noch mehr gut tun konnte. Er rekelte sich in den Kissen entlang und ließ die Hände seines Geliebten eine ganze Weile lang zu. Erst als er spürte, dass seine Erregung immer weiter stieg und dieser sture General ihn doch noch auf diese Art zum Höhepunkt bringen würde, umfing er dessen Finger mit einer Hand und küsste ihn, bevor er ihm mit Blick in die Augen verriet "Ich gehöre zwar auch so dir, aber willst du mich denn nicht richtig besitzen?" Einladend zog er ihn enger an sich und umfing die Hüften seines Geliebten mit den Beinen, um ihn festzuhalten und erneut gegen sich zu ziehen.

Cahal stöhnte auf; er rieb sein Becken gegen ihn, spürte die Hitze, die von dem kleinen Prinzen ausging. Mit einer Hand klammerte er sich an eine schmale Schulter, während er die andere unter den Hintern des Prinzen schob, um ihn zu umfassen und ihn noch enger gegen sich zu pressen. Doch dann hielt er inne und hob den Kopf, um Niel in das gerötete Gesicht zu sehen. Kurz küsste er die vollen Lippen, trennte sich kaum von ihnen, um heiser zu wispern "Und wenn ich dich ganz will?"

Niel lächelte. "Dann musst du dir nehmen, was du willst, Cahal. Ich dachte, du bist so ein großer General und Eroberer." Neckend strich er ihm über den Hintern und drängte sich enger an ihn heran.

Cahal lachte leise auf und biss ihm sacht ins Ohr, ehe er sich halb von Niel löste, um in dem Nachtschränkchen nach einer Tube zu suchen. Er konnte sich nicht vorstellen, dass sie nicht mehr da sein sollte, selbst wenn er sie seit einer Ewigkeit nicht mehr gebraucht hatte. Seine Angestellten waren grundsätzlich auf fast alles vorbereitet und hatten sie mit Sicherheit immer wieder ausgetauscht.

Zufrieden fand er sie und schraubte den Verschluss mit einer Hand auf, während er weiter Niels Ohr mit Zähnen, Zunge und Lippen an den Stellen reizte, die am empfindlichsten waren. Der Gedanke, dass Niel ihm gestattete, weiter zu gehen, erregte ihn derart, dass er sich beherrschen musste, um sich nicht weiter gegen ihn zu bewegen, was für den Moment zu viel sein würde. Er drückte eine gehörige Menge des warm erscheinenden Gels auf seine Hand, dann rollte er mit Niel halb herum und ertastete vorsichtig seinen Hintern, ohne von dem großen, empfindlichen Ohr abzulassen.

"Ich liebe diese Ohren", murmelte er und strich mit der Zunge den Rand entlang, während gleichzeitig seine Hand ihr Ziel fand.

Niel keuchte schwer atmend, weil Cahal an seinen Ohren garantiert einen empfindlichen Punkt nach dem anderen fand, während er ihn zur selben Zeit zielstrebig, aber ebenfalls erregend mit dem Gel einrieb. Cahal tat auch dies genau richtig; nicht zu schnell, aber auch nicht zu zögerlich drängte er sich gegen und in ihn.

Niel streckte sich und drehte sich ein wenig weiter, um seinem Geliebten das Eindringen zu erleichtern. Er wollte jetzt mit ihm zusammen sein, sofort, konnte nicht mehr länger warten. Mit einem Mal fragte Niel sich ernsthaft, wie er es überhaupt so lange mit Cahal in der Nähe hatte aushalten können.

Etwas Erotischeres, als das, was sein Geliebter gerade mit ihm machte, gab es beinahe nicht für ihn, es fehlte eigentlich nur noch, dass Cahal sich endlich weiter wagte, auch wenn Niel es vermissen würde, wenn diese kleinen Stromstöße der Erregung nicht mehr durch seinen Körper fahren würden, sobald sein Lehrer die Ohren nicht weiter streicheln und daran knabbern würde.

Dennoch hob er seine Beine an und bat "Mach weiter, tu es, bitte.", bevor er Cahals Lippen zu einem langen, tiefen Kuss einfing, die Finger in dessen Haare vergraben, als ob er schon vorher wusste, dass er sich würde festhalten müssen.

Cahal schob sich zwischen Niels Beine, während er den Kuss vertiefte. Er konnte und wollte nicht mehr warten. Die Aufforderung seines Prinzen ließ das nahezu unerträgliche Kribbeln in ihm, das Feuer in seinen Lenden noch heißer werden. Vorsichtig drang er in ihn ein und musste dann erst einmal innehalten, um nicht gleich die Beherrschung zu verlieren. Niel endlich, nach all der Zeit, die er ihn schon liebte und begehrte, so innig besitzen zu dürfen, war fast zu viel.

Er löste sich von Niels Mund und sah auf ihn hinab, hielt das Becken vollkommen ruhig. Schweiß ließ das helle Gesicht im schwachen Licht glänzen, und in den dunklen Augen konnte Cahal nur Erregung und Vertrauen sehen.

"Ich liebe dich", flüsterte er wieder, als er sich endlich in ihm zu bewegen begann, darauf bedacht, sich zurückzuhalten und Niel so viel Lust wie nur möglich spüren zu lassen.

