Todsünden des Webdesigns
Der Titel ist provokativ, aber er klang so nett, dass ich dabei geblieben bin. ^_^ Webdesign ist in allererster Linie Geschmackssache, und über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Dennoch gibt es einige generellen Dinge, die man beachten sollte, um seine Besucher nicht zu vergraulen oder auch einfach, um keinen unnötigen Ärger zu bekommen oder zu machen.
Die Liste ist nicht einmal annähernd vollständig, und je nachdem, welchen Webmaster man fragt, gehören auch gänzlich unterschiedliche Punkte darauf. Lasst euch also von eurem eigenen Geschmack und Verstand leiten.
  • Animationen
    Das sind diese netten kleinen Bildchen, die sich bewegen. Dezent eingefügt eignen sie sich durchaus das eine oder andere Mal, um Leben in eine Website zu bringen, um Aufmerksamkeit zu erregen oder einfach das Herz des Betrachters zu erfreuen. Es gibt Puristen, die verschmähen sie komplett, zu denen gehöre ich nicht. Ich mag animierte Gifs, ich benutze sie selber ab und an - aber bitte in Maßen.
    Der erste Grund ist ein sehr simpler: die Ladezeiten. Jedes Bild muss laden und braucht dafür Zeit. Ein animiertes Gif besteht aus mehreren Bildern, die sich im Zweifelsfall zu enormen Datenmengen addieren können, obwohl es von der optischen Größe her nicht so scheint. Gerade Besucher, die über eine langsame Internetverbindung verfügen, werden davon abgeschreckt, mehr als nur einen ersten Schritt auf die Website zu wagen. Man hält sich einfach nur im seltensten Fall auf einer Seite auf, die Ewigkeiten zum Laden braucht.
    Grund 2: Ein animiertes Gif ist nett. Ein zweites, ein drittes, ein viertes - und alles auf der gleichen Seite? Das ist eine Überflutung nicht nur der Ladekapazitäten und des Arbeitsspeichers, sondern auch der Sinne. Wenn es an allen Ecken blitzt und blinkt und schimmert und hüpft und zittert, dann macht das nervös und lenkt auch mehr ab, als dass es schön ist.
    Ganz schlimm sind animierte Hintergründe. Dann bekommt das Auge gar keine Ruhe mehr.

  • Gestohlene Grafiken und Texte
    Eine große Bitte an dieser Stelle: Bitte klaut weder Grafiken für die Verschönerung eurer Seite, noch Texte, um den Inhalt zu erweitern. Wenn euch etwas so gut gefällt, dass ihr es verwenden wollt, dann fragt den Erschaffer des Werkes, ob ihr es verwenden könnt. Viele erlauben die Nutzung, wenn man zurück linkt.
    Es gibt Grauzonen, was schon Diebstahl und was noch Zitat ist, aber im Zweifelsfall bringt eine Mail Klarheit. Wenn ihr keine Ahnung habt, woher das Bild oder der Text ist und wo ihr nachfragen könnt, verwendet es einfach nicht. Es gibt zum Beispiel viele Orte im Netz, wo Grafiker Werke von sich extra zur Nutzung freigegeben haben.
    Es gibt aber im Gegenzug auch viele Seiten, die sich alles mögliche zusammengeklaut haben und nun diese gestohlenen Sachen "großzügig" zum Benutzen anbieten. So einiges an schönen Seiten hat dicht gemacht, weil die Werke nicht nur gestohlen, sondern auch als eigene ausgegeben oder im schlimmsten Fall sogar verkauft wurden.
    Im Zweifelsfall kann das sogar eine Klage einbringen. Und einen Rechtsstreit wollt ihr mit Sicherheit auch nicht am Hals haben. ^_~ Stellt euch einfach mal vor, wie ihr reagieren würdet, wenn ihr etwas erschafft, auf dass ihr mit Recht Stolz seid, nur um etwas später festzustellen, dass jemand es genommen und als seines ausgegeben hat.