Niel verlor schon gleich zu Beginn die Beherrschung und begann laut zu stöhnen und sich unter Cahal zu winden, sich in seine Schultern zu krallen und mit rauer Stimme seinen Namen zu sagen. Es fühlte sich herrlich an, nicht nur, weil Niel sich schon seit einigen Tagen nach mehr Nähe gesehnt hatte, sondern auch, weil es mit Cahal etwas Besonderes war.

Der ernste General war für alle anderen im Land die Respektsperson Nummer Eins, ein Blick von ihm brachte die meisten Verbrecher zum Gestehen, seine taktischen Fähigkeiten waren weitaus besser als die von Kirale, der immerhin die rechte Hand des Königs war. Und der gleiche General war in diesem Augenblick für Niel, nur für Niel, der zärtliche und leidenschaftliche Liebhaber geworden.

Niel bog den Rücken durch und trieb Cahal weiter an, griff nach ihm und küsste und biss ihm in die Schultern, die er gerade erreichen konnte. Er wusste, dass es die ajester Art an ihm war, die im Bett stets durchbrach, die ihn so sein ließ, so laut, so unbesorgt, so wild, aber er konnte es nicht ändern und zudem genoss er die Berührungen und die härter werdenden Bewegungen seines Geliebten, die ihn immer rascher zum Höhepunkt trieben.

Niel versteifte sich und rief Cahals Namen einigen Male, während er mit geschlossenen Augen die Gefühle genoss, die durch seinen Körper fegten, all seine Einsamkeit und das Vermissen in den letzten Tagen auslöschten. Noch lange hielt er Cahal krampfhaft an sich gepresst, während er nach Luft schnappte und darauf wartete, dass sein Körper sich beruhigte.

Auch wenn es ihm schwer fiel, hielt Cahal einfach still, streichelte ihn sacht, seine Schultern, seine Oberarme, küsste zart die schweißbedeckte Stirn, die Schläfen und wisperte ihm sanfte Koseworte zu. Ein Lächeln umspielte seine Lippen, er liebte die leidenschaftliche Art seines kleinen Schatzes auch im Bett, seine Offenheit, die Ehrlichkeit seiner Gefühle, bei denen er sich sicher war, dass Niel sich nicht verstellte.

Endlich streckte Niel sich lang aus, spürte Cahal in sich, genoss das Gefühl, dass sie zusammen waren und begann ihn zu streicheln, während er ihn auf den Rücken drängte, um sich über ihn zu setzen.

"Einmal musst du der Unterlegene sein, mein Lehrer", erklärte er lächelnd, bevor er sich gegen ihn zu bewegen begann.

Cahal lachte leise, doch es ging in ein kehliges Stöhnen über. Er griff nach Niel, wie um ihn zu lenken, aber ließ schnell wieder davon ab, um die Hände einfach nur auf seinen Schenkeln ruhen zu lassen, wenn auch sein Griff immer wieder mit jeder Bewegung kräftiger wurde. Einen Moment zögerte er, dann gab er die Kontrolle ganz auf.

Es dauerte nicht lange, fast viel zu schnell spürte er den Höhepunkt heran rasen. Mit einem erstickten Aufschrei spannte er sich an, als glühende Blitze durch seinen Körper jagten. Schließlich, nach einer halben Ewigkeit erst, ließen sie nach, und Cahal sackte keuchend zusammen.

Einige Augenblicke lang lag er nur ruhig da, sah zu Niel hoch, dann zog er seinen kleinen Geliebten zu sich hinab und schloss die Arme um ihn. Sanft küsste er ihn auf die Schläfe, begann langsam, Niels schweißnassen Rücken zu streicheln, den Nachhall dieses atemberaubenden Gefühls genießend, die Nähe seines Geliebten. Zumindest hoffte er, dass Niel das jetzt war. Sein Schatz, sein Geliebter.

"Hm. Im Bett bist du gar nicht der kalte General. Das liebe ich an dir", murmelte Niel schläfrig an Cahals Körper geschmiegt und küsste ihn zur Bestätigung einmal schnell. Er lag noch immer auf seinem Geliebten ausgestreckt da und genoss die Nähe, aber spürte, dass er langsam in den Schlaf driftete.

"Gute Nacht, mein Traumwächter", flüsterte er ihm noch zu, dann rutschte er auf die Seite neben Cahals warmen Körper und kuschelte sich in seinen Arm ein. Genießerisch streichelte er die Fußrücken seines Geliebten noch einmal mit den Zehen, dann schlummerte er langsam ein.

"Gute Nacht", antwortete Cahal leise und lächelte. Blind tastete er nach einer der Decken und zog sie über ihre verschwitzen Körper, ehe er das Licht ganz löschte und den Arm wieder um Niel legte. Glücklich vergrub er das Gesicht in Niels weichem Haar, während er leicht dessen Rücken streichelte, genießend, dass er durfte.

Er war noch nicht müde, jetzt noch weniger als zuvor, doch er war nicht bereit, seinen Platz an Niels Seite aufzugeben. Eine Ewigkeit lag er wach neben ihm, lauschte auf seinen Atem, roch seinen zarten Geruch und träumte mit offenen Augen vor sich hin, ehe er irgendwann doch einschlief.


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by Meike "Pandorah" Ludwig & Jainoh