  • Hotlinking
    Was ist das? Trafficdiebstahl. Viele wissen noch nicht einmal, dass sie es betreiben und dass es einem Webmaster Schaden zufügen kann.
    Traffic ist englisch und steht für (Straßen-)Verkehr, im Internet natürlich dann für den Verkehr von Daten. Jedes Mal, wenn ich mir eine Seite anschaue, muss mein PC die in seinen Arbeitsspeicher laden - es entsteht Traffic. Bei Texten ist der eher gering, bei Bildern größer und bei Filmen riesig. Klar, so ein Film verbraucht ja auch mehr Speicherplatz als ein paar Seiten Text.
    Traffic kostet Geld. Die meisten Webmaster haben eine gewisse Höchstgrenze in dem Angebot ihres Providers (der, der den Platz im Internet vermietet, auf dem man die Website hochladen kann; mal wieder aus dem Englischen: provide - bereitstellen, sorgen für, anbieten). Bei kostenfreien Anbietern wird dann schlicht die Homepage für eine begrenzte Zeit ausgeschaltet, so dass man sie nicht mehr ansehen kann - je nach Anbieter kann das täglich geschehen oder auch bis zum Ende der Woche oder des Monats. Ärgerlich. Zahlt man jedoch Geld für seinen Platz im Netz, kann Trafficüberschreitung richtig teuer werden. Erreicht die Homepage die Grenze, wird abgerechnet. Für jedes Byte und jedes Bit. Und diese Gebühren sind zumeist richtig, richtig teuer.
    Meistens sind die Angebote der Provider so berechnet, dass der Traffic gut ausreicht. Hat ein Webmaster viele Bilder auf seiner Homepage, verbraucht er natürlich mehr als jemand, der zu einem Großteil Texte anbietet. Stellt euch vor, dass die Bilder nun so vielen Leuten gefallen, dass sie die *unbedingt* herumzeigen müssen. Eigentlich ja schmeichelhaft. Kein eigener Webspace ist vorhanden? Macht nichts, dann baut man eben das Bild direkt von der Seite in beispielsweise einem Forum ein. Schwupps, und schon hat man dem Webmaster Traffic gestohlen.
    Wenn jetzt nämlich von diesem Forum aus jemand das Bild anschaut, wird es von der Seite des Künstlers geladen. Dort liegt es, von dort wird es aufgerufen. Macht das nun nicht nur einer, sondern viele, kommt der arme Mensch sehr schnell ins Schwitzen.
    Auch deswegen wurden schon Webseiten geschlossen. Einige Provider gehen übrigens dagegen vor; dann sieht man statt des eigentlichen Bildes nur ein kleines Ersatzbild, auf dem etwas in der Art steht wie: "Dieses Bild wurde gestohlen." Oder eine kurze Nachricht des Providers, dass es nicht gestattet ist, von außerhalb auf die Grafik zu linken.

  • Riesige Grafiken
    Hierfür gilt für die Ladezeiten das gleiche, was ich schon unter den Animationen schrieb. Ganz schlecht ist es auch, große Bilder per HTML künstlich zu schrumpfen. Es verkleinert die Bilder nur optisch, nicht von der Datenmenge her. Außerdem sieht man es in den allermeisten Fällen auch; sie sehen irgendwie grisselig aus.

    Vorstellung bemerkenswerter Galerien im Netz. Genießt es. ^.^ Vorstellung bemerkenswerter Galerien im Netz. Genießt es. ^.^
    Original
    Verkleinert

  • Unleserlichkeit
    Die Schrift hebt sich kaum vom Hintergrund ab oder beißt sich. Erklärt sich von selber, oder? Da mag man nicht lange verweilen, weil man Augenschmerzen bekommt.
    Ebenso schlecht ist eine sehr verschnörkelte Schrift. Die eignet sich nur für Überschriften oder ähnliches. Ich habe mir sagen lassen, dass serifenlose Schriften wie Arial am leserlichsten sind, aber ich tendiere dazu, auch die klassische Romanschrift Times New Roman als sehr leserlich zu empfinden.

  • Zahllose Schriftarten
    Auf einer Seite zwischen acht Schriftarten hin und her zu springen, ergibt ein eher unruhiges Bild, das es auch nicht einfacher macht, einen Text zu erfassen. Das gleiche gilt übrigens auch für die Schriftgröße. Im Allgemeinen arbeitet man mit solcherlei Mitteln, um etwas hervorzuheben, nicht einfach nur so, weil man es kann.